Innerorts, außerorts & auf Autobahnen

Geschwindigkeit mit Anhänger: So schnell dürfen Sie fahren

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Tempolimit für Fahrzeuggespanne
  • Da beim Fahren mit Anhänger das Unfallrisiko höher ist als sonst, gelten für Fahrzeuggespanne besondere Vorschriften. Das zulässige Gesamtgewicht und die Höchstgeschwindigkeiten sind begrenzt.
  • Innerorts müssen Pkw mit Anhänger ein Tempolimit von 50 km/h beachten. Außerorts gilt eine Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h. Eine Ausnahme besteht lediglich bei Anhängern mit Tempo-100-Plakette: Sie dürfen bis zu 100 km/h fahren.
  • Sind Sie mit einem Fahrradträger unterwegs, gelten die normalen Geschwindigkeitsvorschriften. Dennoch sollten Sie nicht schneller als 130 km/h fahren.
  • Um einen Anhänger zu ziehen, reicht ein Pkw-Führerschein Klasse B in der Regel aus. Es sei denn, Sie wollen größere und schwerere Hänger wie Wohnwagen oder Pferdeanhänger bewegen. 
Geschwindigkeit mit Anhänger: Illustration Information Gut zu wissen
Gut zu wissen
Geschwindigkeit mit Anhänger: Illustration Information Gut zu wissen

Egal, ob Sie mit Pferdeanhänger, Wohnwagen oder einem Transportanhänger für Motorräder unterwegs sind: Um Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, gelten für Fahrzeuggespanne besondere Vorschriften. Der Grund dafür ist einfach: Das Risiko für Unfälle steigt beim Fahren mit Anhänger.

Durch das zusätzliche Gewicht erhöht sich die Gesamtmasse des Fahrzeugs. Diese verändert unter anderem das Fahrverhalten des gesamten Gespanns. Bei höheren Geschwindigkeiten geraten Pkw und Anhänger schneller ins Schleudern und können aus der Bahn geraten. Für den Fahrer ist es insgesamt deutlich schwerer, die Kontrolle zu behalten.

Darüber hinaus ist auch das Bremsverhalten betroffen: Durch das zusätzliche Anhängergewicht verlängert sich der Bremsweg deutlich. Das heißt: Im öffentlichen Straßenverkehr sind Vorsicht und vorrausschauendes Fahren weitaus mehr gefragt als sonst. 

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Höchstgeschwindigkeit

Innerorts gilt ein Tempolimit von 50 km/h, sofern Verkehrszeichen keine andere Vorgabe machen. Außerhalb geschlossener Ortschaften sowie auf Autobahnen beträgt die maximale Geschwindigkeit mit Anhänger 80 km/h.

Mit Tempo-100-Plakette dürfen Sie schneller fahren

Sie möchten mit Ihrem Anhänger oder Wohnwagen schneller als 80 km/h fahren? Die Möglichkeit, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h zu erhöhen, besteht: mit der sogenannten Tempo-100-Plakette. Sie gilt für alle mehrspurigen Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen. Dazu gehören alle Pkw, aber auch Wohnmobile und Kraftomnibusse. Vorausgesetzt, sie überschreiten nicht die zulässige Gesamtmasse. Die Anmeldung erfolgt wie jede andere Kfz-Zulassung bei der zuständigen Kfz-Behörde.

Um eine Tempo-100-Plakette zu erhalten, müssen Zugfahrzeug und Anhänger folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • Das Zugfahrzeug ist mit ABS ausgestattet.
  • Die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs beträgt maximal 3,5 Tonnen.
  • Der Anhänger ist bauartbedingt für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h geeignet.
  • Die Anhängerreifen sind für 120 km/h ausgelegt und haben wenigstens Geschwindigkeitsindex L.
  • Die Reifen des Anhängers sind jünger als sechs Jahre.

Haben Sie die Sonderzulassung erhalten, müssen Sie die von der Straßenverkehrsbehörde gesiegelte Tempo-100-Plakette an der Rückseite Ihres Anhängers anbringen. Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Pkw-Anhänger-Kombination die nötigen Voraussetzungen erfüllt? Lassen Sie Ihr Kfz von einer Fachwerkstatt oder technischen Prüfstelle wie TÜV, DEKRA und Co. überprüfen

Rechtliche Konsequenzen
Geschwindigkeit mit Anhänger: schwarzes Auto mit Wohnwagen fährt auf der Autobahn

Überschreiten Sie die gesetzlich vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten, verstoßen Sie gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO). Je nach Schwere des Verstoßes drohen Ihnen Bußgeld, Fahrverbot und Punkte in Flensburg:

  • Bei einer Überschreitung von maximal 15 km/h erwartet Sie sowohl inner- als auch außerorts ein Bußgeld von bis zu 30 Euro.
  • Bei 20 km/h über dem Tempolimit kommt ein Punkt in Flensburg hinzu.
  • Fahren Sie mehr als 60 km/h zu schnell, sieht der Bußgeldkatalog eine Strafe in Höhe von 600 Euro, Fahrverbot von drei Monaten und zwei Punkte in Flensburg vor. 
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Transport von Fahrrädern

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Fahrräder mit dem Pkw zu transportieren. Am besten eignen sich dafür Dach-, Heck- oder Kupplungsträger. Für Letzteren benötigt Ihr Kfz eine Anhängerkupplung (AHK). Denn der Fahrradträger wird auf einem Kugelkopf befestigt. Wichtig ist, dass Sie die maximale zulässige Traglast des Trägers und die Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreiten. Vor allem beim Transport von schweren Pedelecs oder E-Bikes ist dies schnell der Fall.

Fahren Sie mit Fahrradträger maximal 130 km/h

Da Transportvorrichtungen für Fahrräder nicht als Anhänger gelten, gibt es für Pkw mit Fahrradträgern keine offizielle Geschwindigkeitsbegrenzung. Für sie gelten die gleichen Bestimmungen wie für alle Pkw: Innerorts maximal 50 km/h, außerorts 100 km/h und auf Autobahnen die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Nichtsdestotrotz sollten Sie beim Fahren mit Fahrradträger ein gewisses Tempo nicht überschreiten. Hersteller von Fahrradträgern empfehlen in der Regel eine Höchstgeschwindigkeit von 120 bis 130 km/h.

Wichtig: Transportieren Sie Ihre Zweiräder auf einem separaten Fahrradanhänger, gilt selbstverständlich die maximale Geschwindigkeit für Anhänger. Diese beträgt 80 km/h.

Tipps für eine sichere Fahrt mit Fahrradträger

 

  • Sichern Sie die Räder mit Gurten fest am Träger. Je höher die Geschwindigkeit ist, desto höher das Risiko, dass sich Befestigungen lösen.
  • Entfernen Sie Akkus aus E-Bikes und Pedelecs, um das Gewicht auf Träger und Anhängerkupplung zu reduzieren.
  • Nehmen Sie Anbauteile wie Fahrradkörbe, Kindersitze, Luftpumpen oder abnehmbare Beleuchtung ab. Damit fallen sie während der Fahrt nicht ab. Verstauen Sie sie stattdessen im Zugfahrzeug.  
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Unterwegs mit Anhänger
Geschwindigkeit mit Anhänger: Auto mit Anhänger fährt auf Schnellstraße

Ob Umzug, Großeinkauf oder Transport von Baumaterialien: Ein Anhänger ist mitunter sehr nützlich. Zudem bietet er deutlich mehr Ladefläche als ein Pkw. Doch bevor Sie Ihren Anhänger im Straßenverkehr bewegen, gibt es drei wichtige Dinge zu beachten. Was Sie über Zulassung, Maximalgewicht und Fahrerlaubnis wissen sollten:

1. Anhänger darf nur mit Zulassung auf die Straße

Wie jedes Kfz dürfen Sie auch einen Anhänger nur dann im Straßenverkehr bewegen, wenn Sie ihn ordnungsgemäß zugelassen haben. Für die Anmeldung Ihres Anhängers reicht ein kurzer Besuch bei der zuständigen Zulassungsstelle aus. Die dafür notwendigen Unterlagen sind die gleichen, die Sie auch beim Autoanmelden vorzeigen müssen. Nur der Nachweis über die Abgasuntersuchung fällt weg.

Die wichtigsten Unterlagen für die Anhänger-Zulassung sind:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)

2. Halten Sie die zulässige Anhängelast des Pkw ein

Das tatsächliche Gewicht des Anhängers (Leergewicht + Zuladung) darf die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs nicht übersteigen. Die Anhängelast gibt an, welches Gewicht ein Kfz höchstens ziehen und wie schwer sein Anhänger insgesamt sein darf.

Die Anhängelast Ihres Pkw entnehmen Sie der Zulassungs­bescheinigung Teil I: für gebremste Anhänger unter O.1 und für ungebremste Anhänger unter O.2. Im alten Fahrzeugschein steht die Anhängelast unter Nummer 28 und 29. Ist Ihr Anhänger samt Beladung schwerer als erlaubt, droht Ihnen ein Bußgeld Je nach Schwere des Verstoßes liegt es zwischen 30 und 425 Euro. Auch ein Punkt in Flensburg ist möglich.

3. Führerschein Klasse B reicht für Anhänger bis 750 kg aus

Um ein Fahrzeug mit Anhänger steuern zu dürfen, bedarf es nicht unbedingt einer speziellen Fahrerlaubnis. Mit einem Pkw-Führerschein der Klasse B dürfen Sie beispielsweise Hänger mit bis zu 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht steuern. Außerdem darf das Gespann nicht schwerer sein als 3,5 Tonnen. Sie möchten Anhänger über 750 Kilogramm wie etwa größere Pferde-, Boots- oder Wohnanhänger ziehen? Diese sind durch den Führerschein Klasse B nicht mehr abgedeckt.

Dann benötigen Sie einen speziellen Anhänger-Führerschein (Klasse BE). Mit ihm dürfen Sie Hänger mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 750 und 3.500 Kilogramm an Ihr Kfz ankoppeln. Bei noch schwereren Anhängern ist eine Fahrerlaubnis der Klasse C1E erforderlich. Alternativ können Sie Ihren Pkw-Führerschein Klasse B um die Schlüsselzahl 96 erweitern. Der sogenannte Klasse B96 Führerschein erlaubt Ihnen, Fahrzeugkombinationen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen zu steuern.

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