- Hat Ihr Auto serienmäßig keine Anhängerkupplung (AHK), können Sie das Kfz-Teil nachrüsten. Am besten übernimmt eine Fachwerkstatt die sachgemäße Montage.
- Sie lassen die nachgerüstete Anhängerkupplung eintragen, wenn sie keine EU-Zulassung hat. Neuere Modelle haben meist ein ECE-Prüfzeichen und sind eintragungsfrei.
- Für die TÜV-Abnahme der Anhängerkupplung fallen Kosten zwischen 25 und 48 Euro an. Die Änderung der Fahrzeugpapiere kostet rund zehn Euro.
Anhängerkupplung eintragen
Anhängerkupplung eintragen: Kurz erklärt
Wann Anhängerkupplung eintragen lassen?
Anhängerkupplung mit EU-Zulassung: eintragungsfrei
Entspricht die nachgerüstete Anhängerkupplung den Normen der Europäischen Union (EU), ist weder die Abnahme bei einer Prüforganisation (z. B. TÜV) noch die Eintragung in die Fahrzeugpapiere vorgeschrieben. Die meisten AHK auf dem Markt haben eine EU-Zulassung und sind eintragungsfrei. Bei neueren Modellen braucht es deswegen meist keine TÜV-Abnahme der Anhängerkupplung. Auch bei abnehmbaren Anhängerkupplungen ist der TÜV optional. Trotzdem sollten Sie die Papiere der neuen AHK mitführen. So belegen Sie zum Beispiel bei einer Verkehrskontrolle, dass die Kupplung zum Fahrzeugtyp passt und fachmännisch montiert ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich den fachgerechten Anbau vom TÜV bescheinigen.
Tipp: Ob Sie Ihre Anhängerkupplung eintragen und abnehmen lassen müssen, erkennen Sie am ECE-Prüfzeichen (auch: E-Prüfzeichen). Die Kennzeichnung weist nach, dass die AHK eine EU-Zulassung hat und somit eintragungsfrei ist. Das Prüfzeichen besteht aus einem Kreis mit dem Buchstaben "E" und einer Kennzahl. Je nach AHK-Modell ist es neben dem Schraubenkopf eingestanzt oder mit einem kleinen Typenschild befestigt.
Anhängerkupplung ohne EU-Zulassung: eintragungspflichtig
Wer darf Anhängerkupplung einbauen und eintragen?
Anhängerkupplung montieren & eintragen in Werkstatt
Mit der Nachrüstung einer Anhängerkupplung beauftragen Sie am besten eine Fachwerkstatt. Profis verbauen in der Regel eintragungsfreie AHK mit EU-Zulassung – für Sie die einfachste und günstigste Lösung. Baut der Fachbetrieb ein Modell ohne EU-Zulassung ein, ist die Abnahme durch einen Prüfingenieur oder eine Prüfingenieurin erforderlich. Teils prüfen Sachverständige von TÜV, DEKRA und Co. die Anhängerkupplung vor Ort in der Werkstatt und vermerken die Nachrüstung direkt in den Fahrzeugpapieren.
Wichtig: Erfolgt der Einbau der Anhängerkupplung fachgerecht, ist die Herstellergarantie des Kfz nicht beeinträchtigt.
Anhängerkupplung selber nachrüsten
Wenn Sie Ihre Anhängerkupplung selber nachrüsten, lassen Sie den Anbau von einer Prüfstelle abnehmen. So gehen Sie sicher, dass die AHK fachgerecht montiert und tatsächlich eintragungsfrei ist. Dafür geben Sie ein "Teilegutachten für nachträglich eingebaute Teile" in Auftrag, das Prüfer:innen speziell für Anbauten ohne ECE-Prüfzeichen anfertigen.
Hat die sachverständige Person die Nachrüstung geprüft und abgenommen, erhalten Sie ein offizielles Teilegutachten. Dieses Dokument braucht die Kfz-Behörde, wenn Sie die Anhängerkupplung eintragen lassen. Ein Vermerk in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher: Fahrzeugschein) bestätigt, dass Ihre Anhängerkupplung zugelassen ist. Ist eine eintragungspflichtige Anhängerkupplung nicht eingetragen, droht eine Strafe. Je nachdem, wie stark der Verstoß die Verkehrssicherheit gefährdet, ist ein Bußgeld in Höhe von 25 bis 135 Euro möglich.
Anhängerkupplung eintragen lassen: Kosten
Montagekosten (100 bis 550 Euro)
Die Kosten für die Montage einer Anhängerkupplung setzen sich aus Gebühren für Installation, Anhängerkupplung und Elektrosatz zusammen. Letzterer sorgt dafür, dass Sie die Elektrik des Anhängers mit der Ihres Autos verbinden können. Der Elektrosatz ist meist im Montagepreis enthalten und kostet zwischen 50 und 100 Euro.
Die Höhe der Montagekosten hängt von Art der AHK, Werkstatt und Fahrzeugmodell ab. Grober Kostenrahmen zur Orientierung:
- Starre Anhängerkupplung: ca. 100 bis 150 Euro
- Abnehmbare Anhängerkupplung: ca. 250 bis 350 Euro
- Schwenkbare Anhängerkupplung: ca. 450 bis 550 Euro
Kosten für Änderungsabnahme (25 bis 48 Euro)
Kosten für Eintragung (10,20 Euro)
Die Gebühren für die Eintragung der AHK in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher: Fahrzeugschein) sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Jede Kfz-Zulassungsstelle kann eigene Gebührensätze festlegen. Heißt: Eine Eintragung in München kostet unter Umständen mehr als eine Eintragung in Berlin oder Hamburg.
Die Gebührenhöhe richtet sich auch nach dem Verwaltungsaufwand der Kfz-Behörde. Für die Eintragung der technischen Änderung in den Zulassungspapieren fallen laut Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) 10,20 Euro an.
Unterlagen für Eintragung in Fahrzeugpapiere
Häufige Fragen zum Anhängerkupplung-Eintragen
Kann ich bei jedem Auto eine Anhängerkupplung nachrüsten?
Bei den meisten Automodellen lässt sich eine Anhängerkupplung einfach nachrüsten. Ausnahmen sind Sportwagen und Fahrzeuge mit Auspuffanlage in der Mitte.
Wichtig: Seit Umstellung auf das WLTP-Prüfverfahren zur Ermittlung von Kraftstoffverbrauch und Abgasgrenzwerten (2017) lassen sich einige Fahrzeugmodelle nachträglich nicht mehr nachrüsten. Betroffen sind Pkw, die durch das zusätzliche Gewicht der Anhängerkupplung die vorgeschriebenen Werte nicht mehr einhalten würden. Wer dennoch eine AHK an ein solches Modell montiert, riskiert die Kfz-Zulassung.
Wird beim TÜV auch die Anhängerkupplung geprüft?
Wird eine Anhängerkupplung im Fahrzeugbrief eingetragen?
Ist eine Anhängerkupplung eintragungspflichtig?
Was kostet es, eine Anhängerkupplung eintragen zu lassen?
Lassen Sie Ihre nachgerüstete Anhängerkupplung eintragen, zahlen Sie ca. zwischen 35 und 60 Euro. Die Kosten setzen sich zusammen aus:
- Gebühren für Abnahme der AHK bei Prüfstelle: 25 bis 48 Euro
- Gebühren für Eintragung der technischen Änderung in Fahrzeugpapiere: 10,20 Euro
Was, wenn die Anhängerkupplung das Kfz-Kennzeichen verdeckt?
Würde die fest montierte Anhängerkupplung das Kfz-Kennzeichen Ihres Fahrzeugs verdecken, müssen Sie eine abnehmbare Anhängerkupplung verbauen. Bei Fahrten ohne Anhänger nehmen Sie die mobile AHK wieder ab. Ist die Sichtbarkeit des Kennzeichens durch die abnehmbare Anhängerkupplung nicht beeinträchtigt, kann sie dauerhaft am Pkw montiert bleiben.
Wichtig: Egal, ob fest verbaut oder abnehmbar, Sie brauchen eine nachgerüstete AHK nicht zusätzlich versichern. In der Regel ist der Anbau über die Autoversicherung des Fahrzeugs mitversichert.
Mo bis Sa 8-20 Uhr
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