Senioren-Pärchen sitzt gemeinsam auf der Couch und schaut auf ein Tablet
Finanzielle Unterstützung für die Pflege daheim

Pflegegrad & Geldleistungen für Sie und Ihre Angehörigen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Finanzielle Hilfe bei häuslicher Pflege
  • Ab Pflegegrad 2 erhalten pflegebedürftige Pflichtversicherte monatliche Geldleistungen von der Pflegekasse. Voraussetzung ist, dass Angehörige oder Bekannte (Privatpersonen) die ambulante Pflege zu Hause übernehmen.
  • Die Geldleistungen zahlt die Pflegeversicherung der pflegeversicherten Person monatlich aus. Wofür Sie das Geld (Pflegegeld) verwenden, ist Ihnen überlassen.
  • Geldleistungen können Sie je nach Bedarf mit Pflegesachleistungen kombinieren. Ihre Pflegeversicherung verrechnet dann automatisch beide Leistungen in einer sogenannten Kombinationslösung. Sie erhalten die Geldleistungen entsprechend anteilig ausgezahlt.
  • Ob Sie gesetzlich oder privat pflichtversichert sind, spielt keine Rolle. Die ausgezahlten Geldleistungen im jeweiligen Pflegegrad sind identisch.
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Erklärung
Ältere Frau sitzt lächelnd im Rollstuhl, während Ihre Tochter sie von hinten umarmt

Kümmern sich Angehörige, Bekannte oder Freunde um die Versorgung einer pflegebedürftigen Person in den eigenen vier Wänden, bietet die Pflegepflichtversicherung die Möglichkeit, Geldleistungen in Anspruch zu nehmen. Ob und in welcher Höhe die Pflegegrad Geldleistung (Pflegegeld) beansprucht werden kann, hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Je unselbständiger die zu pflegende Person und je intensiver die Pflege ist, umso höher fallen Pflegegrad und damit auch das Pflegegeld aus.

Kombination aus Geld- und Sachleistungen

Das Pflegegeld können Sie mit Pflegesachleistungen kombinieren, wenn beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst zusätzlich bei der Versorgung unterstützt. In diesem Fall erhalten Sie das Pflegegeld jedoch nicht in voller Höhe, sondern nur noch anteilig.

Voraussetzungen für Erhalt von Pflegegeld

Um Pflegegeld zu erhalten, müssen Sie zwei Voraussetzungen erfüllen:

Bitte beachten Sie: Übernimmt ein professioneller Pflegedienst Ihre Betreuung oder die Versorgung einer pflegebedürftigen Person, erhalten Sie keine Geldleistung. Die Pflegekosten rechnet die Pflegekasse in diesem Fall komplett als Pflegesachleistung ab. 

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Unterscheidung und Höhe

Egal ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind: Die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung  sind gleichwertig zu denen der gesetzlichen PflegepflichtversicherungDer einzige Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Pflichtversicherung besteht im Leistungsfall bei der Pflege durch einen Pflegedienst:

In diesem Fall bezahlen die gesetzlichen Pflegekassen (als Träger) Ihren Pflegedienst direkt. Sind Sie hingegen privatversichert, erhalten Sie eine Kostenerstattung. Das heißt: Die Rechnung für den Pflegedienst zahlen Sie zunächst aus eigener Tasche. Anschließend reichen Sie diese bei Ihrem Versicherer ein und erhalten Ihr Geld zurück.

Geldleistung pro Pflegegrad – Tabelle:

Das elfte Sozialgesetzbuch (bzw. das Pflegestärkungsgesetz) legt fest, wie hoch die Geldleistungen ausfallen, die Ihnen monatlich im jeweiligen Pflegegrad zustehen. Vor 2017 orientierten sich diese Leistungen an den Pflegestufen und deren Zeitaufwand.

Finden Sie hier die Höhe der aktuellen Leistungen im Überblick:

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Pflegegrad Betrag pro Monat
Pflegegrad 1 Geldleistung für Angehörige / Pflegebedürftige 0 Euro (bzw. 125 Euro Entlastungsbetrag)
Pflegegrad 2 Geldleistung für Angehörige / Pflegebedürftige 316 Euro
Pflegegrad 3 Geldleistung für Angehörige / Pflegebedürftige 545 Euro
Pflegegrad 4 Geldleistung für Angehörige / Pflegebedürftige 728 Euro
Pflegegrad 5 Geldleistung für Angehörige / Pflegebedürftige 901 Euro
Illu Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illu Gut zu wissen

Im Pflegegrad 1 erhalten Sie kein Pflegegeld. Jedoch steht Ihnen unabhängig vom Pflegegrad der sogenannte Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich zu. Voraussetzung für den Erhalt der Geldleistung ist Pflegegrad 2 oder höher. Bei Pflegegrad 2: Geldleistung für Angehörige erhalten Sie hier in Höhe eines monatlichen Betrages von 316 Euro.

Als Geldleistung im Pflegegrad 3 steht Ihnen als Pflegebedürftiger eine Summe von 545 Euro monatlich zu. Werden Sie als zu pflegende Person in den Pflegegrad 4 eingeteilt, erhalten Sie monatlich 728 Euro Geldleistung. Im höchst möglichen Pflegegrad 5 stehen Ihnen monatlich bis zu 901 Euro zu.

Pflegesachleistungen & Co.

Neben den Geldleistungen können Sie auch Sachleistungen und weitere Unterstützungsangebote beantragen.

Pflegesachleistungen

Benötigen Sie Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst, erhalten Sie sogenannte Pflegesachleistungen. Das heißt, Sie erhalten eine Dienstleistung anstatt einer Geldleistung. Anspruch auf solche Leistungen haben Sie ab Pflegegrad 2.

Entlastungsbetrag

Entlastungsleistungen erleichtern den Alltag des Pflegebedürftigen. Sie werden meist stundenweise beansprucht. Darunter fallen unter anderem Dienstleistungen für den Haushalt, Tages- und Nachtpflege oder Alltagsbegleiter. Für solche Betreuungsleistungen erhalten Sie den sogenannten Entlastungsbetrag. Diesen Pauschalbetrag in Höhe von 125 Euro zahlt die Pflegeversicherung für ambulante Betreuungen unabhängig vom Pflegegrad aus. Das Geld ist zweckgebunden, Sie dürfen es nur für entsprechende Entlastungsleistungen verwenden.

Verhinderungspflege

Fällt eine Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub aus, springt die Verhinderungspflege ein. Ab Pflegegrad 2 steht Ihnen dann für maximal sechs Wochen im Jahr eine Ersatzpflegekraft oder ein ambulanter Pflegedienst zur Verfügung. Sie können außerdem bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege nutzen. 

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Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Oft gefragt
Illustration Info: Gut zu wissen

Die Geldleistungen sind eine finanzielle Unterstützung für die häusliche Pflege. Über das monatliche Pflegegeld können Sie frei verfügen. Es gibt keine Nachweispflicht

Das heißt, wofür Sie das Geld verwenden, entscheiden alleine Sie selbstDa die Höhe der Pflegeleistungen meist nicht alle Pflegekosten abdeckt, ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll. Sie hilft, Versorgungslücken zu schließen.

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Antrag stellen

Voraussetzung für die Geldleistung ist die Pflegebedürftigkeit. Der Pflegegrad entscheidet über die Höhe der Pflegeleistungen, die Sie erhalten. Die pflegebedürftige Person selbst muss die Geldleistung beantragen. Ist der Pflegebedürftige nicht dazu in der Lage, kann dies auch eine bevollmächtigte Person übernehmen.

So funktioniert die Antragsstellung

 
  1. Stellen Sie einen formlosen Antrag per Telefon, E-Mail oder Brief an Ihre Pflegeversicherung.
  2. Sie bekommen ein Formular zugesendet. Dieses schicken Sie ausgefüllt zurück.
  3. Die Pflegeversicherung prüft Ihren Antrag. Es folgt ein Termin zur Begutachtung, der über Ihren Pflegegrad entscheidet.
  4. Stuft Sie der Gutachter in Pflegegrad 2 oder höher ein, erhalten Sie monatlich die entsprechende Geldleistung. Die Auszahlung der Leistungen erfolgt rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung.  
Die passende Versicherung
Im Pflegefall individuell abgesichert mit der Pflegezusatz­versicherung
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Häufige Fragen
  • Wo finde ich als Pflegebedürftiger oder Angehöriger Beratung zum Antrag für Geldleistungen?

    In Deutschland haben Pflegebedürftige und deren Angehörige einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Pflegeberater helfen Ihnen dabei, Pflegehilfsmittel und Pflegeleistungen wie Geld- und Sachleistungen für Ihren Pflegegrad zu beantragen. Die Beratung können Sie an Pflegestützpunkten vor Ort, bei Ihnen zu Hause als Beratungsbesuch, telefonisch oder online in Anspruch nehmen.
  • Welche Rolle spielen mein Aufwand oder Zeitaufwand bei der Ermittlung des Pflegegrades?

    Seit der Pflegereform 2017 ist der Zeitaufwand für die Pflege nicht mehr ausschlaggebend dafür, wie viel Pflegeleistung bzw. welchen Pflegegrad Sie erhalten, sondern Ihre Selbständigkeit und Alltagskompetenz. Trotzdem ist es sinnvoll, als Pflegeperson den tatsächlichen zeitlichen Aufwand z.B. in einem Pflegetagebuch festzuhalten. Der Zeitaufwand für die Pflege kann sehr unterschiedlich sein und hängt vom individuellen Zustand des Pflegebedürftigen ab.
  • Warum ist auch bei einer hohen Geldleistung pro Pflegegrad eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

    Oftmals reichen die Grundpflege-Basisleistungen der Pflegekasse nicht aus. Je höher der Pflegegrad ist, desto mehr Pflege und Betreuung sind notwendig. Dadurch steigen auch die Kosten und der Eigenanteil, den Sie für die Leistungen aufwenden. Lesen Sie hier, warum eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist und wie sie Angehörige finanziell entlasten kann.
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