"Hundeführerschein" ist ein oft umgangssprachlich gebrauchter Ausdruck für den offiziellen Begriff "Sachkundenachweis". Ein solcher ist in Deutschland bislang nur in Niedersachsen für alle Hundehalter:innen Pflicht, ab Juli 2026 auch in Bremen. In anderen Bundesländern ist der Hundeführerschein freiwillig. Sachkundenachweise für sogenannte Listenhunde sind jedoch in mehreren Bundesländern verpflichtend. Die deutschen Landesregierungen und angrenzende Länder wie die Schweiz haben hierfür unterschiedliche Regelungen. Die Prüfung, um den Sachkundenachweis zu erhalten, absolvieren Hundebesitzer:innen und Hund für gewöhnlich in einem theoretischen und praktischen Teil. Für die Prüfungen sind eine gute Vorbereitung und das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Hund entscheidend.
Hundeführerschein und Sachkundenachweis für Hunde
Was ist der Unterschied zwischen einem Hundeführerschein und einem Sachkundenachweis?
Der Begriff Hundeführerschein ist kein gesicherter Begriff. In der Regel fallen darunter verschiedene Angebote von Hundeschulen, die Hundehalter:innen freiwillig ablegen können. Meist beinhaltet ein Hundeführerschein einen theoretischen und praktischen Prüfungsteil, der die Sachkunde des Hundehalters oder der Hundehalterin, sowie den Grundgehorsam und die Sozialverträglichkeit des Hundes prüft.
Ein Sachkundenachweis ist dagegen der offizielle Begriff, den Kommunal- und Landesregierungen für amtliche Nachweise gebrauchen. In den meisten Bundesländern ist ein Sachkundenachweis verpflichtend für das Halten von gefährlich geltenden Hunderassen (sogenannte Listenhunde). In Niedersachsen ist seit 2011 sogar ein Sachkundenachweis für alle Hundehalter:innen Pflicht, unabhängig von der Hunderasse – in Bremen gilt dasselbe ab Juli 2026.
Die Prüfung des Sachkundenachweises ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, besteht jedoch wie beim Hundeführerschein meist aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, in dem Sie ihr spezifisches Hunde-Wissen, sowie den Umgang zwischen Ihnen und Ihrem Hund unter Beweis stellen müssen. Die Abnahme durch staatlich anerkannte Prüfer:innen ist erforderlich, damit das Amt den Nachweis anerkennt.
Die Begriffe Hundeführerschein und Sachkundenachweis werden häufig umgangssprachlich austauschbar verwendet, was für Verwirrung sorgen kann. Als Faustregel gilt: Ämter erkennen Hundeführerscheine nicht notwendigerweise als Sachkundenachweis an, vor allem nicht für das Halten gefährlicher Hunde. Je nach Gemeinde erhalten Halter:innen durch Vorlage eines Hundeführerscheins allerdings teilweise Vergünstigungen, wie zum Beispiel einen Erlass der Hundesteuer.
Was ist ein Hundeführerschein?
Was beinhaltet der Hundeführerschein?
Der "Hundeführerschein" ist kein rechtlich geschützter Begriff. Verschiedene Verbände bieten Hundeführerscheine an und stellen eigene Richtlinien hierfür auf. Etabliert ist der Hundeführerschein des Verbandes für das deutsche Hundewesen (VDH). Jörg Bartscherer, Geschäftsführer und Justiziar des VDH erklärt: "Wir als Verband bieten Hundehaltern mit unserem VDH-Hundeführerschein an, eine Sachkundeprüfung für kleines Geld abzulegen." Dabei legt der VDH drei Richtlinien fest:
- Sachkunde des Hundehalters bzw. der Hundehalterin
- Grundgehorsam des Hundes
- Sozialverträglichkeit des Hundes
Andere Verbände, die Hundeführerscheine anbieten, sind zum Beispiel der BVZ (Berufsverband zertifizierter Hundeschulen) oder der BHV (Berufsverband der Hundeerzieher:innen und Verhaltensberater:innen).
Kann ich den Hundeführerschein online machen?
In der Regel nicht. Der Hundeführerschein umfasst einen theoretischen und praktischen Teil:
- In der praktischen Prüfung werden Hund und Hundehalter:in gemeinsam geprüft. Mitentscheidend ist das Zusammenspiel beider in verschiedenen Alltagssituationen. Dies passiert selbsverständlich ausschließlich vor Ort.
- Der Theorieteil der Hundehalterprüfung besteht aus Multiple-Choice-Fragen. Diese können Sie vor Ort bei einem anerkannten Prüfer oder einer Prüferin in Papierform, je nach Hundeschule aber auch manchmal vor Ort online beantworten. Zu Hause können Sie den Hundeführerschein-Fragebogen dagegen nicht online ausfüllen.
Brauche ich einen Hundeführerschein?
Ein Hundeführerschein ist in Deutschland nicht verpflichtend. Sie entscheiden selbst, ob Sie die Prüfung gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner absolvieren. "Es gibt manche Hundehalter, die Spaß daran haben, mit Ihrem Hund sowohl den Vorbereitungskurs als auch die Prüfung zu machen", erzählt der VDH-Justiziar, selbst auch Hundehalter. "Vielleicht ist es Ihnen einfach wichtig, die Sicherheit zu haben, Alltagssituationen mit dem eigenen Hund gut bewältigen zu können."
Außerhalb Deutschlands sieht das Hundegesetz teils deutlich strengere Bestimmungen vor: In der Schweiz etwa ist ein Hundeführerschein Pflicht für alle, die sich einen Vierbeiner anschaffen. In Österreich und Frankreich ist die Sachkundenachweispflicht rassenabhängig.
Wo erhalte ich mit einem Hundeführerschein Vorteile?
In manchen Bundesländern mit Besitz eines Hundeführerscheins für einen bestimmten Zeitraum von der Hundesteuer oder der Leinenpflicht befreien lassen. In diesen Bundesländern und Kommunen hilft Ihnen ein Hundeführerschein:
- Hundeführerschein Baden-Württemberg: In Mannheim gilt die Hundesteuerbefreiung für das Absolvieren eines Hundeführerscheins zwei Jahre.
- Hundeführerschein Bayern: In München sind Besitzer eines Hundeführerscheins für ein Jahr von der Hundersteuer befreit. In anderen Gemeinden gibt es bis zu 50 Prozent Ermäßigung.
- Hundeführerschein Berlin: In Berlin entfällt die Leinenpflicht, wenn freiwillig eine Prüfung zum Hundeführerschein abgelegt wird.
- Hundeführerschein Brandenburg: Ein Hundeführerschein führt zu Ermäßigung der Hundesteuer um 50 Prozent für ein Jahr in bestimmten Gemeinden, z. B. Gemeinde Panketal
- Hundeführerschein Hessen: In Wiesbaden entfällt die Hundesteuer dauerhaft für alle Hundehalter:innen, die einen Hundeführerschein vorweisen können.
- Hundeführerschein Hamburg: Ein Hundeführerschein erlaubt Ihnen in Hamburg, Ihren Hund trotz der gesetzlichen Anleinpflicht frei laufen zu lassen.
- Hundeführerschein NRW: In Nordrhein-Westfalen dürfen Sie mit einem Hundeführerschein große Hunde führen. Als groß gilt ein Hund, wenn er ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 Zentimetern oder ein Gewicht von mindestens 20 Kilogramm erreicht.
Gut zu wissen: Auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V. sind die Gefahrenverordnungen der einzelnen Bundesländer zusammengefasst. Dort finden Sie auf einen Blick die Bestimmungen für Ihr Bundesland. Viele Hundetrainer:innen und Vereinsmitglieder von BHV, BVZ und VDH sind zur Abnahme eines Sachkundenachweises zertifiziert. Für mehr Informationen zu den geltenden Regelungen, Pflichten und Vergünstigungen wenden Sie sich an die zuständige Tierärztekammer.
Wie bekomme ich den Hundeführerschein?
Wo kann ich den Hundeführerschein machen?
Was kostet der Hundeführerschein?
Was erwartet mich in der Theorieprüfung?
Die Theorieprüfung zum Hundeführerschein ist umfangreich und besteht aus etwa 35 Multiple-Choice-Fragen zu folgenden Themengebieten:
- Sozialverhalten
- Kommunikation
- Lerntheorie, Erziehung, Ausbildung
- Angst und Aggression
- Haltung und Pflege
- Rassenkenntnisse
- Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung
- Hundegesetz und Recht
Planen Sie für den Theorieteil rund 60 Minuten ein. Erreichen Sie 80 Prozent der möglichen Punktzahl, haben Sie den Test bestanden. Die praktische Prüfung dürfen Sie nur absolvieren, wenn Sie zuvor die Theorie bestanden haben. Beide Regeln entsprechen denen der Sachkundeprüfung.
Wie läuft der Praxistest ab?
Haben Sie die Theorieprüfung bestanden? Glückwunsch! Damit sind Sie für den Praxisteil des Hundeführerscheins zugelassen. Bei der praktischen Prüfung steht Ihr Umgang mit dem Hund im öffentlichen Raum auf dem Prüfstand. Zum Beispiel bei Spaziergängen ohne Leine in einem belebten Hundeauslaufgebiet oder beim Bummel in der Fußgängerzone. Situationsabhängig testen Prüferin oder Prüfer dabei unter anderem folgende Aspekte:
- Wie reagiert Ihr Hund auf Menschengruppen, Autos oder andere Hunde?
- Beweist er in der Prüfungssituation durchgehend Gehorsam?
- Befolgt Ihr Hund Grundkommandos (z. B. Sitz, Platz, Bleib, Rückruf)?
- Können Sie Ihren Hund an lockerer Leine führen?
- Bleibt Ihr Hund entspannt, unabhängig davon, was um ihn herum passiert?
Auch tiergerechtes und vorausschauendes Verhalten von Herrchen oder Frauchen fließt in die Bewertung ein. Der praktische Teil des Hundeführerscheins dauert je nach Ablauf zwei bis drei Stunden.
Welche Voraussetzungen gelten für mich und meinen Hund?
- Alter: Sie als Hundehalter:in können in der Regel ab dem 16. Lebensjahr die Hundeführerscheinprüfung machen. Ihr Hund muss mindestens zwölf Monate alt sein, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Deren Bestehen hängt aber auch davon ab, ob Ihr Hund Ihre Kommandos befolgt. Deshalb sollten Sie ihn erst entsprechend geschult haben. Dies ist wichtiger als das Hundealter.
- Versicherung und Impfschutz: "Für unseren Führerschein müssen Sie eine Haftpflichtversicherung und einen ausreichenden Impfschutz vorweisen. Jeder sollte seinen Hund ab dem ersten Tag versichern lassen. Selbst ein kleiner Dackel kann schon Unfälle mit schwerwiegenden Folgen auslösen", erzählt Jörg Bartscherer vom Verband für das deutsche Hundewesen. Gerade für solche Fälle, z. B. wenn Ihr Hund in einen Autounfall verwickelt ist, sollten Sie eine Haftpflichtversicherung wie die Hundehaftpflichtversicherung der Allianz abschließen.
- Identifikationsnachweis: Ihr Hund muss einen implantierten Mikrochip vorweisen.
Wie lange gilt der Hundeführerschein?
Der Hundeführerschein ist gültig, so lange wie Sie und Ihr Hund zusammenleben. Das ist ein großer Unterschied zur Sachkundeprüfung: Haben Sie diese einmal abgelegt, bleibt sie lebenslang gültig.
Das heißt: Ihr Hundeführerschein gilt nicht für andere Hunde bzw. pauschal für alle Hunde, die Sie sich zulegen: "Wir prüfen ja das jeweilige Gespann: Hundehalter:in und Hund. Deshalb ist es wichtig, die Prüfung immer mit dem speziellen Hund zu absolvieren, weil man ja eben diesen in den konkreten Situationen kontrollieren können muss", so VDH-Experte Jörg Bartscherer.
Was passiert, wenn ich durchfalle?
Die Prüfung können Sie beliebig oft wiederholen. Dies gilt auch für die einzelnen Teile – zum Beispiel, wenn Sie nur am Theorietest scheitern. "Falls Sie den Vorbereitungskurs bereits absolviert haben, müssen Sie diesen nicht erneut wiederholen. Dann fallen nur noch die Prüfungsgebühren an", erklärt der VDH-Geschäftsführer. Treten Sie die Prüfung auf jeden Fall erst dann an, wenn Sie sich mit Blick auf die Theorie fit fühlen und Ihren Hund so gut erzogen und trainiert haben, dass Sie zusammen auch die Praxis problemlos bestehen.
Wie bestehe ich die Prüfung zum Hundeführerschein?
Denken Sie immer daran: Sowohl Sie als auch Ihr Hund werden geprüft. Daher müssen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Hund gut auf die Prüfung vorbereiten. In entsprechenden Vorbereitungskursen können Sie gezielt Übungen und Prüfungssituationen trainieren. Auf den Websites des VDH, BVZ und BHV finden Sie zudem Lernmaterialien, Videos von der praktischen Prüfung und viele Beispielfragen.
Theorie
Praxis
Spielen Sie mit Ihrem Hund für die praktische Prüfung unterschiedliche Alltagssituationen durch. Gehen Sie in belebter Umgebung Gassi, setzen Sie sich ins Café oder streifen Sie durch Geschäfte. Wie verhält sich Ihr Hund? Folgt er Ihnen direkt, wenn Sie ein Kommando geben? Wie reagiert er auf andere Tiere oder Menschen? Zerrt er an der Leine oder bellt er unverhofft? Kehrt er zu Ihnen zurück, wenn Sie ihn rufen?
Die Prüfer:innen achten vor allem darauf, dass Ihr Verhalten und das Ihres Hundes aufeinander abgestimmt sind. Am ehesten punkten Sie beim Test, wenn Sie ein eingespieltes Team sind und einander vertrauen.
Was ist ein Sachkundenachweis?
Wie der Hundeführerschein besteht auch der Sachkundenachweis aus zwei Teilen: einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Darin entspricht der Test dem Hundeführerschein. Trotzdem sind beides unterschiedliche Prüfungen.
- Die Theorie besteht aus einem Fragenkatalog zu spezifischem Hunde-Wissen.
- In der Praxis werden der Umgang und das Verhalten zwischen Ihnen und Ihrem Hund in Alltagssituationen abgefragt. Einige Hundeführerscheine, wie die des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV), werden auch als Sachkundeprüfung anerkannt. Die Prüfungen für die Hundeführerscheine sind in der Regel schwieriger.
Der Sachkundenachweis ist vor allem bei Hunderassen relevant, die potenziell gefährlich sein könnten. Halter:innen sogenannter Listenhunde müssen in den meisten Bundesländern eine Sachkundeprüfung ablegen. Ob der Sachkundenachweis verpflichtend ist, ist im jeweiligen Hundegesetz des Bundeslandes geregelt.
Ab wann brauche ich einen Sachkundenachweis für meinen Hund?
In Deutschland ist ein Sachkundenachweis nicht in allen Bundesländern Pflicht. Je nach Wohnort müssen Sie also auch keine entsprechende Prüfung absolvieren. Erkundigen Sie sich zu den geltenden Regeln für Ihren Wunschhund und Ihren Wohnsitz, bevor Sie sich einen Hund anschaffen. Was Sie in jedem Fall wissen sollten:
Eine generelle Kontrolle von Sachkundenachweisen ist in Deutschland nicht möglich. Dafür fehlt eine Registrierungspflicht. "Aber, wenn der Hund auffällig wird, jemanden beißt oder etwas passiert, wird kontrolliert, ob der Hund eine Prüfung abgelegt hat", erklärt Julia Dittmers, Vorsitzende des Berufsverbandes zertifizierter Hundetrainer (BVZ). "Da kann es dann auch sein, dass dem Hundehalter je nach Schwere des Vorfalls die Prüfung auferlegt wird, obwohl der Hund kein Listenhund ist oder im Bundesland keine Sachkundenachweispflicht besteht."
In welchen Bundesländern ist ein Sachkundenachweis Pflicht?
- In Baden-Württemberg plant die Landesregierung lediglich die Einführung eines freiwilligen Sachkundenachweises für Hundehalter:innen. Ein Sachkundenachweis Hund ist bis dahin keine Pflicht.
- Ein Sachkundenachweis Hund ist in Bayern, Bremen, Schleswig-Holstein und Thüringen nur bei aggressivem Verhalten Ihres Hundes Pflicht. In Bremen wird ab Juli 2026 der Sachkundenachweis durch eine allgemeine Hundeführerscheinpflicht unabhängig von der Hunderasse abgelöst.
- In Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist ein Sachkundenachweis für Listenhunde und große Hunde erforderlich.
- In Nordrhein-Westfalen ist ein Sachkundenachweis Hund für Halter:innen sogenannter "20/40-Hunde" und anderer bestimmter Rassen Pflicht. Das Landeshundegesetz in NRW definiert einen ausgewachsenen Hund, der mindestens 20 kg schwer oder 40 cm hoch ist, als "20/40-Hund".
- Die Bundesländer Berlin und Hamburg verlangen den Sachkundenachweis nur für alle freilaufenden Hunde und ggf. für bestimmte Hunderassen.
- In Niedersachsen und in der Schweiz zum Beispiel müssen Ersthundehalter:innen schon eine theoretische Prüfung absolvieren, bevor sie sich einen Hund anschaffen. Die praktische Prüfung mit Hund müssen Sie dann ein Jahr später ablegen.
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Bundesland
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Sachkundenachweis-Pflicht
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| Baden-Württemberg |
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| Bayern |
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| Berlin |
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| Brandenburg |
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| Bremen |
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| Hamburg |
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| Hessen |
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| Mecklenburg-Vorpommern |
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| Niedersachsen |
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| Nordrhein-Westfalen |
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| Rheinland-Pfalz |
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| Saarland |
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| Sachsen |
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| Sachsen-Anhalt |
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| Schleswig-Holstein |
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| Thüringen |
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Sachkundeprüfung für Hundezüchter und -trainer
Seit 2014 ist in Deutschland eine Sachkundeprüfung für Hundetrainer:innen und Hundezüchter:innen verpflichtend. Dies soll die Qualität und Seriosität von Ausbildung und Herkunft der Hunde unter tierschutzgerechten Bedingungen gewährleisten. Wer als Hundetrainer:in arbeiten möchte, muss beim zuständigen Veterinäramt einen Antrag stellen. Dort nimmt dann ein zertifizierter Prüfer bzw. eine Prüferin den Sachkundenachweis ab. "Der Begriff Hundetrainer ist leider immer noch nicht geschützt", erklärt Dittmers. Deshalb solle man bei der Auswahl von Hundezüchtern und Hundezüchterinnen, Hundetrainern und Hundetrainerinnen und -schulen auf die Zertifizierung, Ausbildung und das Vorliegen eines Sachkundenachweises achten.
Wie bekomme ich den Sachkundenachweis?
Haben Sie einmal einen Sachkundenachweis oder einen anerkannten Hundeführerschein bestanden, behalten Sie diesen ein Leben lang. Sie erhalten sogenannte Leistungskarten, in denen Sachkundenachweise, Ergebnisse von Hundesport-Wettbewerben oder andere Prüfungsergebnisse für den jeweiligen Hund vermerkt werden.
Sie sollten für den Theorieteil etwa eine Stunde einplanen. Je nach Ablauf kann der praktische Teil eine bis zwei Stunden beanspruchen. Sie können beide Prüfungen unabhängig voneinander absolvieren. Wie beim Autoführerschein dürfen Sie allerdings die praktische Prüfung erst absolvieren, wenn Sie den Theorieteil bestanden haben.
Wie trainiere ich für den Sachkundenachweis?
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Als Hundehalter:in müssen Sie mindestens 16 Jahre, Ihr Hund in der Regel mindestens 12 Monate alt sein – das ist abhängig vom Prüfer oder der Prüferin. Zudem benötigen Sie eine gültige Hundehalterhaftpflichtversicherung, ausreichenden Impfschutz für Ihren Hund und eine eindeutige Identifikationsmöglichkeit durch einen Mikrochip. Sind Sie und Ihr Hund gut auf die Prüfung vorbereitet und können Sie die Kosten begleichen, dürfen Sie die Prüfung antreten.
Was muss ich für die Prüfung wissen?
Die Sachkundenachweis Prüfung besteht aus zwei Teilen. Zuerst müssen Sie einen Theorie-Teil bewältigen, der aus etwa 35 Fragen zu folgenden Themengebieten besteht:
- Sozialverhalten & Kommunikation
- Lerntheorie, Erziehung, Ausbildung
- Angst und Aggression
- Haltung und Pflege
- Rassenkenntnisse
- Gesundheit, Ernährung, Fortpflanzung
- Hunde und Recht
Wie viele Fragen müssen beim Test für den Sachkundenachweis richtig beantwortet sein?
Erreichen Sie 80 Prozent der möglichen Punkte, ist der Test bestanden. Der Theorie-Fragebogen für den Sachkundenachweis Hund wird in Form eines Multiple-Choice-Tests abgefragt. Bei jeder Frage können Sie eine unterschiedliche Anzahl an Punkten erreichen.
Im praktischen Teil stehen dann das Verhalten des Hundes (Wesenstest) und die Reaktion des Halters bzw. der Halterin in verschiedenen Alltagssituationen im Vordergrund. Praktische Szenarien sind etwa Spaziergänge ohne Leine oder der Besuch in einem Café oder Geschäft, in dem sich noch andere Menschen aufhalten. Neben der Reaktion Ihres Hundes auf Menschengruppen, andere Tiere, Autos, Jogger:innen oder Ihre Kommandos werden tiergerechtes und vorausschauendes Verhalten bewertet.
Kann ich die Prüfung wiederholen, wenn ich durchfalle?
Sie können die Prüfung beliebig oft wiederholen – und zwar den theoretischen wie den praktischen Teil. "Falls Sie den Vorbereitungskurs bereits bei der nicht bestandenen Prüfung gemacht haben, müssen Sie diesen nicht wiederholen. Dann fallen nur noch die Prüfungsgebühren an", erklärt der Geschäftsführer und Justiziar des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), Jörg Bartscherer.
Dennoch ist es auf jeden Fall ratsam, die Prüfung erst anzutreten, wenn Sie Ihr Wissen so vertieft haben, dass Sie die Theorie aller Voraussicht nach bestehen. Schon allein mit Blick auf Ihren Geldbeutel. Zudem sollte Ihr Hund so gut erzogen und trainiert sein, dass Sie beide auch die Praxis meistern.
Wie bestehe ich die Sachkundenachweis-Prüfung?
Vorbereitungskurse: Sie können vorab an Kursen mit gezielten Übungen und Prüfungssituationen teilnehmen. Auf den Websites des VDH, BVZ und BHV finden Sie zudem Lernmaterialien, Videos der praktischen Prüfung und weitere Beispielfragen.
Hunde-Theorie: Eignen Sie sich spezifisches Wissen über Hundehaltung, Hundeerziehung, und das Sozialverhalten der Tiere an. Im Internet finden sich zahlreiche Fragenkataloge, die Ihnen zeigen, was ungefähr auf Sie zukommen könnte. Beachten Sie, dass bei Sachkundefragen auch mehr als eine Antwort richtig sein kann.
Praktische Prüfung: Spielen Sie mit Ihrem Hund verschiedene Alltagssituationen durch. Beobachten und üben Sie das Verhalten Ihres Hundes beim Spaziergang oder in Cafés oder Geschäften. Versetzen Sie sich in die Rolle der Prüfer:innen und achten Sie beispielsweise auf folgende Details:
- Folgt Ihr Hund Ihnen, wenn Sie ihm ein Kommando geben?
- Wie reagiert er auf andere Menschen oder Tiere?
- Zieht er an der Leine?
- Kommt er zurück, wenn Sie ihn rufen?
Es kommt darauf an, dass Ihr Verhalten mit dem Ihres Hundes abgestimmt ist. Sie müssen ein eingespieltes Team sein und einander vertrauen.