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Digitalen Nachlass richtig regeln – das können Sie tun

Allianz - Unbeschwerte Jungfamilie, Generation Y

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Digitaler Nachlass – Die Themen im Überblick

Digitalen Nachlass regeln: Das Wichtigste in 30 Sekunden

Allianz - Stoppuhr vor Allianz Logo

Neun von zehn Deutschen sind online.  Speziell in den sozialen Netzwerken sind Menschen jeden Alters mit sehr persönlichen Daten vertreten,  zum Beispiel Passwörter, Konten, Freundeslisten und Fotos. Was aber passiert mit diesen Daten nach dem Ableben? Wer zu Lebzeiten seinen Digitalen Nachlass richtig regelt, entlastet seine Erben.

  • Kraft Gesetzes erben die benannten oder gesetzlichen Erben alles, also auch den digitalen Nachlass mit allen Rechten und Pflichten – außer der Erblasser legt dies anders fest.
  • Geregelt werden kann das digitale Erbe im Testament oder in einer digitalen Vollmacht.
  • Digitales Erbe umfasst Dokumente auf  physikalischen Rechnern aber auch virtuelle Informationen wie Konten, Profile oder Cloud-Accounts und mehr.
  • Die meisten Rechtsschutzversicherungen beinhalten eine Beratung für digitale Nachlässe.

Digitaler Nachlass – was ist das?

Jeden Monat sterben in Deutschland rund 70.000 Menschen. Das bedeutet: Alle paar Minuten verstirbt ein Facebook Nutzer – ohne entschieden zu haben, was mit seinen Posts oder Fotos passieren soll. Kommentare, Blogs, Chats, Bestellungen: Wir hinterlassen online mehr Spuren, als uns bewusst ist. Was für uns selbst kaum überschaubar ist, ist nach unserem Ableben  noch mühevoller rekonstruierbar. In Summe nennt sich diese Hinterlassenschaft – digitaler Nachlass. Noch bleibt bei der überwiegenden Zahl der Anwender der digitale Nachlass ungeklärt. Dabei bereitet er den Erben oft viel Kopfzerbrechen: Meist fehlten die Übersicht und auch die Zugänge.

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Der Mensch geht, die Daten bleiben

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass ihre Konten bei Inaktivität automatisch gelöscht werden. Das ist leider eine Fehlannahme. Jeder User trägt selbst die Verantwortung zu regeln, wie mit seinem Digitalerbe im Todesfall verfahren werden soll. Löschen? Behalten? Wie fürs digitale Erbe vorsorgen? Wie als Erbe mit digitalen Spuren von Verstorbenen umgehen?

Entscheidend ist hier, wie auch im letzten Willen, die Frage: Was möchte ich? Möchte ich im Web weiterleben und meine Profile fortgeführt wissen? Soll mein Account weiter genutzt – oder in den Gedenkzustand versetzt werden, damit sich die Menschen an mich erinnern? Oder eine Mischung daraus? Alle diese Möglichkeiten haben Sie als Vererbender, also als derjenige, der das Erbe vermacht.

Wer die Hinterbliebenen entlasten möchte, regelt sein digitales Erbe eindeutig

Niemand möchte, dass seine persönlichen Daten für immer durchs Netz treiben oder in falsche Hände geraten. Also gilt es, den digitalen Nachlass klar zu regeln. Denn für die Hinterbliebenen beginnt mit dem Ableben eines Menschen nicht nur eine zeitaufwändige Suche: Das Aufspüren von Online-Informationen ist auch eine große emotionale Belastung, wenn die Hinterbliebenen mit bekannten oder unbekannten digitalen Inhalten konfrontiert werden. Verglichen mit der analogen Welt hieße das, Umzugskartons voller Fotos durchzusuchen und bei jedem Bild entscheiden zu müssten, ob es bleibt oder nicht. Doch was umfasst überhaupt der Digitalnachlass?

Was gehört zum digitalen Nachlass?

Die wenigsten Menschen haben eine Vorstellung über die schiere Menge an Daten, die sie hinterlassen. Facebook zählt beispielsweise im dritten Quartal 2017 zwei Milliarden Nutzer, jeder mit hunderten Posts und Fotos. Twitter zählt 330 Millionen User und das Netzwerk Pinterest hat 200 Millionen Anwender mit Millionen von Bildern. Neben Online-Informationen zählen aber auch Offline-Daten zum Digitalerbe.

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Umfang des digitalen Nachlasses

Offline Daten und Dateien auf Geräten
Selbst erstellte Dokumente, Bilder, Videos und Audiodateien, Präsentationen

Digitale Güter
Urheberrechte (Musik, Wort, Bild etc.),  Softwarelizenzen, gekaufte Musik, Filme, Texte, Elektronische Bücher

Kommunikation Online/Offline
Schriftverkehr, E-Mail-Accounts, Postfächer Server, Postfächer offline, Informationen in Clouds

Soziale Netzwerke und Chat-Dienste
Facebook, Google+, Xing, LinkedIn, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat, WhatsApp, Skype, Facetime, Flickr, Picasa, YouTube

Shopping und Bezahlkonten
Online Banking, Online-Bezahlsysteme wie PayPal, Online Shops wie Otto.de, Amazon, eBay

Websites
Domain, Internet-Auftritt, Shop, Blog

Welche gesetzlichen Regelungen gelten?

Eine ausdrückliche Regelung für das digitale Erbe gibt es im deutschen Erbrecht nicht. Hier wirken mehrere Rechtsgebiete wie Persönlichkeitsrecht (postmortal), Urheberrecht oder Telemediengesetz zusammen. Deshalb gilt für Erblasser: Je genauer sie ihren digitalen Nachlass formulieren, desto höhere Rechtssicherheit haben die Erben.

Erbrechtlich gesehen sind der digitale Nachlasses und die digitalen Güter Bestandteil des Gesamterbes. Berufliche Verwalter von Nachlässen unterliegen dabei der Verschwiegenheitspflicht von Berufsgeheimnisträgern. Diese Verantwortung des Schweigens geht – wenn das ausdrücklich gewünscht ist – auch auf die Erben des Digitalen Nachlasses über.

Welche Rechtsgebiete betreffen den digitalen Nachlass?

Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Urheberrecht oder Rechte von Dritten: alle diese Rechtsgebiete können zum Einsatz kommen: Beispielsweise erben die Hinterbliebenen bestehende Online-Konten tatsächlich und müssten theoretisch also Zugang bekommen. Jedoch gilt zugleich das sogenannte postmortale Persönlichkeitsrecht, das die Rechte des Verstorbenen auch nach seinem Ableben schützt. Darüber hinaus hat der Verstorbene online mit Dritten kommuniziert, und diese Daten sind durch das Datenschutzgesetz ebenfalls geschützt, ebenso durch das  Fernmeldegeheimnis. Deshalb erhalten Hinterbliebene in der Regel keinen Zugang auf Daten.

Zudem können selbst erschaffene Werke wie Texte, Fotos, Musik oder Filme durchaus Vermögenswert besitzen. Für diese Güter gibt es im deutschen Erbrecht (Stand 1/2018) keine explizite Regelung, hier greift das deutsche Urheberrecht. Es legt fest, dass die Rechte eines Urhebers vererbbar sind. Wer also Schöpfer oder die Urheberrechte auf digitale Güter besitzt (dazu zählen auch Fotos des Vererbenden), vererbt die Rechte daran.

Gut beraten über den Rechtsschutz

Die juristischen Fragen sind vielfältig, eine Beratung empfehlenswert. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte prüfen, ob sie Leistungen zur digitalen Nachlassregelung beinhaltet. In der Rechtsschutzversicherung der Allianz können etwa neben Versicherungs- und Serviceleistungen auch entsprechende Premiumvorsorgeleistungen eingeschlossen werden, wie z.B.:

 

  • Patienten-, Sorgerechts- und Betreuungsverfügungen
  • Vorsorgevollmachten
  • Testamentsberatung mit digitalem Nachlass
  • Bestattungsverfügung

Im Firmen-Rechtsschutz Bereich zudem die

  • Unternehmensvorsorgevollmacht
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Welche Fragen sind zu klären?

Da jeder Digitale Nachlass individuelle Medien und Güter umfasst, können in einer Rechtsberatung beispielsweise folgende Fragen geklärt werden:

  • Wer hat die Rechte an Fotos, die der Verstorbene erstellt hat?
  • Wie ist es um diese Rechte bestellt, wenn die Fotos auf Facebook hochgeladen sind und Facebook keinen Zugang gewährt?
  • Musik oder E-Books: Können diese ebenfalls wie andere materielle Güter vererbt werden?
  • Wie verhält es sich mit Inhalten auf der Festplatte eines Computers. Gehören sie den gesetzlichen Erben, weil der Computer Bestandteil der Erbschaft ist – auch wenn der digitale Nachlass des Verstorbenen anders vorsieht?
  • Wenn Angehörige das Erbe ausgeschlagen haben, dürfen sie trotzdem getrennt davon den digitalen Nachlass regeln, oder regeln lassen? Falls nein, wer regelt das in diesem Fall?

Vorsorgevollmachten

Vorsorgevollmachten sind grundsätzlich formfrei – quasi wie eine Vorstufe zum Testament. Sie müssen für eine Rechtsverbindlichkeit zwar nicht notariell beurkundet werden, doch wird dies empfohlen. In einer Vorsorgevollmacht kann jede Person regeln, wer sich als Bevollmächtigter worum kümmert, im Falle dessen, dass er nicht mehr in der Lage ist seinen Willen zu äußern – also beispielsweise im Koma liegt. Wer möchte, kann auch eine ausdrückliche „digitale Vollmacht“ erstellen. Diese ist auch ohne notarielle Beglaubigung gültig, siehe Mustervorlagen.

Aufbewahrung beim Nachlassgericht

Wohin mit dem letzten Willen? Als sicher verwahrt gilt es, wenn es im Tresor oder beim Rechtsanwalt hinterlegt ist. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, dann können Sie es mit gültiger Geburtsurkunde in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts geben, bzw. beim dortigen Hinterlegungsbüro abgeben. Die Kosten dafür liegen bei 75 Euro Gerichts-  und 15 Euro Registrierungsgebühren. Sie erhalten einen Hinterlegungsschein und stellen so sicher, dass Ihr letzter Wille sicher gefunden wird.

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Wie muss ein Testament formuliert sein?
Für das Testament, das den Digitalen Nachlass beinhalten kann, gelten einige Regeln: Nur geschäftsfähige über 16-Jährige Personen können einen rechtsgültigen letzten Willen aufsetzen. Die einfachste Form ist die handschriftlich aufgesetzte und mit Unterschrift versehene letzte Verfügung. Unterliegt das Erbe komplexen Regelungen, weil es beispielsweise viele Erben gibt und diese verschiedene Wertgegenstände erhalten sollen, dann kommen verantwortungsvolle Menschen um eine beglaubigte Verfügung nicht herum.

Was passiert mit Konten wie Facebook & Co.?

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Für alle Online-Nutzer gilt, dass nach dem Ableben etwas mit ihren Daten passiert. Die Frage ist, was?  Privatpersonen möchten vielleicht einen Gedenkmodus. Professionelle Blogger oder Social Influencer wiederum verdienen ihr Geld mit Informationen oder Interaktion. Unabhängig von der jeweiligen Nutzungsart gibt es aber allgemein gültige Fragen: Wie und wo lösche ich Profile? Wie funktioniert eine Erinnerungsseite? Wie kann ich Konten deaktivieren? Die Antworten darauf fallen unterschiedlich aus, da Online-Anbieter nicht gleich Online-Anbieter ist. Wie Instagram mit Ihren Daten umgeht, sagt nichts darüber aus, wie Pinterest das regelt. Eine einheitliche Rechtslage für Online-Anbieter gibt es laut Deutschem Forum für Erbrecht nicht.

Allgemeine Geschäftsbedingungen gelten

Prinzipiell gilt deshalb: Alle übermittelten und gespeicherten Informationen verbleiben nach dem Ableben eines Kunden beim Anbieter.  Einige davon bieten jedoch in ihren Voreinstellungen eine automatische Löschung der Kontendaten und andere Voreinstellungen. Dort kann der Inhaber des Accounts jederzeit selbst tätig werden – und mit ein paar Mausklicks vorsorgen. Google bietet diese Option beispielsweise.

Ob und auf welche Art Daten herausgegeben werden, regeln die Anbieter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen, AGB. Ein Grund dafür liegt darin, dass sich der Marktwert vieler Online-Unternehmen primär durch die Informationen Ihrer User und deren Daten  definiert. Die AGBs sind also ausschlaggebend dafür, ob Sie Ihren Erben den Zugang zu Ihren Daten verschaffen können – oder als Angehöriger oder Erbverwalter Zugriff auf diese Daten bekommen.

Kein Anspruch der Erben auf Logins und Zugänge

In der Regel haben Erben kein Zugriff und keinen gesetzlichen Anspruch auf Zugänge. Ob sie zugreifen dürfen, hängt von den jeweiligen Regelungen der Internet-Anbieter ab. Wer seine Benutzerkonten also nicht in einen automatischen Gedenkzustand versetzt oder unzugänglich haben möchte – sondern seinen Erben die Möglichkeit eröffnen möchte, aktiv etwas mit der Online Hinterlassenschaft zu machen – dem bleibt am Ende nur folgende Option: Das digitale Erbe mit allen Passwörtern zu hinterlassen.

Hier finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Regelungen der größten Anbietern von sozialen Medien (Stand Januar 2018):

Facebook: Digitaler Nachlass - Löschen oder Gedenkseite?

Auf das Facebook-Profil von Verstorbenen gibt es keinen direkten Zugriff, selbst wenn es die eigenen Kinder sind. Jedoch  können nachgewiesene und unmittelbare Familien-angehörige die Aufhebung des Accounts beantragen. Zudem können sie auf Facebook einen Nachlasskontakt für die richtige Regelung des digitalen Erbes eintragen. Eine weitere Option die Facebook anbietet, ist es, eine Erinnerungsseite auf dem Konto verfügbar zu machen – und die Seite in den nicht öffentlichen Gedenkzustand zu versetzen. Je nach Privatsphäreneinstellung, können auch Freunde auf der im Gedenkzustand befindlichen Chronik Erinnerungen teilen. Der Gedenkzustand kann durch Vorlage einer Sterbeurkunde veranlasst werden.

Google: Sie können mehrere Verwalter benennen

  • Google bietet für die Online-Konten von Verstorbenen den sogenannten Kontoinaktivitätsmanager, Inactive Account Manager.
  • Der Kontoinhaber kann hier bis zu zehn Menschen angeben, die bei Inaktivität des Internetkontos benachrichtigt werden und gegebenenfalls eingreifen können.
  • Sind keine Voreinstellungen hinterlegt, besteht kein Anspruch auf Löschung bzw. Zugang

Twitter: Löschung innerhalb von 30 Tagen

  • Auch der Kurznachrichtendienst Twitter gewährt keinen Zugriff auf das Profil des Verstorbenen.
  • Jedoch können unmittelbare Familienmitglieder oder Verwalter von Nachlässen das Ableben anzeigen lassen – das Twitterkonto wird dann inaktiv geschaltet und innerhalb eines Monats gelöscht.
  • Auch hier nötig: Sterbeurkunde, Identitätsnachweis desjenigen, der die Löschung beantragt und ein notariell beglaubigtes Dokument (z.B. ein Erbschein) aus dem hervorgeht, dass Sie rechtmäßiger Erbe sind: Name, E-Mailadresse und Kontaktdaten.

Flickr: Kein Zugriff auf Fotos

  • Der Online-Fotodienstleister gibt keinen Zugriff auf das Profil oder Zugriff auf vorhandene Bilder.
  • Erben können lediglich die endgültige Tilgung des Benutzerkontos erwirken, mithilfe der Sterbeurkunde und Personennachweis des Erbnachlassers.

Xing: Unkompliziertes Löschen möglich

  • Auch Xing erlaubt keinen Zugriff auf Profile.
  • Personen, die Angehörige sind, können das Ableben des Xing-Nutzers anzeigen – und das Profil inaktiv schalten lassen.
  • Aber auch Nicht-Angehörige Nutzer haben die Möglichkeit, ein Mitglied als verstorben zu melden.
  • Gelöscht wird das Benutzerkonto dann nach einer Xing-internen Prüfung, in der der Account-User mehrmals angeschrieben wird.
  • Gibt es keine Rückmeldung, wird das Profil nach drei Monaten endgültig gelöscht.
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Instagram, WhatsApp, eBay & Co.

Eine Vorsorgeregelung bieten (Stand 1/2018) weder WhatsApp, Paypal, eBay, Amazon, Twitter oder Snapchat. Sowohl diese, wie auch andere Internet-Anbieter ohne ausdrückliche Regelung, verweisen zumeist auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Als engste Angehörige bzw. Erbe haben Sie jedoch immer die Möglichkeit, sich schriftlich an diese Dienste zu wenden und mittels amtlichen Nachweis über den Tod des Inhabers Zugang zum Konto zu beantragen.  Bei Instagram können Sie über ein eigenes Formular anfragen, dass das Internetkonto des Verstorbenen in den Gedenkzustand versetzt oder gelöscht wird.

Apple iCloud: Account ist nicht übertragbar

Wer in der Apple iCloud gearbeitet und eine Konto hat, für den sehen die Nutzungsbedingungen (Stand 1/2018) ausdrücklich vor, dass „der Account nicht übertragbar ist und alle Rechte an einer Apple-ID oder den Inhalten innerhalb des Accounts im Falle des Todes enden“ Auch hier können Konten mit der Sterbeurkunde aufgelöst und alle Inhalte gelöscht werden.

Allianz - Digitale Daten, Passwörter

Passwörter: Wichtiger Teil des digitalen Nachlasses

Vermutlich hat sie jeder. Angefangen von Online-Banking, Amazon Account, Paypal Login oder Facebook: Die ständig wachsende Anzahl von Online-Logins macht es nötig, diese Kombinationen aus Zahlen und Ziffern auf irgendeine Art nieder zuschreiben. Allerdings gehören Passwörter nicht ins Testament, wie Experten ausdrücklich empfehlen. Nicht zuletzt deshalb, da es vom Nachlassgericht eröffnet und in Kopien an alle Beteiligten verschickt wird, was das Gegenteil von Geheimhaltung wäre. Für die richtige Regelung des digitales Erbes gilt die Faustregel: Ohne Passwörter, keine reibungslose digitale Nachlassverwaltung.

Wo und wie sollte ich Passwörter ablegen?

Passwörter zu den Online-Konten sollten also sicher verwahrt werden. Was aber bedeutet sicher? Das heißt, dass Sie diese Daten nicht nur am Rechner oder Laptop, sondern auch auf USB-Sticks sichern, die verschlüsselt sind. Oder auf externen Festplatten oder sonstigen Sicherungs-Datenträgern.

Hilfreich sind auch Passwortmanager, die viele Betriebssysteme kostenlos bereitstellen. Dort können Passwörter zentral abgespeichert und regelmäßig geändert werden. Dem digitalen Verwalter des Erbes muss dann nur noch das Master Passwort zur Verfügung gestellt werden. Wer mit Hardkopien und ausgedruckten Listen besser zu Recht kommt, sollte diese nicht frei zugänglich abheften.

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Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, dass zu keinem Zeitpunkt eine Information zum digitalen Nachlass in falsche Hände gerät – weil er sich beispielsweise in Trennung oder Scheidung befindet – sollte seine Listen mit Passwörtern in einem Safe oder Bankschließfach aufbewahren, oder das Testament auch beim Nachlassgericht.

Digitalen Nachlass regeln: So geht‘s

Die gute Nachricht. Der letzte Wille für alle gespeicherten Daten kann einfach formuliert werden – und das sollte er auch. Wer ein Testament verfasst hat oder verfassen will, kann seinen digitalen Nachlass einfach einbinden. Es bieten sich drei Möglichkeiten:

 

  1. Sie betrauen den Universalerben mit dem digitalen Erbe – dies kann ausdrücklich erfolgen und passiert automatisch, falls Sie nichts regeln.
  2. Sie benennen eine eigenen Erben für alle digitalen Daten
  3. Sie benennen mehrere Erben für eine differenzierte Handhabung des digitalen Nachlasses. Sie erreichen damit, dass mit unterschiedlichen Accounts verschieden verfahren werden soll.

Die Dritte Regelung macht Sinn, wenn Sie etwa dem Ehepartner Ihr Online-Banking anvertrauen – dem besten Freund jedoch die Profile in den Sozialen Medien. Diese sind in ihrer Handhabung etwas komplizierter sind und auch emotional belastender als der finanzielle Bestandteil des Nachlasses.

Welche Formulierungen sollten Sie verwenden?

  • Wer genau wird für welche Daten, Accounts und sonstige Daten benannt
  • Was genau - welche Daten, Accounts und Infos – sollen gelöscht werden?
  • Wie soll der digitale Erbe mit Ihren Accounts und Fotos in sozialen Netzwerken umgehen?
  • Wann ist ein digitaler Verwalter des Nachlasses sinnvoll, der als Art Mediator dafür sorgt, dass es unter den Erben nicht zum Streit kommt?
  • Hilfreich ist es auch, wenn Sie bereits eine Liste anlegen, welche Verträge gekündigt werden müssen und wo die Informationen dafür liegen

Wenn Sie Ihre Angehörigen oder Freunde schonen möchten und die Verwaltung des digitalen Erbes über eine Vollmacht an eine familienfremde Person abgeben möchten, vergessen Sie bitte nicht: Damit Ihre Familienangehörigen über diese Vollmacht Bescheid wissen, informieren Sie sie bitte auch.

Wichtig auch: Im ersten Schritt muss das digitale Erbe sichtbar gemacht werden. Das bedeutet, alle relevanten personenbezogenen Daten, Verträge, Abonnements und Bilder müssen aus der Fülle der Internetaktivitäten heraus gesucht und konkret aufgelistet werden. Auf dieser Basis können die Erben dann entscheiden, was sie archivieren und aufbewahren – und was sie löschen möchten.

Wen kann ich als digitalen Nachlassverwalter einsetzen – was sind seine Rechte und Pflichten?

Naher Verwandter oder beste Freundin? Der online-affine Bruder oder doch der Rechtsanwalt des Vertrauens? Ob sie es möchten oder nicht: Irgendjemand erbt, was an digitalen Daten vorhanden ist. Allerdings ist nicht jeder Erbe auch gut für den digitalen Nachlass. Wen also auswählen?

Eine entscheidende Fragen ist in diesem Zusammenhang nicht die, welche Person durch das digitale Erbe einen Zugewinn erfährt – sondern welche Vertrauensperson die beste Eignung hat zur Umsetzung Ihres diesbezüglich letzten Willens. Spricht:

  • Ist die gewählte Person online-affin?
  • Ist die gewählte Person vertrauenswürdig?

Ehepartner oder Kinder betrauen

Ob Sie Ihren Partner, Lebensgefährten, Ehegatten oder den erwachsenen Nachwuchs mit der Nachlassregelung Ihrer digitalen Fußspuren betrauen, können nur Sie entscheiden. Wichtige Frage hier ist: Wird das digitale Erbe für diese Person zur Bürde?

Sind Freunde oder Bekannte geeignet?

Angenommen, Sie haben keine Familienangehörigen oder möchten weder diese noch einen Rechtsanwalt für Ihren digitalen Nachlass einsetzen. Dann können Sie Freunde oder Bekannte einsetzen. Der guten Ordnung halber – und um Überraschungen vorzubeugen –  sollten Sie diese Personen jedoch fragen, ob sie damit einverstanden sind.

Rechtsanwälte und Nachlassdienste

Selbstverständlich können Sie auch Ihren Anwalt oder Nachlassdienstleister einsetzen, wenn Sie weder Familie noch Freunde mit der Verwaltung betrauen oder belasten möchten.

Rechte und Pflichten

Prinzipiell haben Sie bei der Wahl Ihres Bevollmächtigten für den Nachlass freie Hand. Sie können jede natürliche Person Ihres Vertrauens als Verwalter des digitalen Erbes einsetzen. Ihr letzter Wille zu den festgelegten digitale Information kann dann angenommen oder auch abgelehnt werden – und zwar, nachdem das Testament eröffnet wurde und der Erbe Einsicht in den Nachlass genommen hat.

Grundsätzlich gilt die Gesamtrechtsnachfolge. Heißt, das digitale Erbe kann nicht gesondert vom restlichen Erbe angenommen – oder ausgeschlagen werden. Erben, die das Erbe also inklusive des digitalen Erbes annehmen, sollten nach Möglichkeit ausgewählte Online-Verträge kündigen. Andernfalls treten sie in die Vertragsvereinbarung ein und müssen eventuell weitere Nutzungsgebühren oder Mitgliedsbeiträge für den Verstorbenen bezahlen. Eine Pflicht zur Kündigung haben die Erben jedoch nicht, wenn beispielsweise eine Domain weiterlaufen soll.

Jedoch können weiterlaufende Onlineverträge unter Umständen langfristige finanzielle Verpflichtungen mit sich bringen. Viele Anbieter haben im Falle des Ablebens eines Vertragskunden dafür Sonderkündigungsregelungen.

Digitaler Nachlass: Kann ich Muster nutzen?

Rechtsanwälte für Erbrecht raten von der Nutzung von Mustern und Formularen für den Nachlass und digitalen Nachlass ab. Begründung: Jeder Erblasser verfügt über ein individuelles Erbe. Standardisierte Vorlagen, so die Kritik der Anwälte, würden vor allem den Steuerrechtsfragen, die das Vererben nach sich zieht, nicht gerecht. Wer jedoch wenig – auch Digitales - zu vererben hat, für den sind Mustervorlagen immerhin eine Erwägung wert. Und: Wer eine gute Übersicht über seine Online-Konten, digitalen Güter und Vermögenswerte hat, der kann diesen Teilbereich durchaus über eine digitale Vollmacht regeln.

Allianz - Digitale Vollmacht Unterschrift

Was kann eine digitale Vollmacht regeln?

Eine digitale Vollmacht ist eine einfache Art, wie Sie Ihren Erben den Zugang und Veränderung von digitalen Daten ermöglichen – und zwar bereits, bevor der Erbschein ausgestellt ist. In dieser Vollmacht steht, dass der Bevollmächtigte digitale Daten und Dateien, Konten, Profile in sozialen Medien (oder sonstige Angaben) löschen, kündigen, bearbeiten oder weiterverteilen kann.

Haben Ihre Erben eine digitale Vollmacht in der Hand können Sie beispielsweise Rechnungen begleichen, die per E-Mail eingegangen sind oder Accounts kündigen. Mit der digitalen Vollmacht können Sie Ihren Verwalter auch komplett bevollmächtigen, sämtliche Spuren, die Sie online hinterlassen haben, zu löschen. Digitale Vollmachten präzisieren auch die Aufgaben des Vollstreckers. Beachten Sie allerdings, dass Ihre Erben die Vollmacht nach Ihrem Tod durchaus widerrufen können.

 

Wichtig: Im Gegensatz zum letzten Willen, muss die digitale Vollmacht nicht handschriftlich formuliert werden. Zwingend nötige Angaben sind: Name, Geburtsdatum, Anschrift von Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem.

 

Muster und Formulare

Digitale Vollmacht – Muster

Was tun digitale Nachlassdienste – und wo finde ich sie?

Wer sich als Erbe nicht mit dem digitalen Nachlass befassen will oder kann, der kann spezialisierte Dienstleister beauftragen. Sogenannte Nachlassdienste oder digitale Nachlassverwalter unterstützen bei der Abwicklung des Erbes. Auch bieten immer mehr traditionelle Bestattungsunternehmen die Ermittlung, Verwaltung, Sicherung und Abwicklung des Digitalen Nachlasses an.

Erben haben mit Spezialdienstleistern den Vorteil, dass sie sich um wenig kümmern müssen, sich auf bewährte Prozesse stützen können und keine Datenquelle vergessen wird. Zum Leistungsumfang kann z. B. auch Recherche nach Daten des Verstorbenen zählen, oder eben um die Abwicklung der bekannten Informationen und Daten.

Was benötigen Nachlassdienstleister?

Dienstleister für den digitalen Nachlass benötigen vom Auftraggeber in der Regel den Nachweis der Erbberechtigung (Erbschein), schreiben dann mit dem Namen und Anschrift des Verstorbenen die bekanntesten Online-Anbieter an und prüfen, welche Verträge und Konten existieren. Mit diesen verfahren sie dann, wie vom Erblasser oder vom Erben gewünscht. Vorsicht ist geboten bei Anbietern, die im Rahmen der des digitalen Nachlasses auch den Rechner, Laptop oder sonstige Systeme des Verstorbenen durchsuchen, da dabei eventuell persönliche Daten verloren oder weitergegeben werden können.

Tipps und Checkliste für die digitale Nachlassregelung

1. Wenn Sie für Ihren eigenen digitalen Nachlass vorsorgen:

Überlegen Sie, was später mit Ihren Profilen geschehen soll. Haben Sie einen Vertrauten, Freund oder ein Familienmitglied, in deren Hände Sie Ihre Passwörter, E-Maildaten legen könnten? Haben Sie Information oder Fotos, die auf alle Fälle erhalten bleiben sollen?

  • Legen sie alle Regelungen möglichst präzise fest
  • Machen Sie eine Liste mit allen Accounts, Benutzernamen und Kennwörtern
  • Deponieren Sie diese Liste an einem sicheren, auffindbaren Ort
  • Beschreiben Sie, wo Sie diese Liste aufbewahren
  • Überprüfen Sie diese regelmäßig und halten Sie sie aktuell

2. Wenn Sie ein digitales Erbe verwalten:

Wenn jemand Sie als Erbe eingesetzt hat und Sie dieses auch annehmen, sammeln und besorgen Sie sich im ersten Schritt alle nötigen Dokumente, die Sie als Erbe ausweisen. Dazu zählen: Ihr eigener Personalausweis, Sterbeurkunde und Erbschein. Suchen Sie im Nachlass nach Dokumenten, die Passwörter oder Zugangsdaten enthalten. Diese können sowohl ausgedruckt wie auch digital verfügbar sein. Kontaktieren Sie die jeweiligen Online-Betreiber und Plattformen. Entscheiden Sie im Sinne des Verstorbenen, was mit dem jeweiligen Account geschehen soll.

  • Hilfreich ist es, sich als Startpunkt den Zugang zum E-Mail Account für die Abwicklung zu verschaffen. Von dort lassen sich viele Online-Konten identifizieren und handhaben.
  • Zugang zum E-Mailkonto hat einen weiteren Vorteil. Sie können sofort und einfach im Namen des Verstorbenen handeln. E-Mails von seinem Account aus versenden, beispielsweise Kündigung von Abonnements, Accounts oder Mitgliedschaften.

Teilen Sie mit Freunden, was Sie auf allianz.de entdeckt haben. Dabei nehmen wir die Sicherheit Ihrer Daten nicht auf die leichte Schulter: Wenn Sie auf einen der Social-Media-Links klicken, übertragen wir personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse) an das ausgewählte soziale Netzwerk. Mit Ihrem Klick stimmen Sie dieser Datenübertragung zu.

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