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Wichtig zu wissen für Sie und Ihre Familie

Arbeitgeberzuschuss in der Privaten Krankenversicherung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Grundsätzlich beteiligt sich der Arbeitgeber in Form eines Zuschusses an den Kosten Ihrer Privaten Krankenversicherung (PKV) und Pflegepflichtversicherung (PPV).
  • Der Arbeitgeberzuschuss PKV beträgt in der Regel die Hälfte des Beitrags, der für die PKV gezahlt wird. Zudem ist die Höhe die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.
  • Auch Ihre Ehepartner und Kinder können vom Zuschuss profitieren. Voraussetzung: Sie haben Anspruch auf die Familienversicherung, sofern Ihre Familie in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert – und der Höchstzuschuss (384,58 Euro) noch nicht ausgeschöpft ist.
  • Auch für Elterngeld oder Mutterschaftsgeld gibt es Möglichkeiten der Bezuschussung.
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Arbeitgeberpflicht & gesetzliche Regelungen
Allianz - PKV Arbeitgeberzuschuss: Selbstbewusste Frau im modernen Büro

Zuerst die wichtigste Frage: Muss sich Ihr Arbeitgeber an Ihrer PKV beteiligen? Ja, muss er. Der Gesetzgeber schreibt eine Beteiligung des Arbeitgebers zu den Beiträgen Ihrer Krankenversicherung vor, sofern diese die Vorgaben gemäß § 257 Abs. 2a Sozialgesetzbuch (SGB) V erfüllt. 

Im Vergleich zum Arbeitgeberzuschuss in der PKV spricht man von einem Arbeitgeberanteil bei Arbeitnehmern, die in der GKV pflichtversichert sind (§ 249 SGB V). Gesetzlich ist Ihnen also eine Beteiligung für Sie selbst und Ihre Familienmitglieder zugesichert. Dabei darf der PKV-Zuschuss Ihres Arbeitgebers nicht höher ausfallen als bei einem vergleichbaren GKV-versicherten Arbeitnehmer.

Um den Zuschuss geltend zu machen, müssen Sie als PKV-Versicherter Ihrem Arbeitgeber lediglich den Nachweis vorlegen, bei welchem Versicherer Sie Ihre Krankenversicherungspflicht erfüllen. Der Zuschuss gilt für Tarife der privaten Krankenkosten-Vollversicherung und der privaten Pflegeversicherung und ist steuerfrei.

Regelung für Zusatzversicherungen

Für private Zusatzversicherungen ist ein Zuschuss nach § 257 SGB V anders geregelt: Eine zusätzliche Krankenversicherung schließen Sie aufgrund eines privaten Schutzbedürfnisses ohne gesetzliche Verpflichtung ab. Deshalb werden auch keine steuerfreien Zuschüsse gewährt – und Ihr Arbeitgeber ist nicht zu einem Zuschuss verpflichtet.

Allianz - PKV Arbeitgeberzuschuss: Selbstbewusste Frau im modernen Büro
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Allianz - PKV Arbeitgeberzuschuss: Mann bei der Arbeit in einem kreativen Umfeld
Wann zahlt der Arbeitgeber?
Allianz - PKV Arbeitgeberzuschuss: Mann bei der Arbeit in einem kreativen Umfeld

Die Voraussetzungen für die Zuschussfähigkeit der jeweiligen PKV-Absicherung muss von allen seriösen Privaten Krankenversicherungen in Deutschland erfüllt werden. Das bedeutet: Der Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss zum PKV-Beitrag besteht, wenn die Versicherung Leistungen umfasst, die der Art nach denen des SGB V entsprechen. Eine PKV-Absicherung muss also nicht alle Leistungen der GKV abdecken.

Wichtig ist, dass der Vertrag möglichst Leistungen für ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlung sowie Krankentagegeld enthält. Auch wird der Arbeitgeberzuschuss PKV ausschließlich für Verträge gewährt, in denen der Versicherer auf ein ordentliches Kündigungsrecht verzichtetWeitere wichtige Voraussetzungen sind:

  • Für Sie und jeden weiteren im Vertrag genannten Erwachsenen ist eine Alterungsrückstellung (meist Altersrückstellung genannt) zu bilden.
  • Die Beitragsberechnung entspricht den üblichen, versicherungsmathematischen Grundsätzen.

In der Praxis müssen sich Versicherte wenig Gedanken um diese Voraussetzungen machen. Alle in Deutschland angebotenen Tarife der privaten Krankenkostenvollversicherung sind entsprechend gestaltet.

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Gut zu wissen
Illustration Gut zu Wissen, weibliche Person hält ein Informationsschild vor sich. Um sie herum sieht man schwebende Statistiken

Der Arbeitgeberzuschuss PKV beträgt grundsätzlich die Hälfte des Gesamtbeitrags. Nach oben wird die Arbeitgeberbeteiligung durch verschiedene Faktoren begrenzt. Einzelne dieser Faktoren werden jedes Jahr neu festgelegt. Zu diesen jährlich angepassten Rechenfaktoren zählen:

  • Gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze
    (2021: 4.837,50 Euro pro Monat)
  • Allgemeiner Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen
    (2021: 14,6 Prozent)
  • Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen
    (2021: 1,3 Prozent)

Durch eine Berücksichtigung aller genannter Faktoren ist sichergestellt, dass der PKV-Zuschuss des Arbeitgebers nicht höher liegt als bei einem vergleichbaren Angestellten mit Absicherung über eine gesetzliche Krankenkasse.


  • Rechenbeispiel: Ein Arbeitnehmer verdient im Jahr 2021 brutto 5.500 Euro monatlich. Er hat damit die Wahl, sich über die PKV zu versichern. Die Berechnung für seinen Arbeitgeberzuschuss lautet: Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 %. Sein Bruttoarbeitsentgelt wird durch die Beitragsbemessungsgrenze 2021 begrenzt und liegt monatlich bei 4.837,50 Euro. Die Hälfte des zuschussfähigen fiktiven GKV-(Pflicht-)Beitrags: 50 % von (14,6 % und 1,3 %, insgesamt 15,9 % aus 4.837,50 Euro) sind 384,58 Euro als höchstmöglicher Arbeitgeberzuschuss. Dieser Höchstbetrag entspricht damit dem Beitragszuschuss in der GKV.
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Ratgeber
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Oft gefragt

Pflegepflichtversicherung - was gilt?

Eine ähnliche Berechnung ist für die Bezuschussung der privaten Pflegepflichtversicherung möglich. Sie beträgt laut Gesetzgebung maximal 73,77 Euro pro Monat (Stand: 2021) und verteilt sich in jedem Fall paritätisch. Das heißt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Höchstbeitrag bis zur genannten Obergrenze zu gleichen Anteilen auf. Jedoch gibt es dafür einige Ausnahmen, z.B. in Sachsen. Zusätzlich kann eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein für Angestellte und alle sonstigen Versicherten, die Versorgungslücke für den Pflegefall schließen möchten.

Selbstbeteiligung & Rückerstattungen

Die paritätische Aufteilung zu gleichen Teilen gilt ausschließlich für den regelmäßig zu zahlenden Monatsbeitrag für Krankenvoll- und Pflegepflichtversicherung. Sonderregelungen gibt es für eine Selbstbeteiligung oder Beitragsrückerstattungen. Sie beeinflussen die Höhe des Arbeitgeberzuschusses nicht. Falls Sie sich also beispielsweise für eine Selbstbeteiligung entscheiden und hierdurch Ihren Monatsbeitrag reduzieren, bleibt das im Arbeitgeberzuschuss unberücksichtigt. Ähnliches gilt für Regelungen zur Beitragsrückerstattung.

Zuschüsse für Freiberufler und Selbstständige?

Das oben genannte gilt unter der Voraussetzung, dass Sie als Arbeitnehmer unter einem Arbeitgeber tätig sind und Ihr Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Als Freiberufler oder Selbstständiger haben Sie das Wahlrecht für eine Private Krankenversicherung unabhängig vom Einkommen. Jedoch fehlt hier der feste Arbeitgeber. Ein Zuschuss der beschriebenen Form entfällt deshalb und Sie müssen Ihre kompletten Beitragszahlungen alleine leisten.

In einzelnen Branchen wird dies durch eine Sozialversicherungspflicht trotz selbstständiger Tätigkeit ausgeglichen, beispielsweise für Künstler und Publizisten durch die Künstlersozialkasse (KSK). Diese nimmt die Rolle des Arbeitgebers im Sinne des Gesetzgebers ein und obige Regelungen für Zuschüsse gelten in diesem Fall.

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Nach dem obigen Beispiel ergibt sich (ausgehend vom durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 1,3 Prozent) ein maximaler Beitragszuschuss durch den Arbeitgeber in der PKV von derzeit 384,58 Euro. Unabhängig von Ihren Wünschen in der gesundheitlichen Absicherung liegt der Zuschuss Ihres Arbeitgebers nie über diesem Satz.
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Elternzeit und Mutterschutz

Hier besteht die Möglichkeit, dass der PKV-versicherte Ehepartner der Person in Elternzeit Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss für seine Angehörigen hat. Wenn er seinen Arbeitgeberzuschuss noch nicht voll ausgeschöpft hat, kann er noch den Zuschuss für die Angehörigen, bis zur Höhe des max. Arbeitgeberzuschusses, geltend machen. 

Mutterschutz und Bezug von Mutterschaftsgeld 

Der Arbeitgeber zahlt ergänzend zum Mutterschaftsgeld einen Zuschuss. Die Höhe dieses Zuschusses beträgt das Nettoarbeitsentgelt abzüglich 13 Euro pro Tag. Das heißt, wenn der durchschnittliche kalendertägliche Nettolohn der Mutter den Betrag von 13 Euro pro Tag übersteigt, ist die Arbeitgeberseite verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen. Diese Regelung gilt selbstverständlich auch für PKV-versicherte Beschäftigte.

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Beispielrechnung

Sie möchten im Detail verstehen, wie der Arbeitgeberzuschuss Ihre individuelle Private Krankenversicherung beeinflusst? Finden Sie nachfolgend noch ein paar Rechenbeispiele und konkrete Zahlen.

Die Beitragssätze im deutschen Sozialversicherungssystem:

Jeder sozialversicherungspflichtige Angestellte in Deutschland hat von seinem Bruttolohn in vier Sozialversicherungsbereichen Beiträge abzuführen, die sich prozentual am Gehalt orientieren. Im Jahr 2020 betrugen diese Beitragssätze:

  • 14,6 Prozent: gesetzliche Krankenversicherung
  • 3,05 Prozent: Pflegepflichtversicherung (plus 0,25 Prozent für Kinderlose)
  • 2,40 Prozent: Arbeitslosenversicherung
  • 18,60 Prozent: Rentenversicherung

Viele gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland erheben aus wirtschaftlichen Gründen einen Zusatzbeitrag. Der Durchschnittswert liegt 2021 bei 1,3 Prozent – dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz: Er wird vom Gesetzgeber für die Kalkulation des höchstmöglichen Arbeitgeberzuschusses herangezogen.

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