Junger und alter Mann sitzen auf Bettkante und laecheln sich an
Neues, Voraus­setzungen, Steuer­erklärung

Pflege­pausch­betrag 2021: Steuer­vergünstigung für pflegende Angehörige

Die Aussagen auf dieser Seite gelten für das Jahr 2021 und somit für Ihre Steuererklärung 2021.

Kurz erklärt in 30 Sekunden

  • Einen pflegebedürftigen oder hilflosen Menschen zu betreuen, kostet viel Kraft. Pflege kostet aber auch Zeit und Geld. Der Staat belohnt die persön­liche, unent­gelt­liche Für­sorge mit dem soge­nannten Pflege­pausch­betrag.
  • Wer als Privat­person, z.B. als Ange­höriger, einen pflege­bedürftigen oder einen nicht nur vorüber­gehend hilf­losen Menschen in häuslicher Umgebung unent­gelt­lich pflegt – der kann einen jähr­lichen Pausch­betrag steuerlich geltend machen. Dieser kann seine Steuer­last reduzieren.
  • Neu ab 2021: Ab diesem Jahr ist der Pflege­pausch­betrag abhängig vom Pflege­grad oder von Hilf­losig­keit. Als pflegende Ange­höriger können Sie den Pflege­pausch­betrag in Ihrer Steuer­erklärung in der Anlage "Außer­gewöhnliche Belastungen" beantragen. Das Finanz­amt berück­sichtigt ihn unab­hängig von Ihren tatsäch­lichen Ausgaben.
  • Übersteigen Ihre jährlichen Ausgaben den Pausch­betrag, kann es sinn­voll sein, die tatsäch­lichen Kosten als außer­gewöhnliche Belastung von der Steuer abzu­setzen. Das Finanz­amt zieht dann eine zumutbare Eigen­belastung von Ihrem einge­reichten Betrag ab.

Die Aufwendungen müssten grundsätzlich höher sein als die "zumutbare Eigenbelastung" des § 33 Abs. 3 EStG zzgl. der Pauschale, damit sich der Abzug nach § 33 EStG lohnt. Zudem ist der Steuerpflichtige zu einem entsprechenden Einzelnachweis der jeweiligen Aufwendungen verpflichtet.

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Definition und Neues in 2021

Beim Pflege­pausch­betrag handelt es sich um eine Steuer­vergünstigung, die Sie als pflegender Ange­höriger im Rahmen Ihrer Einkommens­steuer­erklärung geltend machen. Der Pflege­pausch­betrag kann sich unter gewissen Voraus­setzungen steuer­mindernd in Ihrer Steuer­erklärung auswirken.

Bei der Ermittlung Ihres steuer­pflichtigen Einkommens wird der Pflege­pausch­betrag mindernd berück­sichtigt, wenn Sie eine Ihnen nahe­stehende, pflege­bedürftige (Pflege­grad 2 bis 5) oder hilflose Person pflegen bzw. betreuen.

Hintergrund: Durch die Pflege­tätig­keit entstehen dem Pflegenden zum Beispiel Reinigungs- oder Fahrt­kosten, die er aus eigener Tasche bezahlt. Der Pausch­betrag soll zumindest für einen Teil dieser finanziellen Aufwände entschädigen. Die gesetzliche Grund­lage für den Pflege­pausch­betrag ist in § 33b Abs. 6 Einkommen­steuer­gesetz (EStG) zu finden.

Werden Angehörige in deren Zuhause oder bei der pflegenden Person zu Hause gepflegt, hat die Pflege­person grund­sätzlich Anspruch auf den jährlichen Pflege­pausch­betrag. Die Höhe des Pflege­pausch­betrags beläuft sich für die Steuer­erklärung 2021:

  • bei Pflegegrad 2 auf 600 Euro
  • bei Pflegegrad 3 auf 1.100 Euro und
  • bei den Pflegegraden 4 und 5 auf 1.800 Euro im Jahr.
  • Ist der Angehörige hilflos (Merk­zeichen H im Schwer­behinderten­ausweis), beträgt Ihr Pflege­pauschvbetrag eben­falls 1.800 Euro im Jahr.

Angehörige dürfen sich bei der Pflege von einem ambulanten Pflegedienst zeit­weise unter­stützen lassen.

Damit der Pausch­betrag gewährt wird, darf der Pflege­bedürftige seinen pflegenden Ange­hörigen nicht bezahlen, auch nicht mit Mitteln aus dem Pflegegeld. Der Pflege­bedürftige muss in Pflege­grad 2, 3, 4 oder 5 oder als hilflos einge­stuft sein.

Bitte beachten Sie, dass dieser Ratgeber verein­fachte, pauschalierte Informationen bietet. Im Zweifel gehen Sie bitte zum Beispiel auf einen Rechts­anwalt oder Steuerberater zu.

Sie als pflegender Angehöriger können den Gesamt­betrag je nach Pflege­grad unab­hängig von Ihren tatsäch­lichen Pflege­ausgaben steuerlich geltend machen. Ob Sie den vollen Betrag oder weniger bzw. mehr ausge­geben haben, ist unwichtig. Da es sich um einen unge­kürzten Jahres­betrag handelt, steht Ihnen der Pausch­betrag zu jeder Zeit in voller Höhe zu.

Das gilt auch, wenn Sie die Pflege­tätig­keit erst im Dezember aufnehmen oder die Voraus­setzungen nicht ganz­jährig vorliegen – zum Beispiel, wenn die pflege­bedürftig (Pflege­grad 2 bis 5) oder hilflose Person im Mai verstirbt. Der Pflege­pausch­betrag wird nicht zeit­anteilig gekürzt.

Bei Beginn, Änderung oder Wegfall des Pflege­grades oder der Hilf­losig­keit im Laufe eines Kalender­jahres ist der Pausch­betrag stets nach dem höchsten Pflege­grad zu gewähren, der im Kalender­jahr fest­gestellt wurde.
Gut zu wissen

Anders sieht es aus, wenn Sie die pflege­bedürftige bzw. hilflose Person zu zweit betreuen. Dann erhalten Sie den Pflege­pausch­betrag anteilig jeweils zur Hälfte. Die Aufteilung des Zeit­aufwands unter­einander ist dafür uner­heblich. Selbst wenn Sie 80 Prozent der pflegerischen Leistung erbringen, erhalten Sie nur die Hälfte des Pauschbetrags.

Pflegepauschbetrag auch mehrfach möglich

Umgekehrt gilt: Bei häuslicher Pflege mehrerer Personen, zum Beispiel beider Eltern­teile, erhalten Sie den Pausch­betrag auch mehr­fach. Die Steuer­ermäßigung wird Ihnen dann doppelt angerechnet.

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Tabelle

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Pflegegrad
Höhe des Pflege­pauschbetrags
Pflegegrad 1 0 Euro
Pflegegrad 2 600 Euro
Pflegegrad 3 1.100 Euro
Pflegegrad 4 - 5 1.800 Euro
Hilflosigkeit 1.800 Euro
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Im Vergleich
Ab dem Steuer­jahr 2021 sind die Hilf­losig­keit mit Schwer­behinderten­ausweis und Pflege­grade 4 und 5 bezüglich der Höhe des Pflege­pausch­betrags steuer­rechtlich gleich gestellt (1.800 Euro).

Beachten Sie: Unab­hängig davon, wie hoch der Pflege­pausch­betrag ist, haben die Begriffe "pflege­bedürftig" und "hilflos" eine unter­schied­liche Bedeutung:

  • Pflege­bedürftig­keit: Pflege­bedürftig sind Personen, die wegen einer körper­lichen, geistigen oder seelischen Krank­heit oder Behinderung für die gewöhn­lichen und regel­mäßig wieder­kehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraus­sichtlich für mindestens sechs Monate, in erheb­lichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen (§ 14 SGB XI – Elftes Buch Sozialgesetzbuch).
  • Hilflosigkeit: Hilflos sind Personen, die für eine Reihe von häufig und regel­mäßig wieder­kehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedürfen (§ 33b Abs. 6, Abs. 3 S. 4 EStG). Hilflose Personen sind im Besitz eines Schwer­behinderten­ausweises mit dem Merk­zeichen "H" (hilflos).

Fazit: Wird eine Person mit Pflege­grad 2 bis 5 unent­gelt­lich gepflegt, so kann die pflegende Person den Pflege­pausch­betrag beantragen. Wird eine hilflose Person gepflegt, kann der Pflege­pausch­betrag eben­falls beantragt werden.

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Fünf Bedingungen

Nicht jede Pflege­person kann den Pflege­pausch­betrag ohne Weiteres von der Steuer absetzen. Die Bewilligung ist an bestimmte Bedingungen gekoppelt. Folgende fünf Voraus­setzungen sind zu erfüllen, damit das Finanz­amt Ihnen den Pflege­pausch­betrag gewährt:

  1. Unentgelt­lich­keit: Die wichtigste Voraus­setzung ist eine unent­gelt­liche Hilfe­leistung. Das heißt: Sie dürfen für Betreuung und Pflege keine Bezahlung erhalten. Indem Sie die Person unter­stützen und pflegen, erfüllen Sie statt­dessen eine sittliche Pflicht. Professionelle Pflege­dienste, die ihre Dienst­leistung in Rechnung stellen, können den Pflege­pausch­betrag folglich nicht steuerlich geltend machen.
  2. Grad der Pflege­bedürftig­keit oder Hilf­losig­keit: Der Patient muss pflege­bedürftig (Pflege­grad 2 bis 5) sein oder hilflos und auf die Unter­stützung sowie Pflege im Alltag ange­wiesen sein. Als Nach­weis für die Hilflosigkeit fordert das Finanzamt eine Einstufung der Pflege­kasse in Pflege­grad 4 oder 5 (früher mindestens Pflege­stufe 3). Alternativ sollten ein Schwer­behinderte­nausweis mit den Merk­zeichen "H" oder ein Fest­stellungs­bescheid des Versorgungs­amtes vorliegen. Bescheinigungen von Ärzten über eine Hilfs­losig­keit reichen als Nach­weis nicht aus.
  3. Persönliches Verhältnis: Den Pflege­pausch­betrag erhalten Personen, die mit dem Pflege­bedürftigen in einer engen persön­lichen Beziehung stehen. In der Regel sind dies Ange­hörige wie Ehe­gatten, Kinder, Eltern oder weitere nahe­stehende Verwandte. Ein Verwandt­schafts­verhältnis ist jedoch nicht zwingend erforderlich, um Anspruch auf die Steuer­ermäßigung zu haben. Das Finanz­amt erkennt auch enge freund­schaft­liche Beziehungen zu Nach­barn oder Bekannten an.
  4. Ort der Pflege: Die Betreuung hat in häuslicher Umgebung statt­zufinden. Das heißt: entweder in der Wohnung der gepflegten Person (Pflege­bedürftigen) oder zu Hause bei der pflegenden Person (Pflege­person). Seit 2013 gilt diese Regelung nicht nur für Wohnungen in Deutschland, sondern im gesamten Europäischen Wirt­schafts­raum (d.h. Europäische Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen). Nicht ein­deutig entschieden ist, ob Sie den Pflege­pausch­betrag auch bei Heim­unter­bringung erhalten. In der Regel zählt ein Zimmer im Alten­heim nur dann als Wohnung der gepflegten Person, wenn die Hilf­losig­keit erst während seines Aufenthalts dort einge­treten ist und Sie sich persönlich um ihn kümmern.
  5. Steuer­identifikations­nummer: Die Person, die den Pflege-Pausch­betrag beantragt, muss in ihrer Einkommen­steuer­erklärung die Steuer-ID der gepflegten Person angeben.

Da nur unentgeltliche Pflege­tätig­keiten absetz­bar sind, dürfen Sie keinerlei Einnahmen erhalten. Neben Gehalt, Aufwands­entschädigung und sonstigen geld­werten Vorteilen fallen darunter auch Pflege­gelder aus der gesetz­lichen oder privaten Pflegepflichtversicherung, die originär dem Pflege­bedürftigen zustehen.

Beispiel: Leitet beispiels­weise Ihre pflege­bedürftige Ehe­frau das Pflegegeld an Sie zur freien Verfügung weiter, ist es für Sie zwar steuer­frei (§ 3 Nr. 36 EStG). Das Finanz­amt sieht darin aller­dings eine Vergütung, sodass Ihnen der Pflege­pausch­betrag als Ehe­gatte nicht zusteht.

Etwas Anderes gilt für die Eltern eines behinderten Kindes. Für sie zählt das Pflege­geld – unab­hängig von der Art der Verwendung – nicht als Ein­nahme. Damit haben sie vollen Anspruch auf den Pflege­pausch­betrag für ihr Kind.

Verwalten Sie das Pflege­geld lediglich für die zu pflegende Person – zum Beispiel zur Bezahlung ihrer Grundpflege oder zur haus­wirtschaft­lichen Versorgung – erzielen Sie keine eigenen Ein­nahmen. Das weiter­geleitete Pflege­geld ist dann als "durch­laufender Posten" anzusehen. Ihr Anspruch auf den Pflege­pausch­betrag gemäß EStG bleibt bestehen.

  • Tipp: Das Pflege­geld sollte auf ein getrenntes Konto eingehen. Bewahren Sie zudem alle Quittungen auf, um belegen zu können, dass Sie die Ausgaben aus­schließ­lich zugunsten der zu pflegenden Person getätigt haben.
Besser informiert

Ja. Unterstützt Sie eine ambulante Pflege­kraft stunden- oder tage­weise, steht dies der Gewährung Ihres Pausch­betrags nicht im Wege. Es ist erlaubt, einen professionellen Pflege­dienst als Unter­stützung zu beauftragen.

10 % eigene Pflege­leistung erforderlich

Damit Sie den Pflege­pausch­betrag bean­tragen können, ist jedoch eine eigene Pflege­leistung von mindestens zehn Prozent erforderlich. Wenn Ihr Beitrag darunter liegt, entfällt der Anspruch auf Steuer­ersparnis. Zudem darf die externe Pflege­unter­stützung nicht dauernd oder zeit­gleich mit Ihnen tätig sein.

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Antrag stellen
Sie erhalten den Pausch­betrag nicht von Ihrer Pflege­kasse, sondern machen ihn über Ihre jährliche Einkommens­steuer­erklärung geltend. Dazu geben Sie den Betrag in der Anlage "Außer­gewöhn­liche Belastungen" (Zeile 11 und 12) an. Der Pflege­pausch­betrag lag von 2018 bis 2020 bei 924 Euro.

Um den Pflege­pausch­betrag zu erhalten, sind in der Regel keine Nach­weise erforder­lich. Das heißt: Sie müssen die Unter­lagen nicht proaktiv vorlegen. Etwas Anderes gilt bei Erst­anmeldungen oder Änderungen: Dann sollten Sie Ihrem Antrag ent­sprechende Nach­weise beilegen.

Unabhängig davon kann das Finanz­amt jederzeit über­prüfen, ob Sie die Voraus­setzungen für den Pflege­pausch­betrag tatsächlich erfüllen. So kann die Behörde zum Beispiel einen glaub­haften Nach­weis Ihrer Pflege­tätig­keit fordern. In der Regel reicht dafür eine gültige Vorsorge­voll­macht aus. Darüber hinaus sollten Sie beweisen können, dass Sie keine Bezahlung für Ihre Pflege­leistung erhalten.

Das Finanz­amt kann den Pflege­grad oder die Hilf­losig­keit des Patienten über­prüfen. Dann ist ein Beleg der Pflege­kasse über den Pflegegrad beziehungs­weise über die Hilf­losig­keit/Seh­behinderung erforderlich. Entsprechende Kenn­zeichnungen sind im Behinderten­ausweis zu finden.

Hinweis: Bei Erstbeantragung bzw. Änderung sind nach dem Formular Nachweise beizulegen.

Sie können den Pflege­pausch­betrag auch rück­wirkend geltend machen – zum Beispiel, wenn die Pflege­bedürftig­keit (Pflege­grad 2-5) oder die Hilf­losig­keit der zu pflegenden Person erst nach­träglich feststeht. Das kann auch nach der Fest­setzungs­frist, die vier Jahre dauert, möglich sein.

Sind Sie sich unsicher, wie Sie den Pausch­betrag rück­wirkend beantragen können, empfiehlt sich ein Besuch beim Steuer­berater. Der Experte weiß genau, welche Unter­lagen auszu­füllen und welche Fristen einzu­halten sind.

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Steuer­erklärung

Über­schreiten Ihre jährlichen Pflege­kosten den Pausch­betrag, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre tatsäch­lichen finanziellen Aufwendungen abzu­setzen. Sie sind als "andere außer­gewöhnliche Belastungen" (in der Anlage "Außer­gewöhnliche Belastungen", Zeile 13 ff.) anzu­geben. Dazu zählen unter anderem Krank­heits­kosten, welche die Kranken- oder Pflege­versicherung nicht trägt, Kur­kosten, Zuzahlungen für Medikamente und Pflegehilfsmittel sowie Pflegeheim-Kosten, die Sie für die nahe­stehende hilflose Person aufbringen.

Geben Sie diese Ausgaben als andere außer­gewöhnliche Belastungen in Ihrer Steuer­klärung an, verfällt jedoch Ihr Anspruch auf den Pflege­pausch­betrag. Sie können ihn nicht zusätzlich für die Pflege von Ange­hörigen von der Steuer absetzen.

Im Gegen­satz zum pauschalen Pflege­pausch­betrag besteht bei der Geltend­machung Ihrer tatsäch­lichen Ausgaben eine Nach­weis­pflicht. Das heißt: Sie müssen die Höhe Ihres finanziellen Aufwandes anhand von Rechnungen und Quittungen belegen können.

Seit 2018 gilt hier die soge­nannte Beleg­vorhalte­pflicht: Sie reichen die Rechnungen nicht mit Ihrer Steuer­klärung beim Finanz­amt ein, halten die Belege aber für den Fall der Prüfung bereit.

Tragen Sie Ihre tatsäch­lichen Ausgaben in der Steuer­erklärung ein, werden diese nicht in voller Höhe als außer­gewöhnliche Belastungen berück­sichtigt. Das Finanz­amt zieht eine sogenannte zumut­bare Eigen­belastung ab, die sich nach Einkünften, Familien­stand und der Zahl Ihrer Kinder richtet. Die zumut­bare Belastung beträgt zwischen einem und sieben Prozent der Gesamt­einkünfte Ihres Haus­halts: Leben Sie allein, ist der Gesamt­betrag Ihrer eigenen Einkünfte gemeint. Bei Ehe­gatten wird auf die Summe der gemein­samen Einkünfte abgestellt.

Zum Beispiel: Als Ehe­paar mit zwei Kindern haben Sie ein jährliches Gesamt­einkommen von 56.000 Euro. Ihre zumut­bare Eigen­belastung liegt bei 1.575,30 Euro.

Sind Ihre tatsäch­lichen Ausgaben höher, lohnt es sich, diese von der Steuer abzu­setzen. Über­schreiten Ihre Pflege­kosten diese zumutbare Grenze nicht, ist es sinn­voller, den Pflege­pausch­betrag geltend zu machen. Nur so erhalten Sie eine Steuerermäßigung.

Der Betrag, ab welchem das Finanz­amt außer­gewöhnliche Belastungen anrechnet, ist nicht für jeden Steuer­zahler gleich. Während beispiels­weise kinder­lose Ehe­leute mit einem Jahres­ein­kommen zwischen 15.340 Euro und 51.130 Euro den Steuer­vorteil erst nach Abzug von fünf Prozent erhalten, liegt die zumut­bare Eigen­belastung bei Familien mit gleichem Gehalt und drei Kindern bei einem Prozent.

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Familienstand
Gesamtbetrag aller Einkünfte des Haushalts
  bis 15.340 Euro ab 15.340 bis 51.130 Euro  ab 51.130 Euro
Alleinstehende und einzeln veranlagte Eheleute ohne Kinder 5 % 6 % 7 %
Zusammenveranlagte Eheleute ohne Kinder 4 % 5 % 6 %
Alleinstehende und Eheleute mit 1 oder 2 Kindern 2 % 3 % 4 %
Alleinstehende und Eheleute mit 3 oder mehr Kindern 1 % 1 % 2 %
Entstehen durch die Pflege Ihres nahe­stehenden Ange­hörigen wieder­kehrende Fahrt­kosten, können Sie diese unter Umständen als außer­gewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Die Besuchs­fahrten dürfen aller­dings nicht nur der Unter­haltung oder der Erledigung gelegent­licher Besorgungen dienen. Sie sollten medizinisch not­wendig (z. B. Behandlungspflege) sein und die Betreuung des Pflege­bedürftigen oder Hilf­losen zum Ziel haben.

Nicht alle Kosten­punkte für die Pflege von Ange­hörigen fallen unter "außer­gewöhnliche Belastungen". Dazu zählen unter anderem Leistungen, die in den Bereich Haus­halts­hilfe fallen – zum Beispiel, wenn eine ambulante Pflege­kraft Tätig­keiten wie Kochen und Einkaufen über­nimmt oder beim Duschen hilft. Diese Ausgaben können Sie als "haus­halts­nahe Dienst­leistungen" (§ 35a EStG) steuerlich geltend machen.

Auch die Kosten für Haus­not­ruf­systeme sind als haus­halts­nahe Dienst­leistungen zumindest teil­weise absetz­bar. Beschäftigen Sie eine Haus­halts­hilfe auf gering­fügiger Basis, zählt dies als "haus­halts­nahes Beschäftigungs­verhältnis" (Minijob gem. § 35a Abs. 1 Nr. 1 EStG) und ist eben­falls anrechenbar.

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Häufige Fragen
  • Was ist der Pflegefreibetrag?

    Klingt ähnlich, ist es aber nicht: Verwechseln Sie den Pflege­pausch­betrag nicht mit dem Pflege­frei­betrag. Der Pflege­frei­betrag bezieht sich auf die Erb­schaft­steuer, es handelt sich um einen Begriff des Erbschaft­steuer­rechts: Verstirbt die Person, die Sie gepflegt haben, können Sie als Erbe den soge­nannten Pflege­frei­betrag geltend machen und damit Ihre Erb­schaft­steuer reduzieren. Der Pflege­frei­betrag beträgt maximal 20.000 Euro.
  • Wie wird eine Pflegebedürftigkeit festgestellt?

    Ob jemand als Pflegebedürftiger eingestuft werden, wird anhand des Neuen Begut­achtungs­assessments (NBA) ermittelt. Dabei beurteilt ein Gut­achter (der MDK für die gesetz­lich Kranken­versicherten oder MEDICPROOF für die privat Kranken­versicherten) Ihre Selbst­ständig­keit in sechs Bereichen. Diese werden auch Module genannt. Zu den sechs Modulen zählen: Mobilität, Kognitive und kommunikative Fähig­keiten, Verhaltens­weisen und psychische Problem­lagen, Selbst­versorgung, Umgang mit krank­heits- oder therapie­bedingten Anforderungen und Belastungen sowie die Gestaltung des Alltags­lebens und sozialer Kontakte.

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