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Bitte auch die Lauscher pflegen

Ohren reinigen beim Hund: Regelmäßiger Pflichttermin

Allianz - Hund wird von einem Tierarzt an den Ohren untersucht.

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Ein glücklicher Hund ist der, der gut hört

Das Gehör ist das wichtigste Sinnesorgan beim Hund. Ohren reinigen ist daher absolute Pflicht für jeden Tierhalter. Aber nicht nur das Reinigen, sondern auch die regelmäßige Kontrolle der Ohren ist wichtig. Viele Krankheiten äußern sich beim Hund durch Infektionen an oder in den Ohren. Veränderungen an den Ohren sollten Sie daher unbedingt beim Tierarzt abklären.

› So ist das Hundeohr aufgebaut

› Die Hundeohren kontrollieren  

› Pflicht für Halter und Hund: Ohren reinigen  

› Wattestäbchen: mehr Schaden als Hilfe  

Wenig Zeit? Das Wichtigste in 30 Sekunden

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Von seinen fünf Sinnen ist für den Hund das Hören am wichtigsten. Sein feines Gehör ist dem von uns Menschen um ein Vielfaches überlegen.
  • Auch wenn ein Hund sich selbst zu reinigen versucht, sollten Sie nachhelfen. Kontrollieren Sie sie regelmäßig auf Haare, Dreck oder Entzündungen.
  • Sie können die Hundeohren mit einer Spüllösung reinigen. Dazu behelfen Sie sich des Schüttelreflexes des Hundes: Ins Ohr geträufelte Flüssigkeit schüttelt das Tier samt gelöstem Dreck ins Freie.
  • Neben Parasiten, Pilzen oder Bakterien können auch Allergien oder eine Schilddrüsenunterfunktion eine Entzündung der Ohren verursachen. Bei Verdacht auf Erkrankungen gibt es nur einen Rat: ab zum Tierarzt!

Anatomie: So ist das Hundeohr aufgebaut

Allianz - Aufgestellte Ohren von einem Hund von hinten.

Das Gehör des Hundes ist sehr gut ausgeprägt. Von seinen fünf Sinnen steht beim Hund das Hören an erster Stelle – deutlich vor Sehen, Riechen, Tasten und Schmecken. Junge und gesunde Hunde erkennen in weniger als einer Zehntelsekunde, woher ein wahrgenommenes Geräusch kommt. Dafür haben ihre Ohren 17 verschiedene Muskeln, die beim Bewegen der Ohren helfen – fast doppelt so viele wie beim Menschen mit seinen neun Ohrmuskeln.

Während wir Frequenzbereiche von bis zu 20.000 Schwingungen pro Sekunde (Hertz) wahrnehmen können, schafft der Hund bis zu 50.000. Das heißt, der Hund hört Töne, die wir längst nicht mehr wahrnehmen. Auch die Entfernung, aus der die Vierbeiner noch Geräusche wahrnehmen, ist enorm. Eine Hundepfeife können viele Tiere noch in 500 Metern Distanz hören. Zudem kann der Hund seine Ohrmuscheln bewegen und so Geräuschquellen präziser und besser orten.

Aufgebaut ist das Hundeohr ansonsten ähnlich wie das unsrige und besteht aus der Ohrmuschel, dem äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell, dem Mittel- sowie dem Innenohr.

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Die Hundeohren kontrollieren

Allianz - Bei einem Dackel werden die Ohren von einem Tierarzt untersucht.

Die meisten Hunde lieben es, wenn wir Menschen ihnen an die Ohren gehen. Beim Streicheln oder sanften Kneten der Ohrmuschel können Sie so ganz nebenbei den Zustand der Ohren checken.

„Normalerweise schafft es ein gesunder Hund fast alleine, seine Ohren sauber zu halten“, sagt Dr. Günther Stolzefuß. Der Tierarzt aus Sankt Goarshausen in Rheinland-Pfalz fordert aber Hundehalter trotzdem dazu auf, „immer mal die Ohren zu kontrollieren, ob sie sauber sind. Oder auch mal daran riechen, ob sie vielleicht stinken.“

Ob die Ohren dreckig sind, hängt stark von der Lebenssituation des Tieres ab. Hunde, die viel Zeit draußen verbringen, die gerne im Dreck oder im Wald unterwegs sind, haben logischerweise häufig verschmutzte Ohren. Außerdem verdrecken Schlappohren, etwa bei Bassets und Bloodhounds, leichter als Spitzohren.

„Es gibt auch Hunde, die produzieren viel Cerumen, also Ohrenschmalz. Bei anderen Tieren ist es deutlich weniger.“ Es sei also weniger eine Frage der Rasse, sondern hänge stark vom Individuum ab. Generell gelte: „Hunde, die schon mal an den Ohren erkrankt oder deren Lauscher schon mal vereitert waren, müssen natürlich etwas öfter kontrolliert werden.“

Pflicht für Halter und Hund: Ohren reinigen

  • Reinigung der Ohrmuscheln
  • Überprüfen der Hundeohren
  • Beschaffenheit der medizinischen Spüllösung
  • Ohrenreinigung mit Spüllösung
  • Häufigkeit der Ohrenreinigung
Reinigung der Ohrmuscheln
Allianz - Beim Hund werden die Ohren mit einem Waschlappen oder einem feuchten Tuch gereinigt

Die Ohrmuscheln sind sehr leicht mit einem feuchten Waschlappen und einem Handtuch zu reinigen. Bei Hunden, denen die Haare in den Gehörgang wachsen, sollten Sie diese regelmäßig entfernen. Untersuchen Sie also am besten gleich auch bei der Fellpflege Hund  oder Hündin darauf, ob die Haare an den Ohren zu lang werden. Zum Beispiel neigen Spaniel oder Pudel zu langen Haaren an den Innenseiten der Ohrmuscheln. Hundeohren sollten immer genügend Luft bekommen, allein damit sie schneller trocknen. Denn im feuchten Milieu siedeln sich viele Bakterien bevorzugt an.

Überprüfen der Hundeohren

Halten Sie immer wieder auch mal Ihre Nase an die Ohren Ihres Hundes. Wenn der Geruch untypisch streng ist, oder wenn sich der Hund vermehrt an den Ohren kratzt, „sollte man mal aufmerksam werden“, erklärt Dr. Stolzefuß. Wegen des gekrümmten Gehörgangs kann der Halter jedoch schlecht selbst in das Ohr seines Tieres schauen. Dann hilft nur der Weg zum Experten. „Ich überprüfe dann, ob sich in den Ohren Eiter oder Fremdkörper  befinden, oder ob dort kleine Tierchen rumkrabbeln“, erklärt der Tierarzt, „aber meistens stelle ich nur fest: Alles bestens, die Ohren sind nur ein wenig dreckig.“

Beschaffenheit der medizinischen Spüllösung

Jetzt ist eine Ohrreinigung mit einer medizinischen Spüllösung angesagt. Sie sollte angenehm körperwarm temperiert sein, bevor man sie ins Hundeohr träufelt. Wenn sie zu kalt ist, könnte es eventuell das erste und letzte Mal sein, dass Ihr Hund sich eine Ohrreinigung gefallen lässt. Auch sollte die Flüssigkeit keinen Alkohol enthalten, denn der könnte auf der Hundehaut brennen. Rückfettendes Öl gehört ebenfalls nicht in ein Hundeohr. „Niemand käme auf die Idee, eine CD oder eine Schallplatte mit Öl zu reinigen. Denn die würde danach noch mehr Schmutz sammeln. Das ist beim Ohr genauso“, erklärt der Tierexperte.

Ohrenreinigung mit Spüllösung

Etwa die Menge eines Teelöffels der reinigenden Flüssigkeit bekommt der Hund in jedes Ohr. Am besten lassen Sie sie aus der Flasche direkt ins Ohr laufen und massieren anschließend gut die Ohrmuschel, damit sich die Lösung im Gehörgang verteilt. Begeistert wird Ihr Hund davon nicht sein – denn es fühlt sich für ihn an, wie wenn uns im Schwimmbad Wasser in die Ohren läuft.

Allerdings: Der Hund soll auch keinen Spaß daran haben, sondern sich stattdessen nach dem Einflößen der Flüssigkeit schütteln. „Das ist der Effekt, den wir erreichen wollen“, beschreibt der Veterinär den Reinigungsprozess. Durch diesen Schüttelreflex fliegen die gelösten Dreckbrocken und das Ohrenschmalz samt der Flüssigkeit aus dem Ohr.

Ganz wichtiger Tipp des Experten: Die Ohrenreinigung unbedingt im Freien durchführen. Sonst landet der nasse Ohrenschmutz des Hundes auf Teppich, Möbeln oder klebt an den Wänden.  

Häufigkeit der Ohrenreinigung

Je nachdem, wie stark die Ohren eines Hundes zum Verschmutzen neigen, reinigt man sie etwa zweimal im Monat. Das sollte reichen, um Pilzen, Parasiten oder Bakterien die Lebensgrundlage zu entziehen. Denn im feuchten, warmen Klima der ständig verdreckten Ohren können Eiterbakterien oder Milben beim Hund Entzündungen auslösen.

Wattestäbchen im Ohr: auch beim Hund mehr Schaden als Hilfe

Allianz - Einem Hund werden die Ohren mit einem Wattestäbchen gereinigt.

Ein Tabu sind übrigens Wattestäbchen: Sie sind als „Ohrenreiniger“ für Ihre eigenen Ohren genauso ungeeignet wie für die Ihres Hundes. Denn mit ihnen entfernen Sie den Dreck nicht, sondern erreichen genau das Gegenteil: Sie schieben Dreck und Ohrenschmalz nur tiefer hinein in den Gehörgang. Im schlimmsten Fall fördern Sie so sogar eine Entzündung!

Besonders fatal sind Wattestäbchen bei Grannen, den stacheligen und oft mit Widerhaken besetzten Pflanzenteilen. Drückt man sie mit dem Stäbchen tiefer ins Ohr, verhaken sie sich dort oft noch stärker als zuvor und können zudem mechanische Verletzungen im Gehörgang verursachen.

Letzter Tipp: Nehmen Sie eine Entzündung der Ohren (medizinisch „Otitis“) beim Hund nie auf die leichte Schulter. Denn neben den bereits genannten Gründen könnte „auch eine Allergie oder eine Schilddrüsenunterfunktion Anlass für einen entzündeten Gehörgang sein “, erklärt Dr. Thomas Steidl, Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kleintiere der Bundestierärztekammer.

Der Weg zum Tierarzt ist im Zweifelsfall immer der richtige. „Bei einer Mittelohrentzündung oder bei chronischen Entzündungen des äußeren Gehörgangs muss eventuell sogar eine chirurgische Behandlung erfolgen“, sagt der Kleintierpraktiker aus Tübingen. So ließen sich dauerhafte Schäden und Leiden verhindern, wenn konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen.

Denken Sie immer daran: So wie für uns die Augen, sind für Ihren Hund die Ohren der wichtigste Sinn. Schenken Sie ihnen daher entsprechend viel Aufmerksamkeit und reinigen Sie sie in regelmäßigen Abständen. Ihr Hund wird es Ihnen danken!

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