Hund sitzt im hohen Gras
Durch Zecken übertragene Erkrankung

Anaplasmose beim Hund

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Anaplasmose beim Hund
Kleiner Biss, große Auswirkung
  • Anaplasmose wird durch den Biss von Zecken übertragen. 
  • Bei Anaplasmose werden Bakterien über die Blutbahnen im gesamten Organismus verteilt. Sie befallen alle wichtigen Organe wie Nieren, Lunge und Leber. 
  • Trotz Infektion bricht zumeist keine ernsthafte Erkrankung aus. In akuten Fällen treten Fieber, Abgeschlagenheit, Futterverweigerung und Gelenkschmerzen auf.
  • Die Behandlung erfolgt mit einem speziellen Antibiotikum und hat in der Regel gute Erfolgsaussichten.
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Definition

Zecken wechseln im Laufe ihres Lebens mehrfach ihren Wirt. Bei jedem Zeckenbiss kann es zu einer Aufnahme und späteren Übertragung von Krankheitserregern kommen. Zu den häufigsten Erregern zählt Anaplasma phagocytophilum. Dieses Bakterium wird durch den Gemeinen Holzbock übertragen. Dabei handelt es sich um die häufigste Zeckenart Europas. Sofern eine infizierte Zecke bei einem Biss den Erreger auf einen Hund überträgt, kommt es nach zirka vier bis sieben Tagen zu einer Einschwämmung der Bakterien über den Blutkreislauf. Diese kann sich über einen Zeitraum von etwa vier Wochen hinziehen und erreicht hierbei sämtliche Organe. 

In Deutschland weisen etwa ein Viertel aller Hunde Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum auf. Dies bedeutet, dass sie mit dem Erreger in Kontakt gekommen, nicht aber, dass sie dabei zwingend erkrankt sind. In den meisten Fällen treten keinerlei Symptome auf. Nicht bekannt ist, aus welchem Grund manche Hunde einen schweren und manche nur einen leichten Verlauf erleiden. Typische Anzeichen einer schweren Anaplasmose sind unter anderem Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit.

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Wer ist gefährdet?

Wodurch wird Anaplasmose beim Hund ausgelöst?

Für eine Zecke kommen neben Hunden die unterschiedlichsten Säugetiere wie Mäuse, Ratten, Igel, Katzen und Hunde als Wirt infrage. Sie alle dienen Zecken zur Aufnahme von Blut. Bei ihrer Blutmahlzeit tritt Speichel der Zecke in die Wunde ein. Dieser hat unter anderem die Aufgabe, einen Wundverschluss zu unterbinden und beinhaltet eine Art Betäubungsmittel, wodurch der Stich für den Hund relativ unauffällig bleibt und so die Zecke möglichst lange „saugen“ kann ohne entdeckt zu werden. Sofern die Zecke bei einem früheren Wirt einen Krankheitserreger aufgenommen hat, überträgt die Zecke über diesen Speichel den Anaplasmose-Erreger auf den Hund, was wiederum die Infektion auslöst. 

Lässt sich Anaplasmose beim Hund verhindern?

Gegen Anaplasmose gibt es keine Impfung. Schutzmaßnahmen können daher nur in der Vorbeugung von Zecken und bezüglich einer frühzeitigen Entfernung stattfinden. Da eine Übertragung von Krankheitserregern üblicherweise nicht in den ersten Stunden des Einstichs erfolgt, lohnt sich das regelmäßige Absuchen und Entfernen von Zecken. Dies empfiehlt sich vor allem während der Hauptsaison der Zecken, die zwischen März und Oktober liegt. Hunde, die sich viel in der Natur aufhalten, sollte am besten täglich abgesucht werden. Stoßen Sie hierbei auf eine Zecke, hilft Ihnen unser Zecken-Ratgeber bei der Entfernung des Parasits.

Sollte Ihr Hund regelmäßig von Zecken befallen werden, können Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Am häufigsten finden Mittel zum Auftragen – sogenannte Spot-ons – und Zeckenhalsbänder Verwendung. Je nach Produkt kommen hierbei unterschiedliche Inhaltsstoffe zum Einsatz. Diese sollen verhindern, dass eine Zecke zubeißt oder gegebenenfalls dafür sorgen, dass sie abgetötet wird.

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Anzeichen und Diagnose

Infektionen verlaufen in der Regel „stumm“. Es treten also meist keinerlei Krankheitssymptome auf. Verläuft die Krankheit akut, vergehen von der Infektion bis zum Auftreten von Symptomen zirka ein bis drei Wochen. Da sich die Erreger über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilen und die unterschiedlichsten Organe beeinträchtigen können, sind die Anzeichen von Anaplasmose sehr vielfältig. Unter anderem zählen dazu:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Entzündungen der Gelenke
  • Lahmheit
  • Muskelschmerzen
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Unterhautblutungen

Diagnose einer Anaplasmose

Die Symptome einer Anaplasmose ähneln den ebenfalls durch Zeckenbisse verursachte Erkrankungen Babesiose, Borreliose und Ehrlichiose. Daher ist eine eingehende Diagnostik von entscheidender Bedeutung. Hierfür nimmt der Tierarzt eine Blutprobe, welche üblicherweise in ein Speziallabor geschickt werden muss. Dort wird mit Hilfe eines Immunfluoreszenztests ein indirekter Erregernachweis durchgeführt. Dieser führt jedoch frühestens zehn bis 14 Tage nach der Infektion zu einem Ergebnis, da erst dann ein bestimmter Wert an Antikörpern gebildet wurde. Ein negativer Befund schließt die Krankheit vorläufig nicht aus, da mitunter auch erst drei bis vier Wochen nach einem Zeckenbiss ein Nachweis im Blut möglich ist. Bei einem anhaltenden Verdacht sollte der Immunfluoreszenztest ein weiteres Mal durchgeführt werden.

Neben dem indirekten gibt es auch einen direkten Erregernachweis. Er kann zur Therapiekontrolle oder bei einem unklaren serologischen Befund zum Einsatz kommen. Die Labormethode nennt sich Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). Hierbei wird die DNA des Tiers untersucht. Vorteile einer PCR sind eine hohe Sensitivität und ein rasches Untersuchungsergebnis.

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Krankheitsverlauf & Heilung
Hund leckt Frau die Hand ab

Wie verläuft eine Anaplasmose?

Ungefähr vier bis sieben Tage nach einer Infektion erfolgt im Körper des Hundes eine rasche Vermehrung und Ausbreitung von Bakterien. Dennoch ist der Verlauf der Erkrankung zumeist sehr mild und selbstlimitierend. Es ist nicht bekannt, aus welchen Gründen es bei manchen Hunden zu einer akuten und schweren Verlaufsform kommt. Bemerkbar macht sich diese unter anderem durch Fieber, Abgeschlagenheit, Futterverweigerung und Magen-Darm-Beschwerden. Nach einer akuten Phase folgt üblicherweise eine subklinische Phase, in der nur noch geringe oder keinerlei Symptome mehr auftreten. Der Erreger wird möglicherweise vollständig eliminiert oder verbleibt dauerhaft in den Blutzellen. In diesem Fall können weiterhin Antikörper nachgewiesen werden, jedoch findet keine Beeinträchtigung des Hundes statt. Kommt es allerdings zu einer Schwächung des Immunsystems, kann der Anaplasmose-Erreger wieder aktiv werden und klinische Symptome hervorrufen. Nur bei sehr schweren Verlaufsformen einer Anaplasmose muss in seltenen Fällen mit dem Tod des Tiers gerechnet werden.

Wie lässt sich Anaplasmose beim Hund behandeln?

Die Behandlung einer Anaplasmose erfolgt mit Hilfe eines Antibiotikums. Als Wirkstoff kommt häufig Doxycyclin zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Breitband-Antibiotikum, welches gegen eine Vielzahl von Bakterien wirksam ist. Das Medikament liegt in Tablettenform vor und muss täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen oral verabreicht werden. Darüber hinaus müssen Beschwerden behandelt werden, die im Umfeld einer Anaplasmose auftreten können. Bei schweren Verläufen sind unter Umständen Infusionen und Bluttransfusionen notwendig. Im Anschluss daran empfiehlt sich eine mehrfache Blutuntersuchung, um eventuelle Verschlechterungen feststellen zu können.

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Gut zu wissen
Gut zu Wissen Illustration: Weibliche Person mit langen brauen Haaren hält ein Informationsschild vor sich und zeigt darauf. Im Hintergrund Charts und Diagramme als Bilder

Der Tarif Premium Krankenschutz umfasst nicht nur Operationen, sondern auch ambulante und stationäre Heilbehandlungen: Dazu zählen ärztliche Beratungen, Untersuchungen, Diagnosen und Therapien, außerdem Arzneien, wie beispielsweise Antibiotika, die bei Anaplasmose zum Einsatz kommen und Verbandsmittel.

Die Kosten für Arzneimittel und Medikamente werden in allen drei Hundekrankenversicherungstarifen übernommen, ebenso alternative Heilmethoden, wenn deren Wirksamkeit bestätigt ist 

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Die passende Versicherung
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