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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Starker Schneefall ist nicht zu unterschätzen. Bereits zehn Zentimeter Schnee auf dem Dach erreichen schnell mehrere hundert Kilogramm an Gewicht.
  • Wie hoch die Schneelast ist, hängt nicht nur von der Schneemenge, sondern auch von der Art des Schnees ab. Anhand einer Schneeprobe können Sie die Schneelast grob berechnen.
  • Zu viel Schnee kann in Form von Dachlawinen abgehen und im schlimmsten Falle Personen verletzten. Ein Schneefangsystem auf dem Dach schützt.
  • Eine Elementar­schaden­versicherung, wie der Zusatzbaustein Extremwetterschutz der Allianz Wohngebäude­versicherung sichert Sie ausreichend gegen Schnee­druckschäden am eigenen Haus ab.
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Gewicht, Dachform, Standort
Infografik: Balkendiagramm zeigt Gewicht von Schnee

Nach starkem Schneefall sollten Sie nicht nur auf die Höhe der Schneedecke auf Ihrem Dach achten. Denn: Wie hoch die Schneelast wirklich ist, lässt sich nicht nur an der Schneehöhe ablesen. Entscheidend ist das Gewicht. Dieses wird von Wassergehalt sowie Frost beeinflusst. Nassschnee ist deshalb deutlich schwerer als Neuschnee. Das heißt: Nassschnee erhöht die Gefahr, dass das Dach einstürzen könnte, erheblich.

Die Schneelast auf den Dächern von Häusern und Carports kann extrem sein. Zum Vergleich: Ein Quadratmeter einer ein Zentimeter dicken Eisschicht wiegt zum Beispiel so viel wie zehn Zentimeter Pulverschnee! So kann je nach Art des Schnees das Gewicht pro Quadratmeter schnell auf 100 Kilogramm steigen!

So viel wiegen verschiedene Schneearten:

  • 10 cm Pulverschnee = 10 kg pro Quadratmeter
  • 10 cm Nassschnee = 40 kg pro Quadratmeter
  • 10 cm Eisschicht = 90 kg pro Quadratmeter
Wie hoch die Schneelast wirklich ist, hängt allerdings nicht nur von Schneeart und Schneehöhe ab. Auch die Neigung des Daches sowie die örtlichen Wind- und Klima­verhältnisse beeinflussen die Tragfähigkeit einer Dachkonstruktion.

 

Bauform
Infografik: Schneelast abhängig von Dachschräge

Wie viel Schnee Ihr Dach verträgt, hängt von Bauweise und Dachform ab – genauer gesagt von der Grundfläche des Daches, auf das die Schneelast wirkt. Je steiler das Dach, desto weniger Schnee kann sich dort halten. Er rutscht einfach ab. Im Gegensatz dazu setzt sich der Schnee bei besonders flachen Dächern mit einem Neigungswinkel unter 30 Grad eher fest.

Auch der Wind beeinflusst die Last auf dem Dach. Er verweht oft ganze Schneeberge in die Ecken von Gauben und Kehlen.

Flachdächer sind besonders gefährdet. Die Schneelast wirkt unvermindert 1:1 auf die Grundfläche des Daches.

Infografik: Schneelast abhängig von Dachschräge
Illustration: Paar steht vor verschneitem Haus
Standort und Klima
Illustration: Paar steht vor verschneitem Haus
Die Schneelast auf dem Dach steigt grundsätzlich mit der topografischen Höhe, auf der Ihr Haus liegt. Sie hängt aber auch von den klimatischen Bedingungen ab: Über die Ostseeküste pfeifen oft Schneestürme. Nur die Hochalpen sind noch stärker von Schneelast betroffen.
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Schneereiche Regionen
Deutschland ist in fünf verschiedene Schneelastzonen unterteilt: 1, 1a, 2, 2a und 3. Diese Schneelastzonen teilen Deutschland grob in Klimazonen ein, in denen gewöhnlich mehr oder weniger Schnee fällt. Eine kleinere Nummer bedeutet dabei eine geringere Schneelast. In Zonen mit einem a ist die Schneelast rund 25 Prozent höher als in der gleichen Zone ohne a. Regionen mit Schneelastzone 3 sind besonders gefährdet durch eine hohe Schneelast. 
Infografik DeutschlandKarte zu Schneelastzonen
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Berechnungsformel
Infografik zur Berechnung der Schneelast bei Neigung des Daches

Als Hausbesitzer können Sie die Schneelast auf Ihrem Dach grob selbst bestimmen. Dafür stechen Sie eine Schneefläche am Dach von 10 mal 10 Zentimeter aus. Betreten Sie das Dach jedoch nicht. Wer keine Möglichkeit hat, die Schneeprobe durch die Dachluke auszustechen, kann alternativ eine Probe vom Boden nehmen.

Dann wiegen Sie den ausgestochenen Schnee auf einer Schneewaage. Das Gewicht multiplizieren Sie mit 100. Dann erhalten Sie das Schneegewicht pro Quadratmeter.

Wollen Sie die Schneelast noch genauer bestimmen, sollten Sie die einzelnen Schichten der Schneedecke (Neuschnee, Altschnee, Schnee-Eis) bestimmen. Der Bayerische Lawinenwarndienst hat für die genaue Schneelastmessung eine Anleitung zum Abschätzen der Schneelast ins Netz gestellt.

Wer unsicher ist, ob das Dach die Lasten noch trägt, sollte einen Dachdecker um Rat fragen – www.dachdecker.org – oder bei der Feuerwehr anrufen.

Fachleute können Schneelast nahezu exakt bestimmen

Auch Fachleute, zum Beispiel Dachdecker oder Feuerwehr, nehmen zuerst Schneeproben. Meist entnehmen sie bis zu drei Proben an unterschiedlichen Stellen oder in einem Bereich, der repräsentativ für das gesamte Dach steht – also nicht direkt am Schneefang. Dazu stechen die Experten mit einem Rohr senkrecht zur Dachfläche eine Probe aus und wiegen diese ab. Anschließend rechnen sie das Schneegewicht der Probe auf den Quadratmeter Dachfläche hoch – meist geschieht dies mit einer speziellen Software – und korrigieren den Wert um die Dachneigung. Das so ermittelte Ergebnis kommt der tatsächlichen Schneelast auf Ihrem Dach nahe.

Ob Ihr Dach die Last trägt, erfahren Sie von einem Statiker oder mit einem Blick in den Standsicherheitsnachweis für Ihr Gebäude. Dort finden Sie einen Grenzwert. Die tatsächliche Schneelast muss darunter liegen.

So lesen Sie den Grenzwert: Bei 1 kN pro Quadratmeter dürfen zum Beispiel höchstens 100 Kilogramm Schneelast auf einem Quadratmeter Dach liegen.

Um die Schneelast zu bestimmen, der ein Dach in der Praxis ausgesetzt sein kann, ist die lokale Klimazone sowie die Höhe über dem Meeresspiegel (A = Altitude) wichtig. Das zu erwartende Niederschlagsaufkommen am jeweiligen Standort des Hauses bestimmt demnach die Schneelast (Sk). Diese lässt sich mit folgenden – sehr komplexen – Formeln berechnen:

Infografik zur Berechnung der Schneelast bei Neigung des Daches

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Schneelastzone Berechnungsformel
Zone 1 S= 0,19+0,91*((A+140)/760)2
Zone 1a  S= 1,25*[0,19+0,91*((A+140)/760)2]
Zone 2 S= 0,25+1,91*((A+140)/760)2
Zone 2a S= 1,25*[0,25+1,91*((A+140)/760)2]
Zone 3 S= 0,31+2,91*((A+140)/760)2
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Abgesichert gegen Schneeschäden
Hält die Dachkonstruktion dem enormen Schneedruck nicht stand, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass das Dach einstürzt und die Immobilie sowie Inventar beschädigt sind. Wohngebäude- und Hausratversicherung greifen in der Regel nur, wenn Sie eine zusätzliche Elementarschutzversicherung abgeschlossen haben. Bei der Allianz können Sie Elementarereignisse über den zusätzlichen Baustein "Extremwetterschutz" zu Ihrer Wohngebäude- oder Hausratversicherung versichern.
 Illustration Elementarschäden: Haus inmitten von Naturgewalten

1. Wohngebäude­versicherung mit Elementarschutz

Bei Schneedruckschäden ist meist allen voran das Wohngebäude betroffen. Sie können die Folgen eines Schadens, den Schnee- und Eismassen am Dach anrichten, im Rahmen der Wohngebäudeversicherung absichern. Ergänzen Sie dazu einfach Ihre Allianz Wohngebäudeversicherung mit dem Zusatzbaustein "Extremwetterschutz" um eine Elementarversicherung.

2. Hausratversicherung mit Elementarschutz

Stürzt das Dach durch Schneelast ein, ist oft auch Hausrat beschädigt. Bei der Allianz können Sie Elementarschäden durch Schneedruck mit dem zusätzlichen Baustein "Extremwetterschutz" auch in der Hausratversicherung einschließen.

3. Privat-Haftpflicht­versicherung

Werden durch eine Dachlawine Passanten verletzt oder Autos beschädigt, schützt Sie die Privat-Haftpflicht­versicherung oder Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung der Allianz, wenn Geschädigte Schadenersatz einfordern und sich herausstellt, dass die Forderung rechtens ist. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie kein Schneefangsystem angebracht oder auf die Gefahr von Dachlawinen nicht mit Warnschildern hingewiesen haben.

Optimal abgesichert
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Dach räumen
Wer sein Hausdach nach starkem Schneefall räumt, kann Schäden durch Schneelast vorbeugen. Wie Sie Ihr Dach richtig von der Schneeschicht befreien und worauf Sie achten sollten, wenn sich eine Solaranlage darauf befindet, erfahren Sie hier.
Schneebedecktes Haus

Liegt bereits Schnee auf dem Haus und sind erneut starke Schneefälle angekündigt, ist es sinnvoll, das Dach von Altschnee zu befreien. Ansonsten kann die Schneebelastung zu hoch werden.

Schäden durch Schneelast vorbeugen: Dach richtig räumen

Das ist beim Räumen von Schnee auf dem Dach zu beachten:

  1. Betreten Sie das Dach nicht. Legen Sie am besten eine Leiter an oder Sie arbeiten von der Dachluke aus.
  2. Sichern Sie sich ausreichend ab.
  3. Kehren Sie den Schnee mit einem weichen Besen ab.
  4. Räumen Sie das Dach abschnittsweise.
  5. Befreien Sie das Dach möglichst gleichmäßig von der Schneeschicht. Das Abtragen auf nur einer Seite kann je nach Statik gefährlich werden.

Ohne Erfahrung sollten Sie jedoch besser einen Fachmann beauftragen, der das Dach für Sie räumt.

Schneekehren auf Photovoltaikanlagen

Kehren Sie Solarzellen nur ab, wenn das unbedingt erforderlich ist. Durch die glatte Oberfläche und Neigung der Module rutscht der Schnee oft nach kurzer Zeit von selbst ab. Ansonsten räumen Sie die Module vorsichtig mit Teleskopstangen-Abziehern frei. Das geht vom Boden aus ebenso wie von der Dachluke aus. Auch wenn Sie nicht alle Solarzellen frei bekommen, funktioniert Ihre Photovoltaikanlage zumindest teilweise wieder.

Es gibt auch automatische Kehr- und Schutzsysteme für Photovoltaikanlagen. Diese sind relativ teuer. In besonders schneereichen Regionen rentiert sich eventuell eine integrierte Heizung, welche die Module aufheizt und abtauen lässt.

Wenn der Schnee zu schwer wird
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Schutzsysteme
Einige Bundesländer und Gemeinden regeln im Baurecht oder in Verordnungen, wer ein Schneefangsystem auf dem Dach anbringen muss. Aber auch alle anderen Hauseigentümer sollten vorbeugen. Denn: Als Besitzer der Immobilie sind Sie verpflichtet, Dritte vor Dachlawinen zu schützen. Kommen Sie dieser Verkehrssicherungspflicht nicht nach, kann ein Passant, den eine Dachlawine trifft, Schadenersatz fordern. Daher sollten Sie Schneefanggitter auf Ihrem Dach anbringen – unabhängig davon, ob Sie in einem schneereichen oder schneearmen Gebiet leben. Im Schadenfall kann die Haftung für den Hauseigentümer ansonsten teuer werden – insbesondere ohne Versicherungsschutz.
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen
  • Beachten Sie bei Bäumen in Hausnähe die Gefahr des Schneebruchs.
  • Sichern Sie Markisen und Überdachungen vor Windlasten und wenn es stark schneit.
  • Halten Sie Wege schnee- und eisfrei. 
  • Bei Tauwetter: Installieren Sie Rückstauverschlüsse in Abwasserleitungen für das Schmelzwasser.
  • Entfernen Sie vom Dach hängende Eiszapfen.
Illustration Info: Gut zu wissen
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Häufige Fragen
  • Reicht eine Wohngebäudeversicherung aus, um Schäden durch Schneelast ersetzt zu bekommen?

    Leider nein. Eine Wohngebäudeversicherung ohne zusätzliche Elementarversicherung zahlt in solchen Fällen nicht. Eine Elementarversicherung deckt vieles ab, was durch Naturgewalten wie Schneedruck  am versicherten Gebäude beschädigt wurde: zum Beispiel den Einsturz des Daches, Schäden an der Dacheindeckung – oder auch die Zerstörung des Hauses durch eine Schneelawine (Schnee- und Eismassen, die von Berghängen abgehen).
  • Haben Häuser mit Flachdächern ein höheres Schneedruckrisiko?

    Ja. Hier hat die Schneedecke selbst bei Tauwetter keine Möglichkeit abzurutschen. Dadurch entsteht eine höhere Last auf dem Dach.
  • Welche Versicherung greift bei Schäden durch Dachlawinen?

    Verursacht die Dachlawine Schäden am eigenen versicherten Gebäude, springt Ihre Wohngebäudeversicherung ein, sofern Sie eine Elementarschadenversicherung eingeschlossen haben. Anders sieht die Sache aus, wenn die Lawine Passanten oder parkende Autos trifft. Die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung prüft im Schadensfall, ob und in welcher Höhe Schadensersatzpflicht besteht. Sie übernimmt den Schadenersatz bis zur vereinbarten Versicherungssumme – wenn die Schadenersatzforderung berechtigt ist – und wehrt unberechtigte Ansprüche für Sie ab. Notfalls auch vor Gericht. Bewohnen Sie Ihr Einfamilienhaus selbst, schützt Sie Ihre Privat-Haftpflichtversicherung. Bei Autos leistet in diesem Fall die Teil- und Vollkaskoversicherung des geschädigten Autofahrers.
  • Kann ich die Verkehrssicherungspflicht auf meinen Mieter übertragen?

    Ja, das bedeutet aber nicht, dass der Hauseigentümer damit aus dem Schneider ist. Im Schadensfall haften beide: Mieter und Vermieter.
  • Wer bezahlt die Feuerwehr, die mein Dach von der Schneelast befreit?

    Ist beispielsweise durch extremen Schneefall Gefahr im Verzug und kann in diesem Moment niemand anderes helfen, arbeitet die Feuerwehr in der Regel kostenlos. Hat sich das Problem aber seit Tagen angebahnt, zahlen Sie den Einsatz höchstwahrscheinlich selbst.
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Service und Kontakt
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