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Ihre vollstationäre Pflege für Übergangszeiten und im Notfall

Kurzzeitpflege

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Von Kurzzeitpflege wird gesprochen, wenn Sie als pflegebedürftige Person vorübergehend eine vollstationäre Pflege benötigen, z.B. in einem Pflegeheim.
  • Die Kurzzeitpflege soll Notfälle und Übergangszeiten überbrücken:  Sie hilft beispielsweise, wenn für eine begrenzte Zeit Ihre häusliche Pflege ausfällt. Auch wenn Sie aus anderen Gründen noch nicht im erforderlichen Umfang zu Hause oder teilstationär gepflegt werden können, erhalten Sie Kurzzeitpflege. Ebenso nach einem Klinikaufenthalt oder Unfall.
  • Es gibt zwei Arten: Kurzzeitpflege mit Pflegegrad (bei bestehender Pflegebedürftigkeit) – und Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad, z.B. nach Unfällen oder OPs. Je nach Art übernehmen unterschiedliche Träger die Kosten. Der Leistungsumfang ist jedoch gleich.
  • In diesem Ratgeber finden Sie primär Informationen über die Kurzzeitpflege mit Pflegegrad: Leistungserbringer sind hier die soziale Pflegeversicherung (SPV) und die private Pflegepflichtversicherung (PPV).
  • Kurzzeitpflege ist laut Sozialgesetzbuch (SGB XI) auf maximal acht Wochen (56 Tage) und auf bis zu 1.774 Euro pro Jahr begrenzt. Sie kann mit Verhinderungspflege kombiniert werden, sowie gegebenenfalls mit dem Entlastungsbetrag.
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Definition

Unterscheidung der Kurzzeitpflege & Leistungsträger

Unter Kurzzeitpflege ist die Pflege in einer stationären Pflegeeinrichtung für einen begrenzten Zeitraum zu verstehen, wenn Sie in dieser Zeit zu Hause nicht versorgt werden können. Es gibt verschiedene Situationen, in denen Sie eine Kurzzeitpflege benötigen: Dazu zählt beispielsweise die Kurzzeitpflege, wenn Ihre Pflegeperson verhindert ist, aber auch nach einem Krankenhausaufenthalt oder einem Unfall, wenn eine häusliche Pflege nicht möglich wäre.

Vom Leistungsumfang gibt es nur eine Art von Kurzzeitpflege: Jedoch erhalten Sie die Leistung von unterschiedlichen Leistungsträgern.

Leistungsbezug
  • Bei Kurzzeitpflege mit bestehender Pflegebedürftigkeit erhalten Sie Ihre Pflegeleistungen als gesetzlich Versicherter, GKV-Versicherter, aus der sozialen Pflegeversicherung (SPV). Als PKV-Versicherter beziehen Sie Ihre Leistungen für die Kurzzeitpflege durch Ihre private Pflegepflichtversicherung (PPV).

    Beispiel: Sie sind PKV-versichert und haben einen anerkannten Pflegegrad 4. Sie werden überwiegend von Ihrer Tochter in häuslicher Pflege versorgt. Urlaubsbedingt ergibt sich eine Lücke in Ihrer Pflegeversorgung von zehn Tagen. Leider findest sich kein Ersatz für die heimsiche Pflege. Für diese Zeit können Sie Leistungen für die Kurzzeitpflege beziehen und vollstationär in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden: Ihre private Pflegepflichtverischerung zahlt.

  • Bei der Kurzzeitpflege ohne bestehende Pflegebedürftigkeit ergibt sich Ihr Leistungsanspruch als gesetzlich Krankenversicherter aus der GKV. Anders verhält es sich bei PKV-Versicherten. Hier besteht ein Anspruch auf Leistungen für die Kurzzeitpflege nur im Basistarif, Standardtarif oder Notlagentarif.

    Beispiel: Sie sind GKV-Versicherter und haben einen Fahrradunfall, bei dem Sie sich einen Schlüsselbeinbruch zuziehen, eine Stauchungsfraktur und einen gebrochenen Arm. Ihre Oberkörperfunktionen sind erheblich eingeschränkt. Im Krankenhaus wurden Sie medizinisch versorgt und könnten laut Krankenhausbericht entlasssen und zu Hause gepflegt werden. Eine (medizinische) Behandlungspflege ist nicht nötig. Allerdings sind Sie in der Nahrungszubereitung, beim Essen und in der Körperhygiene so eingeschränkt, dass Sie sich in den nächsten drei Wochen noch nicht selbst versorgen können. Hier kommt eine Kurzzeitpflege in Frage: Ihre gesetzliche Krankenversicherung zahlt.

Gut zu wissen

Die maximale Dauer der Kurzzeitpflege beläuft sich auf bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr, bzw. 56 Tage. Die Kosten werden entweder von den Pflegeversicherungen für pflegebedürftige Personen oder von den Krankenkassen getragen.

Zu beachten: Ihr Anspruch auf Kurzzeitpflege

Pflegeversicherungen: Im folgenden Text sind unter Pflegeversicherungen die Pflegekasse für gesetzlich Versicherte und die private Pflegepflichtversicherung gilt für Privatversicherte zu verstehen.

Krankenkassen: Gemeint sind hier und im folgenden Text die gesetzlichen Krankenversicherungen. In der PKV, Privaten Krankenversicherung, besteht nur in den Tarifen Basistarif, Standardtarif, Notlagentarif ein Anspruch auf Kurzzeitpflege.

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Wann ist Kurzzeitpflege möglich?
Der Name deutet bereits darauf hin: Eine Kurzzeitpflege hilft Ihnen, Übergangssituationen, Notfälle und Krisenzeiten zu überbrücken. Die Inanspruchnahme entlastet sowohl Sie als auch Ihre Angehörigen. 

Kurzzeitpflege für Engpässe in der häuslichen Pflege, nach Notfall oder nach Krankenhausaufenthalten: Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wann Sie Kurzzeitpflege nutzen können, entweder mit Pflegegrad 1 bis 5 oder ohne Pflegegrad.

  • Mit Pflegegrad (1-5): Pflegeleistungen der Kurzzeitpflege erhalten Sie als pflegebedürftige Personen, wenn keine häusliche Pflege möglich ist. Als Pflegebedürftiger gelten Sie, wenn Sie mit einem anerkannten Pflegegrad 2 bis 5 (vor 2017 Pflegestufe 1 bis 3) eingestuft sind. Sind Sie in Pflegegrad 1 eingestuft, können Sie den Ihnen monatlich zustehenden Entlastungsbetrag von 125 Euro auch für die Kurzzeitpflege einsetzen. Es leisten die Pflegeversicherungen.
  • Ohne Pflegegrad: Sie können Kurzzeitpflege auch gänzlich ohne Pflegegrad beantragen, sofern Sie z. B. aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit plötzlich pflegebedürftig werden. Voraussetzung ist, dass keine häusliche Pflege möglich ist. In diesem Fall leisten die Krankenkassen (gesetzliche Krankenversicherungen).
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Pflegeorte der Pflegeversicherung

Eine Kurzzeitpflege zu Hause und von privat ist nicht möglich. Nehmen Sie Kurzzeitpflege in Anspruch, so sind Sie für diese Zeit (voll)stationär in einer entsprechenden Kurzzeitpflegeeinrichtung untergebracht: Das können z.B. Pflegeheime oder andere Rehabilitationseinrichtungen sein.

Pflegeeinrichtungen der PPV und SPV für Kurzzeitpflege:

Zugelassene Einrichtungen der privaten Pflegepflichtversicherung und der sozialen Pflegeversicherung sind:

  • stationäre Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime)
  • Einrichtungen, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen. Voraussetzung ist, dass während dieser medizinischen Vorsorgsmaßnahme oder Rehabilitation eine gleichzeitige Unterbringung und Pflege der versicherten Person erforderlich ist.
  • Als Kurzzeitpflegeeinrichtungen gelten in begründeten Einzelfällen auch geeignete Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen und andere Pflegeeinrichtungen. Auch hier gilt die Voraussetzung, dass die Pflege in einer anderen (zur Kurzzeitpflege zugelassenen Pflegeeinrichtung) nicht möglich ist oder nicht zumutbar erscheint.
Im ausführlichen Ratgeber Pflegeheimsuche erfahren Sie, wie Sie freie Plätze für die Kurzzeitpflege (mit Pflegegrad) finden können.
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Gut zu wissen

Ihr Anspruch auf bezuschusste Kurzzeitpflege gilt bis zu 56 Tage, also acht Wochen pro Jahr. Die Kranken- oder Pflegekassen übernehmen in dieser Zeit maximal 1.774 Euro der anfallenden Kosten der Kurzzeitpflege.

Sollte das nicht reichen, können Sie die Kurzzeitpflege eventuell mit nicht genutzten Leistungen der Verhinderungspflege kombinieren, dazu mehr weiter unten. Dies gilt aber erst ab Pflegegrad 2.

Kurzzeitpflege verlängern: Geht das? 

Angenommen, Sie haben nach einem Unfall Kurzzeitpflege beantragt und 21 Tage genutzt. Sie werden daraufhin in häusliche Pflege entlassen und können sich am Ende wieder selbst versorgen. Sollte sich Ihre Pflegebedürftigkeit plötzlich wieder ungeplant verstärken, können Sie erneut eine stationäre Pflege beanspruchen. Ihre Kurzzeitpflege verlängert sich dann: Jedoch nur bis zur maximalen Länge von insgesamt acht Wochen jährlich.

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Kostenhöhe bei Pflegegrad
Welche Kosten entstehen in der Kurzzeitpflege bei bestehender Pflegebedürftigkeit (mit Pflegegrad)? Bei vollstationärer Pflege können neben den Pflegeleistungen hohe Zusatzkosten für Unterkunft und Verpflegung anfallen.
Die Kosten bei Kurzzeitpflege mit Pflegegrad sind abhängig vom jeweiligen Grad der Pflegebedürftigkeit. Je nach Situation fallen dabei in der Pflegeeinrichtung Kosten für die Pflegeleistungen an, wie z.B. die medizinische  BehandlungspflegeZudem kosten Ihre Unterbringung in der Pflegeeinrichtung und Verpflegung (Essen, Trinken) Geld: Das übernimmt die Pflege- bzw. Krankenversicherung nicht. 
 
Eine Pflegezusatzversicherung unterstützt Sie dann, wenn es mal eng wird. Weitere Details zum Thema Kosten für stationäre Einrichtungen finden Sie in unserem Ratgeber Pflegeheim Kosten.
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Kostenübernahme
Lesen Sie hier, was die Pflegeversicherung (SPV/PPV) zahlt,  wann die Krankenversicherung (GKV) einspringt und welche Rolle Pflegegeld und Entlastungsbetrag im Zusammenhang mit der Kurzzeitpflege spielen:

Bezüglich der Kosten (pflegebedingten Aufwendungen) wird grundsätzlich unterschieden, welcher Träger diese übernimmt. Bei Pflege mit Pflegegrad 1-5 erfolgt die Kostenübernahme durch die Pflegekassen als Träger. Ohne Pflegegrad übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nach Sozialgesetzbuch (SGB V) die Kosten.

Kostenübernahme der Pflegeversicherung für Kurzzeitpflege - mit Pflegegrad (SPV/PPV):

Die Pflegeversicherung übernimmt pro Jahr die Pflegekosten in Höhe von maximal 1.774 Euro, verteilt auf bis zu acht Wochen. Voraussetzung: Sie sind als pflegebedürftige Person mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft. Dies ist im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) festgelegt - und für die Private Pflegepflichtversicherung in den Musterbedingungen (MB/PPV).

Kurzzeitpflege und Pflegegeld

Wenn Sie in einem Pflegegrad eingestuft sind, haben Sie Anspruch auf Pflegegeld. Während einer Kurzzeitpflege wird dieses noch bis zu acht Wochen in halber Höhe ausgezahlt. Das gilt jedoch nur, wenn vorher (also vor Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege) Pflegegeld bezahlt wurde - jedoch nicht, wenn z.B. ein Pflegedienst in Anspruch genommen wurde.

Kurzzeitpflege & Entlastungsbetrag

Sie können Unterstützung durch zusätzliche Entlastungleistungen (nach § 45b SGB XI) bekommen. Dafür erhalten Sie einen monatlichen Betrag von 125 Euro, den Entlastungsbetrag. Diesen können Sie beispielsweise für Unterbringungskosten während der Kurzzeitpflege verwenden. Mehr zum Thema Entlastungsbetrag finden Sie in unserem Ratgeber zu den Pflegesachleistungen.

Kurzzeitpflege und Zuzahlung

Wenn die Kosten für die Kurzzeitpflege über den Pflegeanteil hinausgehen, sind Sie selbst für die Zahlung verantwortlich. Diese zusätzlichen Kosten nennen sich Eigenanteil (oft auch Zuzahlung genannt). Wie hoch ist Ihr Eigenanteil der Kurzzeitpflege? Das hängt davon ab, wie kostspielig jene pflegebedingten Aufwendungen sind, die über den Pflegekassen-subventionierten Pflegeanteil hinausgehen. Beispielsweise können sich die Unterbringungskosten von Pflegeheimen je nach Region oder Leistungsausstattung sehr unterscheiden

Sind Zuschüsse für die Kurzzeitpflege möglich?

Fehlen Ihnen die notwendigen finanziellen Mittel oder benötigen Sie Zuschüsse, kann es sein, dass Ihre Anghörigen einspringen müssen. Haben auch diese nicht die Mittel, kommt das Sozialamt für die Kosten auf. Besser ist es, private Vorsorge zu treffen und einen Pflegezusatzversicherung abzuschließen, die Versorgungslücken im Pflegefall schließt.

Oft gefragt
Die Krankenkasse trägt bei Kurzzeitpflege die Kosten in gleicher Höhe, wenn Sie keinen Pflegegrad oder den Pflegegrad 1 haben. Die Kostenübernahme bezieht sich nur auf die Pflegeleistungen. Der Erstattungssatz dafür entspricht der Leistung mit Pflegegrad.
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Im Vergleich
Die Leistungen der beiden Pflegearten ähneln sich zwar. Ihre Unterschiede liegen aber vor allem bei den Voraussetzungen und den Orten, an denen die Pflege durchgeführt werden kann. Außerdem: Warum eine Kombination mit der Verhinderungspflege von Vorteil sein kann.

Unterschied zur Verhinderungspflege

Bei der Verhinderungspflege (manchmal auch Ersatzpflege oder Pflegevertretung genannt) muss eine Pflegeperson (z. B. Ihr Angehöriger) Sie bereits mindestens sechs Monate gepflegt haben. Dabei muss Ihr Pflegegrad zwischen 2 und 5 liegen.

Die Verhinderungspflege soll primär Ausfallzeiten der Pflegepersonen überbrücken. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn diese krank sind, arbeiten müssen oder Ferienzeit haben. Wie die Kurzzeitpflege können Sie auch die Verhinderungspflege für maximal sechs Wochen pro Jahr geltend machen.

Weitere Unterschiede: Verhinderungspflege basiert auf einem Pflegegrad und kann im Gegensatz zur stationären Kurzzeitpflege auch teilstationär oder ambulant (zu Hause) erfolgen. Andererseits haben Sie auf Kurzzeitpflege auch Anspruch, wenn Sie vorher keine Pflegeleistungen bezogen haben, also noch ohne Pflegegrad sind.

Was, wenn die Kurzzeitpflege nicht in Anspruch genommen wird?

Wenn die Kurzzeitpflege nicht in Anspruch genommen wird, dann kann der entsprechende Leistungsbetrag auch für Verhinderungspflege eingesetzt werden: Sie können bis zu 806 Euro im Kalenderjahr des Leistungsbetrags des nicht genutzten Budgets für die Kurzzeitpflege auch für die Verhinderungspflege nutzen. Der Gesamtbetrag für Ihre Verhinderungspflege erhöht sich somit auf bis 2.418 Euro pro Kalenderjahr. Das bedeuted konkret: Verhinderungspflege von 1.612 Euro pro Jahr plus 806 Euro aus dem nicht genutzten nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege, ergibt in Summe bis zu 2.418 EUR pro Jahr.

Und was, wenn wiederum die Verhinderungspflege nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen wird? Dann können Sie diesen Leistungsbetrag in die Kurzzeitpflege "mitnehmen". Finden Sie weiter unten die Infos zur  Kombination von Kurzzeitpflege mit (nicht genutzter) Verhinderungspflege.

Worin unterscheiden sich Kurzzeitpflege und Tagespflege?

Die Kurzzeitpflege ist stets mit einem vollstationären Aufenthalt und einer Betreuung im Pflegeheim verbunden. Hingegen versteht man unter Tagespflege (bzw. Tages- und Nachtpflege) die vorübergehende, teilstationäre Versorgung im Tagesverlauf in einer Pflegeeinreichtung.

Besser informiert

Ja. Nicht genutzte Leistungen der Verhinderungspflege können für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Sie haben also die Möglichkeit, sowohl die Anzahl der gesamten Pflegetage zu erhöhen als auch die Höhe der Leistungen.

Oft sind Pflegebedürftige nur zeitlich begrenzt auf eine vollstationäre Pflege angewiesen, z. B. während organisatorischer Engpässe oder in Krisensituationen bei der häuslichen Pflege. In anderen Worten: Meist haben Sie im Kalenderjahr die Mittel der Verhinderungs­pflege nicht oder nicht voll ausgeschöpft. Diese können Sie somit für Leistungen der Kurzzeitpflege einsetzen.

Nicht genutzte Verhinderungspflege wird zu 100 Prozent angerechnet:

Maximal erhalten Sie für Kurzzeitpflege 1.774 Euro und für Verhinderungspflege 1.612 Euro. Für beide also insgesamt 3.386 Euro. Die Verhinderungspflege wird nun wie folgt angerechnet: Für Kurzzeitpflege erhalten Sie 1.774 Euro pro Jahr. Zusätzlich können Sie bis zu 100 Prozent des nicht genutzten Budgets Ihrer Verhinderungspflege (also maximal 1.612 Euro) für Ihre Kurzzeitpflege einsetzen. In Kombination ist in diesem Fall also ein jährlicher Maximalbetrag von 3.386 Euro nutzbar.

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Grundleistungen
Anspruch auf die Leistungen der stationären Kurzzeitpflege haben Sie ganz generell – unabhängig davon, ob Sie einen Pflegegrad haben oder nicht. 

Die Leistungen der Kurzzeitpflege bei vollstationären Aufenthalt umfassen:

  • Grundpflege in Heim oder Klinik
  • medizinische Behandlungspflege
  • Teilnahme an hausinternen Angeboten der Einrichtung
  • Betreuung durch einen Sozialdienst

Die Pflege- bzw. Krankenversicherungen zahlen diese reinen Pflegekosten bis zu einer Summe von 1.774 Euro im Jahr. Sie selbst tragen jedoch die Leistungskosten für Unterkunft und Verpflegung. Weiterhin können eventuelle Instandhaltungs- & Investitionskosten des Heimaufenthalts bei Kurzzeitpflege hinzukommen. Erst wenn Sie oder Ihre Angehörigen diese nicht mehr übernehmen können, kann für diese Leistungen das Sozialamt einspringen (vgl. Elternunterhalt). Außerdem können Sie sogenannte Entlastungsleistungen von bis zu 125 Euro pro Monat erhalten (Entlastungsbetrag) und für die Kosten Ihrer Unterkunft einsetzen.

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Antrag stellen
Was braucht man für die Beantragung der Kurzzeitpflege? Wann und wie rasch kann ich die Kurzzeitpflege beantragen? Diese Fragen kommen gerade in Notfällen schnell auf. 

Den Antrag auf Kurzzeitpflege können Sie als Pflegebedürftiger selbst oder als gesetzlicher Betreuer einer pflegebedürftigen Person stellen. 

Wo wird Kurzzeitpflege beantragt?

 

  • Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2, 3, 4 und 5: Den Antrag stellen Sie bei Ihrer Pflegeversicherung.
  • Bei Kurzzeitpflege für Pflegegrad 1 oder ohne Pflegegrad: Hier ist die Krankenkasse (gesetzlich und privat) zuständig. Sie können in diesem Fall Kurzzeitpflege beantragen, sobald eine plötzliche Pflegebedürftigkeit eintritt. Sie wird ausschließlich zum Überbrücken von Pflegeengpässen gewährt.

Haben Sie beispielsweise eine private Allianz Pflegezusatzversicherung abgeschlossen, unterstützen wir Sie gern bei Ihrer Antragstellung. Für die Organisation und Vermittlung Ihrer Kurzzeitpflege können Sie dann unsere Service- und Assistanceleistungen nutzen.

Eine oft gestellte Frage ist auch die, ob es vorab zur Beantragung einen Kurzzeitpflege-Rechner gibt? Die zeitlich befristete Pflege hängt von vielen Faktoren ab. Die Kosten einer Kurzzeitpflege lassen sich deshalb nicht pauschal berechnen.

Tipp: Ist es absehbar, dass Sie künftig einen Pflegegrad benötigen (z. B. bei Unfall mit eventueller Invalidität oder bei Demenz) können Sie den Allianz Pflegegrad Rechner nutzen: Er liefert Ihnen eine erste Einschätzung Ihres möglichen Pflegegrades.

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Pflegegrad berechnen und einschätzen
Der Allianz Pflegegrad Rechner ist ein Tool für Ihre persönliche Einschätzung des voraussichtlichen Pflegegrads. Bitte beachten Sie: Das Tool ersetzt nicht die Beurteilung Ihrer Pflegebedürftigkeit durch einen unabhängigen medizinischen Gutachter.
Die passende Versicherung
Im Pflegefall individuell abgesichert mit der Pflegezusatz­versicherung
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Häufige Fragen
  • Wie unterscheidet sich die Kurzzeitpflege von der Langzeitpflege?

    Von Langzeitpflege wird in der Regel gesprochen, wenn ein längerer oder dauerhaft absehbarer Pflegebedarf vorliegt. Sie betrifft üblicherweise die Betreuung von Personen mit erhöhtem Grad an Pflegebedürftigkeit. Die Kurzzeitpflege hingegen ist im Sozialgesetzbuch klar definiert: Sie erfolgt immer stationär in einer Pflegeeinrichtung und wird für maximal 56 Tage pro Jahr gewährt.
  • Was ist Kurzzeitpflege für Kinder?

    Eine Kurzzeitpflege für Kinder beschreibt eine zeitlich begrenzte, vorübergehende Unterbringung von Kindern und Jugendlichen bei Pflegeeltern. Der Begriff hat in der Regel also nichts mit Pflegebedürftigkeit im Sinne eines kurzfristigen, stationären Pflegebedarfs zu tun. Jedoch kann für Kinder und Jugendliche eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Dies geschieht im Rahmen der Pflegeversicherung oder Krankenversicherung. Dabei unterscheiden sich i. d. R. weder die Berechnung (bei mit und ohne Pflegegrad) noch die Pflegeleistung für die Kurzzeitpflege von der für erwachsene Pflegefälle.
  • Wann verfällt die Kurzzeitpflege?

    Sowohl der zeitliche Anspruch auf höchstens 56 Tage Kurzzeitpflege sowie der Leistungsanspruch verfallen am 31.12. des jeweiligen Jahres. Gemeint ist das Ende eines Kalenderjahres. Selbiges gilt für den Anspruch auf Verhinderungspflege.
  • Welche Pflegeberatungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für privat Pflegeversicherte?

    Als Ratsuchender finden Sie eine Vielzahl an Beratungsangeboten ganz in Ihrer Nähe. Aber auch online, per Telefon und Videochat sind Pflegeberatungen möglich.

    Für privat Pflegepflichtversicherte

    Wenden Sie sich an die compass Pflegeberatung, wenn Sie privat pflegepflichtversichert sind. Die Pflegeberatung der privaten Krankenversicherer steht Ihnen rund um das Thema Pflege zur Seite.

    Weitere Informationencompass Pflegeberatung.

    Für privat Pflegeversicherte der Allianz

    Wenn Sie bei der Allianz privat pflegeversichert sind bzw. privat vorsorgen, steht Ihnen die Allianz Pflege Assistance WDS.care mit sofortiger Hilfe im Pflegefall zur Seite. Die Experten beraten Sie und Ihre nahen Familienangehörigen – auch wenn diese nicht bei der Allianz versichert sind. Jederzeit und bei Bedarf auch weltweit!

    Weitere Informationen im Glossar unter: WDS.care  

  • Können die Kosten für die Kurzzeitpflege steuerlich abgesetzt werden?

    Die Kosten für die Kurzzeitpflege können als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Laut § 33 ESTG zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen u. a. Kosten, die durch die Unterbringung in einem Pflegeheim entstanden sind.

    Voraussetzung ist allerdings, dass die gepflegte Person eine anerkannte Pflegebedürftigkeit besitzt.

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