- Wenn Sie eine private Krankenversicherung abschließen wollen, müssen Sie mehrere Gesundheitsfragen beantworten. Auf Basis Ihrer Antworten wird anschließend eine Gesundheitsprüfung durchgeführt.
- Eine private Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es in der Regel nicht. Bei einigen Zusatzversicherungen sehen einige Versicherer von einer Gesundheitsprüfung ab.
- Vorerkrankungen geben Sie beim Antrag zur Privatversicherung wahrheitsgemäß an. Bei falschen Angaben kann die PKV den Antrag ablehnen oder rückwirkend beenden.
- Bestimmte Vorerkrankungen können z. B. zu einem Risikozuschlag führen. Auch ein Leistungsausschluss oder eine Ablehnung ist möglich.
Private Krankenversicherung: Warum die Gesundheitsprüfung notwendig ist
Gesundheitsprüfung bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung: Kurz erklärt
Was ist eine Gesundheitsprüfung?
Mithilfe des Fragebogens erhält die Versicherung einen „Status quo“ Ihrer gesundheitlichen Verfassung.
Die Gesundheitsprüfung dient somit als Entscheidungsgrundlage für die Annahme oder Ablehnung von Anträgen. Anhand der Angaben zu bisherigen und laufenden Behandlungen sowie Vorerkrankungen legt die Versicherung das Krankheitsrisiko für jede einzelne Person fest. Je nachdem wie hoch dieses Risiko eingeschätzt wird, können Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vom Versicherer veranlasst werden. Dadurch steigen die monatlichen Beiträge der privaten Krankenversicherung. Kurz gesagt: Je schwerwiegender Ihre Vorerkrankungen, desto höher die Versicherungskosten.
Wie läuft die Gesundheitsprüfung bei einer PKV ab?
Die Gesundheitsfragen sind Teil des PKV-Antrags. Sie werden in schriftlicher Form im Rahmen eines Beratungsgesprächs gestellt oder per digitalem Fragekatalog, wenn Sie Ihre private Krankenversicherung online abschließen. Neben persönlichen Daten wie Geschlecht, Alter und Beruf müssen Sie beim Antrag auch Fragen zu ärztlichen Behandlungen, Vorerkrankungen und chronischen Beschwerden angeben.
Der Fragenkatalog sowie die relevanten Zeiträume sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Die PKV-Gesundheitsfragen beziehen sich in der Regel auf die Krankheitsgeschichte der letzten drei bis zehn Jahre. Den genauen Zeitraum legt jede Versicherungsgesellschaft für sich fest.
Die wichtigsten Gesundheitsfragen der privaten Krankenversicherung
Der Gesundheitsfragenkatalog variiert von Anbieter zu Anbieter. In der Regel finden Sie Fragen zu folgenden Themen vor:
- Bestehende Erkrankungen, z.B. Allergien und chronische Leiden
- Ambulante Behandlungen der letzten drei Jahre
- Stationäre Behandlungen der letzten fünf Jahre
- Psychische Erkrankungen der letzten fünf bis zehn Jahre
- Zahngesundheit: Aktueller Zustand der Zähne sowie geplante und aktuelle zahnärztliche Behandlungen
- Suchterkrankungen (Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit)
Das sollten Sie bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen beachten
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen immer ehrlich. Stellt sich nach Versicherungsbeginn heraus, dass Sie falsche Angaben gemacht haben, können beispielsweise eine Vertragsanpassung, Leistungsfreiheit oder etwa Vertragsbeendigung die Folge sein.
Tipp: Länger zurückliegende Behandlungen und Diagnosen geraten leicht in Vergessenheit. Sprechen Sie deshalb vor der Gesundheitsprüfung mit Ihrem Hausarzt. Er gibt Ihnen einen genauen Überblick über Ihre Krankheitshistorie.
Private Krankenversicherung ohne Gesundheitsprüfung - gibt es das?
Nein, eine PKV ohne Gesundheitsprüfung gibt es in der Regel nicht. Wer eine private Krankenversicherung abschließen will, muss den Fragenkatalog beantworten und wahrheitsgemäße Angaben zu Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte machen. Ob Sie dabei einen weniger umfangreichen oder Volltarif wählen, macht keinen Unterschied.
Eine Gesundheitsprüfung ist natürlich im jungen Alter und in einem guten Gesundheitszustand am einfachsten durchzuführen. Mit dem Tarif der Allianz können Sie Ihren jetzigen Gesundheitszustand quasi einfrieren. Nutzen Sie hierfür unseren Optionstarif OptionFlexiMed.
Die einzige Ausnahme: In bestimmten Einzelfällen können Zusatzversicherungen auch ohne, oder mit vereinfachter Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden – zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung.
Private Krankenversicherung vergleichen und Probeantrag stellen
Befürchten Sie aufgrund von Vorerkrankungen hohe Risikozuschläge, können Sie zunächst einen Probeantrag stellen. Diese Risikovoranfrage reichen Sie vor dem „echten“ Krankenversicherungsantrag bei Ihrer Wunsch-PKV ein.
Für einen Vergleich privater Krankenversicherungen empfiehlt es sich, bei verschiedenen Anbietern Probeanträge zu stellen. Das ist problemlos möglich, da Sie nicht verpflichtet sind, das Angebot der Versicherung anzunehmen. Die PKV kann Ihnen daraufhin ein bindendes Angebot machen. Durch den PKV Vergleich können Sie vorab ermitteln, welche Beiträge auf Sie zukommen und beim Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis den „echten“ Antrag stellen.
Welche Vorteile eine private Krankenversicherung bietet, lesen Sie im Ratgeber.
Beitrag in der GKV zum Vergleich
- Gesamtbeitrag als 40-jährige Person ohne Kinder mit Standard-Versicherungsschutz: 1.261,31 Euro / Monat
- Davon Arbeitgeberzuschuss bei Angestellten: 613,22 Euro / Monat
- Ihr Eigenanteil als Angestellter oder Angestellte: 648,09 Euro / Monat
Der Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:
- Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (Beitragssatz 17,5 % der Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 5.812,50 €): 1.107,18 €
- Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung (Beitragssatz 4,2 % von 5.812,50 €): 244,13 €
Alle Werte mit Stand 2026. Alle Beiträge sind Monatsbeiträge. Steuerliche Auswirkungen sind nicht berücksichtigt.
Der maximale Arbeitgeberzuschuss setzt sich zusammen aus 508,59 € für die Krankenversicherung und 104,63 € für die Pflegeversicherung Der Eigenanteil berechnet sich aus dem Gesamtbeitrag abzüglich des Arbeitgeberzuschusses.
Falsche oder unvollständige Angaben in der Gesundheitsprüfung – was sind die Folgen?
Was sind objektive und subjektive Risiken in der PKV?
Mithilfe der Gesundheitsfragen ermittelt die private Krankenversicherung Ihr individuelles Krankheitsrisiko. Grundsätzlich gibt es objektive und subjektive Risiken.
Das objektive Risiko ergibt sich aus Faktoren wie Alter, Geschlecht, Beruf, Wohnort, Vorerkrankungen, bisherigen Behandlungen, Operationen und Kuraufenthalten sowie chronischen Erkrankungen und Behinderungen. In der Regel ist das objektive Risiko leicht zu ermitteln.
Anders liegt der Fall beim subjektiven Risiko, da dieses nicht ausschließlich auf Daten und Fakten basiert.
Sonderfall: Eintritt in die private Krankenversicherung bei Psychotherapie möglich?
Hier kommt es auf den Zeitpunkt der Therapie an. Ein Eintritt in die private Krankenversicherung ist bei einer laufenden Psychotherapie nicht möglich. Liegt die Therapie jedoch schon mehrere Jahre zurück, besteht die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen.
Die meisten Versicherer fragen im Rahmen der Gesundheitsprüfung explizit nach, ob Sie in psychotherapeutischer Behandlung waren. Der abgefragte Zeitraum variiert je nach Anbieter und liegt meist zwischen fünf und zehn Jahren. Das heißt: Liegt Ihre Therapie mehrere Jahre zurück, besteht eventuell die Möglichkeit in die PKV einzutreten.
Ich plane meine PKV zu wechseln. Ist eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig?
Ob eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig ist, hängt davon ab, ob Sie beim gleichen Anbieter bleiben und nur den Tarif wechseln oder ob Sie zu einer anderen Versicherungsgesellschaft wechseln.
- Ändern Sie Ihren Versicherungstarif beim gleichen Anbieter, verlangt dieser nur dann eine erneute Gesundheitsprüfung, wenn der neue Tarif bessere oder umfangreichere Leistungen hat als Ihr alter Tarif. Die Prüfung darf sich dann jedoch nur auf die neu hinzugekommenen Leistungen auswirken. Man spricht hier auch von einer verkürzten Gesundheitsprüfung.
- Bleibt der Leistungsumfang des Tarifs gleich, ist der Wechsel der PKV in der Regel ohne erneute Gesundheitsfragen möglich.
Warum sind die Gesundheitsfragen wichtig für den Abschluss der PKV?
Die Gesundheitsprüfung dient den privaten Krankenversicherern zur Risikoeinschätzung. Denn sie funktionieren im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht nach dem sogenannten „Solidarprinzip“. Dort zahlt die Gemeinschaft für die Krankheitsausgaben. Vorerkrankungen spielen in der GKV (Krankenkasse) keine Rolle. Durch die Versicherungspflicht müssen gesetzliche Krankenkasse alle Antragssteller:innen aufnehmen.
In der PKV muss das jeweilige Kollektiv (gleicher Tarif, gleiche Vorerkrankungen) die Kosten statistisch tragen. Deshalb muss die Versicherungsgesellschaft vorab genau wissen, wie hoch das Krankheitsrisiko jeder einzelnen Person ist und dementsprechend individuelle Versicherungsbeiträge festlegen. Ist das Risiko zu hoch, kann die PKV – anders als die gesetzliche Krankenversicherung – die Aufnahme sogar verweigern.