Woher die Krankheit kommt und wie Sie sich und Ihren Hund schützen können

Reisekrankheit: Leishmaniose bei Hunden

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
So schützen Sie sich und Ihren Hund
  • Die Leishmaniose ist eine durch Parasiten hervorgerufene Infektionskrankheit, die von Sandmücken übertragen wird.
  • Ist ein Hund einmal betroffen, bleibt er sein Leben lang infiziert. Es können lediglich die Symptome der Krankheit bekämpft werden. Auch Menschen können an der Leishmaniose erkranken.
  • Es gibt mittlerweile eine Impfung für Hunde, allerdings ist diese extrem aufwändig und ein vollkommener Schutz noch nicht nachgewiesen.
  • Eine Impfung und weitere Maßnahmen zum Schutz vor Mücken ist vor allem sinnvoll, wenn Sie eine Reise in Risikogebiete wie den Mittelmeerraum planen.
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Krankheitsbild
Allianz - Hund buddelt im Sand am Strand

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die im Blut oder Gewebe befindliche Parasiten hervorrufen: die sogenannten Leishmanien. Sie werden durch den Stich der Sandmücke, einer Unterart der Schmetterlingsmücken, auf den Hund übertragen. Dies ist der typische Weg, den Parasiten nehmen: vom Insekt zum Wirbeltier. Dort vermehren sie sich in den weißen Blutkörperchen oder im Gewebe und können mehrere Jahre existieren, ohne Symptome zu verursachen. Die Parasiten können nicht nur den Hund, sondern auch andere Tiere und den Menschen befallen. Jedoch ist die Unterscheidung zwischen einer kutanen und einer viszeralen Leishmaniose bei Hunden oft schwierig.

In Europa sind in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal sowie von Kroatien bis Griechenland und in der Türkei Leishmanien-Vorkommen nachgewiesen. Dr. Anne Posthoff, Fachtierärztin und Mitglied des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit im Verband für das Deutsche Hundewesen, hält seit einigen Jahren Vorträge über tropische Hundekrankheiten und weiß: „Deutschland galt zwar bislang als sicheres Land, allerdings gibt es auch hier und in Österreich mittlerweile Sandmückenbestände, die die gefährliche Krankheit übertragen können. Durch die Klimaerwärmung kommen die tropischen Insekten auch zu uns.“

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Ansteckungsgefahr
Allianz - Mädchen drückt herzlich ihren Hund

Grundsätzlich ist die Leishmaniose nicht ansteckend. Allerdings können die Parasiten während einer Schwangerschaft über die Plazenta auf die Welpen übertragen werden. Die Übertragung zwischen Tieren oder von Hund zu Mensch ist noch nicht vollständig erforscht. „Wenn Ihr Hund Leishmaniose hat, können Sie sich im Prinzip nicht anstecken. Aber das ist noch nicht ganz geklärt“, erklärt die Fachtierärztin. „Es gibt nämlich Studien, die belegen, dass immungeschwächte Menschen, wie HIV-infizierte Personen oder kranke Kleinkinder, doch einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind.“

Der Übertragungsweg erfolgt generell über den Stich einer infizierten weiblichen Sandmücke. Andersherum infiziert sich auch eine Sandmücke an einem Hund mit Leishmanien und kann diese bei der nächsten Blutmahlzeit an Mensch oder Tier weiter verteilen. „Deshalb lautet die Empfehlung auch, Hunde aus ost- oder südeuropäischen Ländern nicht mit nach Deutschland zu bringen“, erklärt Dr. Posthoff.

Allianz - Mädchen drückt herzlich ihren Hund
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Behandlungsmaßnahmen
Allianz - Ein Dackel wird beim Tierarzt gegen Leishmaniose geimpft

Schutz vor Leishmaniose

Leider ist Leishmaniose nicht heilbar. Sobald ein Hund betroffen ist, bleibt er ein Leben lang infiziert. Lediglich die Symptome können durch eine Behandlung bekämpft werden. Deswegen sollen Sie die Möglichkeiten nutzen, Ihren Hund vor Leishmaniose zu schützen:

1. Impfung

Seit etwa zwei Jahren gibt es für den Hund eine Impfung gegen die Leishmaniose. Hund oder Welpe können ab dem Alter von sechs Monaten geimpft werden. Nötig sind drei Impfungen im Abstand von jeweils drei Wochen.  Der Schutz tritt erst nach etwa einem Monat ab der letzten Impfung ein, weshalb Sie dies frühzeitig vor dem Urlaubsantritt planen sollten.  Jedoch ist zu beachten, dass eine Impfung den Hund nicht vollkommen vor einer Infektion schützt, weshalb auch weitere Maßnahmen getroffen werden sollten.

2. Mückenschutz

Ein zusätzlicher Mückenschutz in betroffenen Ländern ist zu empfehlen. Es gibt beispielsweise Halsbänder und sogenannte Spot-on Präparate, die Mücken vom Stich abhalten. Es sollte hierbei auf pyrethroidhaltige Präparate geachtet werden, da nur Pyrethoride Mücken effektiv vom Stich abhalten.

Leben mit Leishmaniose

Ist Ihr Hund an einer Leishmaniose erkrankt, gibt es zwei gängige Medikamente zur Behandlung

1. Medikamente

Allopurinol und Glucantime können helfen, das Wachstum der Leishmanien hemmen. Aber die Tiermedizinerin warnt: „Die Behandlung einer Leishmaniose ist äußerst schwierig. Der Hund wird die Erreger nie mehr los, die Behandlung muss gegebenenfalls lebenslang erfolgen." Entscheiden Sie sich für die medikamentöse Therapie, können ein hoher Aufwand, hohe Kosten und Nebenwirkungen auftreten. Glucantime sollte allerdings als letzter Ausweg gesehen werden, da es schmerzhafte Nebenwirkungen auslösen kann.

2. Weitere Maßnahmen

Obwohl ein Parasit der Auslöser der Krankheit ist, kann eine Wurmkur Hund und Hündin nicht heilen. Diese hilft zwar gegen andere Quälgeister wie Bandwürmer, aber Leishmanien leben nicht wie Würmer nur im Magen-Darm-Trakt, wo die Wurmkur wirkt. Ob Homöopathie für Hunde bei Leishmaniose sinnvoll ist, ist nicht belegt. Bislang zumindest gibt es nur dokumentierte Behandlungserfolge mit den oben erwähnten Medikamenten.

Das richtige Futter für Ihren Vierbeiner
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Häufig wird bei Hunden mit Leishmaniose, welche Allopurinol als Medikament zugeführt bekommen, eine purinarme Ernährung (keine Innereien) empfohlen. Der Grund hierfür ist, dass Allopurinol die Synthese von Purinen im Wirt hemmt, was insgesamt das Wachstum der Parasiten vermindert. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Eine Umstellung auf BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) kann dazu sinnvoll sein.
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Leishmaniose beim Hund erkennen
Allianz - Ein mit Leishmaniose infizierter Hund liegt schlapp auf dem Sofa

Symptomatische und asymptomatische Infektionen

Die Inkubationszeit kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren betragen. Ob überhaupt Symptome auftreten, entscheidet die „Immunantwort“ des Hundes. Damit ist gemeint, wie das Immunsystem des Hundes auf die Erreger reagiert. Denn es gibt auch asymptomatische Infektionen. Dies ist bei resistenten Hunden der Fall, die zelluläre Abwehrmechanismen aktivieren, welche die Parasiten abtöten oder in Schach halten können. Somit kann es passieren, dass einige Hunde keine Symptome zeigen.

Bei symptomatischen Hunden hingegen kommt es durch die Vermehrung der Leishmanien in den weißen Blutkörperchen zu Immunveränderungen, die wichtige Organe wie Nieren, Leber und Milz, aber auch Gelenke, Augen und Blutgefäße massiv schädigen können.

Entzündungen der Haut

Zudem ist die Haut häufig betroffen. „Es bilden sich entzündliche, schorfige Stellen, die entweder direkt an den Stichen oder beim Hund häufig an Nase, Zehen oder Ohrrändern auftreten. Sehr häufig gehen auch Nierenschäden mit der Infektion einher“, so die Tiermedizinerin. „Im Prinzip unterschiedet sich das klinische Bild beim Hund nicht so sehr von dem des Menschen. Allerdings sind die Symptome einer Leishmaniose sehr vielfältig, was die Diagnostik oft erschwert.“

Weitere Symptome

Es können andere Symptome wie Fieber, Nasenbluten, Appetitlosigkeit oder Schwäche auftreten. Zudem können auch Erbrechen oder Durchfall Hund und Hündin bei einer Infektion plagen.

Ihr Hund kann jahrelang die Leishmanien unbemerkt in sich tragen und erst sehr viel später Symptome entwickeln. Auch kann es sein, dass der Hund Symptome entwickelt, aber die Erreger nicht nachgewiesen werden können. Die erfahrene Veterinärin hat bereits viele Leishmaniose-Fälle mit unterschiedlichem Verlauf miterlebt: „Der Direktnachweis ist sehr schwierig. Ich habe sogar einmal eine Knochenmarkspunktion bei einem Hund durchgeführt, der die typischen Symptome einer Leishmanien-Infektion aufwies. Obwohl ich mir sicher bin, dass er Leishmaniose hatte, waren die Erreger einfach nicht nachweisbar.“

Wenn Sie also nur den geringsten Verdacht einer entsprechenden Infektion bei Ihrem Hund haben, bringen Sie ihn unbedingt zum Tierarzt. Die Krankheit ist zu ernst, um sie auf die leichte Schulter zu nehmen.

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