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Junge Frau spricht zu einer älteren Frau im Rollstuhl
Arten, Kosten und Antrag 

Pflegehilfsmittel: Das zahlen Pflegekasse & private Pflegeversicherung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Pflegebedürftige, die in häuslicher Umgebung gepflegt werden, haben Anspruch auf sogenannte Pflegehilfsmittel. Ihr Anspruch gilt bei einem anerkanntem Pflegegrad und einer gutachterlichen Zustimmung.
  • Dazu zählen Geräte und Gegenstände, welche die Pflege erleichtern. Sie können Beschwerden lindern und/oder verbessern die Selbst­ständigkeit im Alltag. Darunter fallen zum Beispiel Urinflaschen, Pflegebetten oder Waschsysteme.
  • Abhängig von der Art des Pflegehilfsmittels übernimmt die gesetzliche Pflege­ver­sicherung (Pflegekasse) die Kosten ganz oder teilweise. Die private Pflegeversicherung stellt Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise zur Verfügung.
  • Pflegerische Hilfsmittel finden Sie in Sanitätshäusern, Apotheken und im Internet, ebenso Verbrauchspflegehilfsmittel. Solche Pflege-Hilfsmittel zum Verbrauch bezuschusst die Pflegekasse mit bis zu 60 Euro im Monat.
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Gut zu wissen

Sie haben einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel, wenn Sie: 

  • bereits einen anerkannten Pflegegrad  von 1 bis 5 haben und demnach offiziell als pflegebedürftig gelten 
  • zu Hause gepflegt werden oder in einer Wohngemeinschaft oder einer betreuten Anlage wohnen

Nur unter dieser Voraussetzung werden Pflegehilfsmittel entweder vorrangig leihweise überlassen oder es erfolgen Erstattungen für die Kosten. Für die Kostenerstattung ist die jeweilige Pflegeversicherung (Pflegekasse oder private Pflegepflichtversicherung) des Patienten zuständig.

 

Unterscheidung
Die Begriffe Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel werden häufig verwechselt. Mehr zur genauen Definition und zu den Besonderheiten lesen Sie hier.

Hilfsmittel dienen dem Ausgleich einer Behinderung oder einer Erkrankung. Sie werden von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) übernommen oder von der Privaten Krankenversicherung (PKV). 

Im Gegensatz dazu ermöglichen oder erleichtern Pflegehilfsmittel die Pflege einer pflegebedürftigen Person - und werden von der gesetzlichen Pflegekasse oder privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) übernommen.

Folglich handelt es sich um zwei verschiedene Kategorien, die bei unterschiedlichen Versicherungsträgern zu beantragen sind.

Pflegehilfsmittel – verbessern und erleichtern die Pflege

Versicherte der sozialen Pflegeversicherung nach § 40 Abs. 1 SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) haben Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln. Der Anspruch aus der PPV ergibt sich dabei aus den jeweiligen AVB, Allgemeinen Versicherungsbedingungen. 

Das Gesetz versteht unter Pflegehilfsmitteln Geräte und Sachmittel für hilfe- und pflegebedürftige Menschen,

  • die zur Erleichterung der Pflege beitragen,
  • die eine Linderung der Beschwerden fördern und
  • die Pflegebedürftigen eine selbstständigere Lebensführung und eine Teilnahme am Gesellschaftsleben ermöglichen.

Im Gegensatz zu Hilfsmitteln stehen Pflege-Hilfsmittel ausschließlich Pflegeversicherten zu, die bereits einen anerkannten Pflegegrad von 1 bis 5 haben – und demnach offiziell als pflegebedürftig gelten.

Erstattungsfähigkeit von Pflegehilfsmitteln

Welche Pflegehilfsmittel erstattet werden und von wem, finden Sie im Detail im Absatz Kosten.

Hilfsmittel – gleichen Krankheit oder Behinderung aus

Was fällt unter die Hilfsmittel? Gemäß § 33 Abs.1 SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch) sollen Hilfsmittel den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, eine bestehende Behinderung ausgleichen oder einer drohenden Behinderung bzw. Pflegebedürftigkeit (z.B. im Alter) vorbeugen. Hilfsmittel sind in der PKV versichert, durch die in den jeweiligen AVB benannten Hilfsmittel.

In der Regel sind Hilfsmittel bewegliche Geräte und Produkte wie Anziehhilfen, Kompressionsstrümpfe, Bade- und Duschhilfen, Hörgeräte, orthopädische Prothesen, Gehhilfen wie Gehstöcke oder Rollatoren sowie Rollstühle.

Erstattungsfähigkeit von Hilfsmitteln

Hilfsmittel müssen vom Arzt verschrieben und bei GKV-Versicherten von der Krankenkasse genehmigt werden. Nur dann bekommen sie die Kosten dafür erstattet. Auch ein "nur" temporär erkrankter Mensch kann Hilfsmittel beantragen, etwa eine Gehhilfe nach einer Knie-Operation. Hilfsmittel für gesetzlich Versicherte übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden die erstattungsfähigen Hilfsmittel in den ABV (Allgemeinen Versicherungsbedingungen) genannt. Auch hier müssen die Hilfsmittel vom Arzt verordnet sein.

Je nach Tarif, stehen diese erstattungsfähigen Hilfsmittel entweder in einer "abschließenden" oder "offenen" Hilfsmittelliste:

  • Beinhaltet der Tarif eine abschließende Hilfsmittelliste, sind nur die dort genannten Hilfsmittel erstattungsfähig. 
  • Hat der Tarif eine offene Hilfsmittelliste, so sind die dort genannten Hilfsmittel nicht abschließend benannt. Heißt: Es sind vielmehr weitere Hilfsmittel erstattungsfähig.
Verfügbare Hilfsmittel
Alle Pflegehilfsmittel werden in verschiedenen Pflegehilfsmittelverzeichnissen, oft auch als Pflegehilfsmittelkatalog bezeichnet, aufgelistet.

Für gesetzlich Versicherte: Hilfsmittelverzeichnis der GKV

Das Hilfsmittelverzeichnis der GKV enthält über 32.000 verschiedene Hilfsmittel – jedoch ist nur ein kleiner Teil davon sind Pflegehilfsmittel, die aus der Pflegepflichtversicherung von der Pflegekasse übernommen werden. Das Verzeichnis wird vom GKV-Spitzenverband laufend aktualisiert. Es ordnet die unterschiedlichen Produkte entsprechend ihrer Einsatzgebiete in sogenannte Produktgruppen (50-54) und weist ihnen Hilfsmittelnummern zu.

Für Privatversicherte: Hilfsmittelverzeichnis der Privaten Pflegeversicherung

Das Pflegehilfsmittelverzeichnis der privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) enthält (ähnlich dem Hilfsmittelkatalog der GKV) alle Pflegehilfsmittel, die aus der PPV übernommen werden. Das Verzeichnis wird vom PKV-Verband, Verband der Privaten Krankenversicherung, laufend aktualisiert.

Auch dieses Verzeichnis ordnet die unterschiedlichen Produkte entsprechend ihrer Einsatzgebiete in sogenannte Produktgruppen (50-54) und weist ihnen Hilfsmittelnummern zu. Es enthält zusätzlich weitere Pflegehilfsmittel, die in der GKV aus der Krankenversicherung erstattet werden, in den meisten Tarifen der Privaten Krankenversicherung aber nicht enthalten sind.

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Arten, Einsatz & Produkte
Die folgende Darstellung entspricht der Pflegehilfsmittelliste der Sozialen Pflegeversicherung (SPV).  Für die private Pflegepflichtversicherung (PPV)  gilt das noch umfangreichere Pflegehilfsmittelverzeichnis der PPV.

Wozu werden verschiedene Geräte und Mittel benötigt?

Die zur Pflege bestimmten Hilfsmittel werden entsprechend ihrer Einsatzgebiete in die Produktgruppen (PG) 50 bis 54 eingeteilt. Im Detail ergeben sich folgende Kategorien:

  • PG 50: zur Erleichterung der Pflege
  • PG 51: zur Körperpflege und Hygiene
  • PG 52: zur selbständigeren Lebensführung und Mobilität
  • PG 53:  zur Linderung von Beschwerden
  • PG 54: zum Verbrauch bestimmt

Die Produktgruppen 50 bis 53 gelten als technische Hilfsmittel. Diese überlässt die Pflegekasse vorrangig auch leihweise zum Gebrauch – besonders, wenn es sich um größere oder teure Gegenstände handelt. Die Mittel der PG 54 sind zum Verbrauch gedacht. Aufgrund ihrer Beschaffenheit oder aus Hygienegründen sollten Sie sie nur einmal bzw. nicht über einen längeren Zeitraum verwenden.

1. Technische Pflegehilfsmittel (PG50-53)

Technische Pflegehilfsmittel sind langlebige Produkte, die bei der häuslichen Pflege regelmäßig im Einsatz sind. Ihr Ziel ist es, die Pflegesituation für den Pflegenden und die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen zu ermöglichen oder zu erleichtern. Zu technischen Pflegehilfsmitteln gehören beispielsweise:

  • PG 50: Pflegebetten und Zubehör wie Seitengitter, Bettverkürzungen, Bettgalgen, Pflegebett-Tische, Sitzhilfen, Pflegerollstühle, mobile Patientenlifter (z.B. Badewannenlifter), Drehscheiben
  • PG 51: Waschsysteme (z.B. Kopfwaschsysteme oder Ganzkörperwaschsysteme), Bettpfannen, wiederverwendbare Bettschutzeinlagen, Bettschutzauflagen, Urinflaschen
  • PG 52: Hausnotrufsysteme
  • PG 53: z. B. Lagerungsrollen

Reparatur und Ersatzbeschaffung

Der Anspruch aus § 40 SGB XI umfasst nicht nur die Erstversorgung. Auch notwendige Änderungen, Reparaturen, Instandsetzungen bei Verschleiß sowie die Ersatzbeschaffung bei Unbrauchbarkeit oder Verlust zählen dazu. Erweiterungen oder Anpassungen sind in der Regel erforderlich, wenn der Patient aus der Hilfestellung „herauswächst" - oder wenn sich z.B. Änderungen im Pflegebedarf ergeben.

2. Mittel zum Verbrauch (PG 54)

Dabei handelt es sich um Sachmittel, die der allgemeinen Hygiene dienen - oder dem Schutz des Pflegebedürftigen und der Pflegeperson sowie der Erleichterung der häuslichen Pflege. Die meisten dieser Pflegehilfsmittel sind nur zum Einmalgebrauch. Sie sind nicht für den Wiedereinsatz geeignet und müssen daher regelmäßig neu gekauft werden.

Die Pflegekassen erstatten folgende sechs Verbrauchsmittel:

  • Saugende Bettschutzeinlagen
  • Einmalhandschuhe und Fingerlinge
  • Händedesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • Schutzbekleidung (z.B. Schutzschürzen)
  • Mundschutz und Einmallätzchen

In der PPV werden weitere Verbrauchshilfsmittel erstattet, z. B. saugende Inkontinenzvorlagen, Urin-Beinbeutel oder Netzhosen für Inkontinenzvorlagen.

3. Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen

Darüber hinaus gewähren Pflegekassen finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Dazu gehören Umbaumaßnahmen in der Wohnung und/oder technische Hilfen im Haushalt. Für jede Maßnahme stellt die Pflegeversicherung bis zu 4.000 Euro zur Verfügung.

Bei Wohngemeinschaften mit mehreren Pflegebedürftigen ist der Betrag auf maximal 16.000 Euro pro Maßnahme begrenzt. Der Zuschuss muss bei der Pflegekasse beantragt und begutachtet werden. Lesen Sie im Ratgeber mehr zu Barrierefrei Wohnen.

Grafik zu: Oft gefragt
Oft gefragt: Voraussetzungen
Grafik zu: Oft gefragt

Damit Sie Anspruch auf Pflegeleistungen haben sowie pflegerische Hilfsmittel beanspruchen können, müssen Sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sind ein hilfe- und pflegebedürftiger Mensch im Sinne der Pflegeversicherung (§ 14 SGB XI)
  • Sie sind in einem anerkannten Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) zwischen 1 und 5 eingestuft, der Ihre Pflegebedürftigkeit bestätigt (§ 15 SGB XI)
  • Die Pflege findet zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft (z.B. Pflege-WG,  betreutes Wohnen, etc.) statt
  • Angehörige, Freunde, Nachbarn oder ein Pflegedienst führen die Pflege durch
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Finanzierung & Kostenübernahme
Als Pflegebedürftiger mit anerkanntem Pflegegrad haben Sie Anspruch auf Pflegeleistungen. In der Regel übernimmt Ihre Pflegeversicherung dann auch die Kosten. Je nachdem, wie Sie pflegeversichert sind, ist der Träger Ihrer Pflegeversicherung entweder eine gesetzliche oder private Pflegekasse.

Für technische Mittel (PG 50 bis 53) zahlen Pflegebedürftige ab dem 18. Lebensjahr im Regelfall einen Eigenanteil von zehn Prozent dazu, maximal jedoch 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Größere bzw. teurere technische Pflegehilfsmittel werden meist leihweise überlassen, sodass eine Zuzahlung entfällt.

Befreiung von Ihrer Zuzahlung

Die Pflegekasse kann Sie bei Erreichen der sogenannten Belastungsgrenze ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien. Diese Grenze ist dann erreicht, wenn Ihr Eigenanteil für Pflegehilfsmittel zwei Prozent Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt überschreitet. 

Sobald Sie innerhalb eines Kalenderjahres Ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, können Sie bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen. Bewahren Sie alle Originalbelege und Rechnungen über Zuzahlungen auf. Nur wenn Sie nachweisen können, dass Ihre Kosten die Belastungsgrenze übersteigen, kann die Pflegekasse die Befreiung bewilligen.

Das Prinzip der Belastungsgrenze gibt es nur in der sozialen Pflegeversicherung (SPV). Die private Pflegepflichtversicherung, PPV, sieht eine Zuzahlungsbefreiung nicht vor.

60 Euro im Monat für Verbrauchshilfsmittel

Für zum Verbrauch bestimmte Mittel (PG 54) übernimmt die Pflegekasse bis zu 60 Euro pro Monat. Bei Anspruch auf Beihilfe (z.B. bei Beamten) ist die Erstattung prozentual je nach dem Beihilfesatz geregelt.

Übersteigen Ihre Ausgaben für Einmalhandschuhe, Mundschutz und Co. diesen Festbetrag, zahlen Sie die Mehrkosten aus eigener Tasche.

Für die Kostenübernahme durch die Pflegekasse gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können sich 60 Euro auszahlen lassen. In dem Fall erhalten Sie das Geld am Monatsanfang per Überweisung auf Ihr Konto. Oder Sie lassen sich die Kosten rückwirkend erstatten. Eine nachträgliche Kostenerstattung erfolgt allerdings nur nach Vorlage der Rechnungen. Das heißt: Sie sammeln alle Belege und reichen diese am Monatsende ein.

Sonderfall: Windeln

Obwohl Inkontinenzartikel wie Windeln, Windelhosen und Inkontinenzeinlagen – ähnlich wie die Produktgruppe 54 – zum Verbrauch gedacht sind, fallen sie nicht unter die pflegerischen Hilfsmittel.


Für gesetzlich Versicherte gilt: Für die Kostenübernahme ist somit auch nicht die Pflegekasse, sondern die Krankenkasse zuständig. Versicherte mit Inkontinenz können einen Zuschuss ihrer Krankenkasse für Inkontinenzmaterial erhalten – vorausgesetzt, sie haben ein entsprechendes Rezept vom Arzt. Normalerweise fällt für jedes Hilfsmittel ein Eigenanteil von zehn Prozent an. Das sind mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Hilfsmittel. Bei Inkontinenzhilfen wird hiervon eine Ausnahme gemacht: Für Windeln zahlen Sie maximal zehn Euro im Monat dazu.  


Für privat Krankenversicherte gilt, dass Inkontinenzartikel in der Pflegepflichtversicherung (PPV) zu den (erstattungsfähigen) Verbrauchspflegehilfsmitteln gehören.

Das bezahlen Sie aus eigener Tasche

Gegenstände und Geräte, die auch Menschen ohne Krankheit oder Behinderung nutzen, nennen Krankenkassen „Gegenstände des täglichen Lebens“. Dazu zählen unter anderem erhöhte (Senioren-)Betten, Komfortmatratzen und Alltagshilfen wie spezielle Essbestecke, Trinkbecher oder rutschfeste Matten. Sie können sie in Sanitätshäusern, im Einzelhandel oder im Internet kaufen. Obwohl diese Sachmittel zum Teil im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind, haben sie keine eigene Hilfsmittelnummer. Daher entfällt für sie die Leistungspflicht der Krankenkassen.

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Apo­the­ke, Sanitätshaus, online
Inzwischen sind nicht nur Hygieneartikel und zum Verbrauch bestimmte Pflegemittel in Apotheken, Sanitätshäusern und im Einzelhandel erhältlich, sondern zunehmend auch technische Pflegehilfsmittel.

In der privaten Pflegepflichtversicherung werden Ihnen Hilfsmittel vorrangig leihweise zur Verfügung gestellt. Beschaffen Sie als Pflegebedürftiger in der PPV selbst Pflegehilfsmittel, kann es sein, dass die Kosten nicht oder nur teilweise erstattet werden. 

Vor dem Kauf empfiehlt sich ein Blick in Ihren PKV-Vertrag, ob und welche pflegerischen Hilfsmittel Ihr Tarif im Rahmen einer abschließenden oder offenen Hilfsmittelliste aufführt: Nur für die dort aufgelisteten Pflegehilfsmittel (Pflege) und Hilfsmittel (Behinderung und Krankheit) werden Ihnen die Kosten erstattet.

Oft gefragt

Zu den "zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel" zählen unter anderem Einmalhandschuhe, Desinfektionsspray und Inkontinenzeinlagen. Diese finden Sie in praktisch jedem Drogeriemarkt. Für die regelmäßige Beschaffung von Verbrauchs-Pflege-Hilfsmittel gibt es aber auch andere Möglichkeiten:

Gesetzlich Versicherte: Pflegeboxen

GKV-Versicherte haben folgende Option: Anstatt jeden Monat neu an die Beschaffung von Einmalhandschuhen, Desinfektionsmitteln und Co. zu denken, können Sie zum Verbrauch bestimmte Mittel bestellen und sich bequem nach Hause liefern lassen.

Mögliche Anbieter sind Sanitätshäuser und Online-Dienstleister, die sich auf sogenannte Pflegeboxen spezialisiert haben, z.B. curabox. Neben der kostenlosen Lieferung übernimmt der Leistungserbringer auch die Abwicklung mit der Pflegekasse. Er kümmert sich um Antragsstellung sowie Abrechnung.

Sie wählen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Box aus. Diese sollte so konzipiert sein, dass ihre Kosten die von der Pflegekasse genehmigte Pauschale von 60 Euro nicht übersteigen. Die Lieferung erfolgt nach Antragstellung automatisch in regelmäßigen Abständen, meist monatlich. In der Regel ist die Box jederzeit kündbar. Ändert sich Ihr Bedarf, können Sie Ihre Markenprodukte neu zusammenstellen und den Liefer-Turnus jederzeit ändern.

Privat Versicherte

Die direkte Abrechnung mit der Pflegekasse durch den Dienstleister (für Verbrauchs-Pflegemittel) ist nur bei gesetzlich Versicherten möglich. Sind Sie privat pflegeversichert, schickt Ihnen der Leistungserbringer eine Rechnung für Ihr Pflegepaket. Diese reichen Sie wie gewohnt bei Ihrer privaten Pflegeversicherung ein.

Als Allianz Kunde mit einem Pflegegrad haben Sie beispielsweise monatlich bis zu einer Höhe von aktuell 60 € Anspruch auf Pflege-Verbrauchs-Hilfsmittel.

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Ihr Anspruch
Im Dschungel der Pflegeleistungen verliert man schnell den Überblick. Als Folge bleiben Leistungen oft ungenutzt. Die gute Nachricht für Sie: Im Gegensatz zum Pflegegeld (oder den Pflegesachleistungen, die Ihnen erst ab Pflegegrad 2 zustehen) haben alle Pflegebedürftigen einen Anspruch auf die gleichen Pflegehilfsmittel – unabhängig vom PflegegradBei der Bewilligung prüft die Pflegekasse lediglich den individuellen Bedarf und entscheidet, ob die beantragten Geräte und Sachmittel die Pflege erleichtern, Beschwerden lindern und/oder Sie in Ihrer Selbstständigkeit unterstützen.
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Antrag stellen

Ein Antrag ist nicht nötig: Das Gutachten der MEDICPROOF zur Feststellung Ihrer Pflegebedürftigkeit (Pflegegrade) dient gleichzeitig als Pflegehilfsmittelempfehlung. Sofern Sie als Versicherter zustimmen, gilt das Gutachten automatisch als Antrag auf Gewährung dieser Pflegehilfsmittel aus der privaten Pflegepflichtversicherung.

Die Zustimmung erklären der Versicherte, sein Betreuer oder sein Bevollmächtigter gegenüber dem Gutachter bei der Begutachtung. Dieser vermerkt das im Gutachten. Werden die als notwendig empfohlenen Pflegehilfsmittel über die PPV gewährt, erhält der Versicherte diese Information mit einer Leistungsmitteilung. Die Pflegehilfsmittelempfehlungen im MEDICPROOF-Gutachten beziehen sich nur auf die Pflegehilfsmittel des Pflegehilfsmittelverzeichnisses der privaten Pflegepflichtversicherung, PPV.

Stimmt der Versicherte nicht zu, dass die Pflegehilfsmittelempfehlung zugleich als Antrag gelten soll, kann er einen Antrag zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Eine erneute Begutachtung, ob das beantragte Pflegehilfsmittels tatsächlich notwendig ist, ist in der Regel nicht erforderlich. 

Auch bei der Begutachtung nicht empfohlene (Pflege-)Hilfsmittel können später (z.B. wenn der Versicherte hierfür eine Notwendigkeit erkennt) formlos beantragt werden. Falls erforderlich, erfolgt dann eine ergänzende MEDICPROOF-Begutachtung.

Den Antrag für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (60 Euro) oder auf technische Pflegehilfsmittel stellen Sie als gesetzlich Pflegeversicherter selbst bei der Pflegekasse, oder ein von Ihnen Bevollmächtigter. Auch Dienstleister übernehmen die Antragstellung als Serviceleistung. Sie gelten dann als Beauftragte der Pflegekasse und können den Auftrag des Pflegebedürftigen initiieren, ohne ärztliche Verordnung. Bei bereits anerkanntem Pflegegrad erfolgt die Genehmigung normalerweise innerhalb von vier Wochen.

Bei Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch (z.B. in Form einer Pflegebox) stellen Sie den Antrag in der Regel nur einmal, da Sie die Hilfsmittel meist regelmäßig benötigen. Er wird von der Pflegekasse oder MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) geprüft. Achten Sie darauf, ob die Laufzeit Ihres Antrags unbegrenzt ist oder nach einem Jahr abläuft. Bei einer jährlichen Beantragung sollten Sie rechtzeitig einen Folgeantrag stellen. Lehnt die Pflegekasse Ihren Antrag ab, können Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen.

 

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