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Streich oder Sachbeschädigung

Halloween: Wer haftet bei Schäden?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Konfetti im Brief­kasten, die Tür­klinke voll Senf oder Zahn­pasta: All das gilt noch als Streich. Werden jedoch Haus­wände beschmiert, Blumen­kästen zerstört oder Brief­kästen mit Böllern gesprengt, handelt es sich um Sach­beschädigung.
  • Eltern müssen für entstandene Schäden nur dann aufkommen, wenn sie ihre Aufsichts­pflicht verletzt haben.
  • Kinder unter sieben Jahren sind in Augen des Gesetz­gebers nicht delikt­fähig. Betroffene erhalten in diesem Fall keine Entschädigung.
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Schäden mit Folgen
Kommt es zu einer Anzeige, wird geprüft, ob Eltern für den Schaden aufkommen müssen. Eltern haften nicht grundsätzlich für ihre Kinder. Sondern nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzen
Eltern haften nicht immer für Schäden, die ihre Kinder verursacht haben. Lassen Sie Ihren Nachwuchs an Hallo­ween alleine los­ziehen oder unbeauf­sichtigt, haben Sie Ihre Aufsichts­pflicht ver­nach­läss­igt. In diesem Fall sind Eltern oder deren Versicherung ver­pflichtet, den angerichteten Schaden zu ersetzen. Sind Eltern ihrer Aufsichts­pflicht aus­reichend nach­gekommen oder ist das Kind jünger als sieben Jahre, können sie nicht zur Ver­ant­wortung gezogen werden.

Kinder können oft nicht einschätzen, welche Konse­quenzen ihr Handeln hat. Gemäß BGB § 828 Abs.1 sind Kinder unter sieben Jahren nicht delikt­fähig und haften somit auch nicht für Schäden, die sie anrichten. Im Straßen­verkehr gilt diese Frei­stellung bis zum zehnten Lebensjahr.

Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus, die älter als sieben Jahre, aber noch nicht voll­jährig sind. Hier wird im Einzel­fall entschieden, ob das Kind die Folgen seiner Tat ein­schätzen konnte. Minder­jährige mit der nötigen "Ein­sichts­fähig­keit" haften immer. Grund­sätzlich gilt: Je älter das Kind, desto eher bejaht das Gericht die Haftung.

Wichtig für Eltern: Jugendliche ab 14 Jahren sind bedingt delikt­fähig bzw. bedingt straf­mündig. Sie können für Hallo­ween-Streiche straf­rechtlich belangt werden.

  1. Klären Sie Ihre Kinder darüber auf, dass Eier an Haus­wände werfen oder Böller in Brief­kasten zünden keine Streiche, sondern Sach­be­schä­di­gung sind. Und eine Anzeige nach sich ziehen können.
  2. Achten Sie darauf, mit welchen Utensilien Ihr Nach­wuchs auf Hallo­ween-Tour geht.
  3. Ermutigen Sie Ihr Kind, trotz Gruppen­druck nicht bei üblen Streichen mitzumachen.
  4. Begleiten Sie Ihre Schützlinge wenn möglich auf der nächt­lichen Runde.
  5. Stellen Sie im Privatschutz-Paket Ihr indivi­duelles Ver­si­che­rungs­paket für mehr Sicher­heit im Alltag selbst zusammen.
Gut zu wissen 

Eine gesetzlich vorgeschriebene Alters­regel­ung gibt es nicht. Das heißt: Es liegt im Ermessen der Eltern, ab welchem Alter und wie lange Minder­jährige abends los­ziehen dürfen. Allerdings müssen Eltern ihrer Auf­sichts­pflicht nach­kommen (im Art. 6 des GG geregelt) und das Jugend­schutz­gesetz (JuSchG) beachten.

Lassen Erziehungsberechtigte noch sehr junge Kinder bis spät in die Nacht allein um die Häuser ziehen, besteht zu­mindest der Verdacht einer Aufsichts­pflicht­verletzung. Das kann zum Fall für Polizei oder Jugend­amt werden. In der Regel endet die Auf­sichts­pflicht der Eltern erst, wenn das Kind sein 18. Lebens­jahr vollendet hat.

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Wer zahlt?
Beschädigen Fremde an Halloween mutwillig Ihr Haus oder Ihren Pkw, haben Sie Anspruch auf Schadens­ersatz. Wird der Täter jedoch nicht gefunden, sind Geschädigte in der Regel über ihre Wohn­gebäude- oder Kfz-Versicherung vor hohen Kosten geschützt.
 

Ihr Kind hat bei seiner Halloween-Tour nicht nur Süßig­keiten gesammelt, sondern auch die Haus­fassade Ihres Nachbarn mit Eiern beworfen. Dieser fordert nun Schadens­ersatz von Ihnen. Haben Sie Ihre Aufsichts­pflicht ver­nach­lässigt, sind Sie ver­pflichtet, den Schaden zu übernehmen. Haben Sie eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung abgeschlossen, zahlt Ihr Versicherer den Schaden für Sie. Das gilt nicht nur für Sach­schäden, sondern auch für Personen- und Vermögens­schäden.

Haben Sie Ihre Aufsichts­pflicht erfüllt, können Sie in der Regel nicht zu Schadens­ersatz ver­pflichtet werden. Tragen Sie die Streitig­keiten mit Ihrem Nachbarn vor Gericht aus, sichert Sie eine Rechtsschutzversicherung ab. Um den nachbar­schaft­lichen Frieden zu wahren, sollten Sie jedoch versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Zum Beispiel, indem Sie Ihrem Nachbarn den entstandenen Schaden freiwillig ersetzen.

Kinder unter sieben Jahren sind deliktunfähig. Das heißt: Sie sind für Schäden, die sie verursachen, nicht verantwortlich. Auf Wunsch leistet die Allianz dennoch: In den Tarifen Smart, Komfort und Premium der Allianz Privat-Haft­pflicht­ver­si­che­rung sind auch Schäden durch deliktunfähige Kinder abgedeckt. Ideal für Eltern, die sich aus moralischen Gründen verpflichtet fühlen, für den Schaden ihrer Sprösslinge aufzukommen. Zum Beispiel, um den Frieden mit den Nachbarn zu wahren – selbst, wenn sie rechtlich nicht dazu verpflichtet sind.
Ist die Fassade Ihres Hauses nach Halloween so stark beschmiert, dass sie neu gestrichen werden muss, melden Sie den Schaden Ihrer Wohngebäudeversicherung. Viele Tarife decken auch Vandalismusschäden am Haus ab. Haben Sie keinen entsprechenden Schutz, zahlen Sie den entstandenen Schaden aus eigener Tasche.

Wurde Ihr geparktes Fahrzeug mutwillig beschädigt, ist das ein Fall für die Kfz-Ver­si­che­rung. Haben Sie eine Vollkasko, kommt Ihr Versicherer für Vandalismus am Auto in der Regel auf. Sind nur die Scheiben beschädigt (Glas­bruch­schaden), über­nimmt Ihre Teilkasko den Schaden.

Für Kfz-Versicherer macht es übrigens keinen Unter­schied, ob Sie Ihr Auto an Hallo­ween sicher abstellen. Haben Sie eine Garage, sollten Sie Ihren Pkw aber sicher­heits­halber darin parken. So verhindern Sie, dass der Wagen überhaupt erst zu Schaden kommt.

Optimal abgesichert
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Verkleidung
Grundsätzlich haben Sie bei Halloween-Schminke und Ver­kleidung freie Auswahl. Behalten Sie aber im Hinter­kopf, dass nicht alles erlaubt ist, was Ihnen wo­möglich gefällt. Was beim Hallo­ween-Kostüm zu beachten ist, erfahren Sie hier.
 
Nein, das deutsche Gesetz sieht Ausnahmen vom Ver­mummungs­verbot vor. Sie dürfen sich an Hallo­ween also ver­kleiden. Aller­dings ist es auch an Hallo­ween verboten, Masken im Straßenverkehr zu tragen. Machen Sie sich mit dem Auto auf den Weg zur Halloween-Party, müssen Sie Ihre Maske also abnehmen.
Ja. Anders als in Großbritannien ist vorsätzliches Erschrecken von Passanten, zum Beispiel mit einem gruseligen Horrorclown-Kostüm, in Deutschland nicht strafbar. Aber: Von den Folgen des Erschreckens können Ordnungs- und Justiz­behörden auf eine straf­bare Handlung schließen. Hat der Schreck für Betroffene zum Beispiel eine Belastungs­störung zur Folge, kann der Tat­bestand der Körper­verletzung erfüllt sein.
Ja, vorausgesetzt es ist eindeutig zu erkennen, dass es sich bei der Uniform um eine Ver­kleidung handelt. Verboten ist Ihr Hallo­ween-Kostüm zum Beispiel, wenn es nicht ein­deutig von der Dienst­uniform eines Polizisten zu unter­scheiden ist. In diesem Fall können Sie wegen Titel- und Amts­miss­brauch belangt werden.
Ja. Allerdings darf die Fake-Waffe einer echten Waffe nicht zum Ver­wechseln ähnlich sehen. Ist das der Fall, handelt es sich um eine sogenannte "Anscheins­waffe" nach § 42a Nr. 1 des deutschen Waffen­gesetzes. Eine Anscheins­waffe in der Öffent­lich­keit zu tragen, stellt eine Ordnungs­widrig­keit dar. Das kann Sie bis zu 10.000 Euro Buß­geld kosten.
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Streich oder Straftat?
Welche Halloween-Streiche harmlos sind und ab wann eine Straftat vorliegt, ist nicht immer einfach zu beurteilen. Hier erfahren Sie, wo die Grenze zwischen Streich und Straftat verläuft.
 

Harmlose Halloween-Streiche, die weder jemandem ernst­haft schaden noch mut­willig fremdes Eigentum zerstören, sind in der Regel erlaubt. Dazu zählt zum Beispiel:

  • Autos mit Klopapier einwickeln
  • Türklinke mit Zahnpasta beschmieren
  • Konfetti werfen
  • Tischfeuerwerk zünden

Die Grenze zum Vandalismus ist überschritten, wenn ein Halloween-Scherz den Tat­bestand der Körper­verletzung oder Sach­be­schädigung erfüllt. Dazu gehört unter anderem:

  • fremdes Auto zerkratzen
  • mit Feuerwerks­körpern nach jemandem werfen
  • jemandem verdorbene oder konta­minierte Lebens­mittel unterjubeln
  • Personen oder Gegenstände mit Eiern bewerfen

Ob Halloween-Streiche am Arbeitsplatz in Ordnung gehen, hängt davon ab, wie gut Sie sich mit Kollegen und Vorgesetzten verstehen. Auch das allgemeine Arbeits­klima und die Firmen-Policy oder Betriebsrichtlinie spielen eine Rolle.

Zwar gibt es kein Gesetz, das verbietet, Kollegen und vielleicht sogar dem Chef einen kleinen Streich zu spielen. Dennoch sollten Angestellte sich darüber im Klaren sein, dass der Scherz nach hinten losgehen kann. Zum Beispiel, wenn ein Kollege keinen Spaß versteht und Sie wegen eines Halloween-Streichs des Mobbings bezichtigt. Das kann ein Kündigungs­grund sein. Ansonsten gilt auch im beruflichen Umfeld: Sachbeschädigung (z.B. Mani­pulation von Computern oder anderen Office-Geräten) und Körperverletzung (z.B. durch Locker­schrauben eines Stuhls) gelten als Straftat­bestände und sind tun­lichst zu unterlassen.

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