Freunde sitzen auf Wiese und grillen
Sicher durch die Grillsaison

Grillunfall: Welche Versicherung bei Grillschäden zahlt

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Missgeschicke beim Barbecue vermeiden
  • Ein Grillunfall ist schnell passiert: Selbst Barbecue-Profis können beim Hantieren mit Grillanzünder und offenem Feuer schnell Missgeschicke passieren. Grillunfälle sind nicht selten. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Schadensfall richtig abgesichert sind.
  • Eine Unfallversicherung springt ein, wenn Sie sich beim Grillen selbst verletzen. Die Hausratversicherung zahlt, wenn beispielsweise Ihr Sonnenschirm in Flammen aufgeht. Ihre Privat-Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die anderen Personen durch den Grillunfall entstehen.
  • Egal ob Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill: Seien Sie stets achtsam im Umgang mit dem Grillgerät. Aus Sicherheitsgründen sollten Kinder und leicht entflammbare Gegenstände sich nie in der Nähe des Grillgeräts befinden.
  • Ob Sie auf Balkon oder Terrasse grillen dürfen, entscheidet Ihr Vermieter. Erlaubt er es, gilt: Nehmen Sie Rücksicht auf andere. Von qualmenden Holzkohlegrills in dicht bewohnten Nachbarschaften ist abzuraten.
Grillunfall: Illustration Information Gut zu wissen
Gut zu wissen
Grillunfall: Illustration Information Gut zu wissen

Insbesondere in den Sommermonaten gehört Grillen in Deutschland zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Egal, ob im Garten, auf dem Balkon, am See oder im Park – die Deutschen sind wahre Grillweltmeister und schmeißen ihre Schwenker, Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrills gerne regelmäßig an. Laut der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) 2020 grillten 2019 ca. 13,35 Millionen Deutsche mindestens einmal im Monat. Rund 6,83 Millionen warfen den Grill mehrmals im Monat an, eine halbe Million sogar mehrmals wöchentlich.

In der Regel endet ein Grillabend vergnüglich. Doch es gibt auch Ausnahmen: Neben Grillschäden an Mietgegenständen und Co. verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin jährlich etwa 4.000 Grillunfälle. Viele Opfer kommen mit leichten bis mittelschweren Verbrennungen davon. Andere hingegen verletzten sich lebensgefährlich oder haben lebenslang mit den Folgen zu kämpfen.

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Rechtlicher Rahmen

Ein „Recht auf Grillen“ gibt es zwar nicht, laut Deutschem Mieterbund (DMB) ist das Grillen auf Balkon, Terrasse oder im Garten von Mietwohnungen aber grundsätzlich erlaubt. Das ist allerdings kein Freifahrtschein für ausufernde Grillfeste. Denn das „Grill-Recht“ sieht auch Ausnahmen vor.  

Vermieter dürfen das Grillen auf dem Balkon verbieten

Grillen auf Balkon oder Terrasse einer vermieteten Immobilie ist immer Vermietersache. Das heißt: Der Vermieter darf das Grillen im Mietvertrag beziehungsweise der Hausordnung ausdrücklich verbieten. Haben Sie den Vertrag unterschrieben, sollten Sie sich auch an das Grill-Verbot halten. Ansonsten riskieren Sie eine Abmahnung und bei wiederholten Verstößen sogar eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses.

Wer keine Rücksicht auf Nachbarn nimmt, riskiert eine Strafe

Gibt es keine entsprechende Klausel im Mietvertrag, ist das Grillen auf Balkon oder Terrasse grundsätzlich erlaubt und Sie dürfen dort jederzeit Ihren Grill anwerfen. Nehmen Sie dabei aber immer Rücksicht auf andere Mieter. Rauch und Essensgeruch können insbesondere bei Holzkohlegrillgeräten unangenehm und störend für Anwohner sein.

Zieht der Qualm in Nachbarwohnungen, kann das sogar rechtliche Konsequenzen haben: Zwar droht keine Verwarnung des Vermieters, allerdings verstoßen Sie damit gegen das Immissionsschutzgesetz und begehen eine Ordnungswidrigkeit. Kommt es zu einer Anzeige, droht Ihnen ein Bußgeld – zusätzlich zum Ärger mit den Nachbarn.

Ob Rauch, Ruß und Qualm Ihres Grillgeräts das erträgliche Maß überschreiten, entscheidet im Zweifel das Gericht. Um Ärger zu vermeiden, empfehlen Mietrechtsexperten daher Gas- oder Elektrogrills. Sie erzeugen deutlich weniger Rauch als offene Holzkohlegrills. Das Gebot der Rücksichtnahme gegenüber anderen Hausbewohnern gilt übrigens nicht nur für Mieter, sondern auch für Haus- und Wohnungseigentümer.

Informieren Sie vorab Ihre Nachbarn

In der Regel schreiben Hausordnung und/oder Mietvertrag vor, ob und wie häufig Grillen erlaubt ist und welche Grillgräte Sie verwenden dürfen. Eine deutschlandweit einheitliche „Grill-Regelung“ gibt es allerdings nicht. Während Sie mancherorts bis zu 25 Mal im Jahr Ihren Grill anschmeißen dürfen, ist es andernorts nur viermal jährlich erlaubt. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie Ihre Nachbarn auf jeden Fall vorab über Ihr Grillvorhaben informieren. Beachten Sie zudem die örtlich geltenden Lärmgrenzen sowie Nachtruhezeiten.

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Wichtige Tipps
Ein Mann schaut in seinen Grill

Obwohl viele Deutsche sich für Grillexperten halten, kommt es jedes Jahr zu mehr als 4.000 Grillunfällen. Oft müssen Feuerwehr und Rettungsdienste anrücken, weil Grillutensilien Feuer gefangen haben oder Personen verletzt sind. Mit diesen Tipps und Hinweisen kommen Sie sicher durch die Grillsaison:

  • Bauen Sie den Grill auf einem festen, ebenen Untergrund auf, damit er kippsicher steht (Finger weg von DIY-Behelfskonstruktionen!).
  • Achten Sie auf die Windrichtung, um Funkenflug zu vermeiden.
  • Halten Sie zwei bis drei Meter Sicherheitsabstand zu Personen und brennbaren Gegenständen.
  • Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt in die Nähe des Grills.
  • Grillen Sie nie in geschlossenen oder überdachten Räumen wie Wintergärten, Gartenlauben oder Carports. Sonnen- und Regenschirmen in der Nähe des Grillgeräts sind ebenfalls tabu.
  • Verwenden Sie nur feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel.
  • Verwenden Sie weder zum Anzünden noch zum nachträglichen Anfeuern flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin oder andere brennbare Flüssigkeiten – Stichflammen- und Explosionsgefahr!
  • Tragen Sie immer eine Grillschürze und vermeiden Sie Kleidung aus Kunststofffasern.
  • Nutzen Sie eine lange Grillzange und schützen Sie sich zusätzlich mit hitzebeständigen Handschuhen.
  • Bewegen Sie den Grill nicht, während er in Benutzung ist.
  • Löschen Sie brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken.
  • Halten Sie stets einen Eimer mit Sand, einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke bereit, um das Feuer notfalls löschen zu können.
  • Beaufsichtigen Sie das Grillgerät, bis Glut und Asche vollständig abkühlt sind.
  • Vergraben Sie heiße Glut niemals in der Erde. Auch das Entsorgen in Kartons oder Plastikbehältern ist tabu.
  • Lassen Sie den erloschenen Grill nie in geschlossenen Räumen abkühlen: Es besteht Lebensgefahr durch Brandgase.
Das richtige Grillgerät
Gasgrill mit Grillgut

Es gibt drei verschiedene Arten von Grillgeräten: Elektro-, Gas-, und Holzkohlegrills. Abhängig vom Grill unterscheiden sich auch die Gefahren, die von ihm ausgehen. Beim Grillen mit Kohle zum Beispiel ist die Brandgefahr deutlich höher: Steht der Kohlegrill nicht sicher, kann er umkippen. Um Brandschäden durch Funken und Glut vorzubeugen, steigen immer mehr Barbecue-Fans auf einen Gasgrill um. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn die Geräte sind meist nur mit einem Mindestmaß an Sicherheit ausgestattet. Im schlimmsten Fall kann Gas unkontrolliert austreten und eine Explosion verursachen. Bei Elektrogrills entsteht zwar kein giftiger Rauch, ungefährlich sind sie aber trotzdem nicht. Die tückischste Gefahrenquelle ist ihr Kabel, das häufig zur Stolperfalle wird.

Um diese Gefahren von vorneherein zu minimieren, sollten Sie sich ein technisch und qualitativ hochwertiges Gerät zulegen. Achten Sie beim Kauf Ihres Grills auf folgende Siegel und Normen

  • GS-Siegel: „GS“ steht für „Geprüfte Sicherheit“. Ein Grill mit diesem Siegel erfüllt bestimmte Sicherheits- und Gesundheitsauflagen nach dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). Sie können davon ausgehen, dass das Gerät standsicher, hitzebeständig und mechanisch robust ist.
  • Genormter Brandschutz: Auch die DIN-Norm „DIN EN 1860-1“ weist darauf hin, dass der Grill strengen Sicherheitsanforderungen entspricht. Überprüft wird beispielsweise, wie breit der Abstand der Grillroststäbe sein darf, aus welchen Materialien der Grill bestehen darf und wie stabil und brandresistent er sein muss.
  • CE-Kennzeichnung (nur bei Gasgrills): Das gesetzlich vorgeschriebene CE-Zeichen mit einer vierstelligen Prüfnummer bezeugt, dass der Gasgrill den maßgeblichen EU-Richtlinien entspricht.
Gasgrill mit Grillgut
Grillunfall: Illustration Information Gut zu wissen
Gut zu wissen
Grillunfall: Illustration Information Gut zu wissen

Bei Verbrennungen treten schon nach kürzester Zeit Hautschädigungen ein. Kühlen Sie die betroffene Hautpartie sofort für zehn bis 15 Minuten mit Wasser, das nicht kälter als 20 Grad Celsius ist. Längeres oder kälteres Kühlen führt zu Unterkühlung. Im Anschluss umwickeln Sie die Brandwunde locker und ohne Druck mit einem keimfreien Verbandtuch und suchen einen Arzt auf.

Rufen Sie bei schweren Brandverletzungen den Notarzt. „Hausmittel“ wie Salben oder pflegende Öle gehören keinesfalls auf eine Brandwunde.

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Versicherungsschutz
Grillunfall: Grillzange greift Hamburger-Patty auf Holzkohlegrill

Kurz nicht aufgepasst, schon ist die Grillkohle vom Grill gefallen und hat ein Loch in den Balkonboden der Mietwohnung gebrannt. Das Hantieren mit Spiritus kann ebenfalls fatale Folgen haben: So kann eine Stichflamme einen Gast verletzen oder die Markise Ihres Nachbarn in Brand setzen. Es gibt viele kleine Unvorsichtigkeiten, die schnell zu ernsten Verletzungen oder materiellen Schäden führen können. Als Verursacher haften Sie dafür – auch, wenn Ihnen das Missgeschick aus Versehen unterlaufen ist. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Ernstfall ausreichend abgesichert sind. Welche Versicherung für welche Grillschäden aufkommt, erfahren Sie hier.

Haftpflichtversicherung greift, wenn Dritte zu Schaden kommen

Fügen Sie einer anderen Person oder fremdem Eigentum bei einem Grillunfall Schaden zu, springt Ihre private Haftpflichtversicherung ein. Dabei ist unerheblich, ob der Geschädigte Ihr Nachbar, Ihr Vermieter oder ein Gast Ihrer Grillparty ist. Für den Schadensersatzanspruch ist nur wichtig, dass die Person nicht im gleichen Haushalt lebt. Folglich greift die Privat-Haftpflicht auch bei Schäden an einer Mietsache, zum Beispiel einem Brandfleck auf dem Balkonboden oder in der Markise. 

Gerade bei gesundheitlichen Schäden mit Spätfolgen kann es zu hohen Schmerzensgeldforderungen kommen. Sich mit einer privaten Haftpflicht mit hoher Deckungssumme – zum Beispiel zehn Millionen – zu versichern, ist daher sinnvoll. Darüber hinaus sollten auch grob fahrlässige Schäden versichert sein. Verursachen Sie beispielsweise einen Brandschaden, während Sie unter Alkoholeinfluss stehen, sichert die private Haftpflicht Sie in diesem Fall dennoch ab. Haben Sie den Personen- oder Sachschaden vorsätzlich herbeigeführt, zahlt die Versicherung grundsätzlich nicht.

Hausratversicherung schützt Ihr Inventar

Setzt der Grill Ihre Gartenmöbel in Brand, kommt Ihre Hausratversicherung dafür auf. Mit einer zusätzlichen Außenversicherungsklausel deckt die Hausrat-Police in der Regel auch Schäden ab, die außerhalb Ihrer eigenen vier Wände entstehen beispielsweise am Badesee oder Campingplatz.

Unfallversicherung deckt Gesundheitsschäden ab

Wer sich bei einer Grillparty selbst verletzt, ist zunächst durch die Krankenversicherung versichert, bzw. abgesichert. Sie übernimmt alle Behandlungskosten, die beim Arzt oder im Krankenhaus entstehen. Spätfolgen des Grillunfalls wie lebenslange Brandnarben, für die kosmetische Operationen erforderlich sind, deckt die Krankenversicherung jedoch nicht ab. 

Da Grillen in der Regel ein Privatvergnügen ist, greift auch die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Kosten, die Ihnen durch bleibende Schäden und Invalidität entstehen, können Sie nur über die private Unfallversicherungversichern. Je nach Tarif zahlt der Versicherer im Ernstfall eine hohe Einmalleistung.  

Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Sie bei Verlust Ihrer Arbeitskraft ab

Können Sie aufgrund einer ernsten Grillverletzung Ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben, ist dies ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt Ihnen als Einkommensersatz eine monatliche Rente.

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Schadensregulierung

Egal, ob Hausrat-, Unfall- oder Haftpflichtversicherung: Damit der zuständige Versicherer den Fall problemlos abwickeln kann, müssen Sie ihm den Schaden zunächst melden. Die bloße Mitteilung, es sei ein Unfall beim Grillen passiert, genügt dafür nicht. Die Schadensmeldung sollte so umfangreich wie möglich sein und unverzüglich erfolgen.

So gehen Sie nach einem Grillunfall Schritt für Schritt vor
 

  • Stellen Sie genau fest, welche Personen und Gegenstände durch den Unfall beim Grillen Schaden genommen haben.
  • Informieren Sie umgehend Ihren Versicherer.
  • Das Versicherungsunternehmen setzt sich mit dem Geschädigten beziehungsweise Anspruchsteller in Verbindung, um den Vorfall zu klären.
  • Geht es um einen Sachschaden prüfen Brandermittler, Sachverständige und Versicherung den Sachverhalt und die Schuldfrage.
  • Auf Grundlage aller Informationen und Einschätzungen wird entschieden, ob Sie tatsächlich Schuld an dem Unfall haben.
Die passende Versicherung 
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Häufige Fragen
  • Defekter Grill durch Sturm: Kann ich das meiner Versicherung melden?

    Die Hausratversicherung zahlt für Schäden, die an Haushaltsgegenständen, Möbeln und Inventar innerhalb Ihrer Wohnung entstehen. Gegenstände auf Balkonen, Loggien und Terrassen, die an die Wohnräume anschließen, sind ebenfalls versichert. Ein Grill, der im Freien steht, und bei einem Sturm Schaden nimmt, ist in der Regel ebenfalls abgesichert. Die Versicherungsbedingungen unterscheiden sich jedoch von Versicherer zu Versicherer. Werfen Sie einen Blick in Ihren Versicherungsvertrag, um auf Nummer sicher zu gehen. 
  • Zahlt die Versicherung auch bei Sachschäden mit nicht CE-zertifizierten Gasgrillgeräten?

    Da Gasgeräte als Alternative zu Holzkohlegrills immer beliebter werden, gibt es mittlerweile auch spezielle Gasgrill-Versicherungen. In der Regel können Sie sie lediglich für CE-zertifizierte Modelle aus Europa abschließen. Damit wollen Versicherer verhindern, dass sie für Schäden durch Billigware aus Asien aufkommen müssen.

    In Deutschland ist Grillen auf einem nicht CE-zertifizierten Gasgrill aber durchaus erlaubt. Hausratversicherung, Haftpflichtversicherung und Co. übernehmen daher auch Sachschäden, die durch ein nicht zertifiziertes Gerät entstehen. Nur bei Abschluss einer Gasgrill-Versicherung könnten Sie Schwierigkeiten haben. Klären Sie dies vor Vertragsabschluss unbedingt mit der Versicherungsgesellschaft ab.

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