Wie Ihre Angehörigen sich – trotz Job – Zeit für Ihre Pflege nehmen

Pflegezeit: eine Auszeit für die Pflege

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Pflegezeit - Betreuung durch Ihre Angehörigen
  • Falls nahe Angehörige Ihre Pflege übernehmen, können diese sich zwischen zehn Tagen und sechs Monaten von der Arbeit freistellen lassen. Mit der Familienpflegezeit ist das sogar bis zu 24 Monate möglich. Diese Sonderform der Pflegezeit wird aber erst ab einer bestimmten Betriebsgröße angeboten.
  • Unter bestimmten Bedingungen sind Ihre Angehörigen weiterhin renten-, arbeitslosen-, kranken-, unfall- und pflegeversichert.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Pflegezeit finanziell zu überbrücken – beispielsweise mit Pflegeunterstützungsgeld, Wertguthaben oder zinslosen Darlehen vom Staat.
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Viele Pflegebedürftige wünschen sich eine Pflege zu Hause – am besten durch vertraute Personen, etwa aus der Familie. Damit Ihre Angehörigen Zeit für Sie haben, können sie sich bis zu sechs Monate teilweise oder vollständig von ihrem Job freistellen lassen. Dies ist seit 2008 im Pflegezeitgesetz verankert. Zudem haben sie – zumindest wenn sie in einem größeren Betrieb ab 25 Mitarbeitern angestellt sind – Anspruch auf Familienpflegezeit als mögliche Form der Pflegezeit und somit auf eine für bis zu 24 Monate reduzierte Arbeitszeit.

Wer gilt als naher Angehöriger?

Ihre Pflegeperson hat Anspruch auf Pflegezeit, sofern sie zu Ihren nahen Angehörigen zählt. Laut Gesetz sind dies:

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern
  • Ehegatten, Lebenspartner
  • Geschwister, Schwager und Schwägerinnen
  • Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder (eigene oder des Partners), Schwiegerkinder und Enkelkinder

Wann haben Ihre Angehörigen Anspruch auf Pflegezeit?

Voraussetzung für eine Pflegezeit ist, dass Ihre Angehörigen Sie pflegen. Ihre Pflegebedürftigkeit müssen Sie außerdem mit einer Bescheinigung nachweisen. Diese erhalten Sie vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) bzw. von MEDICPROOF, dem Dienst der privaten Versicherungen. Die Pflegeperson muss ein naher Angehöriger sein, etwa Ihr Partner, Geschwister, Kinder oder Enkel. Je nach Pflegezeitform muss sie außerdem in einem Betrieb mit mehr als 15 bzw. 25 Mitarbeitern (bei Familienpflegezeit) arbeiten.

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Gut zu wissen
Ihre Pflegeperson kann sich mit einer Kombination der verschiedenen Pflegezeitformen maximal 24 Monate teilweise oder vollständig freistellen lassen. Welche Form Ihre Angehörigen nutzen können, bestimmt unter anderem die Unternehmensgröße. Folgende Varianten sind möglich:
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Info
Allianz - Tipp zum Thema: Wie häufig können Angehörige Pflegezeit nehmen?
Die Pflegezeit lässt sich bis zu einer Höchstdauer von sechs Monaten verlängern. Dies gilt pro Pflegebedürftigem und Familienmitglied allerdings nur einmal. Wenn ein Arbeitnehmer  also bereits einige Tage oder Wochen zur Pflege beansprucht hat und das zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen will, kann der Arbeitgeber sich weigern. Die Länge der bisherigen Pflegezeit spielt dabei keine Rolle. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil von 2011 bestätigt .  Auch die Familienzeit darf ein Angehöriger nur einmalig pro Pflegebedürftigem nutzen.
Allianz - Tipp zum Thema: Wie häufig können Angehörige Pflegezeit nehmen?
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Antrag auf Pflegezeit
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Oft gefragt
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Alles zur Versicherung
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Die vollständige Freistellung von der Arbeitsleistung hat zur Folge, dass die Beschäftigung im sozialversicherungsrechtlichen Sinne mit dem letzten Arbeitstag endet. Damit endet auch die Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten und Arbeitslosenversicherung als Arbeitnehmer. 

Kranken- und Pflegeversicherung

Oft besteht für pflegende Angehörige (Pflegepersonen) die Möglichkeit der beitragsfreien Familienversicherung (z. B. über den Ehegatten), soweit die Gesamteinkommensgrenze nicht überschritten wird. Das von der Pflegekasse gezahlte Pflegegeld für selbstbeschaffte Pflegehilfen, das der Pflegebedürftige als Entschädigung an die Pflegeperson für erbrachte Pflegeleistungen weitergibt, zählt nicht zum Gesamteinkommen. Auch das zinslose Darlehen, welches das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben an Personen in einer pflegebedingten Freistellung von der Arbeitsleistung gewährt, zählt nicht zum Gesamteinkommen.

Sofern keine Familienversicherung oder andere Versicherungspflichttatbestände (z. B. bei Personen, die als Witwe/Witwer bereits eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen) in Frage kommen, besteht die Möglichkeit der freiwilligen Krankenversicherung. Diese Personen unterliegen in der sozialen Pflegeversicherung der Versicherungspflicht.

Die Beiträge der freiwilligen Mitgliedschaft in der Krankenversicherung sowie zur sozialen Pflegeversicherung hat der pflegende Angehörige alleine zu tragen. Er kann aber bei der sozialen Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen auf Antrag einen Zuschuss erhalten.

Im Falle der privaten Krankenversicherung hat der Angehörige die Beiträge alleine weiter zu tragen. Aber auch er kann auf Antrag einen Zuschuss erhalten.

Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung

Nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen können der Versicherungspflicht unterliegen. Bei diesen drei Versicherungen sind einige Dinge zu beachten, wenn Ihre Angehörigen Sie pflegen. Voraussetzung für eine Versicherungspflicht ist unter anderem, dass Sie mindestens Pflegegrad 2 haben und Ihre Angehörigen sie mehr als zehn Stunden pro Woche pflegen (verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage).

Ist dies der Fall,

  • … können pflegende Angehörige einen beitragsfreien Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung genießen
  • … kann u. A. die Pflegekasse Beiträge zur Rentenversicherung zahlen
  • … kann Schutz in der Arbeitslosenversicherung bestehen, sofern Ihre Angehörigen bereits unmittelbar vor Beginn der Pflegezeit z. B. arbeitslosenversicherungspflichtig waren.
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