Nahaufnahme einer Hand, die blaues Auto mit Wasserstoff-Zapfhahn betankt
E-Motor, Erdgas & Co.

Alternative Antriebe: Diese Technologien gibt es

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Alternative Antriebe für Autos kommen ohne oder mit weniger fossilen Brennstoffen aus als Verbrennungsmotoren. Das macht sie nachhaltiger und klimaschonender.
  • Die beliebtesten alternativen Antriebe in Deutschland sind Elektro- und Hybridmotoren. Daneben gibt es immer mehr Pkw, die Erdgas, Flüssiggas oder Wasserstoff als Ersatz für Benzin oder Diesel nutzen.
  • Welche alternative Antriebstechnologie für Sie Sinn macht, hängt von Ihren Fahrgewohnheiten ab. Auch Ihr Budget spielt eine Rolle: Wasserstoff- und Elektroautos sind teurer als Gas- oder Hybridfahrzeuge.
  • Bis 31. Dezember 2021 bezuschusst die Bundesregierung den Kauf von E-Autos mit 6.000 Euro. Zusammen mit dem Zuschuss der Automobilhersteller ergibt sich ein Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro. Wasserstoff- und E-Fahrzeuge sind zudem zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
Gut zu wissen: Trend Elektroautos
Illustration Info: Gut zu wissen

Für immer mehr deutsche Autofahrer sind alternative Antriebe die Zukunft. Dieser Trend zeichnet sich zumindest bei den Pkw-Neuzulassungen ab: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erzielten Elektroautos 2019 im Vergleich zum Vorjahr eine Zuwachsrate von mehr als 75 Prozent. Hybrid-Fahrzeuge erreichten sogar ein Plus von fast 84 Prozent.

Besonders beliebt sind Plug-in-Hybride (Plug-in Hybrid Electric Vehicle = PHEV). Ihre Hochleistungsbatterien sind über Haushaltssteckdosen und öffentliche Ladesäulen für E-Autos aufladbar. Bei den neu zugelassenen Hybrid-Pkw stieg ihr Anteil um knapp 45 Prozent im Vergleich zu 2018.

Erdgas und Flüssiggas liegen im Ranking der alternativen Antriebe hinten

Eine untergeordnete Rolle spielen Fahrzeuge, die Erdgas (7.623 Neuzulassungen) oder Flüssiggas (7.256 Neuzulassungen) tanken. Bei über 3,6 Millionen Pkw, die deutsche Autofahrer 2019 neu anmeldeten, lag ihr Anteil jeweils bei 0,2 Prozent. Brennstoffzellenfahrzeuge, die alternative Antriebe mit Wasserstoff nutzen, sind auf deutschen Straßen kaum unterwegs. In der Statistik des KBA sind sie daher nicht berücksichtigt.

Insgesamt erzielten Stromer, Hybrid-Autos und Co. 2019 erstmals über zehn Prozent Marktanteil. Die meisten Zulassungen von Pkw mit alternativen Antrieben erfolgten in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

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Überblick
Weg von Benzin und Diesel, hin zu klimafreundlichen Fortbewegungskonzepten: Bei der Entwicklung alternativer Antriebstechnik hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Hybrid vs. Elektro vs. Wasserstoff – die wichtigsten alternativen Antriebstechnologien und ihre Besonderheiten im Überblick.
Mann schließt Ladekabel an blauen Plug-in-Hybrid an, während junge Frau ihn anlächelt.

Hybrid- und Elektroauto: Begehrt als alternative Antriebe für Pkw

Als Einstieg in die Elektromobilität sind teilelektrische Hybrid-Fahrzeuge in Deutschland am beliebtesten. Ein Vollhybrid besitzt eine Batterie, die den Verbrennungsmotor beispielsweise beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Der zusätzliche E-Antrieb spart im Vergleich zu rein fossil betriebenen Kfz bis zu 15 Prozent Kraftstoff – und jede Menge CO2-Emissionen.

Anders als Vollhybride ist ein Plug-in-Hybrid mit einem Steckdosenanschluss ausgestattet. So können Sie den Wagen an öffentlichen Ladestationen oder über das Haushaltsstromnetz aufladen. Je nach Akkugröße fahren Plug-in-Fahrzeuge auch rein elektrisch. Der Doppelantrieb reduziert den Schadstoffausstoß des Kfz. Die durchschnittliche Reichweite des E-Akkus beträgt bei einem Plug-in-Hybrid rund 50 Kilometer.

Elektroautos sparen Kosten und CO2-Emissionen 

Mit einem Elektroauto sind Sie emissionsfrei unterwegs und profitieren von deutlich niedrigeren Betriebskosten als bei Verbrennern. Der Lithium-Ionen-Akku des Kfz lässt sich an leistungsstarken öffentlichen Stromtankstellen innerhalb weniger Stunden aufladen. Über die Haushaltssteckdose nimmt der Ladevorgang bis zu 14 Stunden in Anspruch. Dafür haben Stromer in Sachen Technologie die Nase vorne: Heute verwendete E-Motoren gelten als ausgereift, reichweitenstark und wartungsarm.

Erdgas und Flüssiggas: Klimafreundliche Alternativen zu Benzin und Diesel

Kfz mit Erdgas- und Flüssiggasantrieb verbinden die Vorteile regulärer Diesel- und Benzinmotoren mit einer besseren Ökobilanz und niedrigeren Betriebskosten. Erdgas (Compressed Natural Gas = CNG) produziert rund 20 Prozent weniger CO2 als Benzin. Bei Flüssiggas (Autogas oder Liquefied Petroleum Gas = LPG) sind es bis zu 15 Prozent weniger.

Beide Brennstoffalternativen sind preiswerter als fossile Kraftstoffe: Umgerechnet auf einen Liter Benzin kostet LPG nur 50 bis 60 Cent, CNG etwa 70 Cent. Autogas ist bundesweit an rund 6.600 Tankstellen verfügbar. Erdgas bieten über 850 Tankstellen an (Stand: 2019).

Gasmotoren dienen als alternative Antriebe für Lkw

Immer häufiger kommen Gasmotoren als alternative Antriebe für Lastwagen zum Einsatz. 2019 verzeichnete das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mehr als 1.300 Gasfahrzeuge mit über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Der Grund für diese Entwicklung: Lkw mit Gasantrieb sind schadstoffärmer als Diesel-Lkw und daher nicht von drohenden Fahrverboten in deutschen Städten betroffen. Gleichzeitig haben sie eine deutlich höhere Reichweite als Elektrofahrzeuge. Das macht Kfz mit Gasantrieb vor allem im Transportgewerbe zu einer echten Alternative zum Diesel.

Wasserstoffauto: Emissionsfrei, aber kostspielig

Im Prinzip sind Wasserstoffautos Elektroautos, die mit einem Wasserstofftank und Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzellen ausgerüstet sind. In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Luftsauerstoff zu Wasser (H2O). Diese chemische Reaktion erzeugt während der Fahrt Strom. Die elektrische Energie treibt den E-Motor an. Zusätzlich ist in Brennstoffzellen-Fahrzeugen eine kleine Batterie verbaut, welche die beim Bremsen entstehende Energie aufnimmt und speichert (Rekuperation).

Wasserstoffautos gelten als Zero Emission Vehicle (ZEV): Statt CO2 setzen sie Wärme, Wasserdampf und sehr geringe Mengen an Stickoxiden (NOx) frei. Wasserstoff erhalten deutsche Autofahrer derzeit an rund 80 Tankstellen (Stand: 2019). Im Vergleich zu Elektro- und Hybridfahrzeugen erzielen Brennstoffzellenautos eine deutlich höhere Reichweite von teils über 500 Kilometern.

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Entscheidungshilfe

Welche Antriebstechnik für Sie am meisten Sinn macht, hängt unter anderem von Ihren Fahrgewohnheiten ab. Ebenfalls ausschlaggebend ist das Budget, das Ihnen für ein "grünes" Neufahrzeug zur Verfügung steht. Folgende Aspekte helfen bei der Einschätzung, welche alternative Antriebstechnologie Ihren Anforderungen entspricht:

  • Pendler und Autofahrer, die den Akku ihres Kfz problemlos über Steckdose oder Wallbox zu Hause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladesäulen aufladen können, fahren mit Elektroautos gut.
  • Wer Wert darauf legt, sein Fahrzeug innerhalb weniger Minuten zu betanken, und bei der Reichweite keine Abstriche machen möchte, liegt mit Wasserstoff- oder Gasantrieb richtig.
  • Voll- oder Plug-in-Hybride ermöglichen einen schrittweisen Einstieg in die E-Mobilität. Trotz Verbrennungsmotor sind sie klimaschonender als reine Diesel oder Benziner.
Gut zu wissen: Alternative Antriebe der Zukunft
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Wie sehen Kraftstoffe und alternative Antriebe in Zukunft aus? Noch haben weder Automobilindustrie noch Wissenschaft oder Politik eine eindeutige Antwort auf diese Frage. Als vielversprechend handeln Experten vor allem Stromer und Brennstoffzellenautos.

In Großstädten und auf Kurzstrecken könnten sich batteriebetriebene Kfz durchsetzen. Auf langen Distanzen hingegen kommen die (Kosten-)Vorteile von Brennstoffzellen gegenüber reinen Elektromotoren zum Tragen. Branchenkenner sehen insbesondere im Transport-, Bus- und Bahnverkehr Potenzial für alternative Antriebe mit Wasserstoff. Welche Technologien sich am Ende durchsetzen, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings (noch) nicht absehbar.

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Nahaufnahme einer Ladesäule mit blauer LED-Beleuchtung, in der Ladekabel eines weißen Plug-in-Hybrid-Pkw eingestöpselt ist.
Umweltbonus
Nahaufnahme einer Ladesäule mit blauer LED-Beleuchtung, in der Ladekabel eines weißen Plug-in-Hybrid-Pkw eingestöpselt ist.
  1. Umweltbonus: Wer bis 31. Dezember 2021 ein batterie- oder brennstoffzellenbetriebenes Auto bis 40.000 Euro Nettolistenpreis kauft, erhält einen staatlichen Zuschuss von bis zu 6.000 Euro. Die Verdopplung der Kaufprämie für Elektroautos hat die Bundesregierung am 3. Juni 2020 im Zuge des 130 Milliarden Euro schweren Corona-Konjunkturpakets beschlossen. Zusammen mit dem Anteil der E-Autohersteller steigt der Umweltbonus für neue Stromer auf bis zu 9.000 Euro. Plug-in-Hybride werden mit bis zu 6.750 Euro unterstützt.
  2. Parken: Neben der Elektroauto-Förderung profitieren E-Fahrzeughalter unter anderem auch von Sonderparkflächen, dürfen im Stadtverkehr Busspuren mitbenutzen und zahlen oft keine Parkgebühren.
  3. Steuern: Wasserstoff- oder Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis 31. Dezember 2020 sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Dasselbe gilt für Pkw, die Sie nachträglich auf Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb umrüsten. Nach Ablauf der Steuerbefreiung zahlen E-Auto-Halter eine um 50 Prozent ermäßigte KraftfahrzeugsteuerFür Gas- und Hybridautos entrichten Fahrzeughalter zwar die reguläre Kfz-Steuer für Pkw. Aufgrund der geringeren CO2-Emissionen fällt diese allerdings günstiger aus.
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Pro & Contra
Wasserstoff, Elektro, Hybrid, Erd- oder Autogas: Diese Argumente sprechen für beziehungsweise gegen den Umstieg auf alternative Antriebe.
  • Bessere Ökobilanz: keine bzw. niedrige Feinstaub- und CO2-Emissionen
  • Günstige Betriebskosten
  • Weniger Wartungs- und Reparaturaufwand (E-Autos)
  • Steuerliche Vorteile
  • Kaufprämien (z.B. Umweltbonus)
  • Vergünstigte Tarife bei vielen Kfz-Versicherungen
  • Freie Fahrt in Umweltzonen
  • Relativ hohe Anschaffungskosten
  • Begrenzte Reichweite (E-Autos)
  • Zeitintensives Aufladen und Mehrgewicht durch Batterie (E-Autos)
  • Eingeschränkter Platz im Kofferraum (Erdgas- und Hybridautos)
  • Ausbaubedürftige Ladeinfrastruktur bzw. niedrige Tankstellendichte (Wasserstoff, Erdgas)
  • Wenig nachhaltige Kraftstoffproduktion (Wasserstoff, Autogas)
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