Ameisen im Haus: Ameisen gelangen durch Ritze ins Haus
Wirksamer Schutz gegen Ungeziefer

Ameisen im Haus: Wer zahlt bei Schädlings­befall? 

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Schädlinge bekämpfen und neuem Befall vorbeugen
  • Ameisen sind Nutzinsekten, sie düngen den Boden und halten als „Gesundheitspolizei“ Gärten und Parkanlagen von Schädlingen frei. In Häuser und Wohnungen dringen Ameisen meist auf der Suche nach Essbarem ein.
  • Im Gegensatz zu Wespen oder Termiten sind Ameisen ungefährlich und übertragen keine Krankheiten. Im eigenen Zuhause sind die Insekten trotzdem ungebetene Gäste, da sie unter anderem dazu beitragen, dass Lebensmittel verderben.
  • Im besten Fall bieten Sie Ameisen erst gar keine Gelegenheit, ins Haus zu gelangen. Waren Ihre präventiven Maßnahmen zur Insektenabwehr erfolglos, sollten Sie handeln. Statt „chemischer Keulen“ sind natürliche Mittel gegen Ameisen empfehlenswert – nicht zuletzt zum Schutz anderer Lebewesen wie Haustieren und Menschen.
  • Werden Sie das Ungeziefer aus eigener Kraft nicht mehr los, sollten Sie einen Experten zur Schädlingsbekämpfung heranziehen. Haben Sie eine Wohngebäudeversicherung mit Haus- und Wohnungsschutzbrief, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Versicherer für die Beseitigung aufkommt.
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Nahrungssuche & Nistplatz
Ameisen im Haus Ursache: Ameisen tummeln sich auf leerem Kuchenteller

Sie haben eine Ameisenstraße in Ihrer Küche entdeckt? Kein Grund zur Sorge, Ameisenarten wie die schwarze Gartenameise oder die rote Waldameise, die in Deutschland am häufigsten vorkommen, sind weder gefährlich noch übertragen sie Krankheiten. Sie sind sogar sehr nützliche Tiere, da sie zum Beispiel schädliche Insekten fressen und dadurch Bäume und Pflanzen schützen. Ihre Nester bauen die Sechsbeiner normalerweise außerhalb von Gebäuden, etwa unter Steinen, Platten oder in Wandrissen. Sieht man sie in Wohnungen oder Häusern, ist es trotzdem kein Zeichen für mangelnde Hygiene. Die Ursache für Ameisen im Haus liegt meist woanders.

1. Ameisen auf Nahrungssuche finden einen Weg ins Haus

Kleine Insekten wie Ameisen können fast jedes Hindernis überwinden. Oft gelangen sie über undichte Fenster oder Türen ins Innere. Hat eine Ameise eine lukrative Nahrungsquelle ausfindig gemacht, markiert sie den Weg zum Futter mit einer Pheromon-Spur. Dadurch können andere Mitglieder ihres Staates die Route zurückverfolgen und ebenfalls von der Futterquelle profitieren. Je attraktiver und umfangreicher das Nahrungsangebot, desto stärker wird die Spur genutzt und der Pheromon-Duft umso intensiver. Das Ergebnis: eine hochfrequentierte Ameisenstraße.

Diese Nahrungsquellen sind für Ameisen besonders interessant:

  • Offene Müllsäcke und Abfalleimer
  • Essensreste – vom Brotkrümel bis zum Kompost in der Biotonne
  • Offenes Futter für Haustiere
  • Unverschlossen gelagerte Nahrungsmittel aller Art

2. Ameisen nisten bereits in der Hauswand

Ein anderer Grund für eine plötzliche Ameisenplage kann sein, dass die Insekten bereits von außen in der Bausubstanz des Gebäudes nisten und eines Tages den Weg in Ihre Wohnung finden. Die Sechsbeiner hausen besonders gerne in warmen und geschützten Wandbereichen. Vergrößern sie ihren Unterschlupf, kann es passieren, dass sie einen Durchgang nach innen finden und dort schon bald auf Futtersuche gehen. Im Handumdrehen patrouillieren in Ihrer Küche oder Vorratskammer unliebsame Untermieter, die Sie ohne Gegenmaßnahmen so schnell nicht wieder loswerden.

Wichtig: Ein Ameisennest in der Hauswand ist kein Baumangel. Die Tierchen sind eigenwillig. Das heißt: Wo sie reinwollen, kommen sie auch rein. Allerdings können Baumängel wie Risse in der Bausubstanz oder undichte Fenster dafür verantwortlich sein, dass sie den Weg ins Haus finden.

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Wirksame Gegenmittel
Ameisen im Haus bekämpfen: Kräutertöpfe mit Basilikum, Rosmarin und Lavendel

So wichtig und nützlich Ameisen für Mensch und Natur auch sind, im Haus oder auf der Terrasse kann man durchaus auf sie verzichten. Haben die ungebetenen Gäste es dennoch in Ihren Wohnbereich geschafft, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen, um sie wieder loszuwerden. Wichtig ist, dass Sie dafür nicht auf chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel zurückgreifen. Denn setzen Sie Ameisengift im Haus ein, vernichten die Chemikalien nicht nur die Insekten, sondern schaden möglicherweise auch Menschen und Haustieren. Zudem gibt es zahlreiche sanfte Alternativen, um Ameisen natürlich zu bekämpfen.

Acht wirksame Mittel gegen Ameisen im Haus

 

  1. Saugen Sie die Ameisenstraße mehrmals hintereinander auf und entleeren Sie anschließend den Staubsaugerbeutel bzw. säubern Sie den Auffangbehälter.
  2. Verkleben Sie die Nesteingänge mit Dichtungsband.
  3. Dichten Sie Schlupflöcher wie undichte Türen, Fenster, Fugen und Ritzen umgehend mit Gips, Fugenmörtel oder Silikon ab, um den Ameisen den Weg zu versperren.
  4. Bringen Sie an Fenstern, Türen oder auf Regalen klebende Barrieren an, um die Ameisen auf dem Weg zur Futterquelle abzufangen. Ein mit Honig beträufelter Karton kann beispielsweise als Klebefalle dienen.
  5. Backpulver ist ein altbewährtes Mittel gegen Ameisen im Haus: Mit einem Lockstoff wie Zucker vermengt schmeckt es Ameisen besonders gut. Fressen sie das Pulver, bläht es sich im Magen auf. Die Ameisen sterben.
  6. Stellen Sie intensiv riechende Pflanzen und Kräuter wie Basilikum, Thymian, Lavendel oder Farnkraut entlang der Ameisenstraße oder an den Durchgängen auf, um den Geruchssinn der Sechsbeiner zu stören. Sie verlieren die Orientierung und lassen von ihrem Vorhaben ab.
  7. Alternativ können Sie intensiv duftende Lebensmittel vor den Zu- und Durchgängen platzieren, um die Plagegeister zu vertreiben. Empfehlenswert sind Zitronenschalen, Zimtpulver, gemahlener Kaffee, Wacholderblätter, Gewürznelken und Essig.
  8. Reinigen Sie die Ameisenstraße mit einer Seifenlösung und beträufeln Sie den Weg mit Zitronensaft oder einigen Tropfen eines ätherischen Lavendel- oder Zitrusöls. Im Handel gibt es sogar ein fertiges Gemisch aus verschiedenen ätherischen Ölen, das als Ameisenöl verkauft wird. 

Letzter Ausweg: Rufen Sie einen Fachmann

Alle Gegenmittel und Ameisenfallen helfen nichts und die Insekten breiten sich im ganzen Haus aus? Dann sollten Sie keine weiteren (und vor allem keine giftigen) Experimente unternehmen, sondern einen Fachmann zur Schädlingsbekämpfung hinzuziehen. Dasselbe gilt, wenn sich das Ameisennest hinter Holzverkleidungen, in Kabelschächten oder Hohlräumen unter Wintergartenfußböden befindet. Ein sachkundiger Experte kann am besten beurteilen, welche Ameisenart gerade ihr Unwesen treibt und welches Mittel gegen sie am wirksamsten ist. Er berät Sie auch, falls bauliche Maßnahmen in der Wohnung erforderlich sind.

Illustration Information gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Information gut zu wissen

Nach deutschem Mietrecht, auf dem auch Ihr Mietvertrag beruht, ist der Vermieter verpflichtet, Ihnen die Mietwohnung in einem bewohnbaren Zustand zu überlassen. Das bedeutet unter anderem, dass alle Wohnräume frei von unzumutbarem Schädlingsbefall sind.

Haben Sie im Laufe der Mietzeit mit Ungeziefer zu kämpfen, müssen Sie sich als Mieter in der Regel selbst um die Beseitigung kümmern. Insbesondere, wenn Ameisen, Käfer und Co. nur vereinzelt auftreten. Sie können weder den Vermieter noch die Hausverwaltung zur Verantwortung ziehen. Vielmehr gehört es sogar zu Ihren Sorgfaltspflichten als Mieter, dafür zu sorgen, dass sich das Ungeziefer in der Wohnung nicht weiter ausbreitet.

Um Ameisenplagen muss sich der Vermieter kümmern

Treten hingegen ganze Ameisenkolonien mit Nestern und fliegenden Ameisen auf, liegt ein erheblicher Schädlingsbefall vor, der die Wohnungsnutzung beeinträchtigt und als unzumutbare Belästigung zu werten ist. In solchen Fällen ist der Vermieter für die Beseitigung verantwortlich.

Die Bekämpfung einer echten Ameisenplage können Sie also Ihrem Vermieter überlassen und je nach Stärke des Befalls sogar die Miete mindern. Die Kosten für die Ungezieferbeseitigung trägt ebenfalls der Vermieter. Das gilt allerdings nicht, wenn Sie für das Auftreten der Schädlinge verantwortlich sind, weil Sie Ihre Pflichten als Mieter verletzt und beispielsweise keine vorbeugenden Maßnahmen zur Ameisenabwehr ergriffen haben.

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Schädlingsbefall vorbeugen
Ameisen bekämpfen: Frau stellt Lebensmittel in Tupperdosen in den Kühlschrank

Damit Sie sich gar nicht erst mit einer Ameisenplage herumschlagen und am Ende chemische Insektizide einsetzen müssen, gibt es einige Vorkehrungen, die Sie vorbeugend treffen können.

  • Reparieren Sie umgehend undichte Fenster und Türen und verschließen Sie Fugen, Löcher und Spalten mit Silikon, Gips oder Mörtel.
  • Suchen Sie neue Topfpflanzen nach Ameisen ab, bevor Sie sie in der Wohnung aufstellen.
  • Bewahren Sie Nahrungsmittel immer luftdicht verschlossen auf. Das gilt auch für den Kühlschrank, denn eine motivierte Ameise lässt sich von nichts abhalten.
  • Sammeln Sie Müll in einem verschlossenen Behälter und leeren Sie ihn regelmäßig aus. Für Biomüll, den Sie täglich entsorgen sollten, bietet sich ein spezieller Biomülleimer mit Geruchsfilter an.
  • Räumen Sie Essensreste weg und lassen Sie schmutziges Geschirr nicht unnötig herumstehen.
  • Entfernen Sie regelmäßig Krümel und Essensreste von Küchenzeile und Küchenboden.
  • Lassen Sie die Fressnäpfe Ihrer Haustiere nicht mit Futterresten stehen – ein gefundenes Fressen für Ameisen.
  • Entfernen Sie einzelne Ameisen sofort. Es könnte sich um „Kundschafter“ handeln, denen andere bald folgen.
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Gut zu wissen
Illustration Information gut zu wissen

Mit einer Wohngebäudeversicherung  sichern Sie Ihre Immobilie in der Regel gegen Schäden durch Feuer, Hagel, Blitzschlag, Sturm und Leitungswasser ab. In manchen Fällen ist auch eine Elementarschadenversicherung  enthalten (oder hinzubuchbar), die den Gebäudeschutz auf Folgeschäden extremer Wetterereignisse ausweitet. Ameisenbefall und Beschädigungen durch Ungeziefer wie Schaben, Wespen und Co. sind in den meisten Gebäude-Policen allerdings nicht enthalten.

Einige Wohngebäudeversicherungen bieten für solche Fälle einen Haus- und Wohnungsschutzbrief an. Dieser zusätzliche Baustein enthält unter anderem einen erweiterten Schutz gegen Schädlinge. Auf diese Weise können Sie zumindest die Kosten für die Schädlingsbekämpfung – etwa von Ratten, Mäusen, Motten, Ameisen und Silberfischchen – sowie die Entfernung von Wespennestern durch einen Profi ersetzt bekommen. Für Schäden durch Termiten und Holzwürmer besteht in der Regel kein Versicherungsschutz.

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Die passende Versicherung
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