Pubertät Hund:
Haustier in Teenager­phase

Pubertät beim Hund: Symptome, Phasen und Tipps

  • Die Pubertät bei Hunden dauert in der Regel vom sechsten bis zum 18. Lebens­monat. Im zweiten bis dritten Lebens­jahr endet sie in den meisten Fällen.
  • Die Symptome der Pubertät bei Hunden äußern sich individuell. Oft ignorieren sie erlernte Kommandos, sind phasen­weise aggressiv oder ängstlich.
  • Auch körperliche Veränderungen in der Pubertät sind normal. Bei den Symptomen gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sind Sie unsicher, gehen Sie auf Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin zu.
  • Hundehalter:innen sollten in dieser Zeit geduldig sein, Verständnis aufbringen und konsequent bei der Erziehung bleiben. Hunde­trainer:innen können helfen und professionelle Tipps geben.
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Pubertät Hund: Dauer und Phasen
In der Regel beginnt die Pubertät bei Hunden zwischen dem sechsten und zwölften Lebens­monat. Wann Hunde genau in die Pubertät kommen, ist abhängig von Rasse und Größe des Vier­beiners. Bei kleineren Hunden beginnt diese Reife­phase meist früher, bei größeren Hunderassen in der Regel etwas später.

Eben gehen Sie noch mit Ihrem jugend­lichen Hund spazieren und üben Kommandos. Im nächsten Augen­blick fängt er an zu bellen, reißt an der Leine und verhält sich, als hätten Sie nie mit ihm trainiert? Dann befindet sich Ihr Vier­beiner wahrscheinlich in den Flegel­jahren: Der sich verändernde Hormon­haushalt führt zu Wesens­veränderungen beim Hund in der Pubertät. Auch körperliche Anzeichen zeugen von der Übergangs­phase des Hundes zur Geschlechts­reife.

Der Begriff Pubertät beschreibt streng genommen die körperliche Reifung und das Ausbilden der Fähig­keit zur Fort­pflanzung. Die Sozialisierungs­phase zwischen Welpen- und Erwachsenen­alter, in der Verhaltens­änderungen auftreten und der Hund seinen Platz im Rudel beziehungs­weise in der Familie einnimmt, heißt Adoleszenz bei Hunden. Da beides im etwa gleichen Zeit­raum stattfindet, verwendet man die Begriffe meist synonym.

Die Dauer der Pubertät bei Hunden - die sogenannte Flegel­phase - ist individuell unterschiedlich je Hund und kann stark schwanken. Meist dauert die Pubertät zwischen sieben und 24 Monaten. Kommt der Hund ins zweite bis dritte Lebens­jahr, klingt die Pubertät langsam wieder aus.

Bei kleineren Rassen, die schon eher in die rebellische Phase kommen, kann der Prozess nach 18 Monaten schon abge­schlossen sein, allerdings äußern sich die Ver­haltens­auffällig­keiten teil­weise in stärkeren Schüben.

Die Pubertät bei Hunden ist für Halterinnen und -halter besonders herausfordernd – aber ein normaler Prozess. Sie ist eine von mehreren Phasen, die ein Hund in seiner Entwicklung durchläuft. Bestimmte Verhaltens­weisen treten in gewissen Alters­spannen bei den meisten Vier­beinern auf.

  1. Neugeborenen­phase (0-2 Wochen): Frisch geborene Hunde sind völlig abhängig. Sie sind blind, taub und verlassen sich voll­ständig auf die Wärme und Pflege ihrer Mutter. Essen und Schlafen dominieren ihren Tagesablauf.
  2. Übergangs­phase (2-4 Wochen): Hier beginnt das Erwachen. Die Augen und Ohren öffnen sich langsam, und die ersten tapsigen Schritte werden gemacht. Zudem sprießen die ersten kleinen Zähnchen.
  3. Sozialisierungs­phase (4-12 Wochen): Welpen entdecken ihre Umgebung, spielen ausgelassen mit ihren Geschwistern und lernen die Grund­lagen der Kommunikation mit anderen Hunden.
  4. Rangordnungs­phase (3-6 Monate): Auch bekannt als erste Phase der Pubertät. Welpen testen, was geht und was nicht. Sie versuchen, ihren Platz im Rudel zu finden. Eine klare und liebevolle Erziehung ist hier besonders wichtig.
  5. Pubertät (6-18 Monate) oder zweite Pubertät: Jugendliche Hunde werden geschlechtsreif und können rebellisches Verhalten zeigen. Haben Sie Geduld und bleiben Sie in der Erziehung konsequent.
  6. Reife (18 Monate - 3 Jahre): Der Hund ist jetzt erwachsen. Er hat seine Rolle im Rudel gefunden und zeigt ein ausgeglichenes Verhalten. Eine gute Zeit, um die Bindung weiter zu vertiefen.
  7. Senioren­phase (ab 7-8 Jahre): Die ruhigen Jahre beginnen. Hunde werden gelassener, aber auch anfälliger für gesundheit­liche Probleme. Ein wachsames Auge und regelmäßige Tierarzt­besuche sind jetzt besonders wichtig.
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Symptome
Typische Symptome der Hunde-Pubertät sind Wesens­ver­ände­rungen mit rebellischem Verhalten und die körper­liche Ent­wicklung zur Geschlechts­reife, sowie weitere Pubertäts­anzeichen wie Angst­phasen und ein verändertes Fress­verhalten.
  • Hund hört nicht auf Kommandos

    Die Pubertät ist oft eine rebellische Phase, in der ein Hund erlernte Kommandos ignoriert oder vergisst. Diese Wesens­veränderung beim Hund in der Pubertät kann für Besitzer oder Besitzer­innen frustrierend sein, ist aber ein normaler Bestand­teil der Entwicklung. Dass der Hund alles zerstört, in der Pubertät nicht auf erlernte Kommandos hört oder Hunde in der Pubertät häufiger bellen liegt daran, dass die Tiere in dieser Phase ihre Unabhängig­keit testen und ihre Grenzen ausloten. Diese Flegel­phase beim Hund ist vergleichbar mit der Teenager­phase bei Menschen. Tipp: Sollte Ihr Hund Schäden verursachen, leistet die Hundehaftpflichtversicherung.
  • Aggressives und ängstliches Verhalten

    Hunde versuchen in der Pubertät ihre Position im Rudel zu klären, sodass es vorkommen kann, dass sich der Hund in der Pubertät aggressiv oder unsicher zeigt. Es ist wichtig, solches Verhalten nicht zu fördern und klare Grenzen zu setzen.

    Der Vierbeiner kann aber auch plötzlich ängstlich wirken. Tritt in der 2. Pubertät eine Angst­phase auf, liegt diese meist an den Veränderungen im Hormon­haushalt. Diese beeinflussen die Wahr­nehmung und Reaktionen des puber­tierenden Hundes – Gewohntes und Unbekanntes kann auf einmal ganz anders auf ihn wirken.

  • Körperliche Veränderungen

    Auch an körperlichen Verän­derungen ist der Eintritt des Hundes in die Pubertät erkennbar. Die Geschlecht­sorgane entwickeln sich vollständig und es kann zu Veränderungen im Fell kommen, insbesondere bei Rassen mit dichtem Fell. Es ist auch möglich, dass der Hund in dieser Phase intensiver riecht, da die Talg­drüsen aktiver werden.

    Mehr zum Thema lesen: Gibt es Hunde, die nicht haaren?

  • Änderungen im Fressverhalten

    Futter­verweigerung kann auch ein Symptom für die Pubertät beim Hund sein. Hormo­nelle Veränderungen während der Geschlechts­reife können den Appetit beeinflussen, aber auch Stress und Unsicherheit aufgrund der neuen Reiz­wahrnehmung können Ursachen sein. Es ist wichtig, auf plötzliche Veränderungen im Fress­verhalten zu achten. Ist ihr Hund in der Pubertät und frisst nicht mehr oder nur noch sehr wenig, sollten zur Sicher­heit einen Veterinär:in aufsuchen und abklären, dass das Verhalten keine körperlichen Ursachen hat.
  • Häufiges Markieren

    Stuben­reine Hunde pinkeln in die Wohnung in der Pubertät – vor allem in der Hunde-Pubertät bei Rüden kann dieses veränderte Verhalten auftreten. Der Grund ist der Markierungs­drang des Hundes. Seien Sie geduldig und wieder­holen das Training zur Stuben­reinheit. Die Phase endet in der Regel von alleine wieder.
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Richtig vorsorgen
Um auch während der Pubertät des Hundes für eventuelle Krankheitsfälle finanziell abgesichert zu sein, lohnt sich der frühzeitige Abschluss einer Hundekrankenversicherung.

Egal ob der Hund im Zahnwechsel aus Versehen etwas verschluckt oder sich beim Klären der Rangordnung im Rudel verletzt, mit einer Kranken­versicherung für Hunde sorgen Sie vor. Nach einem Unfall übernehmen wir die Kosten der Behandlung – ganz ohne Wartezeit. Der früh­zeitiger Abschluss lohnt sich auch finanziell: Denn je jünger ihr Vier­beiner, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Bei der Allianz können Sie Ihren Hund ab einem Alter von acht Wochen versichern. 

 

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Tipps
Die Pubertät bei Hunden kann eine heraus­fordernde Zeit sein – sowohl für den Hund als auch für den Halter oder die Halterin. Beherzigen Sie folgende Tipps, wird es für beide Seiten leichter.
  • Klare Regeln setzen: Konsequenz ist der Schlüssel. Wenn ein Verhalten einmal erlaubt ist und dann wieder nicht, kann das den Hund verwirren.
  • Positive Verstärkung: Besser positives Ver­halten mit Leckerlis oder Lob belohnen, anstatt schlechtes Verhalten zu bestrafen.
  • Geduld zeigen: Zeigen Sie Verständnis, dass der Hund durch eine schwierige Phase geht und Fehler macht.
  • Regel­mäßiges Training: Kurze, regel­mäßige Trainings­einheiten können helfen, erlernte Kommandos zu festigen.
  • Sozialisierung: Stellen Sie sicher, dass der Hund weiterhin positive Erfahrungen mit anderen Hunden und Menschen macht.
  • Ruhe­phasen einplanen: Geben Sie dem Hund genügend Zeit zum Ausruhen und Entspannen.
  • Bei Problemen professionelle Hilfe suchen: Wenn Verhaltens­probleme auftreten, können Hunde­trainer:innen oder Verhaltens­berater:innen helfen.
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Rolle des Geschlechts
In der Hunde-Pubertät treten bei Rüden und Hündinnen unterschiedliche Verhaltens­veränderungen und körperliche Veränderungen auf. Wichtig: Alle Symptome sind individuell, sodass es im Einzel­fall Abweichungen geben kann. Sind Sie unsicher, fragen Sie eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

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Pubertät bei Rüden
Pubertät bei Hündinnen
Geschlechtsorgane Vergrößerung der Hoden und des Penis. Entwicklung der Zitzen und Vulva.
Markierverhalten Beginnt, Beine zu heben und zu markieren. Kann ebenfalls markieren, ist aber seltener.
Aggressives Verhalten Kann erhöht sein, besonders gegenüber anderen Rüden. Kann während des Östrus (deckbereite Phase des Zyklus) auftreten.
Sexuelles Interesse Zeigt Interesse an Hündinnen, besonders wenn sie läufig sind. Zeigt Interesse an Rüden, besonders während des Östrus.
Läufigkeit / Östrus Trifft nicht zu. Beginn der ersten Läufigkeit zwischen 6. und 24. Monat. Symptome: blutiger Ausfluss und geschwollene Vulva.
Stimmungsschwankungen Kann launisch oder unabhängiger sein. Besonders ausgeprägt während des Östrus; kann anhänglich oder distanziert sein.
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Häufige Fragen
  • Soll ich meinen Hund vor der Pubertät kastrieren lassen?

    Die Entscheidung, einen Hund vor der Pubertät zu kastrieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie sollten diese Entscheidung nach sorg­fältiger Überlegung und Rück­sprache mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin treffen.

    Frühzeitige Kastration beim Hund kann bestimmte gesund­heitliche Vorteile bieten, wie die Verringerung des Risikos von Mama­tumoren bei Hündinnen und das Verhindern uner­wünschter Würfe. Es kann auch unabhängig vom Geschlecht des Vierbeiners unerwünschte Verhaltens­weisen verhindern oder reduzieren.

    Andererseits kann eine früh­zeitige Kastration das Risiko für bestimmte ortho­pädische Erkrankungen und Krebs­arten erhöhen. Außerdem löst die Kastration, egal ob früh oder spät, nicht alle Verhaltens­probleme. Hunde benötigen weiter­hin Training und Sozialisierung.

    Eine Kastration ist außerdem mit Risiken verbunden: Denn es handelt sich um eine Operation unter Vollnarkose. Um Narkoserisiken zu verringern, untersucht der Tierarzt oder die Tierärztin Herz und Kreislauf Ihres Vierbeiners. Auch nach der OP muss sich Ihr Hund oder Ihre Hündig noch erholen, außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Haustier an der Wunde leckt. Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin berät Sie dazu, verschreibt gegebenenfalls Medikamente und andere Hilfsmittel, um bestmögliche Unterstützung zu bieten.

  • Brauche ich für meinen Hund ein Hundetraining während der Pubertät?

    Hunde­trainer:innen können während der Pubertät des Hundes sehr hilfreich sein, sind aber nicht zwingend notwendig. Erfahrene Hunde­trainer:innen können Techniken und Strategien vermitteln, um mit rebellischen Verhaltens­änderungen umzugehen und helfen, die Bindung zwischen Hund und Halter:in zu stärken. Wenn Sie Schwierig­keiten haben, das Verhalten Ihres Hundes während dieser Phase zu kontrollieren, oder wenn Sie sich unsicher fühlen, können Trainer:innen eine Hilfe sein. Mit viel Geduld, Konsequenz und kontinuierlichem Training können Sie es aber auch eigen­ständig durch die Pubertät des Hundes schaffen.

    Mehr zum Thema lesen: Hundeführerschein

  • Verlieren pubertierende Hunde ihre Zähne?

    Ja, pubertierende Hunde verlieren ihre Milch­zähne, ähnlich wie Menschen­kinder. Dieser Prozess beginnt jedoch bereits vor der eigentlichen Pubertät: etwa im Alter von drei bis sechs Monaten. Während dieser Phase kann es vorkommen, dass Hunde verstärkt kauen möchten, da das Durch­brechen der neuen, erwachsenen Zähne oft mit Unbehagen oder Juckreiz verbunden ist. Es ist wichtig, in dieser Phase geeignetes Kau­spielzeug bereitzustellen und regel­mäßig den Zustand des Gebisses zu überprüfen, um sicher­zustellen, dass der Zahn­wechsel problemlos verläuft.
  • Wann beginnt die 2. Pubertät bei Hunden?

    Hunde können mehrere Phasen der Pubertät durchlaufen. Die 2. Pubertät beim Hund beginnt meist ab einem Alter von 12 Monaten. Wichtig: Hunde sind Individuen, die Pubertät kann bei manchen früher, bei anderen später beginnen.

    Außerdem gibt es Unterschiede bei der Verwendung der Begriffe für die Entwicklungsphasen des Hundes: Die erste Phase der Pubertät heißt auch Rangordnungsphase. Wer diesen Begriff nutzt, bezeichnet die zweite Phase der Pubertät als eigentliche Pubertät.

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