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Ameisen im Haus: Welche Versicherung zahlt? 

Wirksame Hilfe bei der Schädlings­be­kämpfung
Ameisen im Haus: Ameisen gelangen durch Ritze ins Haus

Ameisen im Haus können schnell zur echten Plage werden – besonders, wenn sie über die Küche herfallen oder sich hartnäckig in Wohnräumen ausbreiten. Doch was viele nicht wissen: Bei Ameisenbefall kann Ihnen die Versicherung helfen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Ameisen überhaupt ins Haus gelangen, welche Schäden sie verursachen können, und welche Versicherungen in welchem Fall zahlen. Außerdem zeigen wir, wie Sie die Insekten mit einfachen, natürlichen Mitteln wieder loswerden und wann ein professioneller Schädlingsbekämpfer sinnvoll ist.

Sie haben eine Ameisenstraße in Ihrer Küche entdeckt? Lästig, aber kein Grund zur Sorge: Ameisenarten wie die schwarze Gartenameise oder die rote Waldameise, die in Deutschland am häufigsten vorkommen, sind weder gefährlich noch übertragen sie Krankheiten.

 
Ameisen sind sehr nützliche Tiere, da sie unter anderem schädliche Insekten fressen und dadurch Bäume und Pflanzen schützen. Ihr Lebensraum liegt normalerweise außerhalb von Gebäuden. Kommen sie in Wohnungen oder Häuser, gibt es dafür häufig folgende Ursachen:

Hat eine Ameise eine lukrative Nahrungsquelle wie etwa Nahrungsreste in einer Küche ausfindig gemacht, überwindet sie fast jedes Hindernis. Oft gelangen sie über undichte Fenster oder Türen ins Innere. Durch eine Pheromonspur markiert sie den Weg zum Futter – dadurch findet nicht nur sie zurück ans Buffet, sondern auch andere Mitglieder ihres Staates können die Route zurückverfolgen und ebenfalls von der Futterquelle profitieren. Das Ergebnis: eine hochfrequentierte Ameisenstraße mitten in Ihrer Küche.

  • Essensreste aller Art – von Brotkrümeln auf dem Boden bis Kompost im Bioabfall
  • Offenes Futter für Haustiere
  • Unverschlossen gelagerte Lebensmittel

Ein anderer Grund für eine plötzliche Ameisenplage kann sein, dass die Insekten nicht von außen zu Ihnen kommen, sondern bereits in der Bausubstanz des Gebäudes nisten und eines Tages den Weg in Ihre Wohnung finden. Die Sechsbeiner hausen besonders gerne in warmen und geschützten Wandbereichen. Vergrößern sie ihren Unterschlupf, kann es passieren, dass sie einen Durchgang nach innen finden und dort schon bald auf Futtersuche gehen. Im Handumdrehen patrouillieren in Ihrer Küche oder Vorratskammer unliebsame Untermieter:innen, die Sie ohne Gegenmaßnahmen so schnell nicht wieder loswerden.

Wichtig: Ein Ameisennest in der Hauswand ist generell nicht auf einen Baumangel zurückzuführen. Die Tierchen sind eigenwillig: Wo sie hineinwollen, kommen sie auch hinein. Allerdings können Baumängel wie Risse in der Bausubstanz oder undichte Fenster dafür verantwortlich sein, dass sie den Weg ins Haus finden.

So wichtig und nützlich Ameisen für Mensch und Natur auch sind, im Haus oder auf der Terrasse kann man durchaus auf sie verzichten. Haben die ungebetenen Gäste es in Ihren Wohnbereich geschafft, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen, um sie wieder loszuwerden. Wichtig ist, dass Sie bei der Ameisenvertreibung möglichst nicht auf chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel zurückgreifen. Denn setzen Sie Ameisengift im Haus ein, vernichten die Chemikalien nicht nur die Insekten, sondern schaden möglicherweise auch Menschen, Haustieren oder anderen nützlichen Insekten und Tieren. 

 
Es gibt zahlreiche sanfte Alternativen, um Ameisen auf natürliche Weise loszuwerden.

  1. Undichte Türen, Fenster, Fugen und Ritzen abdichten: Versperren Sie mit Gips, Fugenmörtel oder Silikon den Ameisen den Weg durch die Schlupflöcher.
  2. Nesteingänge verkleben: Nehmen Sie hierfür ein Dichtungsband.
  3. Ameisenstraße aufsaugen: mit einem Hand- oder Staubsauger. Entsorgen Sie im Anschluss den Staubsaugerbeutel oder entleeren und säubern Sie den Auffangbehälter.
  4. Klebebarrieren anbringen: Ein mit Honig beträufelter Karton an Fensterbrettern, Türeschwellen oder auf Regalen kann helfen, die Ameisen auf dem Weg zur Futterquelle abzufangen.
  5. Backpulver verstreuen: ein bewährtes Hausmittel gegen Ameisen. Mit einem Lockstoff wie Zucker vermengt, wirkt es besonders gut.
  6. Intensiv riechende Pflanzen und Kräuter aufstellen: Basilikum, Thymian, Lavendel oder Pfefferminze entlang der Ameisenstraße oder an den Durchgängen stören den Geruchssinn der Insekten. Sie verlieren die Orientierung und lassen von ihrem Vorhaben ab.
  7. Intensiv duftende Lebensmittel: Zitronenschalen, Zimtpulver, gemahlener Kaffee, Wacholderblätter, Gewürznelken und Essig haben denselben Effekt.
  8. Seifenlösung: Reinigen Sie die Ameisenstraße mit einer natürlichen Seifenlösung und beträufeln Sie anschließend den Weg mit Zitronensaft oder einigen Tropfen eines ätherischen Lavendel- oder Zitrusöls. Im Handel gibt es sogar spezielle Gemische aus verschiedenen ätherischen Ölen, die als "Ameisenöl" oder ähnlich benannt, verkauft werden.
Alle Gegenmittel und Ameisenfallen helfen nichts und die Insekten breiten sich im ganzen Haus aus? Dann sollten Sie keine weiteren (und vor allem keine giftigen) Experimente unternehmen, sondern eine Fachkraft zur Schädlingsbekämpfung hinzuziehen. Dasselbe gilt, wenn sich das Ameisennest hinter Holzverkleidungen, in Kabelschächten oder Hohlräumen unter Wintergartenfußböden befindet. Eine sachkundige Person vom Fach kann am besten beurteilen, welche Ameisenart gerade ihr Unwesen treibt und welches Mittel gegen sie am wirksamsten ist. Er oder sie berät Sie auch, falls bauliche Maßnahmen in der Wohnung erforderlich sind.

Grundsätzlich gilt: Ein Ameisenbefall ist in der Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht versichert. Die Police schützt Ihre Immobilie in erster Linie vor klassischen Risiken wie Feuer, Hagel, Blitzschlag, Sturm und Leitungswasser. Auch ein ergänzender Elementarschadenschutz erweitert den Versicherungsschutz nur um Schäden durch Naturereignisse – nicht um Schädlingsbefall. Schäden oder Kosten durch Ameisen, Schaben, Wespen oder andere Ungezieferarten sind daher in den meisten Gebäudeversicherungen ausgeschlossen.

Einige Wohngebäudeversicherungen bieten allerdings Schutzbrief-Leistungen fürs Zuhause an. Über solche Zusatzbausteine – wie den Notfallservice Zuhause der Allianz – können die Kosten für eine professionelle Schädlingsbekämpfung übernommen werden. Dazu zählen auch Einsätze wegen Ameisen, Mäusen, Ratten, Mardern oder die Entfernung von Wespennestern. Die Allianz erstattet hierfür bis zu 500 Euro pro Versicherungsfall.

 
Damit Sie sich gar nicht erst mit einer Ameisenplage herumschlagen müssen, gibt es einige Vorkehrungen, die Sie vorbeugend treffen können:

  • Reparieren Sie umgehend undichte Fenster und Türen.
  • Verschließen Sie Fugen, Löcher und Spalten im Mauerwerk sorgfältig mit Silikon, Gips oder Mörtel.
  • Suchen Sie neue Zimmerpflanzen nach Ameisen ab, bevor Sie sie im Haus aufstellen.
  • Bewahren Sie Nahrungsmittel immer luftdicht verschlossen auf. Das gilt auch für den Kühlschrank, denn eine hungrige und motivierte Ameise schafft es auch dorthin.
  • Sammeln Sie Müll in verschlossenen Behältern und leeren Sie ihn regelmäßig aus.
  • Biomüll täglich entsorgen und spezielle Biomülleimer mit Geruchsfilter verwenden.
  • Entfernen Sie Essensreste in der Küche möglichst schnell und lassen Sie schmutziges Geschirr nicht unnötig herumstehen.
  • Entfernen Sie regelmäßig Krümel und Essensreste von Küchenzeile und -boden.
  • Lassen Sie die Fressnäpfe Ihrer Haustiere nicht unnötig lange stehen.
  • Entfernen Sie einzelne Ameisen sofort. Es könnte sich um "Kundschafter" handeln, denen andere bald folgen.
Nach deutschem Mietrecht, auf dem auch Ihr Mietvertrag beruht, ist der Vermieter oder die Vermieterin verpflichtet, Ihnen die Mietwohnung in einem bewohnbaren Zustand zu überlassen. Das bedeutet unter anderem, dass alle Wohnräume frei von unzumutbarem Schädlingsbefall sind.
Haben Sie im Laufe der Mietzeit mit Ungeziefer zu kämpfen, müssen Sie sich als Mieter:in in der Regel selbst um die Beseitigung kümmern. Insbesondere, wenn Ameisen, Käfer und ähnliches Getier nur vereinzelt auftreten. Sie können weder den Vermieter oder die Vermieterin noch die Hausverwaltung zur Verantwortung ziehen. Vielmehr gehört es sogar zu Ihren Sorgfaltspflichten als Mieter:in, dafür zu sorgen, dass sich das Ungeziefer in der Wohnung nicht weiter ausbreitet.
Treten hingegen ganze Ameisenkolonien mit Nestern und fliegenden Ameisen auf, liegt ein erheblicher Schädlingsbefall vor, der die Wohnungsnutzung beeinträchtigt und als unzumutbare Belästigung zu werten ist. In solchen Fällen ist der Vermieter oder die Vermieterin für die Beseitigung verantwortlich.
Die Bekämpfung einer echten Ameisenplage können Sie also Ihrem Vermieter oder Ihrer Vermieterin überlassen und je nach Stärke des Befalls sogar die Miete mindern. Die Kosten für die Ungezieferbeseitigung trägt ebenfalls der Vermieter oder die Vermieterin. Das gilt allerdings nicht, wenn Sie für das Auftreten der Schädlinge verantwortlich sind, weil Sie Ihre Pflichten als Mieter:in verletzt und beispielsweise keine vorbeugenden Maßnahmen zur Ameisenabwehr ergriffen haben.
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