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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Ein Erbschein ist dann nötig, wenn das Erbrecht nicht anders nachgewiesen werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn weder Testament noch Erbvertrag vorliegen.
  • Häufig fordern Banken und Behörden wie das Grundbuchamt einen Erbschein als Nachweis darüber, dass der Antragsteller über das Erbe verfügen darf.
  • Die Erbschaft wird mit Antragstellung automatisch angenommen. Sie kann nachträglich nicht mehr ausgeschlagen werden.
  • Bei Fragen unterstützt der Rechtsschutz der Allianz: Die telefonische Rechtsberatung ist in allen Tarifen mit inbegriffen.
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Infos, Muster und Formulare
Generell ist die Beantragung und Bearbeitung eines Erbscheins relativ unkompliziert. Dennoch sollten Sie sich vorab mit den folgenden Informationen vertraut machen.
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Rechte und Pflichten als Erben
Einen Erbschein benötigen Sie immer dann, wenn Sie Ihren Status als Erbe und die Höhe Ihres Erbteils nicht anderweitig nachweisen können. Liegen weder Testament noch Erbvertrag vor, kann es mitunter schwierig werden, über das Erbe zu verfügen. Gerade Banken und andere Behörden wie das Grundbuchamt fordern häufig einen Erbschein als Nachweis.

Beachten Sie jedoch, dass der Erbschein mit Kosten verbunden ist. Bevor Sie ihn also voreilig beantragen, sollten Sie überprüfen, ob er in Ihrem Fall tatsächlich notwendig ist. Hat der Erblasser Ihnen beispielsweise noch zu Lebzeiten eine Kontovollmacht ausgestellt, können Sie sich den Erbscheinsantrag häufig sparen. Auch eine Vorsorgevollmacht, die über den Tod hinaus wirksam ist, kann den Erbschein überflüssig machen.

Wenn Sie absolut sichergehen wollen, legen Sie am besten – soweit möglich – ein notariell beglaubigtes Testament oder einen verbindlichen Erbvertrag vor. Beide Dokumente gelten gleichwertig als zuverlässiger Nachweis über die Erbfolge und ersparen Ihnen den mitunter langwierigen und kostspieligen Erbscheinsantrag.

Tipp: Verlangt Ihre Bank einen Erbschein, ohne dass dieser notwendig wäre, sollten Sie sich auf das BGH-Urteil vom April 2016 berufen: Demnach musste die Bank in einem solchen Fall die Kosten für den Erbschein in Höhe von 1.770 Euro tragen (Az. XI ZR 440/15).

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Gut zu wissen

Die Beantragung des Erbscheins an sich ist verhältnismäßig einfach. Weitaus schwieriger ist es, abzuschätzen, ob ein Erbschein überhaupt notwendig ist.

Als Kunde der Allianz erhalten Sie die nötige Beratung kostenlos. Auch wenn Sie den Verdacht hegen, dass der Erblasser Schulden hinterlassen hat oder wenn mehrere Erben vorhanden sind, ist eine professionelle Beratung Gold wert.

Als Kunde steht Ihnen diese im Privatrechtsschutz zu, wenn der Erblasser verstirbt. Sollte es im Anschluss zu Erbstreitigkeiten kommen, übernimmt die Allianz je nach Fall und Tarif die Anwaltskosten in Höhe von bis zu 1.000 Euro.

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Zu den Kosten für den Erbschein selbst kommen in den meisten Fällen noch zusätzliche Gebühren für eine eidesstattliche Versicherung, die Sie bei Antragsstellung ablegen müssen. So soll unter anderem sichergestellt werden, dass Sie andere Erben nicht wissentlich verschweigen. Auch die Kosten für die eidesstattliche Erklärung richten sich nach dem Nachlasswert und sind im Gerichts- und Notarkostengesetz nachzulesen.
Bitte beachten Sie, dass die Tabelle nur einzelne Schwellenwerte ausweist.

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Nachlasswert bis...
Kosten Erbschein
Kosten eidesstattliche Verfügung
Gesamtkosten
10.000 Euro 75 Euro 75 Euro 150 Euro
25.000 Euro 115 Euro 115 Euro 230 Euro
50.000 Euro 165 Euro 165 Euro 330 Euro
110.000 Euro 273 Euro 273 Euro 546 Euro
200.000 Euro 435 Euro 435 Euro 870 Euro
500.000 Euro 935 Euro 935 Euro 1.870 Euro
1.000.000 Euro 1.735 Euro 1.735 Euro 3.470 Euro
  • Tipp: Gerade wenn das Erbe auch Grundstücke oder Immobilien umfasst, ist der Nachlasswert für den Laien oft schwer einzuschätzen. In einem solchen Fall kann es empfehlenswert sein, einen Notar hinzuzuziehen. Beachten Sie allerdings, dass dabei die gesetzliche Mehrwertsteuer fällig ist und Ihnen so Mehrkosten entstehen.
Sie sind in einen Rechtsstreit geraten und wissen nicht weiter? Nutzen Sie als Allianz Rechtsschutz-Kunde unser Rechtsschutz-Servicetelefon zur kostenlosen Erstberatung.
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Unter bestimmten Voraussetzung kann Ihnen das Nachlassgericht die eidesstattliche Versicherung erlassen – und zwar dann, "wenn es sie für nicht erforderlich hält". 

Unter bestimmten Voraussetzung kann Ihnen das Nachlassgericht die eidesstattliche Versicherung erlassen – und zwar dann, "wenn es sie für nicht erforderlich hält" (§ 352 Abs. 3 FamFG). Aus Kostengründen sollten Sie versuchen, das Gericht von einer Erlassung zu überzeugen, schließlich macht die Versicherung die Hälfte der anfallenden Kosten beim Erbscheinsantrag aus. Bedenken Sie jedoch, dass es nicht zuletzt auch vom jeweiligen Bundesland abhängt, wie die Notwendigkeit der eidesstattlichen Versicherung eingeschätzt wird. Die Sichtweisen unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander.

Üblicherweise wird auf die Versicherung immer dann verzichtet, wenn die wichtigsten Informationen zur Erbfolge bereits vorliegen, weil zum Beispiel einer der Vorerben bereits einen Erbschein beantragt hatte. Darauf haben Sie selbst natürlich keinen Einfluss. Allerdings: In der Vergangenheit entschieden manche Gerichte, dass etwa ein Wohnsitz im Ausland Grund genug sei, um den Antragstellern das persönliche Erscheinen für die eidesstattliche Versicherung zu ersparen.

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Wie viel kostet mich das Erbe?
Die Erbschaftssteuer ist dann fällig, wenn Sie das Erbe angenommen haben – heißt, wenn Sie beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragen oder beispielsweise innerhalb der sechswöchigen Frist das Erbe nicht ausschlagen.

Grundsätzlich ist jeder, der in Deutschland erbt, verpflichtet, Erbschaftssteuer zu bezahlen. Wer also durch eine testamentarische Verfügung erbt oder wer ohne letztem Willen zum Erben durch die gesetzliche Erbfolge wird, ist prinzipiell steuerpflichtig. Dies gilt auch, wenn Sie lediglich den Pflichtteil des Erbes erhalten.

Entscheidend ist, ob Erbe und Erblasser sogenannte "Inländer" sind oder vor dem Tod waren. Als Inländer gilt, wer einen Wohnsitz beziehungsweise seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hat oder weniger als fünf Jahre durchgängig im Ausland gelebt hat.

Sind Erbe oder Erblasser Inländer, muss das gesamte Erbe versteuert werden. Es reicht, wenn ein Beteiligter Steuerinländer ist, es müssen nicht beide sein. Man spricht hier von einer unbeschränkten Steuerpflicht. Die beschränkte Steuerpflicht greift dann, wenn keiner der Beteiligten Inländer ist, aber sogenanntes Inlandsvermögen Teil des Erbes ist, zum Beispiel ein Grundstück in Deutschland.

Je nachdem, wie eng Sie mit dem Erblasser verwandt waren, steht Ihnen ein Steuerfreibetrag zu – je näher der Verwandtschaftsgrad, desto höher der Freibetrag. Ehepartner und Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft erhalten beispielsweise einen Steuerfreibetrag von 500.000 Euro, Enkelkinder 200.000 Euro.

Die drei Steuerklassen ergeben sich aus dem Verwandtschaftsgrad mit dem Erblasser:

  • Steuerklasse 1: u. a. Ehepartner und eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stief- und Adoptivkinder, Eltern und Großeltern
  • Steuerklasse 2: u. a. Geschwister, Nichten und Neffen, Schwiegerkinder und Stiefeltern
  • Steuerklasse 3: alle übrigen Erben

Anhand dieser Steuerklasse ergibt sich ein Steuersatz, der sich nach der vererbten Summe richtet:

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Erbschaft bis Steuerklasse 1 Steuerklasse 2 Steuerklasse 3
75.000 7 % 15 % 30 %
300.000 11 % 20 % 30 %
600.000 15 % 25 % 30 %
6.000.000 19 % 30 % 30 %
13.000.000 23 % 35 % 50 %
26.000.000 27 % 40 % 50 %
Mehr 30 % 43 % 50 %

Ein Beispiel: Angenommen Sie haben von Ihrem Vater ein Aktiendepot in Höhe von 600.000 Euro geerbt.
Als Kind des Erblassers haben Sie einen Steuerfreibetrag von 400.000 Euro. Sie liegen also 200.000 Euro über dem Freibetrag. Für diesen Betrag müssen Sie Erbschaftssteuer zahlen.

Da der Erblasser Ihr Vater ist, fallen Sie in Steuerklasse 1. Aus der zu versteuernden Summe ergibt sich ein Steuersatz von 11 Prozent.
200.000 x 11 % = 22.000
Für das geerbte Aktiendepot müssen Sie also 22.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen.

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