Wachhund steht in Einfahrt vor Haus im Grünen
Haus und Wohnung sichern und schützen

Einbruchschutz

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Einbrüche verhindern und richtig absichern
  • Alle vier Minuten schlägt in Deutschland ein Einbrecher zu. Die Täter brechen bei Einfamilienhäusern meist durch Terrassentüren ein. Bei Mehrfamilienhäusern besteht Einbruchgefahr durch die Wohnungstür.
  • Hochwertige Sicherheitsvorkehrungen sorgen für zuverlässigen Einbruchschutz. Achten Sie beim Kauf einbruchhemmender Produkte auf das VdS-Siegel. Es garantiert geprüfte Qualität.
  • Verursachen Eindringlinge trotz Einbruchsicherung Schäden an Wertsachen und Einrichtung, greift die Hausratversicherung. Sie übernimmt zum Beispiel die Kosten für beschädigte Fenster und Türen.
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Illustration Deutschlandkarte: In welchen Bundesländern die Einbruchszahlen besonders hoch sind
Einbruchstatistik
Illustration Deutschlandkarte: In welchen Bundesländern die Einbruchszahlen besonders hoch sind

Die meisten Wohnungseinbrüche pro Kopf gibt es deutschlandweit in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin – obwohl diese die meisten Polizisten vorzuweisen haben. Das zeigen polizeiliche Kriminalstatistiken. Am sichersten leben Menschen dagegen in Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Bezogen auf Städte, sieht die Sache noch einmal anders aus: Großstädte bleiben eindeutig Einbruchshochburgen. Das Risiko eines Wohnungseinbruchs ist hier doppelt so hoch wie in Gesamtdeutschland. Besonders viele Einbrüche wurden 2019 in Bremen, Bonn, Bremerhaven, Saarbrücken und Hamburg gemeldet. Die durchschnittliche polizeiliche Aufklärungsquote liegt dabei deutschlandweit bei 17,4%. Die Städte mit der niedrigsten Chance auf Aufklärung sind Kiel mit 5,9% und Bremen mit 6,2%. Deutlich bessere Aussichten auf polizeiliche Aufklärung hat man dagegen in Erlangen und Göttingen, dort liegt die Erfolgsquote bei jeweils 50%.

Im Jahr 2019 entstand durch Einbrüche ein Gesamtschaden von mehr als 300 Millionen Euro, der durch deutsche Hausratversicherungen ausbezahlt wurde. Im Durchschnitt erbeuteten die Diebe pro Haushalt 3.200 Euro. Die Anzahl der versicherten Wohnungseinbrüche ging dabei zum vierten Jahr in Folge zurück. Deutschlandweit gab es mit 95.000 Einbrüchen ca. 10.000 weniger als 2018. Währenddessen stieg der Schaden pro Einbruch jedoch um 350 Euro an. In erster Linie hatten es die Einbrecher auf Computer, Fernseher, Tablets, Handys, Schmuck und Bargeld abgesehen.

Übrigens: Die meisten Einbrüche werden in den Wintermonaten verübt. Die Hochzeit ist von Oktober bis Januar. Allerdings: In fast 40 Prozent aller versuchten Einbrüche verhindern Sicherheitsvorkehrungen, dass ein Dieb überhaupt erst ins Haus gelangt.

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Hier ist besonderer Schutz nötig
Skizze: Wohnhaus mit beliebten Einstiegswegen der Einbrecher mit Prozentangaben
In vier von fünf Einbruchsfällen dringen die Täter durch Fenster, Terrassen- oder Balkontüren ein. Dabei ist das Aufhebeln von Fenstertüren die gängigste Praxis. Oft dauert es nur wenige Sekunden, bis der Einbrecher auf diesem Weg ins Haus gelangt. Haustüren aufzubrechen dauert im Normalfall viel länger.
Skizze: Wohnhaus mit beliebten Einstiegswegen der Einbrecher mit Prozentangaben
Skizze: Mehrfamilienhaus mit beliebten Einstiegswegen und Prozentangaben
Bei knapp der Hälfte der Einbrüche kommen die Täter durch die Wohnungstür. 31 Prozent steigen durch Fenstertüren und 21 Prozent durch Fenster ein. Wohnungstüren sind bei Mehrfamilienhäusern deshalb so stark gefährdet, weil sie im Gegensatz zu Türen in Einfamilienhäusern meist weniger gut gesichert sind und nachts nicht abgeschlossen werden.
Skizze: Mehrfamilienhaus mit beliebten Einstiegswegen und Prozentangaben
Schwarz-Weiß-Porträtfoto von Ex-Einbrecher Hammed Khamis
Aus dem echten Leben
Schwarz-Weiß-Porträtfoto von Ex-Einbrecher Hammed Khamis

Er kennt alle Tricks von früher: der Ex-Einbrecher Hammed Khamis. Heute ist er Streetworker, schult Polizisten, deckt Versicherungsbetrug auf – und wurde schon selbst bestohlen.

Hammed Khamis verrät im Interview Einbrecher-Tricks, gibt Tipps zum Einbruchschutz und informiert über "Gaunerzinken."

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Prävention
  • Schützen Sie alle Türen

    Sowohl in Mehrfamilien- als auch in Einfamilienhäusern dringen Einbrecher oft direkt durch die Tür ein. Schützen Sie unbedingt alle Türen – auch im Keller. Lassen Sie sich von professionellen Errichterfirmen zum Einbruchschutz beraten.

    • Neu- und Umbauten: Kaufen Sie nur geprüfte, einbruchhemmende Schutztüren der Widerstandsklasse 2 nach DIN EN 1627.
    • Nachrüsten: Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche müssen jeweils gut aufeinander abgestimmt sein. Nur dann sind sie ein guter Einbruchschutz. Tipp: Denken Sie auch an den Einbruchschutz Ihrer Garage. Auch diesen können Sie nachrüsten.
    • Einsteckschlösser: Diese sollten unbedingt Widerstandsklasse A (DIN 18251) aufweisen. Profilzylinder ab Widerstandsklasse 1 (DIN 18252) erhalten Sie mit Bohrschutz.
    • Schutzbeschlag: Hierbei handelt es sich um die Abdeckplatte über den Aussparungen im Schlossbereich des Türblattes bzw. des Türflügels. VdS-anerkannte Schutzbeschläge halten einer Zugbelastung von bis zu 2,5 Tonnen stand.
    • Türrahmen: Er sollte massiv und festsitzend sein. Einbruchhemmende Winkelschließbleche sind darin mit Schwerlastdübeln befestigt.
    • Zusatzschloss: Je mehr Schlösser, desto mehr Sicherheit. Klassische Zusatzschlösser können Sie ähnlich wie Riegel von innen abschließen. Sie werden im unteren Drittel der Türen angebracht.
    • Mehrfachverriegelung: Je mehr Riegel, desto mehr Sicherheit. Beim Schließen fahren weitere Automatik-Bolzen aus und fixieren die Tür an weiteren Punkten.
    • Querriegelschloss: auch "Panzerriegel" genannt. Der Schlosskasten verläuft über die gesamte Türbreite. Dieses Schloss bietet einen sehr guten Einbruchsschutz.

    Wichtig: Wohnen Sie zur Miete, müssen Sie vor dem Anbringen des oben genannten Einbruchschutzes an Türen das Einverständnis Ihres Vermieters einholen.

  • Machen Sie Fenster und Fenstertüren einbruchsicher

    Eine Fenstertür am Balkon oder ein normales Fenster sind leichter aufzubrechen als eine massive Haustür. Doch es gibt Möglichkeiten, Einbrechern das Leben schwer zu machen.

    • Zusatzschlösser: Sie sind nicht schön, aber wirkungsvoll. Zusätzliche Schlösser schrecken Einbrecher schon optisch ab. Beim Kauf auf die VdS-Plakette achten.
    • Scharnierseitensicherung:  Dabei handelt es sich um eine Art Hinterhaken für Druckwiderstand an der Scharnierseite des Fensters oder der Fenstertür.
    • Pilzkopfverriegelungen: Die Mehrfachverriegelungen halten Fenster oder Tür seitlich an mehreren Stellen mit dem Rahmen zusammen.
    • Einbruchhemmende Gitter: Fenstergitter sind ein besonders wirksamer Einbruchschutz bei alten Fenstern, wenn ein Umbau nicht infrage kommt. Wichtig ist der fachgerechte Einbau.
    • Einbruchhemmende Verglasung: Sie verhindert das Einschlagen der Scheibe und ist gut nachzurüsten. Unbedingt auf VdS-Norm achten.
    • Stangenschloss: Es bietet einen hohen Widerstand gegen Druck von außen. Die Betätigung erfolgt über den abschließbaren Fenstergriff.
    • Rollläden: Moderne Rollläden aus Aluminium, Stahl oder Holz können einen Einbruch erschweren. Hochschiebsperren, verstärkte Führungsschienen und Rollpanzer verhindern das Herausreißen oder Hochschieben des Rollladens. Als wirksame Einbruchssicherung gelten Modelle mit der Kennzeichnung RC2 und höher (vor 2011 mit WIC gekennzeichnet) – aber nur, wenn sie komplett geschlossen sind.
  • Vergessen Sie den Keller nicht

    Kellertüren sind oft der Schwachpunkt von Häusern. Einbrecher suchen diese gezielt, um einfach und schnell ins Haus zu kommen. Vorbeugen ist höchst sinnvoll.

    • Vorlegestange: Sie besteht aus Hartholz oder Profilstahl. Die Halterungen sind im Mauerwerk befestigt.
    • Glasgitter: Falls ein Glaseinsatz in der Tür eingebracht ist, muss dieser extra gesichert werden – zum Beispiel mit einem Gitter. Das gleiche gilt für Kellerfenster.
    • Vorhängeschloss: Diese Variante ist hauptsächlich bei Kellertüren sinnvoll, die nach außen geöffnet werden.
    • Querriegelschloss: Auch „Panzerriegel“ genannt. Der Schlosskasten verläuft über die gesamte Türbreite. Dieses Schloss bietet einen sehr guten Einbruchsschutz.
    • Allgemeiner Zustand: Generell sollten Türen der Widerstandsklasse 2 nach DIN EN 1627 vorhanden sein. Andernfalls neue Kellertüren einbauen (lassen).

    Wichtig: Wohnen Sie zur Miete, müssen Sie vor dem Anbringen der oben genannten Sicherungen das Einverständnis Ihres Vermieters einholen.

  • Installieren Sie eine Alarmanlage

    Der wirksamste Schutz gegen Einbrecher ist eine unsichtbare Alarmanlage, kombiniert mit den bereits genannten mechanischen Sicherungsmaßnahmen. Bei der Auswahl ist zu beachten:

    • Ausführung: Macht eine Draht-, Funk- oder Hydrid-Alarmanlage für Sie Sinn? Welche Klasse brauchen Sie und welchen Grad? Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
    • Alarm: Er muss unbedingt auslösen, bevor der Einbrecher ins Haus gelangen kann.
    • Fernalarm: Dieser kann gleichzeitig mit dem normalen Alarm an ein Sicherheitsunternehmen weitergeleitet werden.
    • Installation: Die Alarmanlage sollte von einer qualifizierten Errichterfirma installiert werden.
    • Norm: Verwenden Sie nur geprüfte Geräte nach DIN EN 45011.

    Wichtig: Einen wirkungsvollen Schutz gegen Einbrecher bietet die Alarmanlage nur in Verbindung mit Tür- und Fenstersicherungen, die einem Einbruchsversuch lange genug widerstehen.

  • Nutzen Sie weitere Sicherungssysteme

    Gemeinsam mit den vorher genannten leisten folgende Systeme ebenfalls gute Dienste:

    • Türspion: Erkennen Sie im besten Fall sofort, wer vor Ihrer Tür steht. Doch Vorsicht: Türspione können Ansatzpunkt für Werkzeug an der Tür sein.
    • Sperrbügel: Er kann im Zusatzschloss integriert werden und ermöglicht die spaltbreite Türöffnung im gesicherten Zustand.
    • Gegensprechanlage: Fragen Sie, was der Gast von Ihnen will, bevor Sie die Tür öffnen.
    • Bewegungsmelder: Rund ums Haus angebracht, schrecken sie Einbrecher ab.
    • TV-Simulator: Täuschen Sie durch die Simulation eines laufenden Fernsehers Anwesenheit vor.
    • Alarmtürstopper: Sobald die Tür geöffnet wird, schlägt der keilförmige Stopper Alarm. Er wird einfach unter die (Balkon-)Tür geklemmt.
    • Elektronischer Wachhund: Nähert sich jemand der Tür, so beginnt er zu bellen. Den gleichen Dienst erweist ein echter Hund, der anschlägt, wenn Fremde sich nähern.
    • Einbruchschutzfolien: Auf Fenster aufgebracht verhindern sie das einfache Einschlagen.
VdS-Siegel
VdS-Siegel

Achten Sie auf das VdS-Siegel, wenn Sie einbruchhemmende Produkte kaufen – egal, ob Sie Sicherheitssysteme für den Neubau kaufen oder später nachrüsten. Greifen Sie grundsätzlich zu geprüften Produkten und schieben Sie Einbrechern so den Riegel vor.

VdS steht für "Vertrauen durch Sicherheit". Beim VdS handelt es sich um ein unabhängiges Institut, welches vielfältige Sicherheitskonzepte entwickelt und eine technische Prüfstelle unterhält. Unter anderem prüft VdS auch den Einbruchschutz von Fenstern und Türen und zertifiziert diejenigen Produkte, die den Test bestanden haben.

Die bayerische Polizei hat auf ihrer Website eine Liste geprüfter und zertifizierter Produkte veröffentlicht, die vor Einbruch schützen.

Zum Herstellerverzeichnis

VdS-Siegel
Normale Schließzylinder können in 13 Sekunden von Einbrechern aufgehebelt werden. In diesem Video veranschaulicht das Institut VdS, wie Sie Ihre Türen einbruchssicher machen.
Video vom Institut VdS: Türen einbruchssicher machen
Die Polizei empfiehlt
  • Tür abschließen, auch wenn Sie das Haus nur kurz verlassen.
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren verschließen – gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Sichern Sie die Fenster im Obergeschoss genauso wie die Fenster im Erdgeschoss. Rankhilfen, Anbauten, Mülltonnen oder Bäume können zur Kletterhilfe für Einbrecher werden und den Einstieg ins Haus erleichtern.
  • Keine Ersatzschlüssel außerhalb des Hauses verstecken – schon gar nicht unter Matten oder in Blumentöpfen, wo jeder sie vermutet.
  • Bei Schlüsselverlust grundsätzlich den Schließzylinder der Wohnungstür auswechseln.
  • Sofort die Polizei rufen, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt oder Sie Markierungen – so genannte Gaunzerzinken – an Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung bemerken.
  • Niemals Hinweise auf Ihre Abwesenheit hinterlassen, weder auf dem Anrufbeantworter noch auf Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp.
Das sollten Sie wissen
Jeder fünfte Einbruch findet statt, während die Bewohner anwesend sind. In den meisten Fällen bemerken sie die Täter jedoch nicht. Falls doch sollten sie sich folgendermaßen verhalten:
01
Nicht eingreifen
Halten Sie den Einbrecher auf keinen Fall auf und greifen Sie ihn nicht an.
Illustration einer männlichen Person, die sich die Hände vor den Mund hält, während ein Einbrecher durchs Fenster steigt
Illustration einer männlichen Person, die sich die Hände vor den Mund hält, während ein Einbrecher durchs Fenster steigt
02
Illustration einer männlichen Person, die aus dem Haus rennt
In Sicherheit bringen
Falls möglich, verlassen Sie das Haus und bringen Sie sich in Sicherheit.
Illustration einer männlichen Person, die aus dem Haus rennt
03
Polizei verständigen
Rufen Sie mit dem Handy oder vom Nachbarn aus die Polizei unter 110 an.
Illustration einer männlichen Person, die vor dem Haus mit dem Smartphone telefoniert
Illustration einer männlichen Person, die vor dem Haus mit dem Smartphone telefoniert
04
Illustration einer männlichen Person, die sich im Zimmer verbarrikadiert hat
Verbarrikadieren
Ist eine Flucht ausgeschlossen, verbarrikadieren Sie sich in einem Zimmer. Verkeilen Sie dazu beispielsweise eine Stuhllehne unter der Türklinke.
Illustration einer männlichen Person, die sich im Zimmer verbarrikadiert hat
05
Bemerkbar machen
Machen Sie sich durch Geräusche bemerkbar – womöglich vertreibt das den Täter. Schalten Sie auch in der Nacht Beleuchtung ein.
Illustration einer männlichen Person die laut ruft und Licht einschaltet, während ein Einbrecher durchs Fenster schaut
Illustration einer männlichen Person die laut ruft und Licht einschaltet, während ein Einbrecher durchs Fenster schaut
06
Illustration einer männlichen Person, die einem Einbrecher beim Beladen eines Autos zuschaut
Aufmerksam beobachten
Prägen Sie sich viele wichtige Details ein: Anzahl der Einbrecher, gesprochene Sprache, auffällige Geräusche, gegebenenfalls ein Fluchtauto vor dem Haus?
Illustration einer männlichen Person, die einem Einbrecher beim Beladen eines Autos zuschaut
07
Spuren sichern
Nach der Tat gilt: Räumen Sie nicht auf, bevor die Polizei zur Spurensicherung da war. Am besten fassen Sie gar nichts an.
Illustration einer männlichen Person, die sich nach einem Einbruch den Zustand eines Zimmers anschaut.
Illustration einer männlichen Person, die sich nach einem Einbruch den Zustand eines Zimmers anschaut.
Broschüre
Schlüssel steckt in Türschloss
Lesen Sie mehr zum Thema Sicherheit oder erfahren Sie mithilfe unserer Broschüre zum Einbruchschutz, wie Sie sich optimal vor ungebetenen Eindringlingen schützen können und worauf Sie unbedingt achten sollten.
Schlüssel steckt in Türschloss
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Fördermittel

Über ein Drittel aller Einbrüche wird durch einbruchhemmende Türen und Fenster sowie Alarmanlagen verhindert. Doch der Einbau solcher Sicherungsmaßnahmen geht ins Geld. Daher gibt es verschiedene bundesweite und landesspezifische Förderprogramme zum Einbruchschutz.

  • Im gesamten Bundesgebiet können Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Investitionskostenzuschuss zwischen 200 und 1.500 Euro bekommen. Wer zusätzlich energetische Sanierungen oder barriere-reduzierende Maßnahmen durchführt, kann einen noch höheren Zuschuss beantragen. Alternativ ist auch ein Kredit mit einem sehr niedrigen Zinssatz möglich.
  • Auf Landesebene fördert das Land Nordrhein-Westfalen zinsgünstige Darlehen, die für bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch verwendet werden, mit bis zu 25.000 Euro pro Wohnung. Beantragt wird das Ganze bei der jeweiligen Stadt- oder Kreisverwaltung.
  • Auch der Freistaat Sachsen hält entsprechende Fördermittel parat, allerdings hier nur in Zusammenhang mit energetischer Sanierung und barrierefreiem Umbauen.
  • Ganz neue Wege geht die Stadt Heidelberg: Hier werden alle Bürgerinnen und Bürger, die in ihrem Eigenheim oder ihrer Mietswohnung mechanische Sicherheitstechnik einbauen, mit einem Zuschuss bis maximal 2.500 Euro unterstützt.
  • Die KfW-Förderung für Einbruchschutz beschränkt sich nicht nur auf mechanische Sicherungstechnik, sondern kann auch für Smart Home-Technologien genutzt werden. Ausgaben ab 1.000 Euro für smarte Türspione, steuerbare Rollläden, intelligente Türschlösser sowie Lichtsysteme, welche die Anwesenheit der Bewohner vortäuschen, subventioniert die Förderbank mit 20 Prozent (max. 1600 Euro pro Wohneinheit). Die smarte Einbruchssicherung muss von einem Fachmann eingebaut werden.
  • Bitte beachten Sie, dass oben stehende Informationen und insbesondere die genannten Höhen der Förderungen unverbindlich sind. Bitte informieren Sie sich bei den zuständigen Behörden über den konkreten Antragsprozess.
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Anschaffungstipp Tresor
Hand tippt Code an Safe ein

Wertsachen, die sich leicht transportieren und schnell veräußern lassen, sind das beliebteste Diebesgut. Deshalb lagern wertvolle Uhren, Ringe, Schmuck und Bargeld am sichersten in einem Tresor. Das hält Gelegenheitsdiebe und auch Profis von der Mitnahme ab, sofern der Safe fachgerecht befestigt und verschlossen ist.

Tresore gibt es in verschiedenen Größen und Bauarten. Wichtig ist, dass man ihn nicht einfach wegtragen kann. Auch eine feste Installation in einer beweglichen Kommode bringt nicht viel. Neben frei stehenden Tresoren bieten die Hersteller auch Einbautresore an. Letztere können in die Wand integriert werden. Sie werden wahlweise über Schlüssel, Tastaturen oder mechanische Schlösser bedient.

Tipps der Polizei:

  • Notieren Sie auf einer Liste jede einzelne Wertsache inklusive der Größe, dem Material, dem Gewicht und anderer wichtiger Eigenschaften.
  • Fügen Sie Neuerwerbungen regelmäßig hinzu.
  • Grundsätzlich ist es sinnvoll, nicht nur die Wertsachen sondern den gesamten Hausrat festzuhalten.
  • Machen Sie am besten zusätzlich Fotos. Digitalbilder sind ein guter Nachweis.
  • Die Listen helfen sowohl der Polizei als auch dem Schadensregulierer Ihrer Hausratversicherung.
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Einbruchschutz im Urlaub

Einbrecher nutzen die Urlaubszeit auf ihre Weise. Wenn Eigentümer und Mieter verreisen, bietet sich ihnen die ideale Gelegenheit, ihr kriminelles Handwerk auszuführen. Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie beruhigt in den Urlaub fahren:

  • Schlüssel: Vorsicht – Einbrecher kennen klassische Schlüssel-Verstecke wie unter der Türmatte, im Briefkasten oder im Blumentopf. Zweitschlüssel also möglichst beim Nachbarn beziehungsweise bei einer Vertrauensperson deponieren.
  • Keine offensichtlichen Urlaubshinweise: Etwaige Zeitungsabonnements für die Urlaubszeit stilllegen und Postlagerung beantragen. Nachbarn beziehungsweise Vertrauenspersonen bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren. Anrufbeantworter mit neutralem Text ohne Urlaubshinweise besprechen. Dasselbe gilt für Postings im Internet: Urlaubshinweise auf Facebook & Co. vermeiden.
  • Fenster und Türen: Bei Abreise Fenster und Türen gut verschließen. Denken Sie auch daran, eventuell vorhandene Lichtschächte abzusichern. Beauftragen Sie eine Vertrauensperson damit, regelmäßig vorbeizukommen, um den Eindruck der Anwesenheit zu vermitteln, indem zum Beispiel die Rollläden geöffnet und geschlossen werden. Zeitschaltuhren oder Timer können dies auch elektronisch steuern.
  • Haus- und Wohnungsbeleuchtung: Licht-Sensoren und Zeitschaltuhren installieren und aktivieren.
  • Wertvolle Gegenstände: Am besten während der Abwesenheit alles Wertvolle in einem Tresor oder einem Bankschließfach aufbewahren.
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Mythos und Realität

Seit 15 Jahren wurde in ganz Deutschland nicht mehr so viel eingebrochen. Trotzdem haben laut Umfrage von TNS-Emnid 83 Prozent der Deutschen keine oder kaum Angst vor einem Einbruch. Lesen Sie, welche Mythen dieser Sorglosigkeit zugrunde liegen – und wie die Wahrheit aussieht:

  1. In meiner Gegend wird nicht eingebrochen. 
    Falsch. Es gibt keine Gegend mehr, in der man vor Einbrechern sicher ist. Denn auch auf dem Land hinterlassen Diebe und gut organisierte Banden längst ihre Spuren. In der Stadt werden nicht nur Villenviertel aufgesucht, auch ganz normale Mehrfamilienhäuser geraten ins Visier der Diebe.
  2. Ein Einbruch lohnt sich bei mir nicht.
    Selbst wenn das zutreffen mag – einem Einbrecher ist das vorher nicht klar. Außerdem hat heutzutage so gut wie jeder mindestens ein Mobiltelefon, Fernseher, Laptop, ein wenig Schmuck und Bargeld zu Hause.
  3. Wozu Einbruchschutz – Diebe kommen überall rein.
    Tatsache ist, dass nur wenige Einbrecher professionell ausgerüstet sind. Als Tatwerkzeug Nr. 1 dient noch immer der simple Schraubenzieher. Einbruchschutz lohnt sich definitiv. Erfahrungsgemäß scheitert ein Drittel aller Versuche an Sicherheitseinrichtungen. Länger als drei Minuten werkeln Diebe nicht herum, sondern suchen sich ein neues Opfer.
  4. Ein paar Minuten braucht ein Einbrecher schon.
    Auch das ist ein Irrtum. Routinierte Ganoven brechen Standardfenster und Standardtüren in weniger als 15 Sekunden auf. In über der Hälfte aller Fälle reicht der angesprochene Schraubenzieher zum Aufhebeln. Umso wichtiger ist deshalb Sicherheitstechnik.
  5. Einbrecher kommen bei Nacht.
    Natürlich sind Einbrecher auch nachts unterwegs. Sie lieben den Schutz der Dunkelheit. Doch die neueste Entwicklung zeigt, dass ein Großteil der Einbrüche tagsüber verübt wird. Bevorzugt werden Vormittag und später Nachmittag, denn dann ist davon auszugehen, dass die Bewohner nicht zu Hause sind. Trotzdem bevorzugen Einbrecher die dunkle Jahreszeiten, wenn es früh dämmert oder zum Teil gar nicht richtig hell wird.
  6. Ich habe alles gut versteckt.
    Diese Verstecke sind bei Dieben allseits bekannt: Ersatzschlüssel im Blumentopf, Geld und Wertsachen zwischen und hinter den Büchern, Scheine unter der Matratze oder im Wäscheschrank, der Safe hinterm Bild, der Schmuck im Nachtkästchen und im Badezimmerschrank. Seien Sie kreativer!
  7. Ich habe einen Hund und wachsame Nachbarn.
    Natürlich können ein bellender Hund oder aufmerksame Nachbarn, die Fremde auch mal ansprechen, Einbrecher abschrecken. Allein darauf verlassen ist aber nicht sinnvoll.
  8. Meine Anwesenheit schreckt Einbrecher ab.
    Irrtum. Vielleicht weiß der Dieb ja gar nicht, ob Sie daheim sind – und dreiste Diebe steigen trotzdem ein. Laut Einbruchstatistik sind bei jedem zehnten Einbruch in ein Einfamilienhaus die Geschädigten anwesend. Mehr Abschreckung bieten hingegen Alarmanlagen.
  9. Ich kann Einbrecher verjagen.
    Das ist ein sehr gefährlicher Irrtum. Wie wir bereits aufgezeigt haben, rät selbst die Polizei dazu, sich besser vor den Dieben zu verstecken und unbemerkt die Polizei zu benachrichtigen (110). Versuchen Sie auf jeden Fal, sich Details zu Personen und Fluchtfahrzeug merken.
  10. Ein Einbruch ist nicht schlimm. Meine Versicherung zahlt schon.
    Eine Hausratversicherung bietet zwar finanziellen Schutz. Ideelle Werte wie Erbstücke oder persönliche Gegenstände aber lassen sich nicht wieder beschaffen. Noch schwerer wiegt für viele der Verlust der Sicherheit. Kriminologische Studien belegen: 87 Prozent der Einbruchsopfer haben Angst vor einem weiteren Einbruch. Viele leiden lange unter Albträumen, Panikattacken und Nervosität.
Wenn die Seele leidet
Frau wird von älterer Dame getröstet

Durchwühlte Wäscheschränke, aufgerissene Schubladen, über den Boden verstreute Kleidungsstücke – so finden Einbruchsopfer meist ihre Wohnungen vor. Aus dem wohligen Gefühl von Sicherheit werden sie in Sekundenschnelle in die bittere Realität katapultiert: Nirgendwo ist man wirklich sicher. Nicht einmal zu Hause im eigenen Schlafzimmer.

Diese Erkenntnis macht Untersuchungen zufolge drei Viertel aller Einbruchsopfer besonders zu schaffen. Etwa jeder Dritte erleidet einen akuten Schock, rund 15 Prozent haben längerfristig Beschwerden. Dazu zählen zum Beispiel Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Ängste, Magen-Darm-Probleme und Depressionen.

Experten raten den Opfern, über die psychischen Folgen des Einbruchs zu sprechen – zunächst mit Freunden und Familienmitgliedern. Halten die Probleme länger als eine Woche an, sollte zudem ein Therapeut oder Psychiater konsultiert werden, der bei der Verarbeitung des Traumas hilft.

Neben dem Verlust des Sicherheitsgefühls macht den Geschädigten häufig auch der Diebstahl liebgewonnener Erinnerungsstücke zu schaffen. Denn die Versicherung ersetzt nur den materiellen Schaden – den Ehering der Großmutter oder die Hochzeits-Perlenkette bringt sie nicht zurück. Hier hilft ein positiver Umgang mit dem Geschehen.

Der passende Versicherungsschutz
Häufige Fragen
  • Technik, Wachhund oder Nachbarn – was ist der bessere Einbruchschutz?

    Im Idealfall natürlich alle drei zusammen. Den besten Schutz technischer Art gewährleistet eine hochwertige, unsichtbare Alarmanlage, die bereits anspringt, bevor der Einbrecher ins Haus gelangen kann. Ein Hunde-Warnschild schreckt angeblich bis zu zwei Drittel aller Ganoven ab. Entsprechende Hinweisschilder gibt es auch für wachsame Nachbarn.
  • Wie tragen Schließanlagen oder Schließsysteme zum Einbruchschutz bei?

    Innerhalb einer Schließanlage können verschiedene Türen mit unterschiedlichen Sicherheitsniveaus ausgestattet werden. Sie vergeben unterschiedliche Zugangsberechtigungen an einzelne Personen, denn nicht jeder erhält automatisch einen Generalschlüssel. Das ist vor allem in Mehrfamilienhäusern von Vorteil, wo manche Bereiche besonders geschützt werden sollen.
  • Lohnt es sich, den Einbruchschutz erst nach einem Einbruch zu erhöhen?

    Jeder zweite Geschädigte tut genau das. Es lohnt sich schon allein deshalb, weil Sie sich danach in Ihrer Wohnung wieder sicherer fühlen können. Außerdem bedeutet ein Einbruch nicht, dass es künftig nie wieder geschieht. Investieren in Sicherheitstechnik ist also immer sinnvoll.
  • Meine EC-Karte/Kreditkarte wurde gestohlen. Was ist zu tun?

    Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und melden Sie die Karte als gestohlen. Sie wird daraufhin sofort gesperrt und ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr belastbar. Haben Sie die entsprechende Telefonnummer nicht im Kopf, wählen Sie die weltweite Notfall-Kartensperrhotline inklusive der deutschen Landesvorwahl: 0049-116 116.
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Begriffserklärung
Einbruch, Diebstahl und Raub werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym verwendet. Dabei gibt es einen rechtlichen Unterschied zwischen den Begriffen. Dies spielt auch beim Versicherungsschutz eine wichtige Rolle. Was die Begriffe unterscheidet, erfahren Sie im Video.
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