Eine Bestattungsverfügung ist per Definition ein Formular, in dem Sie Ihre Wünsche für Ihre Bestattung zu Lebzeiten formulieren können. Die Finanzierung der Bestattungskosten im Todesfall ist damit jedoch nicht geregelt. Der Inhalt der Bestattungsverfügung ist nicht genau geregelt. Meist legen Sie die Bestattungsart, Gäste, Ort der Beerdigung, Rede, Musik und Art der Trauerfeier fest. Zudem benennen Sie eine zuständige Person, meist Angehörige, für die Organisation. Eine Vorlage für eine Bestattungsverfügung dient als Orientierung, welche Informationen Sie festhalten können und spart Ihnen Zeit.
Bestattungsverfügung
Bestattungsverfügung kurz erklärt
Inhalt
Aktualisiert am 16.12.2025
- Definition: Was ist eine Bestattungsverfügung?
- Hinterbliebene entlasten: Warum ist eine Bestattungsverfügung sinnvoll und ab wann kann sie erstellt werden?
- Inhalt: Wie schreibt man eine Bestattungsverfügung?
- Vorlage zum Download: Bestattungsverfügung mit Meine Allianz erstellen
- Checkliste: Tipps zur Erstellung einer Bestattungsverfügung
- Beisetzung finanzieren: Was ist der Unterschied zwischen Bestattungsverfügung und Bestattungsvorsorgevertrag?
Was ist eine Bestattungsverfügung?
Die Bestattungsverfügung ist eine Willenserklärung, mit der Personen vor dem Tod festlegen können, wie die eigene Bestattung ablaufen soll. Das entlastet Ihre Hinterbliebenen bei der Organisation der Bestattung.
Wer eine Bestattungsverfügung erstellt, sorgt für Sicherheit: Einerseits für sich selbst, um eine Beisetzung nach eigenen Wünschen zu erhalten. Andererseits bei den Angehörigen, die sicher sein können, dass die verstorbene Person einen würdevollen Abschied nach ihren Vorstellungen erhält.
Folgende Punkte können Sie in der Bestattungsverfügung festlegen:
- Bestattungsart: Erdbestattung im Sarg, Feuerbestattung in einer Urne, Seebestattung oder alternative Bestattungsarten
- Bestattungsort und Grabart: bestimmte Stelle auf Friedhof bei Erdbestattung, spezieller Wald für Waldbestattung oder Seestück bei Seebestattung
- Grabstelle: Bepflanzung, Schmuck und Grabstein
- Trauerfeier: Rahmen, Gäste, Trauermusik, Religiosität
- Finanzierung: Sterbegeldversicherung, hinterlegtes Kapital
- Verantwortlichkeit: nahestehende Person und/oder Bestattungsunternehmen
Wichtig: Mit der Bestattungsverfügung können Sie auch die Finanzierung der Beisetzung regeln, allerdings bietet sie keine Möglichkeit einer finanziellen Absicherung Ihrer Bestattung. Dafür benötigen Sie beispielsweise eine Sterbegeldversicherung, auf die Sie in der Verfügung hinweisen können.
Ist eine Bestattungsverfügung bindend?
Grundsätzlich ist eine Bestattungsverfügung bindend. Die Interessen des oder der Verstorbenen sind damit zum Beispiel bei Streitigkeiten vor Gericht klar ausgedrückt – die Willenserklärung muss ein Gericht bei der Entscheidung im Streitfall berücksichtigen. Voraussetzung ist aber, dass die Bestattungsverfügung im Rahmen geltender Gesetze formuliert ist. Es dürfen beispielsweise nur in Deutschland zulässige Bestattungsarten im Schriftstück festgehalten sein.
Nicht bindend ist eine Bestattungsverfügung, wenn die Finanzierung der Bestattung den Erbinnen oder Erben bzw. den beauftragten Personen nicht zumutbar ist und der oder die Verstorbene nicht selbst dafür vorgesorgt hat.
Die Sterbegeldversicherung der Allianz
Der Allianz BestattungsSchutzbrief bietet im Vergleich zu einer herkömmlichen Sterbegeldversicherung mehr als nur eine Kapitalzahlung für Bestattungskosten:
- Sie teilen uns Ihre Wünsche mit, damit die Beerdigung nach Ihren Vorstellungen abläuft.
- Sie erhalten zusätzlich eine Beratung von Experten und Expertinnen, die mit Ihnen alle Fragen rund um die Beerdigung klären.
- Trauerfall-Service für die Angehörigen: Die Bestattung wird von uns organisiert und koordiniert. Außerdem: Telefonische Beratung und Unterstützung der Hinterbliebenen rund um die Uhr. Die Kostenübernahme der Bestattung erfolgt im Rahmen des vorhandenen Kapitals.
Den Allianz BestattungsSchutzbrief bieten wir als Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen bereits ab 6,74 Euro im Monat an. Mit unserem Rechner können Sie den Beitrag des BestattungsSchutzbriefs unkompliziert online ermitteln und beantragen.
Eintrittsalter 35 Jahre, Versicherungssumme 3.000 Euro, lebenslange Beitragszahlungsdauer. Stand 16.12.2025.
Warum ist eine Bestattungsverfügung sinnvoll und ab wann kann sie erstellt werden?
Eine Bestattungsverfügung ist sinnvoll, um die eigenen Wünsche für die Beisetzung festzulegen. Sie entlasten damit Hinterbliebene und minimieren das Risiko von Meinungsverschiedenheiten.
Volljährige Personen können eine Bestattungsverfügung jederzeit erstellen. Bestattungswünsche direkt im Testament festzuhalten ist allerdings keine Alternative. Denn dieses Schriftstück öffnen Angehörige im Todesfall in der Regel erst nach der Bestattung. Eine Bestattungsverfügung ist sinnvoll, um individuelle Bestattungswünsche festzuhalten. Sind Ihre Vorstellungen sehr detailliert, halten Sie alles in dem Schriftstück fest: von der Art der Beisetzung über den Ablauf der Trauerfeier bis hin zur Dekoration mit religiösen Ornamenten. Solange Sie die behördlichen und gesetzlichen Bestimmungen beachten, können Sie die gesamte Bestattungsplanung vorab erstellen. Sie können die Planung auch mithilfe eines Bestattungsunternehmens vornehmen und dies in der Bestattungsverfügung angeben.
In Rheinland-Pfalz ist für die neuen Bestattungsformen wie die Aufbewahrung der Urne zu Hause, die Verstreuung der Asche außerhalb von Friedhöfen oder Flussbestattungen eine schriftliche Bestattungsverfügung zwingend erforderlich. Der Wille des oder der Verstorbenen muss eindeutig zu Lebzeiten festgelegt sein, ansonsten ist weiterhin eine Beisetzung auf dem Friedhof vorgeschrieben. Sollten Sie weniger konkrete Vorstellungen haben, geben Sie eine zuständige Person an, die im Todesfall die Organisation der Bestattung übernimmt. Wichtig: Klären Sie mit der oder dem Zuständigen im Vorfeld, welche Aufgaben auf sie oder ihn zukommen.
Wer entscheidet ohne Bestattungsverfügung über die Bestattung?
In Deutschland gilt Bestattungspflicht. Das heißt: Der Leichnam einer verstorbenen Person muss ordnungsgemäß bestattet werden. Wer für die Organisation einer Bestattung zuständig ist, wenn es keine Bestattungsverfügung gibt, ist in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt. In den meisten Ländern gilt folgende Reihenfolge bei der Bestattungspflicht:
- Ehepartner:in
- Eingetragene:r Lebenspartner:in
- Kinder
- Eltern
Da die genaue Regelung der Bestattungspflicht die Bundesländer festlegen, können in der Reihenfolge noch entferntere Verwandte eine Rolle spielen.
Wie schreibt man eine Bestattungsverfügung?
Es gibt keine Vorgaben, wie eine Bestattungsverfügung auszusehen hat. Trotzdem sollten Sie beim Schreiben einige Punkte beachten. Ein Bestattungsverfügung-Muster hilft Ihnen, wichtige Punkte schnell zu erkennen.
Da es keine verpflichtenden Formvorgaben für eine Bestattungsverfügung gibt, können Sie das Dokument per Hand oder am PC schreiben. Achten Sie beim Verfassen auf eindeutige Formulierungen, damit es bei der Auslegung nicht zu Streitigkeiten unter den Hinterbliebenen kommt. Außerdem sollte deutlich werden, dass die Willenserklärung tatsächlich von Ihnen stammt. Eine notarielle Beglaubigung braucht es nicht.
Welche formalen Aspekte gelten für die Bestattungsverfügung?
Auch wenn es keine bindenden Vorschriften gibt, sollten Sie folgende formalen Punkte berücksichtigen, damit die Bestattungsverfügung ihren Zweck erfüllt:
- Achten Sie auf eine leserliche Schrift, wenn Sie die Verfügung per Hand schreiben.
- Unterschreiben Sie das Dokument, wenn Sie es am Computer verfassen.
- Geben Sie Ort und Datum an.
- Verwenden Sie klare Formulierungen, nutzen Sie Stichpunkte.
- Gliedern Sie die Bestattungsverfügung in folgende Punkte: zuständige Person, Bestattungsart, Trauerfeier, Kleidung, Dekoration, Musik, Finanzierung.
- Legen Sie zusätzliche Informationen bei, zum Beispiel die Kontaktdaten des Bestattungsunternehmens oder die von Ihnen gewünschte Musik.
- Fertigen Sie Kopien an und stellen Sie sicher, dass die Bestattungsverfügung im Todesfall leicht auffindbar ist.
Wie kann man sicherstellen, dass eine Bestattungsverfügung umgesetzt wird?
Um die Umsetzung Ihrer Bestattungsverfügung nach Ihrem Tod sicherzustellen, sollten Sie enge Vertraute bei der Ausgestaltung der Bestattungsvorsorge in Kenntnis setzen. Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Verwandten und der nahestehenden Person, die Sie für die Bestattungsplanung vorsehen. Klären Sie mit diesem Personenkreis alle Punkte der Bestattungsverfügung und stellen Sie sicher, dass die Umsetzung für die Vertrauensperson realisierbar ist. Beachten Sie dabei die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Bestimmungen vor Ort. Gerade in Rheinland-Pfalz ist es für besondere Bestattungsformen wie die Urnenaufbewahrung zu Hause oder Flussbestattungen entscheidend, dass Ihre schriftliche Verfügung im Original leicht auffindbar und eindeutig formuliert ist. Nur dann dürfen diese Bestattungsarten auch umgesetzt werden. Außerdem können Sie im Testamentsregister erwähnen, an welchem Ort Sie Ihre Verfügung hinterlegt haben.
Kann man eine Bestattungsverfügung jederzeit ändern?
Ja, Sie können die Bestattungsverfügung jederzeit ändern. Das ist sinnvoll, denn möglicherweise ändern sich Ihre Wünsche oder die gesetzlichen Bestimmungen im Laufe der Zeit. Wenn Sie das Dokument ändern, sollten Sie es mit dem aktuellen Datum versehen und die alte Bestattungsverfügung vernichten. So kommt es nicht zu Missverständnissen – denn die Willenserklärung ist unbegrenzt gültig.
Wie soll man eine Bestattungsverfügung aufbewahren?
Bewahren Sie die Bestattungsverfügung an einem leicht zugänglichen, sicheren Ort auf. Ihre Angehörigen sollten diesen kennen und problemlos darauf zugreifen können. Um auf Nummer sicherzugehen, können Sie die Verfügung einem Anwalt oder einer Anwältin bzw. einem Notar oder einer Notarin geben und Kopien an Ihre Angehörigen verteilen. Zusätzlich können Sie die Information über den Aufbewahrungsort im Testamentsregister hinterlegen.
Wichtig: Erstellen Sie die Bestattungsverfügung nicht als Teil Ihres Testaments. Dieses wird in der Regel erst nach der Beisetzung von einem Nachlassgericht eröffnet.
Bestattungsverfügung mit Meine Allianz erstellen und downloaden
Wer auf Nummer sichergehen will, kann die kostenlose Bestattungsverfügung-Vorlage der Allianz nutzen. Sie finden das Dokument im Online-Portal Meine Allianz in der Rubrik „Vorsorge- und Nachlassplaner“ unter dem Namen „Meine letzten Wünsche“, nachdem Sie sich dort registriert haben.
Mit der Bestattungsverfügung-Vorlage müssen Sie sich keine Gedanken um den Aufbau und die Struktur Ihrer Verfügung machen. In dem Dokument finden Sie zudem alle wichtigen Angaben und legen per Klick in ein interaktives Feld Ihre Wünsche fest. In zusätzlichen Freitextfeldern können Sie das Muster durch individuelle Angaben ergänzen. Mit Klick auf den Button „Meine letzten Wünsche jetzt fertigstellen“ erstellen Sie Ihre Bestattungsverfügung und können die ausgefüllte Vorlage im Anschluss direkt als PDF herunterladen und ausdrucken. Aktuell erreichen Sie die Bestattungsverfügung-Vorlage mit Ihrem Laptop oder Smartphone ausschließlich über einen Browser.
Tipps zur Erstellung einer Bestattungsverfügung
Eine Bestattungsverfügung sollte Ihre persönlichen Wünsche bestmöglich zum Ausdruck bringen. Mit folgenden Tipps gehen Sie auf Nummer sicher.
- Informationen einholen: Bringen Sie in Erfahrung, welche Bestattungsarten erlaubt sind und welche Möglichkeiten es gibt, die Bestattungsfeier zu gestalten. Treffen Sie dann Ihre Auswahl.
- Um Rat fragen: Ein Bestattungsunternehmen kann Ihnen das Angebot vor Ort aufzeigen. Fragen Sie Angehörige und Bekannte, welche Erfahrungen sie bereits gemacht haben.
- Prüfen lassen: Bitten Sie Angehörige darum, Ihre Bestattungsverfügung zu lesen. So stellen Sie sicher, dass die Formulierungen verständlich sind und Sie alle Aspekte berücksichtigt haben.
- Vorlage verwenden: Ein Bestattungsverfügung-Muster hilft Ihnen dabei, Ihre Wünsche und Vorstellungen zu formulieren.
- Sterbegeldversicherung abschließen: Kümmern Sie sich frühzeitig um die Finanzierung der Bestattung. Eine Sterbegeldversicherung entlastet Ihre Angehörigen bei den Bestattungskosten.
- Vollmacht erteilen: Wenn Sie jemanden mit der Organisation der Bestattung beauftragen, sollten Sie sicherheitshalber eine Bestattungsvollmacht für die Person ausstellen.
Was ist der Unterschied zwischen Bestattungsverfügung und Bestattungsvorsorgevertrag?
Mit einer Bestattungsverfügung regeln Sie Art und Ablauf Ihrer Beisetzung. Die Finanzierung ist damit aber nicht geklärt. Diese können Sie beispielsweise in einem Bestattungsvorsorgevertrag regeln.
Eine Bestattungsverfügung können Sie ohne Mithilfe anderer Personen schreiben. Einen Bestattungsvorsorgevertrag schließen Sie dagegen mit einem Bestattungsunternehmen ab. Der Vertrag beinhaltet sowohl Ihre individuellen Wünsche für die Bestattung als auch die Regelung der Finanzierung. Im Unterschied zur Bestattungsverfügung können Sie mit einem Bestattungsvorsorgevertrag die Bestattungskosten absichern. Weil Sie den Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen schließen, ist die Umsetzbarkeit der Trauerfeier nach Ihren Wünschen ebenfalls geklärt. Sie gehen also auf Nummer sicher, müssen bei Abschluss aber Geld hinterlegen oder eine Sterbegeldversicherung angeben.
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