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Definition, Leistungen & Checkliste

Pflege zu Hause: Daheim gut versorgt!

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Die häufigste Art der Betreuung in Deutschland ist die Pflege zu Hause. Rund 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden in den eigenen vier Wänden versorgt. 
  • Kümmern sich private Pflegepersonen (Angehörige, Freunde, Bekannte oder Nachbarn) um die pflegebedürftige Person, ist von sogenannter häuslicher Pflege oder Pflege zu Hause die Rede. Diese rein privat organisierte Pflegeart fällt unter die "ambulante" Pflege.
  • Während manche Pflegebedürftige nur stundenweise Unterstützung im Alltag benötigen, sind andere nachts oder 24 Stunden auf Hilfe angewiesen. Professionelle Pflegedienste können die privaten Pflegepersonen unterstützen.
  • Für welche Leistungen die Pflegeversicherung in der häuslichen Pflege die Kostenerstattung übernimmt, hängt von Ihrem Pflegegrad ab. Die Pflegeversicherung unterstützt Pflegebedürftige z.B. finanziell mit Pflegegeld, entlastet Angehörige und trägt die Kosten für Pflegehilfsmittel.

 

Unseriöse Anrufe bezüglich Pflege!
Aktuell gibt sich eine Organisation fälschlich als  "Deutsche Pflegeallianz GmbH" oder "Deutsche Pflege" aus. Sie ruft Versicherungskunden im Auftrag verschiedener Versicherungsgesellschaften an und erfragt personenbezogene Daten. Seien Sie vorsichtig und übermitteln Sie keine Daten am Telefon oder per App, die nicht den offiziellen Kommunikationsmitteln der Allianz entsprechen.
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Erklärung
Wenn Angehörige oder Freunde eine pflegebedürftige Person in deren Zuhause pflegen, ist von häuslicher Pflege die Rede. Die Pflege zu Hause gilt als ambulante Pflege:

Ob nach einem Unfall, nach längerer Krankheit oder im höheren Alter: Die meisten Pflegebedürftigen möchten daheim gepflegt werden. Was genau ist unter häuslicher Pflege zu verstehen?

Die häusliche Pflege inkludiert die ambulante medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihren eigenen vier Wänden durch Angehörige (Freunde, Nachbarn, Bekannte und andere "nicht professionelle" Pflegekräfte).

Der Oberbegriff ambulante Pflege bezieht sich in erster Linie auf die Dienstleistungen von mobilen Pflegediensten. Diese beschäftigen professionell geschulte Fachkräfte. Sie kümmern sich im heimischen Alltag um Pflegebedürftige. Ambulante Pflegedienste können private Pflegepersonen bei der Pflegetätigkeit unterstützen oder die Pflege vollständig übernehmen.

Voraussetzung für die ambulante häusliche Pflege

Für beide ambulanten Pflegearten (die häusliche Pflege durch Privatpersonen und ambulante Pflegedienste) gilt:

  • Die Pflege­tätigkeit erfolgt außerhalb teil­stationärer oder voll­stationärer Pflege­einrichtungen (vollstationäre Pflege).
  •  
  • Sie kann jedoch auch innerhalb von privaten Wohngemeinschaften wie z.B. dem betreuten Wohnen stattfinden.

Unabhängig davon, ob Privatpersonen oder professionelle Fachkräfte pflegen: Die Entscheidung, ob ambulant daheim gepflegt werden kann, hängt in der Regel von der Pflegebedürftigkeit ab. Jedoch auch davon, wer die Versorgung durchführen kann und wie viel Zeitaufwand die häusliche Pflege benötigt. 

Welche Pflegeleistungen die Pflegeversicherung im Rahmen der Pflege zu Hause übernimmt, das ist hingegen vom Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe) abhängig.

Welche Unterstützungen stehen Ihnen als Pflegebedürftiger zu?

Pflegebedürftige haben Anspruch auf verschiedene Hilfsleistungen der Pflegeversicherung: entweder auf Auszahlung von Pflegegeld oder auf Pflegesachleistungen und Pflegehilfsmittel. Ebenso zählen Wohnumbaumaßnahmen oder Beratung zum "Leistungskatalog der ambulanten Pflege". 

Unterstützen Angehörige und ein ambulanter Pflegedienst den Hilfsbedürftigen im Alltag, kann eine Kombination aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld bezogen werden, die sogenannte Kombinationsleistung.

Gut zu wissen

Anspruch auf Leistungen für ambulante Pflege haben pflegebedürftige Personen, die in Pflegegrad 2 bis 5 eingestuft sind. Auch in Pflege­grad 1 können Angehörige pflegen - oder ambulante Pflegedienst beauftragt werden: Die Kosten übernehmen Sie jedoch selbst. Für die Pflegegrade 2 bis 5 zahlt die Pflege­versicherung Pflegegeld und Pflegesachleistungen.

Beides sind Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Pflegesachleistungen können Pflege­bedürftige teilweise oder ganz aufwenden, um ambulante Pflege(dienste) anzufordern. Der Pflege­grad bestimmt die Leistungen: Je höher er ist, desto mehr Pflege­geld und Pflege­sach­leistungen erhalten Sie.

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Oft gefragt

 

Ob diese Pflegeart in Frage kommt, hängt meist vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Wer einen Großteil seines Alltags noch allein stemmen kann, für den ist die ambulante Pflege zu Hause eine gute Wahl.

Ist eine aufwendige medizinische Versorgung oder Rundumbetreuung erforderlich, ist stationäre Pflege unter Umständen sinnvoller.

Auch die Wohnsituation entscheidet, ob ambulante Pflege zu Hause durchführbar ist. In folgenden Fällen ist ambulante Pflege im eigenen Zuhause in der Regel sinnvoll:

  • Der Pflegebedürftige ist in der Lage, weitgehend selbstständig im eigenen Haushalt zu leben.
  • Der Pflegebedürftige möchte in seinem gewohnten sozialen Umfeld bleiben.
  • Pflegende Angehörige sollen durch die Unterstützung mobiler Pflegedienste entlastet werden.
  • Der Pflegebedürftige will Mehrkosten für eine stationäre Betreuung sparen.

Welche Vorteile und Nachteile bietet ambulante bzw. häusliche Pflege?

Die Betreuung pflegebedürftiger Personen stellt Angehörige oft vor organisatorische, emotionale und physische Herausforderungen. Lesen Sie im Ratgeber ambulante Pflege, welche Vor- und Nachteile ambulante Pflege für Sie haben kann.

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Checkliste
Ist Ihr Haus oder Ihre Wohnung geeignet? Wer genau betreut zu welchem Zeitpunkt? Was ist, wenn jemand ausfällt. Bevor Sie sich für oder gegen eine ambulante Pflege in den heimischen vier Wänden entschieden haben, sollten Sie folgende Punkte abhaken:
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Überblick
Die Ausgestaltungsmöglichkeiten in der ambulanten Pflege sind vielfältig, sie lassen sich der individuellen Pflegesituation anpassen. Pflegen beispielsweise Angehörige oder Freunde Sie zu Hause, erhalten Sie ab Pflegegrad 2 Pflegegeld, mit dem Sie deren Pflegeversorgung honorieren können. Sonstige Leistungen:

Kümmert sich ein professioneller Pflegedienst um Sie, erhalten Sie stattdessen Pflegesachleistungen: Damit bezeichnet man die Erstattung der Kosten für den Pflegeaufwand.

Wenn sowohl ein Pflegedienst als auch Ihre pflegenden Angehörigen Sie betreuen, bekommen Sie sogenannte Kombinationsleistungen: Das heißt, Pflegegeld und Pflegesachleistung werden anteilig ausgezahlt. Dabei berechnet sich der Anteil nach der jeweiligen prozentualen Ausschöpfung der gesetzlichen Höchstsätze. Die Kombinationsleistung ist beispielsweise bei der Pflege eines demenzerkrankten Familienmitglieds eine Entlastung für die pflegenden Angehörigen.

Im Rahmen Ihrer Pflegepflichtversicherung haben Sie prinzipiellen Anspruch auf folgende Leistungen: 
 


  • Pflegegeld
  • Hilfe durch und Kostenerstattungen für Pflegedienste oder Einzelpflegekräfte (Pflegesachleistungen)
  • Entlastungsbetrag (unabhängig vom Pflegegrad) 
  • Kombinationsleistung
  • Urlaubs- und Krankheitsvertretung (Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege)
  • Tagespflege und Nachtpflege
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag
  • Soziale Absicherung der Pflegeperson während der Pflegezeit
  • Pflegekurse für Angehörige
  • Pflegehilfsmittel
  • Zuschüsse zur Wohnungsanpassung

Was bedeutet Pflegegeld in der häuslichen Pflege?

Jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5, der sich in häuslicher Pflege befindet, erhält von der Pflegekasse ein monatliches Pflegegeld – zwischen 316 Euro bei Pflegegrad 2 und 901 Euro bei Pflegegrad 5. Eine Kombination aus privater und professioneller Pflege, die sogenannte Kombinationsleistung, ist ebenfalls möglich. Über Ihr monatliches Pflegegeld können Sie frei verfügen

Oft honorieren Sie als Pflegebedürftiger mit dem Pflegegeld die Leistungen Ihrer Familienmitglieder und reichen es weiter, im Sinne eines Pflegegeldes für Angehörige. Verpflichtet sind Sie dazu nicht. Sie können damit auch andere Pflegekräfte oder -dienste bezahlen. Ein Verwendungsnachweis für das Pflegegeld ist nicht erforderlich.

Was sind ambulante Pflegesachleistungen und wie hoch sind sie?

Die Pflegeversicherung bezuschusst die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes mit sogenannten Pflegesachleistungen bis zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstbetrag. Anspruch darauf haben Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2.

Zusätzlich bekommen Sie von der Pflegeversicherung Pflegehilfsmittel

Darüber hinaus besteht Anspruch auf Pflegehilfsmittel, die Pflege und Alltag des Pflegebedürftigen erleichtern. Die Pflegekasse bezuschusst beispielsweise die Installation eines Hausnotruf-Systems oder Pflegebettes. Zudem stehen Pflegebedürftigen monatlich 60 Euro zum Verbrauch für bestimmte Pflegehilfsmittel wie Betteinlagen, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Mittel für Wohnumbaumaßnahmen

Zudem haben Sie je nach Pflegebedürftigkeit Anspruch auf Leistungen für Wohnumbaumaßnahmen, beispielsweise für einen Treppenlift oder eine behindertengerechte Dusche.

Tabelle Maximale Leistungen für ambu­lante Pflege

Finden Sie hier eine Tabelle mit der Höhe des Pflegegeldes und der monatlichen Pflegesachleistungen, die sich nach dem Pflegegrad richten:

Wischen um mehr anzuzeigen

Pflegebedürftigkeit in Pflegegraden Pflegegeld Pflegesachleistung (Maximalbetrag pro Monat)
 Pflegegrad 1 - -
 Pflegegrad 2 316 € 689 €
 Pflegegrad 3 545 € 1.298 €
 Pflegegrad 4 728 € 1.612 €
 Pflegegrad 5 901 € 1.995 €
Ratgeber
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Angehörige, Pflegedienste & Pflegekräfte
Damit die Pflege im häuslichen Umfeld stattfinden kann, ist mindestens eine Betreuungskraft notwendig. Lesen Sie hier mehr zu Ihren persönlichen Möglichkeiten:

In der Regel sind Angehörige, selbstständige 24h-Pflegekräfte oder ambulante Pflegedienste die Betreuungskräfte für den Pflegebedürftigen:

Pflege von Angehörigen zu Hause

Am häufigsten werden hilfsbedürftige Menschen in Deutschland von Familienmitgliedern, nahestehenden Freunden oder Nachbarn versorgt. Die privat organisierte Pflege durch Angehörige spart in der Regel Kosten, erfordert aber viel Hingabe und kann Pflegepersonen vor große Herausforderungen stellen. Privaten Pflegepersonen stehen in der Pflege von Angehörigen daher Hilfen durch die Pflegeversicherung zu: Während eines Urlaubs oder Krankheit können sie unter anderem von der Verhinderungspflege  Gebrauch machen oder den Pflegebedürftigen vo­r­ü­ber­ge­hend in Kurzzeitpflege geben.

Mobile Pflegedienste bieten professionelle Unterstützung

Ambulante Pflegedienste sind Dienstleister im Gesundheitswesen, die mehrmals pro Woche oder auch mehrmals täglich bei der pflegebedürftigen Person vorbeischauen und sich um ihr Wohlergehen kümmern. Die dort angestellten Fachkräfte übernehmen pflegende oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten im häuslichen Umfeld.

Besonders für Pflegebedürftige, die einen Großteil ihres Alltags noch alleine stemmen können, ist eine mobile Betreuungskraft eine gute Wahl. Zudem entlasten ambulante Pflegehilfen, die stundenweise vorbeikommen, pflegende Angehörige.

Wer auf der Suche nach einem guten Anbieter für stundenweise Betreuung ist, kann sich beim Klinik-Sozialdienst, Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden oder Pflegestützpunkten informieren. Auch bei der Suche nach einer ganztägigen Pflege zu Hause sind Erfahrungen über diese Anlaufstellen zu finden.

Pflegekraft leistet 24-Stunden-Rundum-Betreuung:

Für Pflegebedürftige, die bettlägerig oder dement sind, reicht eine stundenweise Betreuung oft nicht aus. Sie benötigen eine Pflegekraft, die eine 24-Stunden-Betreuung-zu-Hause leistet. In der Regel kümmert die pflegende Person sich sowohl um die medizinische Versorgung als auch den Haushalt.

In der "24-Stunden-Pflege" gibt es verschiedene Modelle, die sich durch die Voraussetzungen und zu erbringenden Leistungen unterscheiden:

1. Pflegekraft: Für die Betreuung eines bettlägerigen oder dementen Pflegebedürftigen

Hierbei handelt es sich in der Regel um nicht zugelassene (oft ausländische) Pflegekräfte. Leistungen hierfür gibt es aus der Pflegeversicherung nicht: Es wird lediglich das Pflegegeld gemäß des festgestellten Pflegegrades gezahlt. Diese Art von Pflegekräften dürfen laut Gesetzgeber keine medizinische Versorgung erbringen.

Wird die Betreuung jedoch durch eine zugelassene Pflegekraft durchgeführt, erhalten Sie Kostenersatz im Rahmen der Höchstbeträge nach dem festgestellten Pflegegrad.

2. Pflegekraft: Für häusliche Intensivpflege

Hierbei handelt es sich meist um bei Pflegediensten angestellte Intensivpflegekräfte. Sie betreuen den Pflegebedürftigen sowohl medizinisch als auch grundpflegerisch. Soweit es sich um ärztlich verordnete, lebenserhaltende medizinische Maßnahmen handelt, erfolgt dafür die (anteilige) Erstattung aus der Krankenvollversicherung. Zusätzlich wird der Grundpflegeanteil erstattet, anteilig aus der Pflegepflichtversicherung im Rahmen des Kostenersatzes.

  • Zu beachten: Palliativpflege zu Hause gilt regelmäßig nicht als 24-Stunden-Pflege.

Was genau bedeutet 24-h-Pflege?

Eine 24-Stunden-Pflege heißt nicht, dass die Pflegehilfe rund um die Uhr arbeiten muss, sondern, dass sie bei Bedarf sofort zur Stelle ist. Normalerweise lebt sie dauerhaft mit dem Pflegebedürftigen unter einem Dach oder zumindest im gleichen Haus. Der Vorteil einer 24-h-Pflege zu Hause ist, dass die Pflegekraft die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen kennt und als Ansprechpartner stets zur Verfügung steht. Allerdings ist eine 24-h-Pflegekraft (z.B. für Intensivpflege zu Hause) mit monatlichen Kosten im mittleren vierstelligen Bereich verbunden.

Oft gefragt

Seit einigen Jahren werden vermehrt Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Pflege zu Hause nach Deutschland geholt. Diese sind meist günstiger. Allerdings sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass solche Pflegekräfte unter Umständen keine gelernten Kranken- oder Altenpfleger sind. 

Zudem sind Sie verpflichtet, die ausländische Pflegeperson legal anzustellen und zu versichern. Der einfachste Weg, eine Pflegekraft aus dem Ausland zu engagieren, ist über die sogenannte Entsendung. Hierbei wird ein Vertrag mit dem Arbeitgeber der Pflegekraft im Ausland abgeschlossen. Dieser zahlt weiterhin alle Steuern, Kranken- und Sozialabgaben und entsendet eine qualifizierte Fachkraft nach Deutschland. Dort kann sie maximal zwei Jahre arbeiten.

Wer trägt die Kosten?

Beachten Sie: Für Pflegekräfte aus dem Ausland gibt es von der Pflegekasse keine Kostenerstattung. Der Pflegebedürftige kann allerdings den Entlastungbetrag für die Bezahlung der Pflegeperson verwenden. Dieser beträgt monatlich 125 Euro und steht allen Pflegegraden zu. 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, diese Ausgaben als haushaltsnahe Dienste von der Steuer abzusetzen. Allerdings zieht das Finanzamt nur 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben von der Steuer ab – und das bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro.

Stundenweise oder 24-Stunden?
Wie viel Unterstützung Pflegebedürftige im Alltag benötigen, hängt ganz von ihrer individuellen Verfassung ab. Während oft bereits eine stundenweise Unterstützung im Haushalt oder ein mobiler Essensdienst ausreicht, erfordern andere Pflegefälle eine Vollzeitbetreuung. Es gibt folgende weitere Betreuungsmodelle. Lesen mehr zu Pflegearten und zum Zeitaufwand im Ratgeber Ambulante Pflege.
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Absicherung & Hilfe

Für die Pflege von Angehörigen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung.

Absicherung für Ihre pflegenden Angehörigen

Pflegepersonen sind Personen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in seiner häuslichen Umgebung pflegen. Nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen können unter Umständen der Versicherungspflicht in der Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung unterliegen und Leistungen der sozialen Sicherung erhalten.

Voraussetzung für eine Versicherungspflicht ist unter anderem, dass Sie als Pflegebedürftiger mindestens Pflegegrad 2 haben und Ihre Angehörigen Sie mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen (verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage). Ist dies der Fall,

  • können pflegende Angehörige einen beitragsfreien Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung genießen
  • kann u.a. die Pflegekasse Beiträge zur Rentenversicherung zahlen
  • kann Schutz in der Arbeitslosenversicherung bestehen, sofern die pflegenden Angehörigen bereits unmittelbar vor Beginn der Pflegezeit z. B. arbeitslosenversicherungspflichtig waren.

Unterstützung in der Pflege von Angehörigen

  • Entlastungsbetrag (früher als Betreuungs- und Entlastungsleistungen bezeichnet): Unabhängig vom Pflegegrad haben Sie bzw. Ihre pflegenden Angehörigen Anspruch auf einen zusätzlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat. Das Geld ist zweckgebunden. Sie können es beispielsweise nutzen, um eine teilstationäre Pflege oder eine stationäre Kurzzeitpflege zu finanzieren – aber auch für Betreuungsleistungen wie Besuchsdienste oder soziale Angebote, die Ihre Angehörigen zeitweise entlasten.
  • Betreuerische und pflegerische Hilfen: Angehörige leisten viel und können daher nicht immer durchgehend für Ihre Betreuung sorgen. Ambulante Pflegedienste helfen aus, wenn Ihre Familie einmal im Urlaub ist oder eine Pause braucht. Neben den klassischen Pflegediensten können Sie auch Pflegekräfte aus dem Ausland für diesen Zeitraum beauftragen.
  • Anspruch auf Freistellung: Kümmern sich Angehörige um Ihre Pflege, dann haben diese verschiedene Möglichkeiten, sich beruflich freistellen zu lassen. Wenn sie nur kurzfristig einspringen, dürfen sie bis zu zehn Tage ihrer Arbeit fernbleiben. Diese kurzzeitige Arbeitsverhinderung müssen sie unverzüglich beim Arbeitgeber ankündigen. Sie lässt sich nur bei einem akuten Pflegefall in Anspruch nehmen.
  • Benötigen Sie eine längere Betreuung, kann Ihr Angehöriger Pflegezeit beantragen. Diese gilt für bis zu sechs Monate und lässt sich für eine vollständige oder anteilige Freistellung nutzen. Der Arbeitgeber muss aber mindestens zehn Tage vorher Bescheid wissen.
  • Mit der Familienpflegezeit können sich Pflegepersonen bis zu 24 Monate von einem Teil ihrer wöchentlichen Arbeitszeit freistellen lassen. Die durchschnittliche Arbeitszeit in dieser Teilzeit muss allerdings mindestens 15 Stunden pro Woche betragen. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall mindestens acht Wochen vorher zu informieren. Wichtig: Es gibt lediglich bei der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung eine finanzielle Absicherung seitens der Pflegekasse.
  • Beratung, Reha und psychotherapeutische Unterstützung: Ihre Pflege kann auch zu einer gesundheitlichen Belastung Ihrer Angehörigen führen. Mitunter vernachlässigen ehrenamtliche Pflegepersonen nämlich zugunsten des Patienten die eigene körperliche und seelische Gesundheit. Darum unterstützen Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung pflegende Angehörige mit Kuren, Reha-Maßnahmen und psychotherapeutischen Maßnahmen.
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Kosten & Kostenübernahme

Kosten und Kostenübernahme bei der häuslichen Pflege

Pflege ist teuer – egal, ob im Heim oder zu Hause. Die Pflege in den eigenen vier Wänden ist normalerweise günstiger, wenn Angehörige die Betreuung unentgeltlich übernehmen. Lassen Sie sich allerdings von einem ambulanten Pflegedienst und/oder einer selbstständigen Pflegekraft unterstützen, kann die finanzielle Belastung unter Umständen sogar höher sein als die Kosten für ein Pflegeheim (wenn eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist). In der Regel ist vollstationäre Pflege jedoch kostenintensiver als ambulante Pflege.

Davon hängen die Kosten ab:

Die Höhe der Kosten für eine häusliche Pflege sind abhängig von Ihrer Pflegebedürftigkeit, sprich von Ihrem Pflegegrad. Anspruch auf eine Kostenübernahme für Pflegeversicherungsleistungen (durch die Pflegeversicherung) haben Sie nur dann, wenn Sie in einen Pflegegrad eingestuft worden sind.

Im Pflegegrad 1 erhalten Sie lediglich unterstützende Leistungen wie den Entlastungsbetrag von 125 Euro oder Zuschüsse zum Hausnotruf. Ab dem Pflegegrad 2 übernimmt die Pflegepflichtversicherung einen Teil der Kosten in Form von Pflegegeld und PflegesachleistungenWas genau Ihnen zusteht, ist für die einzelnen Pflegegrade gesetzlich festgelegt. Für die restlichen Kosten müssen Sie selbst aufkommen. Um diese Versorgungslücke zu schließen, können Sie mit einer privaten Pflegeversicherung zusätzlich vorsorgen.

Welche Kosten für einen ambulanten Pflegedienst (Pflegesachleistung) werden übernommen?

Die Gebühren (Kosten) des ambulanten Pflegedienstes übernimmt die Pflegekasse bis zur jeweiligen Höchstsumme. Der beauftragte Dienst rechnet die monatlich erbrachten Pflegeleistungen bis zu einem festgelegten Höchstsatz als Pflegesachleistungen direkt mit der Pflegekasse ab. Abhängig vom Pflegegrad beträgt der Zuschuss maximal 1.995 Euro im Monat (bei Pflegegrad 5). Das gilt nicht für die private Pflegepflichtversicherung, PPV. Sie übernimmt keine Kosten direkt, sondern erstattet diese und rechnet nicht direkt mit den Pflegediensten ab.

Zu den erstattungsfähigen Leistungen der häuslichen Pflege, die die Pflegekasse übernimmt, gehören vor allem die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung. Die Grundpflege unterstützt Sie bei täglichen Routinen wie der Körperpflege. Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst beispielsweise Kochen oder die Reinigung der Wohnung. Pflegedienste bieten darüber hinaus häufig weitere Dienstleistungen an. Dazu gehören Spaziergänge, Einkäufe oder soziale Aktivitäten sowie gegebenenfalls auch die medizinische Grundpflege. Mehr zum Zeitaufwand der häuslichen Pflege in unserem Ratgeber zur Grundpflege.

Abrechnung von Kosten für ambulante 24-Stunden Pflege zu Hause

Die Kosten der ambulanten Pflege (bettlägeriger oder dementer Pflegebedürftiger bzw. für häusliche Intensivpflege) im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung zahlt der Pflegebedürftige selbst oder mithilfe des monatlichen Pflegegeldes. Betreuungspersonen rechnen ihre Dienste dabei mit Tagessätzen ab, die sich anhand verschiedener Kriterien errechnen. Neben den erforderlichen Pflegetätigkeiten fließen die Deutschkenntnisse der Pflegekraft sowie ihre Erfahrungen in der Seniorenbetreuung in die Berechnung ein.

Was kosten deutsche Pflegekräfte für eine 24-Stunden Pflege zu Hause?

Eine deutsche 24-Stunden-Pflegeperson kann rund 4.000 Euro im Monat kosten. Die häusliche Pflege durch eine ausländische Pflegekraft ist in der Regel etwas günstiger. Da die gesetzliche Pflegeversicherung nur ein pauschales Pflegegeld auszahlt, entsteht eine Pflegelücke. Den Differenzbetrag müssen Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen aus eigener Tasche bezahlen.

Eine private Pflegezusatzversicherung kann sinnvoll sein, um die finanzielle Belastung abzufedern. Sie möchten grundsätzlich wissen, wie hoch Ihre Beitragssätze in der Pflegeversicherung ausfallen können? Lesen Sie mehr im Ratgeber Träger.

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Häufige Fragen
  • Welche Bedeutung hat die häusliche Pflege im Sozialgesetzbuch (SGB)?

    In Deutschland bildet das Sozialrecht die rechtliche Grundlage der Pflege. Laut SGB XI sollten Sie solange wie möglich in Ihren eigenen vier Wänden leben können. Die Pflegeversicherung ist daher dazu angehalten, vor allem die häusliche Pflege durch Angehörige zu unterstützen.
  • Kann ich als pflegende(r) Angehörige(r) eine Auszeit nehmen, wenn mich die Pflege zu sehr fordert?

      Ja, das können Sie. Eine Ersatzpflege für zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit verhinderte, private Pflegepersonen wird als Verhinderungspflege bezeichnet. Während dieser Zeit können die Privatpflegepersonen eine "Auszeit" nehmen. Möglich ist oft auch eine Kurzzeitpflege, die kurzzeitige Versorgungslücken für bis zu 56 Tage schließt, z.B. nach Unfall oder Krankenhausaufenthalt.

      Als Pflegebedürftiger haben Sie Anspruch auf die Verhinderungspflege, wenn Sie seit min. sechs Monaten in häuslicher Umgebung Pflege erhalten. Verhinderungspflege können Sie in den Pflegegraden 2 bis 5 beanspruchen. Sie kann durch ambulante Pflegedienste, Einzelpflegekräfte und ehrenamtliche Pflegende im Sinne erfolgen. Auch Angehörige und Verwandte können diese Art der Ersatzpflege leisten.

      Jährlich stehen Ihnen dann maximal 42 Tage, also sechs Wochen, Unterstützung zu. Die Pflegekasse erstattet Ihnen bis zu 1.612 Euro pro Jahr. Abrechnen lassen sich die Aufwände tage- oder stundenweise.

  • Was, wenn in der Nacht die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist? Nachtpflege in der häuslichen Pflege:

    Die Betreuung Ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds kann Sie organisatorisch vor große Herausforderungen stellen, vor allem, wenn dieses auch nachts betreut werden muss. In solchen Pflegesituationen ermöglichen ambulante Pflegedienste die sogenannte Nachtpflege. Im Gegensatz zur Versorgung in den heimischen vier Wänden, wird der pflegebedürftige Versicherungsnehmer im Pflegeheim nachts als Gast gut versorgt, während Sie sich als Angehöriger erholen können. Dasselbe Angebot gilt auch für die Tagespflege.
  • Sind die Kosten für die Pflege von Angehörigen zu Hause steuerlich absetzbar?

    Die folgenden Aussagen gelten noch für 2020 und damit auch für die Steuererklärung 2020Den Pflege-Pauschbetrag können Ihre Angehörigen unter gewissen Umständen bei der eigenen Steuererklärung geltend machen. Wenn Sie ein Angehöriger zu Hause (auch in seiner eigenen Wohnung) pflegt, hat dieser grundsätzlich Anspruch auf den jährlichen Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro. Dieser Betrag kann beispielsweise Kosten für Fahrten oder Kleidung abdecken.

    Sie müssen dafür allerdings „hilflos“ (Merkzeichen ´H´ im Schwerbehindertenausweis oder Pflegegrad 4 oder 5) sein. Ihr Angehöriger darf sich bei der Pflege von einem ambulanten Pflegedienst zeitweise unterstützen lassen. Damit der Pflege-Pauschbetrag gewährt wird, dürfen Sie Ihren Angehörigen zudem nicht bezahlen, auch nicht mit Mitteln aus dem Pflegegeld. Bitte beachten Sie, dass es sich hier nur um eine vereinfachte, pauschalierte Darstellung handelt. Im Zweifel gehen Sie bitte zum Beispiel auf einen Rechtsanwalt oder Steuerberater zu.

    Für Ihre Steuererklärung 2021 gelten andere Pauschbeträge in Abhängigkeit der Pflegebedürftigkeit bzw. Hilflosigkeit.

  • Was ist der Unterschied von Pflege zu Hause - zur häuslichen Krankenpflege?

    Häusliche Krankenpflege kann ein Arzt verordnen, wenn Sie nach einem Klinikaufenthalt zu Hause medizinische Pflege benötigen. Ein Aufenthalt im Krankenhaus lässt sich dadurch gegebenenfalls verkürzen. Zur häuslichen Krankenpflege gehören die Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

    Der wichtigste Unterschied: Im Gegensatz zur ambulanten Pflege trägt hier die Krankenkasse die Kosten. Der Begriff der häuslichen bzw. ambulanten Pflege beschreibt dagegen die generelle Pflege zu Hause. Die häusliche Krankenpflege ist aus den meisten Tarifen der PKV nicht erstattungsfähig.

  • Was sind wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

    Wenn Sie zu Hause gepflegt werden, sollte Ihr Wohnumfeld zu Ihren Bedürfnissen passen. Dafür sind oftmals verschiedene Umbauarbeiten nötig. Die Pflegekasse unterstützt Sie hierbei: Unabhängig von Ihrem Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe genannt) erhalten Sie pro Maßnahme bis zu 4.000 Euro ; wenn Sie mit mehreren Pflegebedürftigen zusammen wohnen, sogar bis zu 16.000 Euro.
  • Welche Pflegeberatungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für privat Pflegeversicherte?

    Als Ratsuchender finden Sie eine Vielzahl an Beratungsangeboten ganz in Ihrer Nähe. Aber auch online, per Telefon und Videochat sind Pflegeberatungen möglich.

    Für privat Pflegepflichtversicherte: Wenden Sie sich an die compass Pflegeberatung, wenn Sie privat pflegepflichtversichert sind. Die Pflegeberatung der privaten Krankenversicherer steht Ihnen rund um das Thema Pflege zur Seite. Weitere Informationen compass Pflegeberatung.

    Für privat Pflegezusatzversicherte der Allianz: Wenn Sie bei der Allianz privat pflegeversichert sind bzw. privat vorsorgen, steht Ihnen die Allianz Pflege Assistance WDS.care mit sofortiger Hilfe im Pflegefall zur Seite. Die Experten beraten Sie und Ihre nahen Familienangehörigen – auch wenn diese nicht bei der Allianz versichert sind. Jederzeit und bei Bedarf auch weltweit! Weitere Informationen im Glossar unter WDS.care.

  • Wann übernimmt das Sozialamt die Pflegekosten für z.B. eine häusliche Pflege?

    Sollte der Pflegebedürftige sowie seine Angehörigen keine ausreichenden finanziellen Mittel vorweisen können, übernimmt das Sozialamt (auch Sozialhilfeträger) unter gewissen Voraussetzungen die Pflegekosten. Diese staatliche Pflegeunterstützung nennt sich auch „Hilfe zur Pflege“.
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