Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Als Verhinderungs­­pflege wird die Ersatz­pflege für zum Beispiel durch Urlaub oder Krank­­heit verhinderte, private Pflege­­personen bezeichnet.
  • Den Anspruch auf Verhinderungs­­pflege haben Pflege­­bedürftige der Pflege­­grade 2 bis 5. Die Betreuung können ambulante Pflege­­dienste, Einzel­­pflege­­kräfte und ehren­­amtliche Pflegende über­­nehmen. Auch Verwandte können für die Ersatz­­pflege einspringen.
  • Wenn Sie seit mindestens sechs Monaten in häuslicher Umgebung gepflegt werden, haben Sie Anspruch auf eine Verhinderungspflege.
  • Pro Jahr stehen Ihnen dann maximal 42 Tage, also sechs Wochen, Unter­stützung zu. Die Pflege­­kasse erstattet Ihnen bis zu 1.612 Euro pro Jahr. Abrechnen lassen sich die Aufwände tage- oder stundenweise.
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Definition
Allianz - Icon - Pflegekraft am Bett: Was heißt Verhinderungspflege?
Wenn Sie zu Hause gepflegt werden, geschieht dies oft durch Ihre Angehörigen. Doch auch Ihre Liebsten brauchen Urlaub, oder müssen zum Beispiel Arzt­termine wahr­nehmen. Die Verhinderungs­pflege soll pflegende Angehörige für einen gewissen Zeit­raum entlasten und zugleich sicher­stellen, dass Sie weiter­hin gut versorgt werden. Dann können zum Beispiel Nach­barn, Freunde oder andere Verwandte die Pflege als Ersatz­pflege­person über­nehmen. Alter­nativ ist es auch möglich, einen ambulanten Pflege­dienst zu beauf­tragen. Die Leistungen der Verhinderungs­pflege umfassen die Grundpflege sowie Behandlungspflege.
Allianz - Icon - Pflegekraft am Bett: Was heißt Verhinderungspflege?
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Gut zu wissen
Um die Verhinderungs­pflege in Anspruch nehmen zu können, ist es notwendig, dass Sie verschiedene Voraus­setzungen erfüllen.

Die Verhinderungs­pflege ist grund­sätzlich dafür gedacht, privat pflegende Personen zu entlasten. Deshalb können Sie sie nur bean­spruchen, wenn ein oder mehrere Familien­mitglieder, Freunde, Bekannte oder Nach­barn sich im soge­nannten häuslichen Umfeld um Sie kümmern. Im Detail:

  1. Durch Pflegedienste oder Pflege­einrichtungen (erwerbs­mäßige Pflege, wie Ambulante Pflege­dienste, familien­entlastende Dienste)
  2. Nicht erwerbs­mäßige Personen ab dem 3. Verwandt­schafts­grad (Nachbarn, Bekannte und Verwandte 3. Grades)
  3. Nicht erwerbs­mäßige Personen, die bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert sind (z.B. nicht melde­pflichtige Verhinderungs­pflege durch Kinder, Eltern, Groß­eltern, Enkel­kinder/-geschwister oder Stief­kinder und -eltern, Schwieger­kinder, Schwager/Schwägerin etc. oder im selben Haushalt leben)

Wenn ein professioneller Pflege­dienst Sie zu Hause betreut, besteht der Anspruch nicht. Denn der Anbieter muss nicht entlastet werden: Er wird im Urlaubs- oder Krank­heits­fall eine andere Fach­kraft mit Ihrer Pflege beauftragen.

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten bis zu einer Höchst­grenze von 1.612 Euro im Kalender­jahr. Die Bedingung: Sie sind in einem Pflege­grad zwischen 2 bis 5 einge­stuft. Dies ist im Sozial­gesetz­buch geregelt. Die fünf Pflegegrade ersetzen seit 2017 die bisherigen drei Pflegestufen.
Bevor Sie Unterstützung durch die Verhinderungs­pflege erhalten, müssen Ihre Ange­hörigen Sie mindestens sechs Monate lang im häuslichen Umfeld gepflegt haben. Das ist die soge­nannte Vor­pflege bzw. Warte­zeit. Diese Warte­zeit ist übrigens unab­hängig davon, ob Sie in dieser Zeit bereits Pflege­leistungen beziehen oder einen Pflege­grad haben. Entscheidend ist nur der Zeit­punkt, zu dem Ihre Ange­hörigen das erste Mal pflegende Aufgaben für Sie über­nommen haben.
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Informationen zum Antrag
Allianz - Icon - Mann arbeitet an einem  Computer
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Wie stellen Sie einen Antrag?

Wenn Sie wissen, dass Ihre Angehörigen aus privaten Gründen für einige Tage aufgrund von Abwesen­heit die Pflege aufgeben müssen, sollten Sie oder eine bevoll­mächtigte Person den Antrag auf Verhinderungs­pflege stellen. So haben Sie genügend Zeit, alles Wichtige zu regeln, beispiels­weise wer als Ersatz ein­springt. Das Antrags­formular stellt Ihnen Ihre Pflege­versicherung zur Verfügung, oft finden Sie es als Download auf deren Website.

Verhinderungs­pflege in der Knappschaft

Ist die zu pflegende Person Mitglied der Knapp­schaft, hat diese eben­falls Anspruch auf Verhinderungs­pflege. Es gelten die gleichen Voraus­setzungen. Den Antrag auf Verhinderungs­pflege finden Sie im Antragsformular der Knappschaft.

Wie können Sie Verhinderungs­pflege rück­wirkend beantragen?

Natürlich ist nicht immer alles planbar, etwa kurz­fristige Ausfälle wegen Krank­heit. Das kann auch Ihre Ange­hörigen treffen. Bewahren Sie alle Rechnungen im Zusammen­hang mit der Ersatz­pflege auf und reichen Sie diese bei der Pflegekasse ein.

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Kosten im Überblick
Richtig abwägen

Generell steht die Verhinderungs­pflege mit einem jähr­lichen Budget von 1.612 Euro zur Verfügung. Dabei ist eine Auf­stockung durch die Umwandlung des Kurz­zeit­pflege-Budgets in Höhe von maximal 806 Euro möglich. Sie können mit bis zu sechs Wochen (42 Tage) im Jahr Verhinderungs­pflege voll ausschöpfen.

Bei der Frage, wer die Verhinderungs­pflege über­nehmen kann, sollten Sie gut abwägen:

In diesem Fall kann nur ein reduzierter Betrag abge­rechnet werden. Dieser orientiert sich am Pflege­geld und kann maximal das 1,5-fache des Pflege­geldes betragen.

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Pflegegrad
Pflegegeld pro Monat
2 316 €
3 545 €
4 728 €
5 901 €

Die Ehefrau eines antrags­berechtigten Pflege­bedürftigens mit Pflege­grad 3 gönnt sich zehn Tage Urlaub. Während dieser Zeit springt ihr Schwieger­sohn zur Verhinderungs­pflege ein. Die Ehe­frau möchte ihren Schwieger­sohn gerne mit 10 Euro Stunden­satz vergüten.

Die tägliche Pflege nimmt acht Stunden in Anspruch, insgesamt 80 Stunden. Der Schwieger­sohn würde somit eigentlich 800 Euro erhalten. Da jedoch der Schwieger­sohn bis zum 2. Grad mit dem Pflege­bedürftigen verwandt ist, stehen nur das 1,5-fache des Pflege­geldes zur Verfügung. Dies sind 474 Euro (316 € * 1,5). Die Differenz von 326 Euro (800 € - 474 €) müsste als Eigen­anteil von der Rente des Pflege­bedürftigen finanziert werden.

Beispiel: Entscheidet sich die Ehe­frau während Ihrer Abwesen­heit jedoch für die Schwester ihres Schwieger­sohns, dann könnten die 800 Euro komplett von der Pflege­kasse abge­rechnet werden.
Das sollten Sie beachten
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Das Pflegegeld erhalten Sie monatlich ent­sprechend Ihres Pflegegrads. Es wird gezahlt, wenn Sie sich lieber von einer privaten Pflege­person pflegen lassen, als von einem Pflege­dienst (oder ggf. Pflege­einrichtung). Viele Pflege­bedürftige geben das Geld als eine Art Aufwands­entschädigung an die private Pflege­person ab. Während der Verhinderungs­pflege ersetzt eine andere Pflege­kraft Ihre Ange­hörigen oder Ihre bisherige private Pflege­person. Das Pflege­geld wird daher gekürzt: Für maximal sechs Wochen erhalten Sie während der Ersatz­pflege noch 50 Prozent dieses bisherigen Zuschusses. Bei den Pflegesachleistungen, die Sie auf Grund Ihrer Pflege­bedürftig­keit erhalten, gibt es keine Kürzungen. Auch bei einer privaten Pflege­versicherung werden diese Leistungen nicht gekürzt.
Anders als bei der Verhinderungs­pflege ist bei der Kurzzeitpflege kein Pflege­grad not­wendig. Zudem müssen Sie nicht mindestens sechs Monate Vorpflege nach­weisen können. Die Kurz­zeit­pflege können Sie beispiels­weise in Über­gangs­situationen oder Krisen­zeiten nutzen, wenn eine häusliche Pflege nicht möglich ist. Oder auch, wenn Sie nur für eine kurze Zeit nach einem Unfall oder einer schweren Krank­heit Pflege benötigen. Die Kurz­zeit­pflege ist im Gegen­satz zur Ersatz­pflege nur stationär möglich.
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Dauer
Sie können die Unter­stützung durch die Verhinderungs­pflege höchstens 42 Tage im Jahr bean­spruchen. Es besteht aber auch die Möglich­keit, die Unter­stützung durch die Verhinderungs­pflege nur stunden­weise anrechnen zu lassen. Auch können Sie die Verhinderungs­pflege ansparen, wenn Sie diese zum Beispiel einen Monat lang nicht nutzen und später für einen langen Urlaub abrufen möchten.
Die Unterstützung durch die Verhinderungs­pflege ist vor allem dann eine große Hilfe, wenn ein Angehöriger regel­mäßig zu gewissen Zeiten ausfällt – etwa, weil er arbeiten muss. Bei stunden­weiser Pflege haben Sie den Vorteil, dass Ihr Pflege­geld nicht gekürzt wird.
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Pflegegrad berechnen und einschätzen

Der Allianz Pflegegrad Rechner ist ein Tool für Ihre persönliche Einschätzung des voraussichtlichen Pflegegrads. Er ersetzt nicht die Beurteilung Ihrer Pflegebedürftigkeit durch einen unabhängigen medizinischen Gutachter.

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Häufige Fragen
Was möchten Sie gerne wissen?
  • Ist die Verhinderungspflege zu versteuern?

    Nein, finanzielle Leistungen der Verhinderungs­pflege sind nicht steuer­pflichtig: Sie erhalten sie steuerfrei.
  • Wie wird die Verhinderungspflege abgerechnet?

    Grundsätzlich erhalten Sie Rechnungen der entsprechenden Dienst­leister, die die Ersatz­pflege erbracht haben, als Kosten­erstattung zurück. Diese reichen Sie bei der Pflege­kasse ein. Machen Sie sich sicher­heits­halber immer eine Kopie der Dokumente, damit auch Ihre eigenen Unter­lagen stets voll­ständig sind. Bei der Abrechnung wird unter­schieden, ob es sich um ganze Tage (mindestens acht Stunden) oder um stunden­weise Pflege handelt. Das ist wichtig, da Sie lediglich 42 Tage pro Jahr gesetz­lichen Anspruch auf Verhinderungs­pflege haben und sich bei tage­weiser Ersatz­pflege das Pflege­geld um 50 Prozent reduziert. Bei der stunden­weisen Pflege ist dies nicht der Fall.
  • Was sind die rechtlichen Grundlagen für die Verhinderungspflege?

    Die Verhinderungs­pflege regelt das Sozial­gesetz­buch (SGB) XI. Dort ist fest­gelegt, dass eine Pflege­person, wenn sie verhindert ist, durch die Ersatz­pflege vertreten werden soll. Die Pflege­kasse über­nimmt in diesem Fall die Kosten. Auch die Kombination von Verhinderungs­pflege und Kurz­zeit­pflege ist im SGB festgelegt.
  • Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn der Anspruch auf Verhinderungspflege ausgeschöpft ist?

    Manchmal reicht das Budget der Verhinderungs­pflege nicht aus, um längere Ausfälle Ihrer Ange­hörigen zu decken. Sie können die Leistungen der Verhinderungs­pflege jedoch mit denen der Kurz­zeit­pflege kombinieren. Dann haben Sie Anspruch auf bis zu 50 Prozent der Summe, die der Staat für die Kurz­zeit­pflege vorsieht, also maximal 806 Euro. Daraus ergibt sich eine Auf­stockung von insge­samt 2.418 Euro im Jahr.
  • Gilt die Verhinderungspflege auch für Demenzkranke?

    Demenzkranke werden mindestens in Pflege­grad 2 einge­stuft. Somit haben auch sie Anspruch auf Verhinderungs­pflege, da diese für die Pflege­grade 2 bis 5 gilt.
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