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Eine blonde Frau dreht ein Video von sich selbst
Soziale Netzwerke, E-Mail und Co.

Digitalen Nachlass richtig regeln

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Neun von zehn Deutschen sind online. Speziell in den sozialen Netzwerken sind Menschen jeden Alters mit sehr persönlichen Daten vertreten, zum Beispiel Passwörter, Konten, Freundeslisten und Fotos.
  • Was passiert mit diesen Daten nach dem Ableben? Wer zu Lebzeiten seinen digitalen Nachlass richtig regelt, entlastet seine Erben.
  • Kraft Gesetzes erben die benannten oder gesetzlichen Erben alles, also auch den digitalen Nachlass mit allen Rechten und Pflichten. Geregelt werden kann das digitale Erbe im Testament oder in einer digitalen Vollmacht.
  • Digitales Erbe umfasst Dokumente auf physikalischen Rechnern, aber auch virtuelle Informationen wie beispielsweise Konten, Profile oder Cloud-Accounts.
  • Ihre Allianz Rechtsschutzversicherung unterstützt Sie bei Fragen und Streitigkeiten rund rund um Ihren digitalen Nachlass. 
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Definition
Jeden Monat sterben in Deutschland rund 70.000 Menschen. Das bedeutet: Alle paar Minuten verstirbt ein Facebook-Nutzer – ohne entschieden zu haben, was mit seinen Posts oder Fotos passieren soll. Aber auch Kommentare, Blogs, Chats, Bestellungen: Wir hinterlassen online mehr Spuren, als uns bewusst ist. Was für uns selbst kaum überschaubar ist, ist nach unserem Ableben noch mühevoller zu rekonstruieren. In Summe nennt sich diese Hinter­lassenschaft im World Wide Web "digitaler Nachlass". Noch bleibt dieser bei der überwiegenden Zahl der Anwender ungeklärt und bereitet den Hinterbliebenen oder Erben oft viel Kopfzerbrechen: In den meisten Fällen fehlt die Übersicht und die Zugänge.
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Der Mensch geht, die Daten bleiben

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass ihre Konten bei Inaktivität irgendwann automatisch ge­löscht werden. Das ist leider in den meisten Fällen eine Fehlannahme. Jeder User ist in erster Linie selbst in der Verantwortung, Vorkehrungen zu treffen, wie mit seinem Digitalerbe im Todesfall verfahren werden soll. Löschen? Behalten? Wie fürs digitale Erbe vorsorgen? Und: Wie gehe ich als Erbe mit digitalen Spuren von Verstorbenen um?

Entscheidend ist hier – wie auch im letzten Willen – die Frage: Was möchte ich? Möchte ich im Web weiterleben und meine Profile fortgeführt wissen? Soll mein Account weiter genutzt oder in den Gedenkzustand versetzt werden, damit sich die Menschen an mich erinnern? Alle diese Möglichkeiten haben Sie als Vererbender.

Digitales Erbe eindeutig regeln und Hinterbliebene entlasten

Niemand möchte, dass seine persönlichen Daten für immer durchs Netz wandern oder in falsche Hände geraten. Also gilt es, den digitalen Nachlass klar zu regeln. Denn für die Hinterbliebenen beginnt mit der Beschäftigung des digitalen Erbes nicht nur eine zeitaufwendige Suche: Das Aufspüren von Informationen im Netz ist auch eine große emotionale Belastung, wenn die Hinterbliebenen mit bekannten oder unbekannten Online-Inhalten konfrontiert werden. Verglichen mit der analogen Welt hieße das, Umzugskartons voller Fotos durchzusuchen und bei jedem Bild entscheiden zu müssten, ob es bleibt oder nicht. Doch was umfasst überhaupt ein Digitalnachlass?

Accounts richtig schützen
Vermutlich hat sie jeder. Angefangen von Online-Banking, Amazon Account, Paypal Login oder Facebook: Die ständig wachsende Anzahl von Online-Logins macht es nötig, diese Kombinationen aus Zahlen und Ziffern auf irgendeine Art niederzuschreiben. Allerdings gehören Passwörter nicht ins Testament, wie Experten ausdrücklich empfehlen. Nicht zuletzt deshalb, da es vom Nachlassgericht eröffnet und in Kopien an alle Beteiligten verschickt wird, was das Gegenteil von Geheimhaltung wäre. Für die richtige Regelung des digitales Erbes gilt die Faustregel: Ohne Passwörter, keine reibungslose digitale Nachlassverwaltung.

Passwörter zu den Online-Konten sollten also sicher verwahrt werden. Was aber bedeutet sicher? Das heißt, dass Sie diese Daten nicht nur am Rechner oder Laptop, sondern auch auf USB-Sticks sichern, die verschlüsselt sind. Oder auf externen Festplatten oder sonstigen Sicherungs-Datenträgern.

Hilfreich ist auch der Passwortmanager, bzw. die Kennwortspeicherung, die viele Betriebssysteme kostenlos in ihren Browsern oder im System bereitstellen. Dort können Passwörter zentral abgespeichert und regelmäßig geändert werden. Dem digitalen Verwalter des Erbes muss dann nur noch das Master Passwort zur Verfügung gestellt werden. Wer mit Hardkopien und ausgedruckten Listen besser zu Recht kommt, sollte diese nicht frei zugänglich abheften.

Tipp: Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, dass zu keinem Zeitpunkt eine Information zum digitalen Nachlass in falsche Hände gerät – weil er sich beispielsweise in Trennung oder Scheidung befindet – sollte seine Listen mit Passwörtern in einem Safe oder Bankschließfach aufbewahren, oder das Testament auch beim Nachlassgericht.

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Das sagt das Gesetz
Eine ausdrückliche Regelung für das digitale Erbe gibt es im deutschen Erbrecht nicht. Hier wirken mehrere Rechtsgebiete wie Persönlichkeitsrecht (postmortal), Urheberrecht oder Telemediengesetz zusammen. Deshalb gilt für Erblasser: Je genauer sie ihren digitalen Nachlass formulieren, desto höhere Rechtssicherheit haben die Erben.
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Erbrechtlich gesehen sind der digitale Nachlasses und die digitalen Güter Bestandteil des Gesamterbes. Berufliche Verwalter von Nachlässen unterliegen dabei der Verschwiegen­heitspflicht von Berufsgeheimnisträgern. Diese Verantwortung des Schweigens geht – wenn das ausdrücklich gewünscht ist – auch auf die Erben des Digitalen Nachlasses über.

Welche Rechtsgebiete betrifft der digitale Nachlass?

Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Urheberrecht oder Rechte von Dritten: alle diese Rechtsgebiete können zum Einsatz kommen. So können selbst erschaffene Werke wie Texte, Fotos, Musik oder Filme durchaus Vermögenswert besitzen. Für diese Güter gibt es im deutschen Erbrecht jedoch keine explizite Regelung (Stand 12/2020). Stattdessen greift hier das allgemeine Urheberrecht. Es legt fest, dass die Rechte eines Urhebers vererbbar sind. Wer also Schöpfer ist oder die Urheberrechte für digitale Güter besitzt (dazu zählen auch Fotos des Vererbenden), vererbt die Rechte daran.

Noch problematischer wird es in der Regel bei Online-Konten: In der Theorie erben die Hinterbliebenen bestehende Online-Konten. Jedoch gilt zugleich das sogenannte postmortale Persönlichkeitsrecht, das die Rechte des Verstorbenen auch nach seinem Ableben schützt. Darüber hinaus hat der Verstorbene online mit Dritten kommuniziert, und diese Daten sind durch das Datenschutzgesetz ebenfalls geschützt, ebenso durch das Fernmeldegeheimnis. In der Vergangenheit erhielten Hinterbliebene daher in der Regel keinen Zugang zu den Daten.

Im September 2020 urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) jedoch, dass der US-Dienst Facebook Erben den vollen Zugriff auf das Konto des verstorbenen Erblassers gewähren muss. Im vorliegenden Fall klagte die Mutter eines 2012 verstorbenen Mädchens. Um weitere Details über den Tod ihrer Tochter zu erfahren, wollte sich die Mutter mit den Zugangsdaten, die die Verstorbene ihr zuvor anvertraute, in das Facebook-Konto einloggen. Dieses war allerdings schon wenige Tage nach dem Tod der Tochter in den sogenannten Gedenkzustand versetzt worden. Durch die Aktivierung des Gedenkzustands hatten die Erben trotz korrektem Passwort keinen Zugriff auf das Konto und konnten auf Chats und Chronik-Einträge nicht mehr zugreifen. Zwar bot Facebook der Mutter einen USB-Stick mit allen gespeicherten Daten an, doch legte der BGH ein Veto ein: Die Mutter habe das Recht, das Konto so nutzen zu können, wie es ihre verstorbene Tochter getan hatte (Az. III ZB 30/20).

Juristische Beratung

Da jeder digitale Nachlass individuelle Medien und Güter umfasst, sollten in einer Rechts­beratung folgende Fragen geklärt werden:

  • Wer hat die Rechte an Fotos, die der Verstorbene erstellt hat?
  • Wie ist es um diese Rechte bestellt, wenn die Fotos auf Facebook hochgeladen sind und Facebook keinen Zugang gewährt?
  • Können Musik oder E-Books ebenfalls wie andere materielle Güter vererbt werden?
  • Wie verhält es sich mit Inhalten auf der Festplatte eines Computers. Gehören sie den gesetzlichen Erben, weil der Computer Bestandteil der Erbschaft ist – auch wenn es der digitale Nachlass des Verstorbenen anders vorsieht?
  • Wenn Angehörige das Erbe ausgeschlagen haben, dürfen sie trotzdem getrennt davon den digitalen Nachlass regeln, oder regeln lassen? Falls nein, wer regelt das in diesem Fall?

Vorsorgevollmachten

Vorsorgevollmachten sind grundsätzlich formfrei – quasi wie eine Vorstufe zum Testament. Sie müssen für eine Rechtsverbindlichkeit zwar nicht notariell beurkundet werden, doch wird dies empfohlen. In einer Vorsorgevollmacht kann jede Person regeln, wer sich als Bevollmächtigter worum kümmert, im Falle dessen, dass er nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern – also beispielsweise im Koma liegt. Wer möchte, kann auch eine ausdrückliche „digitale Vollmacht“ erstellen. Diese ist auch ohne notarielle Beglaubigung gültig, siehe Mustervorlagen.

Aufbewahrung beim Nachlassgericht

Wohin mit dem letzten Willen? Als sicher verwahrt gilt es, wenn es im Tresor oder beim Rechtsanwalt hinterlegt ist. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, dann können Sie es mit gültiger Geburtsurkunde in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts geben, bzw. beim dortigen Hinterlegungsbüro abgeben. Die Kosten dafür liegen bei 75 Euro Gerichts- und 18 Euro Registrierungsgebühren. Sie erhalten einen Hinterlegungsschein und stellen so sicher, dass Ihr letzter Wille sicher gefunden wird

Mann in Anzug mit Headset
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Sie sind in einen Rechtsstreit geraten und wissen nicht weiter? Nutzen sie als Allianz Rechtsschutz Kunde unser Rechtsschutz-Service-Telefon. Wir leiten Sie an spezialisierte Anwälte weiter, mit denen Sie die Rechtslage und die nächsten Schritte besprechen können. Natürlich können Sie Ihren Rechtsfall auch online melden - unsere Partneranwälte rufen Sie gerne zurück.
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Verwaltung des digitalen Erbes
Die gute Nachricht ist: Der letzte Wille für alle gespeicherten Daten kann einfach formuliert werden – und das sollte er auch. Wer ein Testament verfasst hat oder verfassen will, kann seinen digitalen Nachlass einfach einbinden. Es bieten sich drei Möglichkeiten:
  • Sie betrauen den Universalerben mit dem digitalen Erbe – dies kann ausdrücklich erfolgen und passiert automatisch, falls Sie nichts regeln.
  • Sie benennen eine eigenen Erben für alle digitalen Daten.
  • Sie benennen mehrere Erben für eine differenzierte Handhabung des digitalen Nachlasses. Sie erreichen damit, dass mit unterschiedlichen Accounts verschieden verfahren werden soll.

Die Dritte Regelung macht Sinn, wenn Sie etwa dem Ehepartner Ihr Online-Banking anvertrauen – dem besten Freund jedoch die Profile in den Sozialen Medien. Diese sind in ihrer Handhabung etwas komplizierter und auch emotional belastender als der finanzielle Bestandteil des Nachlasses.

  • Wer genau wird für welche Daten, Accounts und sonstige Daten benannt?
  • Was genau - welche Daten, Accounts und Infos – sollen gelöscht werden?
  • Wie soll der digitale Erbe mit Ihren Accounts und Fotos in sozialen Netzwerken umgehen?
  • Wann ist ein digitaler Verwalter des Nachlasses sinnvoll, der als Art Mediator dafür sorgt, dass es unter den Erben nicht zum Streit kommt?
  • Hilfreich ist es auch, wenn Sie bereits eine Liste anlegen, welche Verträge gekündigt werden müssen und wo die Informationen dafür liegen

Wenn Sie Ihre Angehörigen oder Freunde schonen und die Verwaltung des digitalen Erbes über eine Vollmacht an eine familienfremde Person abgeben möchten, vergessen Sie bitte nicht: Ihre Familienangehörigen sollten informiert werden und über diese Vollmacht Bescheid wissen.

Außerdem wichtig: Im ersten Schritt muss das digitale Erbe sichtbar gemacht werden. Das bedeutet, dass alle relevanten personenbezogenen Daten, Verträge, Abonnements und Bilder aus der Fülle der Internetaktivitäten heraus gesucht und konkret aufgelistet werden müssen. Auf dieser Basis können die Erben dann entscheiden, was sie archivieren und aufbewahren – und was sie löschen möchten.

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Muster­vorlage down­loaden
Rechtsanwälte für Erbrecht raten von der Nutzung von Mustern und Formularen für den Nachlass und digitalen Nachlass ab. Begründung: Jeder Erblasser verfügt über ein individu­elles Erbe. Standardisierte Vorlagen, so die Kritik der Anwälte, würden vor allem den Steuer­rechtsfragen, die das Vererben nach sich zieht, nicht gerecht. Wer jedoch wenig – auch Digitales - zu vererben hat, für den sind Mustervorlagen immerhin eine Erwägung wert. Und: Wer eine gute Übersicht über seine Online-Konten, digitalen Güter und Vermögenswerte hat, der kann diesen Teilbereich durchaus über eine digitale Vollmacht regeln.

Eine digitale Vollmacht ist eine einfache Art, wie Sie Ihren Erben den Zugang und Veränder­ung von digitalen Daten ermöglichen – und zwar bereits, bevor der Erbschein ausgestellt ist. In dieser Vollmacht steht, dass der Bevollmächtigte digitale Daten und Dateien, Konten, Profile in sozialen Medien (oder sonstige Angaben) löschen, kündigen, bearbeiten oder weiterverteilen kann.

Haben Ihre Erben eine digitale Vollmacht in der Hand können Sie beispielsweise Rechnungen begleichen, die per E-Mail eingegangen sind oder Accounts kündigen. Mit der digitalen Vollmacht können Sie Ihren Verwalter auch komplett bevollmächtigen, sämtliche Spuren, die Sie online hinterlassen haben, zu löschen. Digitale Vollmachten präzisieren auch die Aufgaben des Vollstreckers. Beachten Sie allerdings, dass Ihre Erben die Vollmacht nach Ihrem Tod durchaus widerrufen können.

Wichtig: Im Gegensatz zum letzten Willen, muss die digitale Vollmacht nicht handschriftlich formuliert werden. Zwingend nötige Angaben sind: Name, Geburtsdatum, Anschrift von Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem.

Werfen Sie einen Blick auf unsere Mustervorlage zur Digitalen Vollmacht.

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Face­book, Google & Co.

Hier finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Regelungen der größten Anbietern von sozialen Medien (Stand: Dezember 2020):

  • Zu Lebzeiten können Nutzer einen Nachlass­kontakt für die Regelung des digitalen Erbes eintragen.
  • Eine weitere Option ist es, die Seite in den nicht öffentlichen Gedenkzustand zu versetzen. Je nach Privatsphäreneinstellung, können Facebook-Freunde auf der im Gedenkzustand befindlichen Chronik Erinnerungen teilen. Der Gedenkzustand kann durch Vorlage einer Sterbeurkunde veranlasst werden.
  • Nachgewiesene und unmittelbare Familienangehörige können auch die Aufhebung des Accounts beantragen.
  • Google bietet für die Online-Konten von Verstorbenen den sogenannten Kontoinaktivitätsmanager (Inactive Account Manager).
  • Der Kontoinhaber kann hier bis zu zehn Menschen angeben, die bei Inaktivität des Internetkontos benachrichtigt werden und eingreifen dürfen.
  • Unmittelbare Familienmitglieder oder Verwalter von Nachlässen können das Ableben anzeigen lassen – das Twitterkonto wird dann inaktiv geschaltet und innerhalb eines Monats gelöscht.
  • Auch hier nötig: Sterbeurkunde, Identitätsnachweis desjenigen, der die Löschung beantragt und ein notariell beglaubigtes Dokument (z.B. ein Erbschein) aus dem hervorgeht, dass Sie rechtmäßiger Erbe sind: Name, E-Mailadresse und Kontaktdaten.
  • Erben können lediglich die endgültige Tilgung des Benutzerkontos erwirken, mithilfe der Sterbeurkunde und Personennachweis des Erbnachlassers.
  • Auf Anforderung erhalten Erben, die sich als solche ausweisen können, Einsicht in die Profildaten.
  • Personen, die Angehörige sind, können das Ableben des Xing-Nutzers anzeigen – und das Profil inaktiv schalten lassen.
  • Nicht-Angehörigen Nutzern wird empfohlen, zunächst einen Verwandten des Verstorbenen zu kontaktieren.
  • Gelöscht wird das Benutzerkonto dann nach einer Xing-internen Prüfung, bei der der Account-User mehrmals angeschrieben wird.
  • Gibt es keine Rückmeldung, wird das Profil nach drei Monaten endgültig gelöscht.
  • Weder WhatsAppPayPalAmazoneBayTwitter oder Snapchat bieten eine explizite Vorsorgeregelung. (Stand: Dezember 2020) 
  • Als engste Angehörige bzw. Erbe haben Sie jedoch immer die Möglichkeit, sich schriftlich an diese Dienste zu wenden und mittels amtlichen Nachweis über den Tod des Inhabers Zugang zum Konto zu beantragen.
  • Bei Instagram können Sie über ein eigenes Formular anfragen, dass das Internetkonto des Verstorbenen in den Gedenkzustand versetzt oder gelöscht wird. Als Nachweis sind hierfür Sterbeurkunde oder Todesanzeigen nötig. 
  • Die Apple Nutzungsbeding­ungen (Stand: Dezember 2020) sehen ausdrücklich vor, dass „der Account nicht übertragbar ist und alle Rechte an einer Apple-ID oder den Inhalten innerhalb des Accounts im Falle des Todes enden.
  • Mit der Sterbeurkunde können Konten aufgelöst und alle Inhalte gelöscht werden.
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Wen einsetzen?

Naher Verwandter oder beste Freundin? Der online-affine Bruder oder doch der Rechtsanwalt des Vertrauens? Ob sie es möchten oder nicht: Irgendjemand erbt, was an digitalen Daten vorhanden ist. Allerdings ist nicht jeder Erbe auch gut für den digitalen Nachlass. Wen also auswählen?

Eine entscheidende Fragen ist in diesem Zusammenhang nicht die, welche Person durch das digitale Erbe einen Zugewinn erfährt – sondern welche Vertrauensperson die beste Eignung hat zur Umsetzung Ihres diesbezüglich letzten Willens. Spricht:

  • Ist die gewählte Person online-affin?
  • Ist die gewählte Person vertrauenswürdig?
Ob Sie Ihren Partner, Lebensgefährten, Ehegatten oder den erwachsenen Nachwuchs mit der Nachlassregelung Ihrer digitalen Fußspuren betrauen, können nur Sie entscheiden. Wichtige Frage hier ist: Wird das digitale Erbe für diese Person zur Bürde?
Angenommen, Sie haben keine Familienangehörigen oder möchten weder diese noch einen Rechtsanwalt für Ihren digitalen Nachlass einsetzen. Dann können Sie Freunde oder Bekannte einsetzen. Der guten Ordnung halber – und um Überraschungen vorzubeugen –  sollten Sie diese Personen jedoch fragen, ob sie damit einverstanden sind.
Selbstverständlich können Sie auch Ihren Anwalt oder Nachlassdienstleister einsetzen, wenn Sie weder Familie noch Freunde mit der Verwaltung betrauen oder belasten möchten.

Prinzipiell haben Sie bei der Wahl Ihres Bevollmächtigten für den Nachlass freie Hand. Sie können jede natürliche Person Ihres Vertrauens als Verwalter des digitalen Erbes einsetzen. Ihr letzter Wille zu den festgelegten digitale Information kann dann angenommen oder auch abgelehnt werden – und zwar, nachdem das Testament eröffnet wurde und der Erbe Einsicht in den Nachlass genommen hat.

Grundsätzlich gilt die Gesamtrechtsnachfolge. Heißt, das digitale Erbe kann nicht gesondert vom restlichen Erbe angenommen – oder ausgeschlagen werden. Erben, die das Erbe also inklusive des digitalen Erbes annehmen, sollten nach Möglichkeit ausgewählte Online-Verträge kündigen. Andernfalls treten sie in die Vertragsvereinbarung ein und müssen eventuell weitere Nutzungsgebühren oder Mitgliedsbeiträge für den Verstorbenen bezahlen. Eine Pflicht zur Kündigung haben die Erben jedoch nicht, wenn beispielsweise eine Domain weiterlaufen soll.

 

Jedoch können weiterlaufende Onlineverträge unter Umständen langfristige finanzielle Verpflichtungen mit sich bringen. Viele Anbieter haben im Falle des Ablebens eines Vertragskunden dafür Sonderkündigungsregelungen.

Externe Dienstleister als Nachlassverwalter
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Wer sich als Erbe nicht mit dem digitalen Nachlass befassen will oder kann, der kann spezialisierte Dienstleister beauftragen. Sogenannte Nachlassdienste oder digitale Nachlassverwalter unterstützen bei der Abwicklung des Erbes. Auch bieten immer mehr traditionelle Bestattungsunternehmen die Ermittlung, Verwaltung, Sicherung und Abwicklung des Digitalen Nachlasses an.
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Gut zu wissen

Als Allianz Rechtsschutz Kunde profitieren Sie von unserer kostenlosen, telefonischen Erstberatung in all Ihren rechtlichen Fragen. In der Allianz Rechtsschutzversicherung können neben Versicherungsleistungen auch entsprechende Service- bzw. Vorsorgeleistungen eingeschlossen werden, wie zum Beispiel:

  • Dokumenten Check und die Beratung zur Erstellung eines Testaments mit digitalem Nachlass
  • Dokumenten Check und die Beratung zu Elterngeld, Rente und Pflege
  • Erstellung von Sorgerechts-,  Betreuungs- und Patientenverfügungen
  • Erstellung einer Vorsorgevollmacht
  • Erstellung einer Unternehmensvorsorgevollmacht (nur im Firmen-Rechtsschutz-Bereich)
  • Die Leistungserbringung erfolgt jeweils durch einen von der Allianz benannten spezialisierten Dienstleister.
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