Pflegerin sitzt bei Seniorin am Bett
Ihre Versorgung bei Krankheit oder Unfall zu Hause

Behandlungs­pflege

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Professionelle Betreuung durch die Behandlungspflege
  • Die Behandlungspflege soll helfen, die Folgen eines Unfalls oder einer Krankheit zu mildern. Sie umfasst medizinische Leistungen durch eine ausgebildete Pflegekraft. Dazu zählen beispielsweise Injektionen, Verbandswechsel oder Medikamentengabe.
  • Sie können diese Art der Pflege nicht selbst beantragen. Für die Behandlungspflege brauchen Sie eine ärztliche Verordnung. Die Feststellung eines Pflegegrades ist hierbei nicht notwendig.
  • Die Kosten der Pflege tragen die Krankenversicherungen.
  • Die Behandlungspflege kann auch als Teil der häuslichen Krankenpflege verordnet werden. Darin sind auch Grundpflege und hauswirtschaftliche Dienstleistungen enthalten.
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Illustration: Mann und Pfleger
Definition
Illustration: Mann und Pfleger

Bei der Behandlungspflege geht es ausschließlich um medizinische Leistungen, die Ärzte verordnen müssen. Die Leistungen dienen dazu, eine Krankheit zu lindern oder zu heilen beziehungsweise zu verhindern, dass sich ein Leiden verschlimmert. Die Behandlungspflege erfolgt in stationären Einrichtungen oder zu Hause – ausnahmslos durch ausgebildete Pflegekräfte.

Was heißt in diesem Zusammenhang "Krankenhausvermeidungspflege"?

Ärzte haben außerdem die Möglichkeit, eine sogenannte Krankenhausvermeidungspflege zu verordnen. Wenn Sie für die medizinische Versorgung nicht in eine Klinik müssen, beziehungsweise sich der Aufenthalt dadurch verkürzen lässt, kann der Arzt diese Form der Pflege verschreiben. Denn die meisten Patienten empfinden es als sehr angenehm, in ihren eigenen vier Wänden bleiben zu können. Als Krankenhausvermeidungspflege wird demnach eine Form der Pflege bezeichnet, die alternativ zu einer Behandlung in einem Krankenhaus verordnet wird.

Was bedeutet hierbei Sicherungspflege?

Wenn Sie eine ärztliche Behandlung beginnen, muss manchmal gewährleistet sein, dass Sie zu Hause parallel dazu gut betreut werden. Dies kann zum Beispiel die regelmäßige Wundversorgung oder Injektionen einschließen. Damit dies nach dem Aufenthalt im Krankenhaus sichergestellt ist, können Ärzte eine sogenannte Sicherungspflege verordnen. Auch hier geht es darum, dass Sie sich zu Hause von Ihrer Behandlung erholen.

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Unterscheidung
Person sitzt am Tisch mit Stift und Taschenrechner

Grundpflege unterstützt Sie in den Aufgaben des täglichen Lebens. Behandlungspflege stellt eine medizinische Versorgung im Alltag sicher.

Wann benötigen Sie Grundpflege?

Grundpflege benötigen Sie dann, wenn Sie als pflegebedürftige Person alle wiederkehrenden Grundverrichtungen im Alltag nicht mehr selbst ausüben können. Dabei erhalten Sie Unterstützung in den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Diese Unterstützung können sowohl Pflegekräfte als auch Ihre Angehörigen übernehmen.

Wann benötigen Sie Behandlungspflege?

Sollten Sie eine medizinische Versorgung benötigen, dann ist eine Behandlungspflege notwendig. Diese kann nur durch einen Arzt bei Ihnen zu Hause oder in einer stationären Einrichtung verschrieben werden. Behandlungspflege umfasst dabei alle medizinischen Leistungen, die nur durch professionelle (examinierte) Pflegekräfte ausgeübt werden können.

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Gut zu wissen
Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege

Im Krankenhaus werden Sie als Patient permanent medizinisch versorgt. Hilfebedürftige Personen brauchen diese medizinische Versorgung oft auch zu Hause oder im Pflegeheim. Dafür gibt es die Behandlungspflege. Voraussetzung ist die Verordnung durch einen Arzt.

Wenn Sie aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit medizinisch versorgt werden müssen, kann ein Arzt Ihnen diese Art der Pflege verordnen. Die Einstufung in einen Pflegegrad ist dabei nicht notwendig. Weitere Voraussetzung ist die Versicherung bei einer Krankenkasse.

Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege
Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege
Examinierte Pflegefachkräfte
Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege
Die medizinische Behandlungspflege darf ausschließlich von examinierten Fachkräften aus der Kranken- und Altenpflege ausgeführt werden. Darunter zählt auch die Fort- und Weiterbildung für Behandlungspflege für anerkannte Pflegehelfer/-kräfte (Behandlungspflegeschein LG1 und LG2).
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Verordnete Leistungen
Die Leistungen der Behandlungspflege zu Hause werden in vier Gruppen unterteilt, die Leistungsgruppen (LG). Grundlage dafür bilden die „Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Verordnung von häuslicher Krankenpflege“. Im folgenden Beispiele für Behandlungspflege:

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Leistungsgruppe Beispiele
1 Behandlungspflege einfacher Art mit geringen Aufwand, z. B. Blutzuckermessung, Blutdruckmessung, Einstellen des Beatmungsgeräts oder Insulininjektionen
2 Einfache Pflegemaßnahmen mit höherem Aufwand, z. B. Anziehen von Kompressionsstrümpfen (ab Kompressionsklasse I), dermatologische Bäder oder Flüssigkeitsbilanzierung
3 Pflegemaßnahmen mit höherem Aufwand bzw. qualifizierter Art, z. B. Versorgung und Überprüfung von Blasenspülung, Anlegen bzw. Wechseln von Kompressionsverbänden oder Einlegen, Wechseln oder Entfernen eines Katheters
4 Behandlungspflege besonders zeitaufwendiger Art bzw. hoher erforderter Sachkunde, z. B. Versorgung eines Dekubitus Grad 3, Einlauf oder Legen bzw. Wechseln einer Magensonde
Kurz erklärt
Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege

Ihr Arzt ist der Auffassung, dass anstatt eines Krankenhausaufenthaltes die notwendigen Maßnahmen zur Heilung bei Ihnen zu Hause fortgeführt werden können. Dazu verschreibt er eine erste zweiwöchige Behandlungspflege. Medizinische Pflegekräfte übernehmen die ambulante Pflege in Ihren eigenen vier Wänden und tragen somit zu einer erfolgreichen Heilung bei.

Hinweis: Sollten Sie Behandlungspflege über einen längeren Zeitraum als 14 Tage benötigen, dann kann eine Folgeverordnung in Aussicht gestellt werden. Diese muss von Ihrem Arzt verordnet und begründet werden. Ist es absehbar, dass mehr als sechs Monate lang Bedarf an Grundpflege und medizinischer Behandlungspflege benötigt wird, kann es nötig sein, einen Pflegegrad zu beantragen – siehe Abschnitt „Dauer“.

Illustration: Gut zu wissen - Voraussetzungen für Behandlungspflege
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Dauer
Illustration: Pflegerin spricht mit Senior im Pflegebett
Eine generell festgelegte Dauer gibt es nicht. Die Erstverordnung gilt in der Regel für 14 Tage. Der betreuende Arzt muss danach anhand Ihres Gesundheitszustands entscheiden, ob und für wie lange er eine weitere Pflege verordnet. Entscheidet er, dass eine Krankenhausverhinderungspflege nötig ist, so ist dies über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen möglich. Eine längere Pflegedauer muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder bei Privatversicherten MEDICPROOF genehmigen. Sie werden dann bei Bedarf auch in einen Pflegegrad eingestuft, sodass Sie von weiteren Leistungen der Pflegeversicherung profitieren können.
Illustration: Pflegerin spricht mit Senior im Pflegebett

Behandlungspflege und 24 Stunden Betreuung

Mit zunehmender Pflegebedürftigkeit kann die zeitlich begrenzte Behandlungspflege durch einen ambulanten Pflegedienst nicht mehr ausreichen. Eine sinnvolle Ergänzung bietet die 24 Stunden Pflege.

Während die medizinischen Pflegeleistungen ausschließlich von geschultem Pflegepersonal (z. B. ambulanter Pflegedienst) durchgeführt werden, kann eine 24 Stunden Pflegefachkraft alltägliche Aufgaben der Grundpflege sowie aktivierenden Pflege übernehmen. Eine dankbare Unterstützung für jeden 24 Stunden Pflegebedürftigen. 

Ob beim Essen, bei der Körperpflege oder beim Aufstehen – bei jeder Tätigkeit können Pflegende aktivierend pflegen. Dabei leiten sie die Pflegebedürftigen an, Dinge selbst zu tun oder mitzuwirken, soweit es möglich ist. Das trägt dazu bei, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen und die Fähigkeiten (Ressourcen) von pflegebedürftigen Menschen zu erhalten oder zu verbessern. 

Ist die medizinische Behandlungspflege sowie eine 24h Betreuung auf Dauer notwendig, bietet sich eine stationäre Pflegebetreuung als entlastende Alternative an.

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Kosten
Person sitzt am Tisch mit Stift und Taschenrechner

Wie teuer ist die Behandlungspflege?

Die Kosten sind abhängig davon, welche Leistungen der Pflegekräfte Sie in welchem Umfang benötigen. Außerdem hängen die Kosten davon ab, ob Sie die häusliche Krankenpflege verordnet bekommen oder nur die Behandlungspflege. Die Entscheidung trifft Ihr Arzt.

Wer übernimmt die Kosten?

Krankenkasse

Ihre Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten. Hierbei gilt allerdings der sogenannte Genehmigungsvorbehalt: Die Kasse überprüft zuerst, ob die Maßnahmen auch dazu dienen, Ihre Krankheit zu heilen bzw. die Beschwerden zu lindern. Der Pflegedienst Ihrer Wahl rechnet seine Leistungen nach der Genehmigung direkt mit der Krankenkasse ab.

Eigenanteil

Der Eigenanteil für Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Er beträgt pro Verordnung maximal zehn Euro sowie zehn Prozent der Kosten für die ersten 28 Behandlungstage im Jahr. Bei einer Schwangerschaft oder nach der Entbindung entfällt diese Zuzahlung. Das gilt auch für Menschen, die chronisch krank sind oder Grundsicherung beziehen.

Pflegeversicherung

Weder die Pflegekassen (als gesetzlicher Träger der Pflegeversicherungen) noch die privaten Pflegeversicherungen übernehmen Kosten der Behandlungspflege. Hierfür sind allein die Krankenversicherungen zuständig. Dabei prüft auch die private Krankenversicherung, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Heilung oder Linderung der Krankheitsbeschwerden beitragen. Achten Sie als Privatversicherter darauf, dass Ihr Tarif eine Kostenübernahme grundsätzlich beinhaltet, beziehungsweise wie hoch Ihr Eigenanteil ist.

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