So erkennen Sie Versicherungsbetrüger

Versicherungs­betrug: Autounfall provoziert

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Gutachter können Betrüger überführen
  • Die Ampel springt auf gelb, plötzlich bremst Ihr Vordermann abrupt, es knallt. Meist können sich die Opfer den Zusammenstoß gar nicht erklären, so schnell und unerwartet ereignet er sich. An Versicherungsbetrug denkt in dem Moment kaum einer - dabei ist laut Untersuchungen jeder zehnte Kfz-Schadenfall manipuliert, größtenteils durch absichtlich herbeigeführte Unfälle.
  • Einen fingierten Unfall kann nur ein Gutachter beweisen. Mit Hilfe von unfallanalytischen Gutachten und Simulationen des Unfallhergangs können Sie Betrüger entlarven. Wichtig ist, dass Betroffene die Polizei rufen und den Unfall Ihrer Kfz-Versicherung melden.
  • Im Schadensfall helfen Ihnen Ihre Kfz-Versicherung und eine Rechtsschutzversicherung weiter.
Gut zu wissen
Allianz - Info: Illustration Gut zu wissen

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist etwa jeder zehnte Kfz-Schadenfall typische Anzeichen einer Manipulation auf. „Oftmals wird das Ausmaß von tatsächlichen Schadenfällen nachträglich vergrößert oder bereits vorhandene Schäden werden erneut abgerechnet", sagt Kathrin Jarosch, Pressesprecherin des GDV. Unfälle würden aber auch mit Bekannten abgesprochen, vorgetäuscht oder vorsätzlich herbeigeführt. Besonders skrupellos seien die sogenannten „Autobumser“, die ahnungslose Fahrzeughalter in einen Unfall verwickeln, um dann Geld von der Versicherung zu kassieren.

Der jährliche Schaden durch Versicherungsbetrug in der Schadens- und Unfallversicherung liegt laut GDV bei rund vier Millionen Euro. Rund zwei Millionen entfallen auf die Kraftfahrthaftpflichtversicherung – ein Großteil davon versursacht durch Unfälle mit Vorsatz.

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10 Indizien für einen fingierten Zusammenstoß
Allianz - Nahaufnahme eines Auffahrunfalls

Die Vorgehensweise beim Versicherungsbetrug ist meist die gleiche: Kommt es zu einem Crash, legt der Betrüger der Versicherung des Unfallgegners ein Gutachten vor, das die Reparaturkosten beziffert. Der Beitrag wird kassiert, der Schaden aber nur provisorisch repariert. Schnell wird der nächste Unfall provoziert, wieder kassiert – und immer die Schuld dem anderen Autofahrer zugeschoben. Da unterschiedliche Kfz-Versicherer betroffen sind, fallen die Täter oft jahrelang nicht auf.

Der GDV und Stiftung Warentest haben Indizien gesammelt, die auf einen geplanten Unfall hinweisen können. Hier eine Übersicht über  zehn beliebte Tricks der Betrüger:

  1. Rechts vor links: Der Unfall findet an einer Stelle mit Rechts-vor-links-Regelung statt. Besonders beliebt: Einmündung von parallelen Fahrstreifen, Kreisel, große Parkplätze und Kreuzungen, deren Vorfahrtsregel vor kurzem geändert wurde.
  2. Gas geben: Ob Ausparken, Spurwechsel oder Linksabbiegen – oft fährt der Betrüger zunächst bewusst langsam. Im letzten Moment gibt er voll Gas, das Unfallopfer kann nicht mehr ausweichen.
  3. Handzeichen: Der Betrüger gibt ein Handzeichen, um Vorfahrt zu signalisieren, dann beschleunigt er unerwartet. Später wird er seine Handbewegung bestreiten oder umdeuten.
  4. Versteck: Auch hinter dem Häuschen für Einkaufswägen lauern Täter gerne, um urplötzlich hervorzuschießen – bei klassischer Rechts-vor-links-Regelung.
  5. Ampel-/Zebrastreifen-Trick: Die Ampel springt auf gelb, der Täter legt eine abrupte Vollbremsung hin und provoziert so einen Auffahrunfall. Das Gleiche am Zebrastreifen, wo plötzlich ein Passant (oft Komplize) die Straße überquert.
  6. Teures Auto: Der Unfallverursacher fährt ein Auto der Oberklasse, das meist schon diverse Dellen aufweist. Der Gutachter attestiert hohe Reparaturkosten.
  7. Alleinfahrer: Im Visier der Täter stehen Fahrer, die allein unterwegs sind. Besonders beliebt: Junge unerfahrene, ältere und ortsfremde Autolenker, die leichter zu verunsichern sind.
  8. Routiniertes Auftreten: Der Gegner wirkt nach dem Crash ungewöhnlich ruhig und routiniert, als wäre ein Unfall etwas ganz Alltägliches.
  9. Plötzliche Zeugen: Wie aus dem Nichts tauchen Personen auf, die den Unfallhergang bezeugen können oder sogar noch psychologischen Druck ausüben.
  10. Spuren entfernen: Der Unfallgegner drängt, das Auto sofort von der Straße zu bekommen und beginnt unverzüglich Unfallspuren wie Glasscherben, Lacksplitter zu entfernen (Begründung: „Damit andere Autofahrer nicht zu Schaden kommen“). Möglicherweise will er aber nur Beweismittel verschwinden lassen.
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Tipps im Schadensfall
Allianz - Versicherungsbetrug: Eine Person hält Handy und tippt darauf

Einen fingierten Unfall beweisen kann nur ein Gutachter. Trotzdem können auch Sie dazu beitragen, den Zusammenstoß aufzuklären, um nicht am Ende Opfer eines Versicherungsbetruges zu sein.

  • Rufen Sie die Polizei, wann immer Sie Zweifel bekommen - selbst wenn diese bei Blechschaden nicht ausrücken müsste. Wichtig für die Polizei sind Angaben zum Unfallhergang: Hätte der Unfallbeteiligte bremsen oder ausweichen können? Hatte er stattdessen beschleunigt?
  • Sichern Sie Beweise! Unverzichtbar sind Fotos von beiden Unfallfahrzeugen aus allen Perspektiven, bevor die Fahrzeuge wegbewegt werden. Nehmen Sie auch Bremsspuren und abgebrochene Teile auf, die auf der Fahrbahn liegen. Erstellen Sie - wenn möglich - eine Unfallskizze.
  • Räumen Sie danach schnellstmöglich die Straße. 
  • Notieren Sie Kennzeichen, Name und Adresse des Unfallgegners. Am besten auch Ausweis zeigen lassen, sofern dieser nicht schon von der Polizei geprüft wurde.
  • Unterschreiben Sie kein Schuldanerkenntnis und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ihre Rechtsschutzversicherung hilft Ihnen bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche.
  • Benachrichtigen Sie auch Ihre Kfz-Versicherung, wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihrem Unfall nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
Allianz - Versicherungsbetrug: Eine Person hält Handy und tippt darauf
Allianz - Info: Illustration Gut zu wissen
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Allianz - Info: Illustration Gut zu wissen
Jeder Autofahrer, der glaubt, Opfer eines Unfallbetrügers geworden zu sein, sollte den Vorfall umgehend seiner Versicherung melden. Diese prüft mögliche Ungereimtheiten und erstellt bei Bedarf Rekonstruktionsgutachten. Durch unfallanalytische Gutachten und Simulationen des Unfallhergangs gelingt es Unfallexperten, Betrüger zu überführen. Dabei werden unter anderem Kollisionswinkel gemessen, Höhe und Lage der Beulen verglichen und die tatsächliche Reaktionszeit errechnet.
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Der richtige Versicherungsschutz
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