Allianz Unfallversicherung - Familie spielt auf einer Frühlingswiese
So schützen Sie sich und Ihre Familie

Zeckenschutz: Sicher durch die Zeckensaison

1 von 7
Kurz erklärt in 30 Sekunden
Zecken sind in Deutschland weit verbreitet
  • In Deutschland ist von April bis Oktober Zeckensaison. Denn das warme Wetter lockt nicht nur uns Menschen ins Freie, sondern auch die blutsaugenden Spinnentiere: Zecken.
  • Zecken sind in ganz Deutschland weit verbreitet und finden sich in fast allen Gärten.
  • Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose
  • Stellen Sie einen ausreichenden Zeckenschutz für sich und Ihre Familie sicher. Tragen Sie bei Spaziergängen im Wald oder bei der Gartenarbeit am besten lange, helle Kleidung.
  • Ihre Haustiere sollten Sie regelmäßig auf Zecken kontrollieren und mit einem Zeckenschutzmittel behandeln.
2 von 7
Verbreitung

Wer glaubt, dass Zecken nur auf Weiden und in Wäldern lauern, hat sich getäuscht. Eine Studie der Universität Hohenheim belegt, dass die kleinen Blutsauger auch im gepflegtesten Garten zu finden sind.

Die Parasitologin Ute Mackenstedt und ihr Wissenschaftler-Team suchten in rund 60 Gärten nach Zecken und testeten diese auf Krankheitserreger. „Was uns überraschte: In allen Gärten konnten wir Zecken finden. Manchmal ist auch nur ein einzelner Busch betroffen. Dafür sind aber selbst Gärten betroffen, die sehr gepflegt und mehrere hundert Meter vom Wald entfernt sind“, so die Wissenschaftlerin zu den Ergebnissen.

Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Zecken erkennen einen geeigneten Wirt an Geruch und Körperwärme. Die Spinnentiere nehmen Duftstoffe und Bewegungen in ihrer Umgebung über Tasthaare und das Hallersche Organ, ein spezielles Sinnesorgan an den Vorderbeinen, wahr. Um einen Wirt zu finden, klettern sie auf Grashalme oder Büsche. Streifen Mensch oder Tier vorbei, greifen sie mit ihren Vorderbeinen zu und halten sich an Haut, Kleidung oder Fell fest.

Anschließend sucht der Parasit sich eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Mit scherenartigen Mundwerkzeugen reißt er die Haut des Wirts auf und gräbt mit seinem Stechrüssel eine Grube ins Gewebe. Das Blut, das sich darin sammelt, saugt die Zecke nach und nach auf. Streng genommen handelt es sich daher nicht um einen Zeckenbiss. Wissenschaftlich korrekt ist die Bezeichnung Zeckenstich.

3 von 7
Ansteckungsgefahr
Junge bekommt Zeckenschutzimpfung bei Ärztin.

In Europa übertragen Zecken zwei Krankheiten: Frühsommer-Meningo­enzephalitis (FSME) und Borreliose (Lyme-Krankheit). Anders als bei FSME gibt es keine Zeckenschutzimpfung gegen Borreliose. Mit Antibiotika lässt die bakterielle Infektion sich aber meist gut in den Griff bekommen.

1. FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine von Zecken übertragene Viruserkrankung. FSME löst häufig eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung aus, die mitunter tödlich enden kann. Den einzig zuverlässigen Schutz gegen FSME bietet eine Impfung.

Wann ist eine FSME-Zeckenschutzimpfung sinnvoll? 

Eine Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder dort Urlaub machen. In Deutschland treten FSME-Infektionen am häufigsten in Bayern und Baden-Württemberg auf. Auf der Karte der FSME-Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts (RKI) können Sie überprüfen, ob Ihr Wohnort betroffen ist.

Egal, ob Sie sich kurzzeitig in einer Risikoregion aufhalten oder dauerhaft dort leben: Die Kosten für die Zeckenschutzimpfung trägt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Die Grundimmunisierung umfasst drei Impfungen, die im Abstand von drei bis zwölf Monaten erfolgen. Danach sollten Sie den Zeckenschutz alle drei bis fünf Jahre auffrischen lassen. Wohnen Sie in einem FSME-Risikogebiet, führt Ihr Hausarzt die Impfung ganzjährig durch.

2. Borreliose

Zecken übertragen spiralförmige Bakterien, die eine Borreliose-Erkrankung auslösen können. Die bakterielle Infektion greift Nerven­system, Gewebe und innere Organe an. Schätzungen des Zecken Infoportals zufolge erkranken jedes Jahr 10.000 Menschen in Deutschland an Borreliose.

Bislang gibt es keine Schutzimpfung gegen die Krankheit. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Einstichstelle beobachten und bei einer kreisförmigen, großflächigen Rötung (Wanderröte) einen Arzt aufsuchen.

Achtung: Kreisförmige Rötungen treten nicht immer bzw. nicht nur an der Einstichstelle auf. Auch Fieber, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen können Borreliose-Symptome sein. Suchen Sie Ihren Körper nach einem Zeckenbiss mindestens einen Monat lang gewissenhaft nach Haut­ver­änderungen ab. Erkennen Sie die Erkrankung früh genug, lässt sie sich mit Antibiotika gut behandeln. Zu einem späteren Zeitpunkt kann es zu Gesichts­lähmungen, Hirnhaut- oder Gelenk­entzündungen und Herzproblemen kommen.

4 von 7
Vorsichtsmaßnahmen
Jack Russell Terrier mit Zeckenhalsband steht im Gras

Halten Sie Ihren Rasen kurz und gepflegt. So haben Zecken es schwerer, sich im Garten auszubreiten. Wer Hund, Katze oder andere Vierbeiner hält, die im Freien unterwegs sind, sollte ihr Fell regelmäßig nach den Blutsaugern absuchen. Zur Vorbeugung sind zudem unterschiedliche Zeckenschutzmittel für Haustiere erhältlich.

So halten Sie Zecken im Garten fern

Gestalten Sie Ihren Garten so, dass er möglichst unattraktiv für Zecken ist: Vermeiden Sie feuchte Stellen, mähen Sie den Rasen regelmäßig und entfernen Sie Falllaub. Auch der Wirkstoff Permethrin trägt dazu bei, Grünflächen frei von Zecken zu halten. Das Anti-Parasitenmittel wird als Spray oder getränkte Wolle im Garten verteilt. Da Permethrin auch für nützliche Insekten wie Mücken oder Bienen sowie Haustiere giftig ist, sollten Sie es nur im äußersten Notfall einsetzen.

Zeckenschutz für Haustiere 

Grund für die weite Verbreitung der Blutsauger sind vermutlich Wild- und Haustiere. Die von Forschern gefundenen Zeckenarten wurden hauptsächlich von Vögeln, Rehen und Füchsen verbreitet. Die Wildtiere transportieren die Parasiten auch über weite Strecken.

Doch auch Haustiere sollten Sie nicht außer Acht lassen, wenn es um Zeckenschutz geht: Behandeln Sie Ihren Hund oder Ihre Katze ganzjährig mit Zeckenschutzmitteln. Neben chemischen Präparaten, die Sie auf das Fell auftragen, sind auch Zeckenhalsbänder erhältlich. Neue Artikel setzen unter anderem auf effektive Mikroorganismen (z.B. EM-Keramik-Halsband), um Parasiten abzuschrecken. Der Zeckenschutz bewahrt Ihr Haustier nicht nur vor Zeckenstichen. Laut Robert-Koch-Institut verhindern die Abwehrmaßnahmen, dass die Zeckenweibchen sich mit Blut vollsaugen und vermehren können.

Für Hunde gibt es auch eine Impfung gegen Borreliose. Wohnen Sie mit Ihrem Vierbeiner in einem Risikogebiet, können Sie ihn ab einem Alter von zwölf Wochen impfen lassen. Zur Grundimmunisierung gehören zwei Impfungen im Abstand von drei bis fünf Wochen. Danach sollten Sie den Impfschutz des Tieres jährlich auffrischen lassen. Untersuchen Sie Ihren Hund sofort nach einem Spaziergang und entfernen Sie Zecken sobald wie möglich. So verringern Sie das Infektionsrisiko.

Zeckenschutz beim Hund

Jack Russell Terrier mit Zeckenhalsband steht im Gras
5 von 7
Anleitung 
  • Suchen Sie Ihren Körper nach dem Spaziergang im Wald oder einem Tag in der Natur nach Zecken ab. Am einfachsten entdecken Sie die Spinnentiere, wenn Sie sich nackt ausziehen. Kontrollieren Sie dabei gezielt beliebte Einstichstellen wie Kniekehlen, Achseln, Intimbereich und Kopfhaut
  • Sie haben eine Zecke entdeckt? Kein Grund zur Panik. Gefährliche Viren wie Borreliose übertragen die Parasiten erst nach rund 24 Stunden. Darauf warten, bis eine Zecke von alleine abfällt, sollten Sie dennoch nicht. Denn es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis die Parasiten vollgesaugt sind und abfallen.
  • Entfernen Sie die Zecke möglichst schnell und im Ganzen. Dafür das Tier mit einer Pinzette am Kopf packen und aus der Haut herausziehen. Wichtig: Zerquetschen Sie die Zecke dabei nicht. Andernfalls können Bakterien und Krankheitserreger in die Wunde gelangen.
  • Keine Sorge, wenn Sie versehentlich Kopf oder Schneidewerkzeug der Zecke abreißen. Da Krankheitserreger sich im Darm der Spinnentiere befinden, besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko. Wer Probleme hat, die Zecke zu entfernen, sollte einen Arzt aufsuchen. Der Mediziner kann hartnäckig festgesaugte Zecken schnell und einfach entfernen.
  • Es gibt die Möglichkeit, Zecken im Labor untersuchen zu lassen, um das Risiko für eine Infektion mit FSME oder Borreliose einzuschätzen. Davon raten Experten allerdings ab: Die Ergebnisse lassen keine zuverlässige Prognose zu. Denn auch Zecken, die Borrelien in sich tragen, übertragen diese nicht immer auf den Wirt. Behalten Sie die Einstichstelle nach einem Zeckenstich im Auge. Äußern sich für FSME oder Borreliose typische Krankheitssymptome, gehen Sie sofort zum Arzt.

 

Video: So entfernen Sie Zecken Schritt für Schritt

Bei der Zeckenentfernung ist es wichtig, den Kopf der Zecke mitzuentfernen. Ansonsten können Entzündungen entstehen. Benutzen Sie am besten eine spezielle Zeckenpinzette, die Sie in der Apotheke erhalten. Wie es richtig geht, sehen Sie hier im Video.

Das folgende Video wird in einem YouTube-Player geladen. Das bedeutet, Google sammelt Informationen über Ihre Nutzung der bereitgestellten Inhalte und nutzt diese für Analyse- und Marketing-Zwecke. Wenn Sie damit einverstanden sind und dieses Video dennoch ansehen möchten, klicken Sie auf das Bild.

Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz von YouTube.

YouTube-Video Zeckenschutz: So entfernen Sie eine Zecke richtig
6 von 7
Richtig vorbeugen
  1. Tragen Sie im Garten lange Hosen und langärmelige Shirts in hellen Farben. So haben Zecken es schwerer, eine freie Hautstelle zu finden. Auf heller Kleidung können Sie krabbelnde Tiere zudem besser erkennen. Mittlerweile gibt es spezielle Zeckenschutz­kleidung, die mit Anti-Insektenmitteln imprägniert ist.
  2. Stecken Sie lange Hosen in die Socken, damit die Tierchen nicht am Knöchel hochkrabbeln.
  3. Bleiben Sie im Wald auf den vorhandenen Wegen und laufen Sie nicht querfeldein durch Gräser und Büsche. Dort lauern Zecken auf der Suche nach einem Wirt. Möchten Sie doch einmal abseits der Wege spazieren, sollten Sie Gummistiefel tragen.
  4. Viele Anti-Mücken-Sprays sind auch als Zeckenschutz wirksam. Achten Sie auf Produkte mit verträglichen Inhaltsstoffen. Wenn das Mittel nicht abfärbt, dann sollten Sie es auch großflächig auf Ihrer Kleidung verteilen. 
  5. Auch Hausmittel können wirkungsvollen Zeckenschutz bieten. Eine Untersuchung der FU Berlin zu Zeckenschutz mit Kokosöl ergab, dass das Naturprodukt eine abschreckende Wirkung auf die Parasiten hat.
  6. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie Ihren Körper sorgfältig kontrollieren. Zecken stechen nicht sofort zu, sondern laufen zunächst auf der Haut umher und suchen nach einer geeigneten Einstichstelle. Wichtig: Suchen Sie auch Hautfalten wie die in der Kniekehle sowie die Kopfhaut nach den kleinen Blutsaugern ab.
  7. Das Robert-Koch-Institut rät zu einer zusätzlichen Dusche: Das Wasser entfernt zwar keine Zecke, die bereits zugestochen hat. Noch nicht festgesaugte Tiere können aber abgewaschen werden.
  8. Getragene Kleidung sollten Sie sofort bei mindestens 60 Grad waschen. Zecken sterben erst bei höheren Waschtemperaturen.
  9. Haben Sie für die optimale Zeckenentfernung unterwegs immer eine Zeckenzange (erhältlich in der Apotheke), Desinfektionsmittel und Pflaster dabei. Wenn Sie eine Zecke entfernen, ist es wichtig, den Körper des Tieres möglichst hautnah zu greifen und langsam herauszuziehen. Die Zecke sollte dabei weder gedreht noch gequetscht werden.
Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Kinder lieben es, in der Natur zu toben. Das macht sie besonders anfällig für Zeckenstiche. Lassen Sie insbesondere Kleinkinder deshalb nicht ohne Zeckenschutz im Grünen spielen.

  • Ziehen Sie Ihren Kindern beim Spazierengehen und Toben im Wald, Park oder Garten lange Kleidung an.
  • Suchen Sie Haut und Haare Ihres Kindes nach einem Tag in der Natur gründlich nach Zecken ab.
  • Zeckenschutz ist auch für Babys wichtig. Eine Schutzimpfung gegen FSME ist bereits bei Einjährigen möglich.
  • Nicht alle Insektensprays sind für Kinder geeignet. Auf Anti-Zecken-Mittel mit dem Wirkstoff DEET beispielsweise sollten Sie bei Säuglingen und Kleinkindern verzichten.

Hat Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Zeckenstich, behalten Sie die Einstichstelle im Auge. Treten Schwellungen oder Rötungen auf, kontaktieren Sie umgehend einen Arzt.

Der richtige Versicherungsschutz
Optimal abgesichert mit der privaten Unfallversicherung
7 von 7
Service und Kontakt
Haben Sie Fragen zur Unfallversicherung der Allianz?
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Allianz Service jetzt kontaktieren
Allianz Service
Jetzt kontaktieren
Schreiben Sie uns Ihr Anliegen.
Berechnen Sie Ihren Tarif zur Allianz Versicherung
Online-Rechner
Jetzt berechnen
Berechnen Sie Ihren Unfallschutz-Tarif.
Sie benötigen Hilfe?

Hier finden Sie:

  • wichtige Kontakt-Angebote
  • nützliche Service-Links
  • auf Sie persönlich zugeschnitten
Jetzt ausprobieren
+
  • Ansprechpartner vor Ort