Arbeitsunfähigkeitsversicherung - Mann sitzt entspannt zurückgelehnt an seinem Schreibtisch und schaut aus dem Fenster.
Die Arbeitsunfähigkeitsklausel in der BU-Versicherung

Arbeits­unfähigkeits­versicherung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Für Sie zusammengefasst
  • Sie lesen einen allgemeinen Ratgeber mit weiterführenden Informationen zum Thema "Arbeitsunfähigkeitsversicherung".
  • Umgangssprachlich wird mit Arbeitsunfähigkeitsversicherung meist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bezeichnet, die eine Arbeitsunfähigkeitsklausel (Leistung bei Krankschreibung) beinhaltet. Im folgenden Ratgeber werden die Begriffe synonym verwendet. Gemeint ist immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Leistung bei Krankschreibung.
  • Die sogenannte Arbeitsunfähigkeitsversicherung bietet finanzielle Absicherung bei einer längeren Krankschreibung. Je nach Versicherer und Tarif erhalten Sie eine Rente in Höhe der BU-Rente, wenn Sie für mindestens sechs Monate krankgeschrieben sind oder sein werden. Sie erhalten die Rente so lange, wie die Krankschreibung gilt, höchstens aber für einen Zeitraum von 18 bis 36 Monaten (abhängig von Versicherer und Tarif).
  • Sie erhalten die AU-Leistungen auch dann, wenn Sie zusätzlich Lohnfortzahlung oder Krankengeld beziehen sollten. Ob Sie gleichzeitig AU-Leistungen und Krankentagegeld beziehen können, hängt von den Bedingungen des jeweiligen Krankentagegeld-Versicherers ab.
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Erklärung
Mit Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist meist kein eigenständiges Versicherungsprodukt, sondern eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Arbeitsunfähigkeitsklausel (kurz auch „AU-Klausel“, „Leistung bei Krankschreibung“ oder „Gelbe-Schein-Regelung“ genannt) gemeint. Die Arbeitsunfähigkeitsklausel ist nicht immer in den Basisleistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten und muss bei manchen Versicherern als optionale Leistung (Baustein) zusätzlich vereinbart werden. Wurde sie vereinbart, zahlt der Versicherer auch schon bei einer längeren Krankschreibung wegen Arbeitsunfähigkeit eine Rente aus, die in der Höhe der vereinbarten BU-Rente entspricht. Manchmal ist mit Arbeitsunfähigkeitsversicherung nicht die AU-Klausel (Leistung bei Krankschreibung), sondern umgangssprachlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Allgemeinen gemeint. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung als eigenständiges Versicherungsprodukt ist unüblich und selten.
Leistungen

Leistungen aus der Arbeitsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie in der Regel bei einer durchgehenden Krankschreibung von mindestens sechs Monaten. Je nach Versicherer beträgt die maximale Leistungsdauer aus der AU-Klausel zwischen 18 und 36 Monate. Wenn Sie mehrfach länger krankgeschrieben sind und AU-Leistungen erhalten, rechnen Versicherer die Dauer der einzelnen Krankschreibungen zusammen. Überschreiten diese die maximale Leistungsdauer (z.B. 24 Monate bei der Allianz im Tarif BU Plus), zahlt der Versicherer keine AU-Leistungen mehr.

Die Allianz leistet im Tarif BU Plus bei Krankschreibung, sobald Sie vom Arzt für mindestens sechs Monate krankgeschrieben sind oder voraussichtlich sein werden. Wenn Sie zum Beispiel bereits vier Monate krankgeschrieben waren und für weitere zwei Monate krankgeschrieben werden. Bei fortdauernder Krankschreibung zahlen wir in der Regel bis zu zwei Jahre die Leistungen bei Krankschreibung (AU-Klausel), unabhängig davon, ob Sie weiterhin eine Lohnfortzahlung, Krankengeld oder Krankentagegeld erhalten. Zusätzlich sind Sie für den Zeitraum, in dem Sie Leistungen bei Krankschreibung beziehen, von den Beiträgen zu Ihrer BU-Versicherung befreit.

Empfehlenswerter Schutz?
Sie fragen sich vielleicht: "Braucht man eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?". Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung bzw. AU-Klausel gehört zu den wichtigsten Absicherungen. Sie dient insbesondere dem Schutz vor den finanziellen Einbußen bei Arbeitsunfähigkeit. Das Krankengeld Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung, das Sie nach Ende der 6-wöchigen Lohnfortzahlung erhalten, deckt in der Regel nur 70 Prozent des Einkommens ab. Bei Besserverdienern ohne zusätzliche Absicherung kann die Einkommenslücke noch größer sein. Die AU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Ihnen eine Leistung bei einer ununterbrochenen Krankschreibung von mindestens sechs Monaten. Dies gilt auch dann, wenn Sie nicht berufsunfähig im Sinne der BU-Versicherung sind.
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Was ist der Unterschied zwischen berufsunfähig und arbeitsunfähig?
Arbeitsunfähigkeit ist nicht gleich Berufsunfähigkeit. Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit besteht einerseits in der zeitlichen Dauer. Von Arbeitsunfähigkeit (AU) spricht man, wenn Sie krankgeschrieben sind und vorübergehend Ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung trifft jedoch keine Aussage zum Grad der Berufsunfähigkeit. AU kann bereits vorliegen, wenn Sie nur geringfügig bzw. kurzzeitig in Ihrer Tätigkeit eingeschränkt sind z. B. durch Unwohlsein, Kreislaufprobleme oder einen Magen-Darm-Infekt. Berufsunfähigkeit (BU) liegt hingegen vor, wenn die Ausübung des aktuellen Berufs voraussichtlich dauerhaft nicht mehr möglich sein wird. Die Berufsunfähigkeit tritt meist als Folge einer schweren (chronischen) Erkrankung oder eines Unfalls auf. Die Allianz zahlt im Tarif BU-Plus eine BU-Rente, sobald Sie aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent und für mindestens sechs Monate nicht mehr in der Lage sind, Ihrer zuletzt ausgeübten oder einer vergleichbaren Tätigkeit nachzugehen.
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Wer zahlt bei Arbeitsunfähigkeit?
Arbeitsunfähigkeitsversicherung - Mann schaut nachdenklich auf seinen Laptop-Bildschirm.

Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit (AU) erhalten Sie als Arbeitnehmer in Deutschland in der Regel bis zu sechs Wochen die sogenannte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder auch Entgeltfortzahlung. Das heißt: Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen trotz Krankheit weiterhin das in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbarte Gehalt. 

Wenn Sie länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind, zahlt Ihnen die Krankenversicherung ab der siebten Woche ein so genanntes Krankengeld. Die Höhe richtet sich nach Ihrem monatlichen Einkommen und beträgt im Allgemeinen 70 Prozent Ihres Bruttogehalts, maximal aber 90 Prozent des Netto-Einkommens. Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung ist zusätzlich auf einen gesetzlichen Höchstbetrag von 109,38 Euro pro Tag (Stand 2020) begrenzt und wird maximal 72 Wochen von Ihrer Krankenkasse gezahlt. Aus sechs Wochen Lohnfortzahlung und 72 Wochen Krankengeldzahlung ergibt sich ein maximaler Zeitraum von 78 Wochen (18 Monate, also ein Jahr und sechs Monate), in dem Sie Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erhalten können. Bei einer längeren Erkrankung sind Sie über eine private Versicherung z.B. eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung bzw. eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) finanziell abgesichert.

Wichtig: Informieren Sie Ihre Krankenkasse in jedem Fall rechtzeitig über Ihre Arbeitsunfähigkeit und reichen Sie die von Ihrem Arzt ausgestellte AU-Bescheinigung dort ein.

Geht das?
Ist eine Überschneidung von Krankengeld und BU-Rente möglich? Sie haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit AU-Klausel abgeschlossen und sind länger krankgeschrieben? Sie fragen sich, ob Sie jetzt AU-Leistungen oder eine private BU-Rente gleichzeitig zum Krankengeld erhalten? Laut einem Urteil des Sozialgerichts Trier dürfen die Leistungen aus einer BU mit Arbeitsunfähigkeitsklausel nicht auf das Krankengeld Ihrer Krankenkasse angerechnet werden. Ihre Krankenkasse zahlt das volle Krankengeld auch dann, wenn Sie Leistungen aus Ihrer Berufs- bzw. Arbeitsunfähigkeitsversicherung erhalten. Umgekehrt leistet Ihr Versicherer im Falle einer Berufsunfähigkeit oder Arbeitsunfähigkeit (bei inkludierter AU-Klausel) unabhängig von Krankengeld oder Lohnfortzahlung. Krankengeld und BU-Rente bzw. AU-Leistungen können gleichzeitig bezogen werden.
Doppelte Leistung bei Krankheit?

Sie haben neben einer Krankentagegeldversicherung (KTG) eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen? Dann können Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit normalerweise nicht gleichzeitig Leistungen aus beiden Versicherungen beziehen. Die Leistungen aus erstgenannter Versicherung enden mit dem Nachweis der Berufsunfähigkeit. Wenn Sie beide Versicherungen beim gleichen Anbieter abgeschlossen haben, wird das Unternehmen normalerweise die Zahlungen aus ersterer einstellen, sobald eine Berufsunfähigkeit bei Ihnen festgestellt wurde und stattdessen die vereinbarte BU-Rente auszahlen.

Ob Ihr KTG-Versicherer leistet, wenn Sie zeitgleich eine Leistung bei Krankschreibung (AU-Klausel) aus Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, ist je nach Versicherer und Tarif unterschiedlich geregelt. Prüfen Sie dazu Ihre Versicherungsbedingungen. Die Allianz zahlt Krankentagegeld auch dann, wenn Sie gleichzeitig eine Leistung wegen Krankschreibung (AU-Leistung) in Höhe der BU-Rente aus Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung "BU Plus" beziehen.

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Was möchten Sie wissen?
  • Was ist Arbeitsunfähigkeit?

    Als arbeitsunfähig gelten Sie, wenn Sie von Ihrem Arzt krankgeschrieben wurden. Mit Arbeitsunfähigkeit ist im Allgemeinen ein vorübergehender Zustand gemeint, in dem eine Person aufgrund von Krankheit oder infolge eines Unfalls ihren derzeitigen Beruf nicht ausüben kann. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht auch, wenn eine Person zwar ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen kann, eine weitere Ausübung der Tätigkeit aber als Gefahr für den geistigen und körperlichen Zustand darstellt. In diesen Fällen erhalten Sie vom Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) zur Vorlage beim Arbeitgeber und der Krankenkasse.
  • Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung)?

    Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ist ein vom Arzt ausgestelltes Dokument zur Vorlage beim Arbeitgeber und der Krankenkasse über eine bestehende Arbeitsunfähigkeit. Die AU-Bescheinigung wird auch Attest, Krankschreibung oder "Gelber Schein" genannt. Sie muss dem Arbeitgeber spätestens am Tag nach dem dritten Krankheitstag vorgelegt werden. Falls dieser Tag auf ein Wochenende fällt, ist die Krankschreibung spätestens am darauffolgenden Montag nachzureichen.
  • Wann und wie muss ich die Arbeitsunfähigkeit an die Versicherung melden?

    Wenn Sie AU-Leistungen (Leistungen wegen Krankschreibung) von Ihrem Versicherer erhalten möchten, müssen Sie Ihre Krankschreibung unverzüglich einreichen. Als krankgeschrieben gilt bei vielen Versicherern, wer eine ärztliche Bescheinigung nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz vorweisen kann. Voraussetzung für die Leistung bei Krankschreibung ist häufig, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von einem Facharzt der entsprechenden Fachrichtung für mindestens sechs Monate vorliegt. Bei manchen Versicherern ist zudem eine Meldefrist einzuhalten. Wie genau Sie die Arbeitsunfähigkeit Ihrem Versicherer nachweisen müssen, können Sie in den Versicherungsbedingungen nachlesen. Die Krankschreibung (AU-Bescheinigung oder auch "Gelber Schein") können Sie per Brief oder bei vielen Versicherern auch als Foto-Anhang in einer E-Mail oder teilweise sogar per App einreichen.
  • Wann und wie muss ich die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse mitteilen?

    Um Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung eine Arbeitsunfähigkeit zu melden, müssen Sie ihr eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) schicken. Die Meldung der Arbeitsunfähigkeit an die Krankenkasse muss spätestens eine Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit erfolgen. Im Fall einer längeren Arbeitsunfähigkeit können Sie andernfalls den Anspruch auf Krankengeld verlieren. Einreichen können Sie die AU-Bescheinigung per Post, E-Mail oder über die App Ihrer Krankenkasse.
  • Was ist Krankengeld?

    Arbeitnehmer, die länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind, erhalten nach dem Ende der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber das sogenannte Krankengeld von der Krankenkasse. Das Krankengeld wird bis zu 72 Wochen gezahlt und beträgt in der Regel 70 Prozent des Bruttolohns, jedoch maximal 90 Prozent des Netto-Einkommens. Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung ist zusätzlich auf einen gesetzlichen Höchstbetrag von 109,38 Euro pro Tag begrenzt.
  • Wie beantrage ich Krankengeld?

    Um Ihren Anspruch auf Krankengeld zu behalten, ist es wichtig, dass Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse rechtzeitig über Ihre Arbeitsunfähigkeit informieren. Das Einreichen der aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) hat innerhalb der Vorlagefrist von einer Woche zu erfolgen. Sind Sie länger als sechs Wochen arbeitsunfähig, wird Ihre Krankenkasse in der Regel von Ihrem Arbeitgeber über das Ende der Lohnfortzahlung in Kenntnis gesetzt. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse, ob und wann Sie Krankengeld beantragen sollten.
  • Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsrente?

    Der umgangssprachliche Begriff Arbeitsunfähigkeitsrente meint oft die Rente aus der AU-Klausel (Leistung bei Krankschreibung) der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie schützt Sie vor den finanziellen Folgen einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder körperliche Einschränkung.
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