Mit nachhaltiger Zahnpflege Plastik reduzieren und Zaehne schuetzen
Bambus­zahnbürste, Denttabs & Co.

Nach­haltige Zahn­pflege: Plastik­frei zu gesunden Zähnen

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Um Ihre Zähne nachhaltig und umweltfreundlich zu pflegen, können Sie Natur-Zahnbürsten, Bio-Zahnpasta und Zahnseide aus natürlichen Materialien verwenden.
  • Nachhaltige Zahnpflegeprodukte kommen ohne gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe und ohne umweltbelastende Substanzen wie Kunststoff aus. Zu kaufen gibt es die ökologischen Alternativen in Drogerien, Supermärkten, Bio-Märkten und Onlineshops.
  • Eine nachhaltige Zahnbürste besteht aus nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus, Zuckerrohr oder Holz. Zahnpasta ohne Plastik gibt es in konzentrierter Form als Dentaltabs oder Paste in Glasbehältern.
  • Für spezielle Zahnpflege-Produkte wie Zahnseide und Interdentalbürstchen sind ebenfalls nachhaltige Alternativen erhältlich. Übrigens: Auch intensive Zahnpflege aus sehr nachhaltigen Materialien ersetzt eine gute Prophylaxe wie z.B. professionelle Zahnreinigung nicht - am besten mehr als einmal jährlich ohne Begrenzung, bezahlt von einer  privaten Zahnzusatzversicherung.
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Triclosan, Weich­macher & Co.
Die Deutschen benutzen pro Jahr rund 168 Millionen Zahnbürsten und 413 Millionen Tuben Zahnpasta. Obwohl es viele ökologische Alternativen gibt, bestehen die meisten Zahnpflege­produkte und ihre Umverpackungen nach wie vor aus Plastik. Da sie nur selten recycelbar sind, entsteht eine große Menge vermeidbarer Müll.

Über die dünne Mundschleimhaut gelangen giftige Substanzen schnell in die Blutbahn und damit in den Körper. Zahnprodukte mit gesundheits­schä­digenden Inhaltsstoffen sind daher besonders bedenklich.

Trotzdem finden Labore in Zahnpasta und Co. regelmäßig schädliche Wirkstoffe. Laut BUND Naturschutz (BN) enthalten zahlreiche Plastikzahnbürsten polyzyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK), die krebserregend sein können.

Testergebnissen zufolge sind in Elektrozahnbürsten noch mehr Schadstoffe zu finden. Der Grund: Die elektronischen Bestandteile enthalten unter anderem Metalle und Quarze, die den Körper negativ beeinflussen können. Batterien und Kabel enthalten zudem häufig hormonelle Weichmacher. Die Substanzen können sich schädigend auf die Fort­pflanzungs­fähigkeit auswirken.

Ob Markenprodukt oder Discounter-Eigenmarke, auch bei Zahnpasta sind die Inhaltsstoffe umstritten. In einem Test des Verbrauchermagazins Ökotest (Oktober 2021) fielen 13 der 58 getesteten Zahncremes als "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Der Grund: Die Produkte enthielten Natriumlaurylsulfate und Polyethylenglykole (PEG).

Diese Stoffe reizen die Mundschleim­häute und machen das Gewebe empfindlicher für Fremdstoffe. Auch der umstrittene antibakterielle Wirkstoff Triclosan ist in zahlreichen Zahncremes enthalten. Er steht im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen und für Antibiotika­resistenzen verantwortlich zu sein.

Neben Schadstoffen, die der Gesundheit schaden, stecken in Zahnprodukten auch umweltbelastende Substanzen. Plastik war zwar lange Zeit das Nonplusultra in der Zahnpflege. Doch der synthetisch hergestellte Stoff wird immer mehr zur Belastung für die Natur – insbesondere, weil Plastikverpackungen und Zahnbürsten nach der Benutzung im Mülleimer landen. Nicht alle sind recycelbar und zerfallen zu immer kleineren Kunststoffteilen, die schließlich ins Meer gelangen können.

Bereits bei der Verwendung von Kunststoffzahnbürsten können sich winzige Partikel lösen, die Sie entweder verschlucken oder nach dem Putzen ins Waschbecken spucken. Auf diese Weise gelangt Mikroplastik in den Abwasserkreislauf.

In Zahnpasta helfen feine Nanopartikel aus Plastik, Beläge besser von den Zähnen zu entfernen. Da die Kunststoffteilchen nicht biologisch abbaubar sind, gelangen sie über den Wasserkreislauf zurück in die Natur. Nehmen Tiere oder Pflanzen die Partikel auf, landen sie über kurz oder lang in der menschlichen Nahrungskette. Welche langfristigen Folgen Mikroplastik für die Gesundheit des Menschen hat, ist bislang nicht abschließend erforscht.

Ratgeber
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Gut zu wissen
Egal ob Sie auf Zahnpflege ohne Plastik setzen oder konventionelle Produkte verwenden: Prophylaxe ist das A und O. Lassen Sie mindestens einmal pro Jahr Ihre Zähne im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt untersuchen.

Wer seine Zähne regelmäßig vom Zahnarzt checken lässt, leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Zahngesundheit. Wenn Sie mindestens einmal pro Jahr zur Vorsorge­untersuchung gehen, kann Ihr Zahnarzt einschreiten, bevor akuter Behandlungs­bedarf besteht. Denn jeder Eingriff – egal ob Füllungen, Kronen oder Zahnersatz  – hat Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.

Ist eine zahnärztliche Behandlung notwendig, sollten Sie nicht anfangen zu sparen. Wählen Sie bei Inlays, Zahn­kronen und Co. lieber die teurere und hochwertigere Variante. Je qualitativer das eingesetzte Material, desto lang­lebiger ist es. Damit sparen Sie auf lange Sicht Zeit und Behandlungs­kosten. Und gleichzeitig wertvolle Umweltressourcen.

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Nach­wachsende Materialien
Wer seine Zähne nachhaltig putzen und pflegen möchte, greift statt zur Plastik­zahn­bürste zu einem Modell aus nachwachsenden und kompostierbaren Rohstoffen.

Am bekanntesten sind Bambus­zahnbürsten. Es gibt aber auch Zahnbürsten ohne Plastik auf Zucker­rohr­basis oder aus Holz.

Während der Zahnbürstenhals sich leichter durch eine umweltfreundliche Alternative ersetzen lässt, ist es bei den Borsten komplizierter, auf Kunststoff zu verzichten. Doch auch hier gibt es Lösungen: Nylonborsten aus pflanz­lichem Rizinus­öl oder Viskose­borsten aus Bambus. Ebenso wie Kunststoffborsten gibt es auch die natürlichen Varianten in verschiedenen Härtegraten, sodass Sie beim nachhaltigen Zähneputzen keinen Unterschied bemerken.

Neben Nylon- und Viskoseborsten sind auch Naturborsten zu finden. Zahnärzte raten jedoch von ihnen ab, da sie wesentlich härter und spitzer sind und das Zahnfleisch verletzen können. Zudem sind Tierhaarborsten komplizierter zu reinigen. Dadurch haben Pilze, Viren oder Bakterien leichtes Spiel.

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Tabs, Paste & Co. 
Neben herkömmlichen Zahncremes sind Produkte erhältlich, die keine Kunststoffe enthalten und weniger oder gar keinen Plastikmüll erzeugen:
  1. Möchten Sie beim Putzen nicht auf das gewohnte Aufschäumen verzichten, ist eine Bio-Zahnpasta ohne Mikroplastik die richtige Wahl. Durch die Tube entsteht zwar nach wie vor Verpackungsmüll. Dafür reduzieren Sie den Anteil an gesundheitsschädigendem Mikroplastik.
  2. Nachhaltiger sind hoch­kon­zentrierte Zahn­pasten im Glastiegel, die eine eher feste Konsistenz haben. Die hochdosierte Creme tragen Sie mit einem Spachtel auf die Zahnbürste auf und putzen dann ganz normal Ihre Zähne. Die Glasbehälter können Sie recyceln oder in ver­packungs­freien Läden neu mit Zahnpasta befüllen.
  3. Zahnputztabletten sind die bekannteste natürliche Alternative zu herkömmlicher Zahnpasta. Die weißen Tabs gibt es einzeln oder in Papiertüten zu kaufen. In Glasbehältnissen lagern sie am hygienischsten. Ihre Anwendung ist ganz leicht: Vor dem Putzen einen Tab in den Mund nehmen, zerbeißen und mit einer befeuchteten Zahnbürste wie gewohnt putzen. Die Reinigungs­leistung ist mit der einer Zahnpasta vergleichbar. Das Zahnputzgefühl hingegen ist anders, da Denttabs nicht schäumen. 
  4. Ähnlich in der Anwendung ist Zahnputzsalz. Sie verteilen es im Mundraum und putzen anschließend mit einer feuchten Zahnbürste die Zähne. Der salzige Geschmack ist am Anfang gewöhnungs­bedürftig.
  5. Zahlreiche Zero-Waste-Verfechter schwören auf selbstgemachte Zahnpasta aus Kokosöl und Natron. Zahnärzte raten allerdings davon ab. Die selbst­gemischte Rezeptur bietet keinen nachweis­baren Schutz gegen Karies.
Natürliche, nachhaltige Zahncremes sind in der Regel frei von Konservierungs­stoffen, künstlichen Süßungsmitteln, Aromen, Bleichmitteln, Tensiden, Aluminium und Nanopartikeln. Allerdings enthalten sie häufig kein Fluorid. Regelmäßiges Zähneputzen ist daher umso wichtiger, um Karies und Co. vorzubeugen.
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Oft gefragt
Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt die Benutzung von Zahnpasta mit Fluorid.

Die Substanz härtet den Zahnschmelz, schützt die Zähne vor Säuren und gilt als wirksamstes Mittel zur Kariesprophylaxe.

Trotzdem sind Zahncremes mit Fluorid umstritten. In großen Mengen haben Fluoride eine toxische Wirkung. In haushaltsüblichen Mengen sind sie jedoch ungefährlich. Damit es tatsächlich zu einer Vergiftung kommt, müsste ein Erwachsener an einem Tag mehr als zwei Tuben fluoridhaltiger Zahnpasta verzehren.

Tipp: Die Frage, ob eine Zahncreme mit oder ohne Fluorid besser für Ihre persönliche Zahngesundheit ist, beantwortet Ihnen Ihr Zahnarzt. Auch beim Thema nachhaltige Zahnpflege steht er Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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Weitere Alternativen
Umweltfreundliche Zahnpflege umfasst inzwischen auch Zahnseide ohne Plastik, natronhaltige Mundspülungen und Interdentalbürsten aus Bambus.
 

Da Zahnseide reißfest und gleichzeitig sanft zu Zähnen und Zahnfleisch sein sollte, besteht sie üblicherweise aus Nylon. Plastikfreie Alternativen bestehen zum Beispiel aus Maisseide mit Bienenwachs­überzug und sind in Papier­tütchen oder nachfüllbaren Glasbehältern erhältlich. Für das Frischegefühl sorgt Edelminze.

Da die meisten nachhaltigen Zahnseiden Bienenwachs enthalten, sind sie nicht vegan. Einzelne Hersteller bieten aber auch Produkte an, die mit dem Wachs der Candelilla-Pflanze behandelt sind. Wichtig: Obwohl vegane Zahnseide kompostierbar ist, sollten Sie sie nicht in der Toilette entsorgen. Sie riskieren eine Verstopfung der Abwasserrohre.

Die kleinen Bürsten säubern die Zahnzwischenräume und bestehen meist vollständig aus Kunststoff. Mittlerweile können Sie auf Modelle mit Holz- oder Bambusgriff zurückgreifen, die teilweise sogar austauschbar sind. Allerdings gibt es für die feinen Borsten bislang keine komplett nachhaltige und biologisch abbaubare Alternative.

Auch die Zunge ist Teil einer umfassenden Mundhygiene. Immer mehr Menschen greifen daher zu Zungenreinigern. Zungenschaber aus Edelstahl sind hygienischer, langlebiger, frei von Weichmachern und leichter zu reinigen als Modelle aus Kunststoff.

Tipp: Wer keinen Zungenschaber kaufen möchte, verwendet stattdessen auch einen großen Esslöffel – funktioniert genauso, spart aber Geld und Ressourcen.

Ob Mundspülungen für eine gründliche Mundhygiene notwendig sind, ist umstritten. Meist erfrischen sie nur den Atem. Konzentrierte Mundwasser hingegen töten je nach Formulierung auch Bakterien und Keime ab. Allerdings enthalten sie oft den umstritten Wirkstoff Triclosan, hormonelle Substanzen und Konservierungsstoffe.

Wer nicht auf Mundspülung und Mundwasser verzichten möchte, sollte sich nach einer unschädlichen Alter­native umschauen. Praktisch und verpackungs­sparend zugleich sind beispielsweise Mundwasser Tabs, die sich in Wasser im Nu auflösen. Für einen frischen Atem sorgen selbstgemachte Spülungen aus Natron oder Kräutertees.

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