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Ein Paar sitzt am Tisch und schaut in den Laptop
So schützen Sie sich vor Abzocke

Abofallen im Internet

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Wurden Sie durch einen Trick zum Abschluss eines Abonnements bewegt, fehlt in der Regel die rechtliche Grundlage für das Zustandekommen eines gültigen Vertrags. Sie sind also zu keinerlei Zahlung verpflichtet.
  • Mithilfe eines Widerspruchs können Sie sich vor künftigen Rechnungen und Mahnungen schützen.
  • Prinzipiell gilt für jeden (gültigen) Vertrag, der am Telefon oder im Internet abgeschlossen wurde, ein 14-tägiges Widerrufsrecht.
  • Ohne die Zustimmung der Eltern oder Sorgeberechtigten kann ein minderjähriges Kind keinen gültigen (Abo-)Vertrag im Internet abschließen.
  • Unsere kostenlose Rechtsberatung für Allianz Kunden hilft Ihnen bei Fragen rund um Abofallen gerne weiter.
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Betrugsmasche im Internet und am Telefon

Die Funktionsweise einer Internet-Abofalle steckt bereits im Namen: Besucher einer Internetseite werden durch ein scheinbar kostenloses Angebot in eine Falle gelockt. Die Seite wirbt zum Beispiel mit einer Dienstleistung oder einem Gewinnspiel und um dieses attraktive Angebot wahrzunehmen, muss der Besucher sich anmelden und seine Daten angeben. Hier schnappt dann die Kostenfalle zu und eine saftige Rechnung flattert ins Haus: Durch die Anmeldung hat der Website-Besucher unwissentlich ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen.

Die Betreiber der Abofalle schicken dann – meist vollautomatisiert – Rechnungen, Mahnbescheide oder sogar Inkassoforderungen an ihre Opfer. Selbst wenn nur sehr wenige von diesen sich einschüchtern lassen und bezahlen, hat sich die Masche dann bereits für die Betreiber gelohnt.

Wichtig: Bei solchen Abofallen handelt es sich um ein unseriöses Internet-Geschäftsmodell, bei dem Verbraucher dazu gebracht werden, unwissentlich eine kostenpflichtige Leistung zu buchen. Bei dieser Betrugsmasche kommt in der Regel kein rechtsgültiger Vertrag zustande. Den gesetzlichen Rahmen für Verbraucherverträge im elektronischen Geschäftsverkehr gibt eine gesetzliche Regelung vor, die auch „Button-Lösung“ genannt wird. Demnach müssen alle nötigen Pflichtinformationen (Produktmerkmale, Mindestlaufzeit, Gesamtpreis sowie Zusatzkosten) klar verständlich in unmittelbarem Zusammenhang vor dem Bestellbutton stehen und deutlich hervorgehoben sein. Der Button selbst muss zweifelsfrei zu verstehen geben, dass ein Klick zu einem Abschluss des Abo-Vertrags führt. So reicht zum Beispiel die Formulierung „Anmelden“ nicht aus – „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ hingegen schon.

Eine andere beliebte Masche ist das Angebot eines sehr günstigen oder kostenlosen Probeabos, das sich automatisch verlängert, wenn es nicht rechtzeitig gekündigt wird. In solchen Fällen kann es tatsächlich sein, dass ein gültiger Vertrag geschlossen wurde und Verbraucher die Kosten für das Probeabo zahlen müssen. Damit sich die Vertragslaufzeit aber automatisch verlängern kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die automatische Verlängerung muss vertraglich vereinbart worden sein. Das bedeutet, dass die Vertragskonditionen bei der Registrierung für das Probeabo einsehbar waren und der Verbraucher zugestimmt hat.
  • Der Verbraucher muss vor der automatischen Vertragsverlängerung über diese Verlängerung informiert werden (zum Beispiel per Mail).
  • Dem Verbraucher muss mit diesem Hinweis eine angemessene Frist eingeräumt werden, der Verlängerung zu widersprechen.

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, endet der Abovertrag mit Ablauf der ursprünglichen Laufzeit des Probeabos. Zahlungsaufforderungen für das Abo über die Probezeit hinaus, sind nicht haltbar.

Der beste Schutz vor einer Abofalle im Internet ist ein gesundes Maß an Skepsis und Vorsicht. Geben Sie Ihre persönlichen Daten nie an, bevor Sie nicht einen Blick in die AGB der Website und ins Kleingedruckte geworfen haben. Auch eine kurze Recherche über das vermeintlich attraktive Angebot lohnt sich oft – meist gab es schon Opfer vor Ihnen. Finden Sie im Internet negative Erfahrungsberichte oder Warnungen von anderen Verbrauchern, lassen Sie lieber die Finger von dem Angebot. Auf der Seite der Verbraucherzentrale finden Sie ebenfalls Informationen über aktuelle Betrugsmaschen.

Betrugsmaschen lauern nicht nur im Internet, sondern auch am Telefon. Und hier rechnen viele gar nicht damit. Dass zum Beispiel Mobilfunkanbieter telefonisch über interessante Angebote und neue Vertragskonditionen informieren, ist gar nicht so ungewöhnlich. Aber Vorsicht: Unter die seriösen Anbieter mischen sich oftmals auch Betrüger.

Grundsätzlich können am Telefon geschlossene Verträge rechtsgültig sein, wenn alle Vertragskonditionen wie Preise oder Kündigungsfristen genannt worden sind und Sie Ihr Einverständnis dazu gegeben haben. Da Verbraucher am Telefon aber oftmals überrumpelt werden und während des Telefonats wenig Zeit haben, um in Ruhe über das Angebot nachzudenken, gilt hier ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Dieses greift bei allen Fernabsatzgeschäften, zu denen beispielsweise auch Online-Vertragsabschlüsse sowie Haustürgeschäfte zählen. Sie können also von jedem Vertrag, den Sie am Telefon abgeschlossen haben, innerhalb von 2 Wochen zurücktreten.

Um sich vor Betrugsmaschen am Telefon zu schützen, gilt:

  • Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten heraus.
  • Nennen Sie Ihre Kontodaten niemals am Telefon.
  • Wenn Sie sich unsicher sind, beenden Sie das Telefonat schnell mit der Antwort „Kein Interesse“.
  • Vermeiden Sie stets das Wort „Ja“ auf Fragen.
  • Notieren Sie sich bei merkwürdigen Anrufen Telefonnummer und Zeitpunkt des Anrufs. Fragen Sie den Anrufer gegebenenfalls nach der Telefonnummer.
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Hilfe bei Abofallen

Wenn Sie Opfer einer typischen Abofalle geworden sind und Sie vor dem vermeintlichen Vertragsabschluss keine Hinweise auf Kosten, Laufzeiten oder Kündigungsfristen des Abos gelesen haben, dann können Sie erstmal durchatmen: Hierbei ist kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen. Nach deutschem Recht müssen sich immer beide Vertragsparteien über die Vertragskonditionen im Klaren sein und zwei übereinstimmende Willenserklärungen abgeben, damit der Vertrag gültig ist.

Bei der typischen Abofalle ist das nicht der Fall. Darum gilt: Zahlen Sie den geforderten Betrag nicht. Lassen Sie sich auch nicht durch Mails, Rechnungen oder Drohungen unter Druck setzen. Stattdessen sollten Sie einen Widerspruch formulieren und erklären, dass kein Vertrag zustande gekommen ist. Damit können Sie sämtliche Forderungen, die an Sie gerichtet werden, abweisen.

Die Verbraucherzentrale stellt für einen solchen Widerspruch beziehungsweise eine Anfechtung Musterschreiben sowohl für unberechtigte Forderungen für Internet-Leistungen als auch für unberechtigte Forderungen, die durch angebliche Telefonverträge entstanden sind, zur Verfügung. Passen Sie den Musterbrief entsprechend an und senden Sie ihn am besten schriftlich per Einschreiben mit Rückschein an den Anbieter des Abos. Nun muss dieser nämlich selbst nachweisen, dass ein Vertrag zustande gekommen ist. Nur wenn ihm das gelingen sollte, müssen Sie den Vertrag widerrufen.

Haben Sie direkt nach Abschluss der Abofalle gemerkt, dass Sie Opfer einer Betrugsmasche geworden sind, müssen Sie natürlich nicht erst warten, bis Sie eine Rechnung erhalten. Sie können dem vermeintlichen Vertrag direkt nach Abschluss widersprechen.

Eine Abofalle kündigen müssen Sie nicht, denn: Bei einer typischen Abofalle gibt es keinen rechtsgültigen Vertrag, weshalb auch keine Kündigung nötig ist. Anders verhält es sich bei dem kostenlosen Probeabo. Haben Sie hier einen gültigen Vertrag für ein Abo zur Probe geschlossen, können Sie dieses kündigen, wenn Sie es nicht länger erhalten möchten.

Wenn Sie zu spät bemerkt haben, dass Sie Opfer einer Abofalle geworden sind und die Rechnung bereits gezahlt haben, besteht die Möglichkeit, Ihr Geld wieder zurückzufordern. Laut § 812 Abs.1 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haben Sie Anspruch auf Herausgabe einer bereits gezahlten Leistung, wenn das Vertragsverhältnis, auf dem die Leistung beruht, gescheitert ist. Das bedeutet: Wenn kein gültiger Vertrag zustande gekommen ist, müssen Sie Rechnungen, die aus diesem resultieren, nicht bezahlen und können das Geld zurückverlangen.
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Gut zu wissen

Wenn Sie oder Ihr Kind Opfer einer Betrugsmasche im Internet geworden sind, sitzt der Schock natürlich erstmal tief. Aber keine Sorge: Wenn kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist, gibt es auch keine Grundlage, auf der Sie zu einer Zahlung verpflichtet sind. Erhalten Sie dennoch Rechnungen, Mahnungen oder sogar Inkassoschreiben, kann Ihnen ein Anwalt dabei helfen, den Widerspruch gegen die Anbieter der Abofalle zu formulieren und so dafür zu sorgen, dass diese künftig keine weiteren Drohungen schicken.

Haben Sie bereits gezahlt und möchten den Betrag zurückfordern, kann Ihnen dabei ebenfalls ein Anwalt helfen oder Sie bezüglich Ihrer Erfolgschancen beraten.

Mann in Anzug mit Headset
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Minderjährige im Internet

Kinder sind oftmals sehr empfänglich für spannende Angebote im Internet oder auch im Fernsehen. Selbstverständlich gilt aber auch hier: Wurde Ihr Kind durch eine Falle in ein Abo oder ein vermeintliches Vertragsverhältnis gelockt, kam niemals ein gültiger Vertrag zustande. Forderungen aus diesem können Sie einfach zurückweisen.

Was aber, wenn die Konditionen vor Abschluss klar waren und Ihr Kind unbedarft zugestimmt hat? Müssen Sie nun tatsächlich dafür haften und die Rechnungen bezahlen?

Wenn Minderjährige (Abo-)Verträge im Internet abschließen, kommt es vor allem darauf an, wie alt sie sind. Kinder unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig und können keinerlei wirksame Rechtsgeschäfte tätigen – also auch keinen Abo-Vertrag abschließen. Für Ihr Kind unter 7 Jahren gilt: Es kommt kein Vertrag zustande, aus der eine Zahlungspflicht entstehen kann.

Ist Ihr Kind zwischen 7 und 17 Jahren alt, ist es beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, mit vorheriger oder nachträglicher Zustimmung der Eltern oder Sorgeberechtigten kann es ein Geschäft abschließen. Fehlt diese Zustimmung von Ihnen aber, ist ein geschlossener Vertrag ungültig.

Erhalten Sie oder Ihr Kind also Zahlungsaufforderungen, sollten Sie sich an das Unternehmen wenden, bei dem Ihr Kind einen Vertrag schließen wollte und erklären, dass Ihr Kind minderjährig ist und Sie keine Zustimmung zum Vertragsabschluss gegeben haben. Somit ist der Vertrag ungültig. Auch hierfür stellt die Verbraucherzentrale ein Musterschreiben zur Verfügung.

Vorsicht: Eine von Ihnen geleistete Zahlung könnte erstmal als Zustimmung zum Vertragsabschluss ausgelegt werden. Bezahlen Sie also keine Rechnungen, sondern erklären Sie zuerst die Sachlage.

Ist Ihr Kind bereits über 18 Jahre alt, ist es voll geschäftsfähig. Im Internet oder am Telefon geschlossene Verträge sind also gültig. Da es sich hier aber um Fernabsatzgeschäfte handelt, können diese innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

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