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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Bei einer Kastration werden dem Rüden operativ die Hoden bzw. der Hündin die Eierstöcke entnommen. Die Folge ist eine lebenslange Unfruchtbarkeit.
  • Die Kastration eines Hundes ist für den Tierarzt ein Routineeingriff. Dennoch sollten Sie die Vorteile und Nachteile unbedingt mit dem Arzt besprechen und erst dann entscheiden.
  • Eine Kastration führt zu Verhaltensänderungen, die in Zusammenhang mit der Sexualität stehen. Erziehungsprobleme werden durch den Eingriff nicht behoben.
  • Alternativen zur Kastration sind die Sterilisation oder ein Hormonchip. Sie sind mit weniger Aufwand und geringeren Kosten verbunden. 
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Definition

Die Geschlechtsreife von Hunden

Je nach Größe kommen Hunde zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Pubertät. Bei kleinen Hunden kann dies bereits mit sieben Monaten passieren, bei großen zum Teil erst mit 14 Monaten. Damit verbunden ist die Geschlechtsreife, also Zeugungsfähigkeit, welche sich bei Rüden oft durch das Heben des Beins und bei Hündinnen durch die erste Läufigkeit bemerkbar macht. In dieser Zeit muss mit starken hormonellen Schwankungen gerechnet werden, die manchen Hundebesitzer verzweifeln lassen. Eine Kastration erscheint hier oft als Allheilmittel. Zwar hat diese durchaus Einfluss auf Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit den Geschlechtshormonen stehen, viele andere Probleme hängen aber mit mangelnder Erziehung zusammen. Eine Kastration beim Hund sollte und muss daher individuell abgewogen werden. Es müssen Anhaltspunkte gegeben sein, die diesen Eingriff begründen.  

Der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass eine Sterilisation nur bei Hündinnen und eine Kastration nur bei Rüden vorgenommen wird. Die Begriffe sind geschlechtsunabhängig und hängen ausschließlich mit dem jeweiligen Umfang des Eingriffs zusammen. Bei einer Sterilisation werden lediglich die Samenleiter des Rüden bzw. die Eileiter der Hündin durchtrennt. Bei einer Kastration werden dagegen die Hoden bzw. Eierstöcke entfernt. Dieser Eingriff ist nicht nur umfangreicher, sondern hat im Gegensatz zur Sterilisation auch deutliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt.

Optimal abgesichert
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Pro & Contra
Die meisten Hundehalter, die nicht züchten möchten, stellen sich früher oder später die Frage, ob sie ihren Hund kastrieren sollen. Sie sollten jedoch die Vorteile und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen.
  • Keine Fortpflanzung: Eine ungewollte Fortpflanzung ist ausgeschlossen. Wichtig zu wissen: Der Eingriff kann nicht rückgängig gemacht werden.
  • Keine Läufigkeit und Scheinträchtigkeit: Bei der Hündin kommt es zu keinerlei Läufigkeitssymptomen mehr, wie zum Beispiel blutigem Ausfluss. Auch eine Scheinträchtigkeit ist zukünftig ausgeschlossen.
  • Weniger StressRüden sind deutlich entspannter im Umgang mit läufigen Hündinnen oder anderen Männchen. Das bezieht sich allerdings nur auf das Verhalten, welches im Zusammenhang mit dem Sexualtrieb steht!
  • Schutz vor bestimmten Erkrankungen: Bei der Hündin sinkt das Brustkrebsrisiko (nur bei einer frühzeitigen Kastration) und es werden sowohl Gebärmuttervereiterungen wie auch Eierstocktumore verhindert. Beim Rüden gilt selbiges für Hodenkrebs.
  • Kein Ausfluss mehr: Bei Rüden tritt kein milchig-gelblicher Ausfluss mehr auf (Präputialkatarrh).
  • Übergewicht: Eine Kastration führt häufig zu gesteigertem Appetit und einer verminderten Aktivität. Um Übergewicht zu vermeiden, sollte die Ernährung angepasst werden. 
  • Fellveränderungen: Nach einer Kastration können Fellveränderungen auftreten. Diese machen sich vor allem bei langhaarigen Hunden bemerkbar.
  • Harninkontinenz: Das Risiko einer Harninkontinenz steigt. Die gilt besonders für Hündinnen großer Rassen.
  • Erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen: Manche Erkrankungen treten seltener auf oder können durch eine Kastration ausgeschlossen werden, bei anderen erhöht sich das Risiko: Das gilt unter anderem für Herz-, Knochen und Milztumore, Ohrenentzündungen und eine Schilddrüsen-Unterfunktion.
  • Operationsrisiko: Zwar handelt es sich bei einer Kastration um einen Routineeingriff, dennoch können Komplikationen im Zusammenhang mit der Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird, nicht ausgeschlossen werden.
  • Psychische Veränderungen: Es kann zu Wesensveränderungen kommen. Bei einem zuvor sehr aufgedrehten Hund sind diese vielleicht willkommen, Folgen einer Kastration können jedoch auch Teilnahmslosigkeit, Lethargie oder das Beibehalten eines kindlichen Verhaltens sein.
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Der beste Zeitpunkt
Den perfekten Zeitpunkt für die Kastration gibt es nicht, denn zu jeder Zeit existieren Vorteile und Nachteile, die es abzuwägen gilt.
Hunde rennen über eine Wiese
Um etwa das Risiko von Gesäugetumoren zu senken, muss eine Hündin noch vor der ersten Läufigkeit kastriert werden. Dagegen sprechen jedoch mehrere Faktoren: Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zu frühe Kastration das Auftreten von Herz- und Knochentumoren erhöht. Hinzu kommt, dass die Entwicklung eines Hundes zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist. Deshalb kann eine Frühkastration sowohl physische wie auch psychische Auswirkungen haben: Der frühzeitige Eingriff in den Hormonhaushalt kann sich negativ auf die Fellentwicklung und den Knochenaufbau auswirken. Zudem kann es zu einem geistigen Entwicklungsstopp kommen und damit zu einem lebenslang kindlichen Verhalten. Viele Tierärzte empfehlen daher, eine Kastration erst ein paar Monate nach dem Beginn der Geschlechtsreife durchzuführen, wenn die Pubertät und Entwicklung des Hundes vollständig abgeschlossen sind. 
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Vorbereitung, Durchführung und Nachbehandlung
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Vor der Kastration wird ein Vorgespräch und eine Voruntersuchung durchgeführt. Spricht nichts gegen den Eingriff, wird ein OP-Termin vereinbart. Zu diesem muss der Hund nüchtern erscheinen. Die letzte Mahlzeit sollte mindesten zwölf Stunden davor eingenommen worden sein, zudem sollte er einige Stunden davor nichts mehr trinken. Geben Sie dem Hund die Gelegenheit, sich nochmals zu lösen und nehmen Sie sich am besten an diesem und dem nächsten Tag frei, um für Ihren Hund da zu sein. 

Kurz vor dem Eingriff wird der Hund noch einmal durchgecheckt und auf seine Narkosefähigkeit überprüft. Anschließend wird ein Venenzugang gelegt und er erhält einen Tubus, um ihn an die Sauerstoffzufuhr und das Narkosegerät anzuschließen. Dann entfernt der Tierarzt die Haare an der Operationsstelle, desinfiziert diese und deckt den Bereich steril ab.

Illustration - Ein Hund sitzt vor einer Transportbox.
Illustration - Ein Hund sitzt vor einer Transportbox.
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Illustration - Ein Hund sitzt nebem einem Arztkoffer.

Kastration der Hündin

Die Bauchwand der Hündin wird im Bereich der Nabelgegend mit einem Schnitt geöffnet. Üblicherweise werden lediglich die Eierstöcke entfernt. Liegt eine Erkrankung der Gebärmutter vor, wird diese unter Umständen ebenfalls herausgenommen. Anschließend vernäht der Tierarzt die verschiedenen Schichten der Bauchdecke. Die Narkose wird beendet, die Hündin bleibt aber bis zum Aufwachen noch unter Kontrolle.

Kastration des Rüden

Der Tierarzt öffnet durch einen Schnitt den Hodensack und legt die Hoden frei. Die Samenstränge werden abgebunden und die Hoden durch die Öffnung entfernt. Anschließend kann die Wunde wieder vernäht werden. Die Prozedur ist deutlich weniger aufwändig als bei einer Hündin und üblicherweise in einer halben Stunde erledigt.

Illustration - Ein Hund sitzt nebem einem Arztkoffer.
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Nachdem der Hund aus der Narkose aufgewacht ist, verbleibt er vorsichtshalber noch eine Weile beim Tierarzt, bevor er abgeholt werden kann. Sie werden anschließend mit Medikamenten versorgt und der Tierarzt teilt Ihnen mit, wann Nachuntersuchungen notwendig sind und wann er die Fäden zieht. Zumeist geschieht dies nach etwa zehn Tagen. Um bis dahin die Wundheilung nicht zu gefährden, empfiehlt sich eine Halskrause oder ein Bauchverband bzw. ein spezieller Bauchanzug. Zudem sollten Sie auf längere Spaziergänge, Herumtoben oder Sprünge ins Auto verzichten.    
Illustration - Ein Hund trägt einen spezielle Bauchanzug. Sein Besitzer steht neben ihm.
Illustration - Ein Hund trägt einen spezielle Bauchanzug. Sein Besitzer steht neben ihm.
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Unterschiede bei Hündinnen und Rüden
Illustration - Eine Mann steht vor drei, immer größer werdenden Stapeln von Münzen.

Wenn Sie Ihren Hund kastrieren lassen möchten, sollten Sie sich zur Sicherheit zwei Angebote einholen, denn die Kosten können je nach Tierarzt und Tierklinik deutlich variieren. Der einfache Gebührensatz liegt laut der Gebührenordnung für Tierärzte bei 51,31 Euro für einen Rüden und bei 160,34 Euro für eine Hündin. Wird jedoch der dreifache Satz herangezogen, kommen sie bereits auf 153,93 bzw. 481,02 Euro. Damit sind alleine die Kosten für die Kastration beziffert, nicht aber Vor- und Nachuntersuchungen, Medikamente, Materialien oder bestimmte Narkosearten. Auch der Zeitaufwand wird einberechnet, der bei einer Not-OP höher sein kann. 

Das endgültige Honorar wird daher deutlich darüber liegen, da die Gebührenverordnung nur ein Anhaltspunkt ist. Auch müssen Sie bedenken, dass das günstigste Angebot nicht zwangsweise besser für Ihr Tier ist. Denn der Arzt wird an den Rahmenbedingungen und Materialien sparen müssen.

Illustration - Eine Mann steht vor drei, immer größer werdenden Stapeln von Münzen.
Hundekrankenversicherung
Gut zu Wissen Illustration: Weibliche Person mit langen brauen Haaren hält ein Informationsschild vor sich und zeigt darauf. Im Hintergrund Charts und Diagramme als Bilder

Bei der Allianz Hundekrankenversicherung wählen Sie Tarif und Versicherungssumme passend zu Ihrem individuellen Bedarf. 

Bei Kastrationen aufgrund von gynäkologischen, andrologischen oder onkologischen Erkrankungen werden je nach Tarif bis zu 100 % der Tierarztkosten für den chirurgischen Eingriff unter Narkose und der ggf. nötigen Nachbehandlung bis zu 20 Tagen erstattet. 

In allen Tarifen sind die Leistungen im Rahmen der OP und im Nachbehandlungszeitraum mitversichert. In den Tarifen Komfort und Premium sogar unlimitiert. Übernommen werden zudem die Kosten der letzten Untersuchung vor der Operation.

Gut zu Wissen Illustration: Weibliche Person mit langen brauen Haaren hält ein Informationsschild vor sich und zeigt darauf. Im Hintergrund Charts und Diagramme als Bilder
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Erkrankungen der Geschlechtsorgane
Es gibt auch eine Reihe medizinischer Gründe, die für eine Kastration sprechen. Gelegentlich muss dann die Kastration der Gesundheit des Tieres zuliebe vorgenommen werden. Dazu zählen unter anderem folgende Krankheitsbilder:
Hund liegt mitten in Watte auf dem Boden
Zusätzlicher Schutz für Hundebesitzer
Hund liegt mitten in Watte auf dem Boden
Auch wenn Ihr Hund sehr gut erzogen ist – er bleibt ein Tier. So lässt es sich manchmal einfach nicht verhindern, dass er einen Schaden verursacht. Sichern Sie sich gegen finanzielle Risiken durch Schadensersatzansprüche ab mit einer Hundehaftpflichtversicherung.
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