Arzt erläutert dem Patienten Kosten für einen Zahnersatz Festzuschuss
Wie viel zahlt die Krankenkasse?

Festzuschuss für Zahnersatz

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Für Zahnersatz wie beispielsweise Brücken, Kronen und Prothesen zahlt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) einen Festzuschuss für die Regelversorgung. Dieser beträgt 60 Prozent der bundesdeutschen Durchschnittskosten.
  • Mit einem lückenlos geführten Bonusheft können Sie den Festzuschuss nach fünf Jahren auf 70 und nach zehn Jahren auf 75 Prozent der Durchschnittskosten erhöhen.
  • Mehrleistungen, die über die Regelversorgung der GKV hinausgehen, müssen Patienten selbst zahlen. Mit einer Zahnzusatzversicherung (ZZV) lässt sich der Eigenanteil senken.
1 von 6
Info Illustration Gut zu wissen
Gut zu wissen
Info Illustration Gut zu wissen

Sobald Zahnersatz wie beispielsweise eine Zahnbrücke, Zahnkrone oder Zahnprothese notwendig wird, fragen sich Patienten häufig, wie hoch die Kosten ausfallen: Wie viel müssen sie dafür selbst zahlen und was übernimmt die Krankenkasse?

Die Höhe des Eigenanteils ist vom Befund und der gewählten Versorgungsform abhängig. Grundsätzlich ist für jeden Befund zunächst eine Regelversorgung (Standardtherapie) vorgesehen. An dieser beteiligt sich die Krankenkasse mit 60 Prozent der bundesweiten Durchschnittskosten. Alles, was über die Kassenleistung hinausgeht, zahlt der Patient aus eigener Tasche.

Welche Mehrkosten tatsächlich auf Sie zukommen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hier erfahren Sie, wie sich die gesetzliche Krankenkasse an den Zahnarztkosten beteiligt und wie Sie Ihren Eigenanteil senken können.

2 von 6
Unterscheidung
Die Regelversorgung stellt eine Standardtherapie dar, welche von Zahnärzteschaft und Krankenkassen festgelegt wurde. Auf die Regelversorgung haben alle gesetzlich Versicherten Anspruch. Sie muss zweckmäßig, notwendig, ausreichend und wirtschaftlich sein. Neben der Regelversorgung können Sie sich zudem zwischen gleich- und andersartiger Versorgung entscheiden.
3 von 6
Höhe des Festzuschusses
Zahnarzt schaut sich mit einem Patienten Röntgenaufnahme vom Gebiss an

Seit Einführung des Festzuschusssystems für Zahnersatz erhalten gesetzlich Krankenversicherte von ihrer Krankenkasse feste Zuschüsse für Kronen, Brücken und Prothesen. Unabhängig von der Behandlungsweise liegt der Festzuschuss der GKV momentan bei 60 Prozent der Durchschnittskosten der Regelversorgung.

Welche Zuschüsse die Krankenkasse zahlt, richtet sich nach dem individuellen zahnmedizinischen Befund, der den Zustand des gesamten Gebisses berücksichtigt. Dazu steht Zahnärzten und Krankenkassen ein offizieller Katalog (Festzuschuss-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses) mit rund 50 Einzelbefunden zur Verfügung, die nach Befundnummern kategorisiert sind. Jedem Befund wurde eine bestimmte Regelversorgung zugewiesen und die Höhe des dazugehörigen Festzuschusses festgelegt. Die Beträge werden jedes Jahr neu ermittelt und angepasst.

Im Festzuschuss-Katalog gelistet sind zum Beispiel Befunde wie die zahnbegrenzte Lücke im Frontzahn- oder Seitenzahnbereich, ein Restzahnbestand bis zu drei Zähnen oder ein zahnloser Ober- oder Unterkiefer. Nicht im Festzuschuss-Katalog gelistet sind sämtliche Leistungen rund um ein Implantat, wie zum Beispiel Suprakonstruktionen (= auf einem Implantat befestigter Zahnersatz, z. B. eine implantatgetragene Krone). Je nach "Gebisssituation" kann sich der Gesamtbetrag, den der Patient von seiner Kasse erhält, aus verschiedenen Festzuschüssen zusammensetzen.

Heil- und Kostenplan vor der Behandlung genehmigen lassen

Damit Sie den Festzuschuss erhalten, erstellt Ihr Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan. Diesen legen Sie Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung zur Genehmigung vor. Er enthält alle wichtigen Angaben zu Befund, Regelversorgung, Therapieplanung und Kosten. Ohne diesen Antrag erfolgt keine Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse.

Eine Erhöhung des Festzuschusses ist durch ein lückenlos geführtes Bonusheft möglich

Patienten, die regelmäßig zur Vorsorge zum Zahnarzt gehen und dort ihr Bonusheft abstempeln lassen, erhalten später von der Krankenkasse einen höheren Zuschuss zum Zahnersatz. Der Festzuschuss steigt von 60 Prozent der Regelversorgung auf ...

  • ... 70 Prozent bei einem über fünf Kalenderjahre lückenlos geführten Bonusheft.
  • ... 75 Prozent bei einem über zehn Jahre lückenlos geführten Bonusheft.

Diese Bonusregelung belohnt gewissenhafte Patienten: Wer die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnimmt, senkt seinen Eigenanteil beim Zahnersatz. In Sonderfällen ist das einmalige Versäumen der jährlichen Kontrolluntersuchung nicht bonusschädigend. Voraussetzung ist eine ausreichende Begründung gegenüber der Krankenkasse, warum Sie die Zahnvorsorge versäumt haben.

Härtefallregelung beim Festzuschuss für Zahnersatz

Bei der Berechnung des Festzuschusses für Zahnersatz können Geringverdiener bis zu 100 Prozent der Kosten für die Regelversorgung erhalten. Das heißt: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die gesamten Kosten der Regelversorgung. Diese Härtefallregelung greift immer dann, wenn der Patient unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt.

Einen Härtefallantrag können Sie stellen, wenn Ihre monatlichen Bruttoeinnahmen die Grenze nicht übersteigen. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf haufe.de.

4 von 6
Aufschlüsselung
In der Tabelle "Festzuschuss für Zahnersatz" finden Sie drei Beispiele, die veranschaulichen, welche Regelversorgung abhängig vom Befund vorgesehen ist und in welcher Höhe (gerundet) die Kassenleistung die tatsächlichen Behandlungskosten abdeckt.

Wischen um mehr anzuzeigen

Befund Regelversorgung Beispielhafte Kosten Festzuschuss der GKV Eigenanteil
Zahnbegrenzte Lücke, ein fehlender Zahn Metallische Brücke ca. 748 Euro ca. 445 Euro ca. 303 Euro
Erhaltungswürdiger Zahn mit weitgehender Zerstörung, außerhalb des Verblendbereichs Metallische Vollkrone ca. 324 Euro ca. 195 Euro ca. 129 Euro
Große Lücken, keine Brückenversorgung mehr möglich Herausnehmbare Modellgussprothese mit Metallklammern ca. 764 Euro ca. 450 Euro ca. 314 Euro
5 von 6
Mann freut sich und lächelt die Zahnärztin an
Private Absicherung
Mann freut sich und lächelt die Zahnärztin an

Wünschen Sie höherwertigen Zahnersatz, Zahnbehandlungen oder andere andere Zusatzleistungen, steigt Ihr Eigenanteil. Die Kostenbeteiligung der Krankenkasse bleibt immer gleich und geht nicht über den Zuschuss für die Regelversorgung hinaus.

Mit einer Zahnzusatzversicherung können Sie Ihren Eigenanteil senken. Was eine Zahnzusatzversicherung genau leistet, ist vom gewählten Tarif abhängig. Leistungsstarke Tarife übernehmen zusammen mit der gesetzlichen Krankenkasse zwischen 75 und 90 Prozent der Kosten, andere verdoppeln lediglich den Festzuschuss. Bestimmte Tarife erstatten sogar bis zu 100 Prozent der Zahnarztkosten. Bedenken Sie jedoch: Je höher der Erstattungssatz der Zahnzusatzversicherung, desto höher die monatlichen Beiträge.

Die passende Versicherung
6 von 6
Unser Service für Sie
Haben Sie noch Fragen zur Zahnzusatzversicherung?
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Kontaktieren Sie die Allianz Service
Melden Sie sich bei dem Allianz Service
Schreiben Sie Ihr Anliegen in unser Kontaktformular - wir kümmern uns darum.
Berechnen Sie Ihren Tarif zur Allianz Versicherung
Finden Sie den
passenden Tarif
Berechnen Sie Ihren individuellen Tarif zur Zahnzusatzversicherung.