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Pitbull, der als Listenhund gilt, rennt am Strand entlang
Schutz für Hundebesitzer 

Listen­hunde: Vorschriften & Pflichten für Hunde­halter

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Listenhunde gelten als besonderes aggressive Hunde­rassen. Sie werden um­gangs­sprachlich auch Kampf­hunde genannt. 
  • Jedes Bundes­land legt selbst fest, welche Rassen als Listen­hunde geführt werden. Eine bundes­weit ein­heit­liche Liste gibt es nicht. 
  • Für die Haltung von Listen­hunden müssen in Deutsch­land strenge Regeln eingehalten werden. Besondere Auflagen gelten für (American) Stafford­shire Terrier, American Pitbull Terrier und Bullterrier. Halter müssen etwa einen Wesens­test und ein Führungs­zeugnis vorweisen.
  • Besitzer von Listen­hunden benötigen eine Hunde­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Der Ver­si­che­rung­schutz ist deutschland­weit verpflichtend (Ausnahme: Mecklen­burg-Vorpommern).
  • Die Allianz versichert alle Hunderassen, auch Listenhunde.
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Definition
Die Begriffe Listenhund und Kampfhund werden synonym verwendet. Es handelt sich also um Hunde der gleichen Rassen. Listenhunden bzw. Kampfhunden wird aufgrund ihrer Rasse vom Gesetzgeber über­durch­schnitt­liche Aggressivität unter­stellt und sie werden deshalb als sogenannte "gefährliche Hunde" eingestuft. Die Haltung solcher Hunde unterliegt je nach Bundesland speziellen Auflagen. 

Der Begriff Kampf­hunde stammt Mitte des 19. Jahrhunderts, als Hunde­kämpfe noch erlaubt waren. Damals wurden Hunde gezüchtet, deren Körper­bau und Charakter gut für Kämpfe geeignet sind. Er wird je nach Bundesland auch in den betreffenden Gesetzen verwendet, zum Beispiel in Bayern.

Ob Listen­hunde wirklich gefährlicher sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Experten gehen davon aus, dass die Erziehung und Sozialisierung einen größeren Einfluss auf das Wesen der Tier hat, als die Rasse. 

In einigen Bundes­ländern werden Listenhunde zusätzlich in zwei Kategorien unterteilt: besonders gefährliche Hunde und gefährliche Hunde. 

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Rasseliste
In Deutschland gibt es keine bundeseinheitliche Liste darüber, welche Rassen als "gefährliche Hunde" und damit als Listenhunde eingestuft sind. In einigen Bundes­ländern werden Listenhunde sogar in zwei Kategorien unterteilt. Hunde der Kategorie 1 gelten als defintiv gefährlich, ­Kategorie 2 als gefährlich vermutet. 
  • Baden-Württemberg

    Baden-Württemberg führt lediglich eine Liste der Kategorie 2. Darauf stehen Rassen wie (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier, Bullterrier, deren Haltung in Deutschland allgemein besonderen Regeln unterliegt. Als gefährliche Hunde gelten in Baden-Württemberg außerdem Bullmastiff, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastín Español, Mastino Napoletano, Mastiff und Tosa Inu.

    Ist der Hund älter als sechs Monate, muss sein Halter unter anderem eine Erlaubnis der Ortspolizeibehörde für seine Haltung einholen. Außerdem gilt Maulkorbzwang. Die aktuellen Regelungen zur Haltung dieser Hunderassen finden Sie in der Kampfhundverordnung des Landes Baden-Württemberg.

  • Bayern

    In Bayern werden Listenhunde in zwei Kategorien unterteilt. Für Hunde der Kategorie 1 benötigen Besitzer ein Erlaubnis zu Haltung. Halter von Hunden der Kategorie 2 müssen mit ihrem Hund einen Wesenstest durchführen.

    In Bayern gehören in Kategorie 1 unter anderem (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier, Bandog und Tosa Inu. In Katgorie 2 eingeordnet sind Alano, American Bulldog, Bullterrier, Bullmastiff, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Dogo Canario (Perro de Presa Canario), Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler.

    Die aktuellen Regelungen zur Haltung finden Sie in der Hundverordnung Bayerns.

  • Berlin

    Das Berliner Hundegesetz verzichtet auf die Unterteilung in Kategorien. Lediglich drei Rassen und deren Kreuzungen gelten als gefährlich. Wer einen (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terriere oder Bullterrier hält, benötigt einen Sachkundenachweis, einen Wesenstest, ein Führungszeugnis und eine Hundehaftpflichtversicherung.
  • Brandenburg

    Brandenburg unterteilt Listenhunde in zwei Kategorien. In Kategorie 1 sind (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier, Bullterrier und Tosa Inu. Die Haltung und Zucht dieser Rassen ist bis auf wenige Ausnahmen verboten.

    Für Hunde der Kategorie 2 benötigen Besitzer eine Genehmigung zur Haltung. Das gilt für die Rassen: Alano, Bullmastiff, Cane Corso, Dobermann, Dogo Argentino, Dogo Canario (Perro de Presa Canario), Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler.

    Aktuelle Bestimmungen zur Hundehaltung im Bundesland Brandenburg finden Sie online.

  • Bremen

    Bremen führt die Rassen (American) Pitbull Terrier, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier als Listenhunde. Für diese Rassen gilt Maulkorb- und Leinenpflicht. Ihre Haltung muss genehmigt werden.

    Im Bremer Gesetz über die Haltung von Hunden finden Sie alle aktuellen Informationen.

  • Hamburg

    Das Hamburger Hundegesetz unterteilt Listenhunde in zwei Kategorien. (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier zählen zur Kategorie 1. In Kategorie 2 werden der Bullmastiff, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Rottweiler und Tosa Inu eingeteilt.

    Für Hunde der Kategorie 2 besteht Maulkorb- und Leinenpflicht. Mit einem Wesenstest können Besitzer ein Negativzeugnis erlangen, welches die Gefährlichkeit des Tieres widerlegt.

  • Hessen

    In Hessen ist die Haltung von Listenhunde genehmigungspflichtig. (American) Pitbull Terrier, (American) Staffordshire Terrier, Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka und Rottweiler müssen Leine- und Maulkorb tragen. Ein Sachkundenachweis und Wesenstest ist ebenfalls nötig.  

    In der Gefahrenabwehrverordnung des Landes Hessens finden Sie immer die aktuellen Vorschriften. 

  • Mecklenburg-Vorpommern

    Mecklenburg-Vorpommern verzichtet in der Verordnung über das Führen und Halten von Hunden auf eine Unterteilung von Listenhunden. Für die Haltung von (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier benötigen Hundebesitzer eine gesonderte Erlaubnis. 

     

  • Niedersachsen

    Seit 2002 gibt es in Niedersachsen keine Listenhunde. 
  • Nordrhein-Westfalen

    Das Hundegesetz des Landes NRW unterteilt Listenhunden in zwei Kategorien. (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier zählen zu Kategorie 1. In Kategorie 2 fallen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu.

    Für ihre Haltung benötigen Besitzer eine Erlaubnis und einen Sachkundenachweis. Die Hunde müssen an der Leine geführt werden und gekennzeichnet sein.

  • Rheinland-Pfalz

    In Rheinland-Pfalz ist die Haltung von (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier genehmigungspflichtig. Alle wichtigen Regelungen finden Sie im Landesgesetz über gefährliche Hunde.
  • Saarland

    (American) Staffordshire Terrier und (American) Pitbull Terrier gelten im Saarland als Listenhunde. Die Rassen werden nach dem aktuellen Hundegesetz des Saarlands zwar keiner Kategorie zugeordnet, müssen von den Behören aber genehmigt werden.
  • Sachsen

    In Sachsen gilt für Listenhunde Leinen- und Maulkorbpflicht. Eine Unterteilung in Kategorien gibt es nicht. Als gefährlich gelten (American) Pit Bull, (American) Staffordshire Terrier und Bullterrier. Die geltenden Bestimmungen regelt das Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden.

     

  • Sachsen-Anhalt

    In Sachsen-Anhalt benötigen Hundebesitzer für Rassen wie (American) Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pitbull Terrier einen Wesenstest. Sie können dabei als ungefährlich eingestuft werden. Fällt der Wesenstest negativ aus, ist nach dem Hundegesetz Sachsen-Anhalts eine separate Genehmigung für die Haltung notwendig. Außerdem besteht für den Hund dann Leinen- und Maulkorbpflicht.
  • Schleswig-Holstein

    Eine Rasseliste mit gefährlichen Hunden führt das Bundesland Schleswig-Holstein seit 2016 nicht mehr. 
  • Thüringen

    Thüringen verzichtet seit 2018 auf eine Rasseliste. Das bedeutet, dass Hunde nur individuell als gefährlich eingestuft werden, wenn sie den Wesenstest nicht bestehen. 
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Haltung
Wer in Deutschland einen Listenhund besitzt oder sich einen Kampfhund anschaffen möchte, muss besondere Voraussetzungen erfüllen. 
 

Es gibt keine bundes­weite Regelung. Welche Auflagen gelten, entscheiden die Bundes­länder und Kommunen selbst. Klären Sie daher am besten mit der zuständigen Gemeinde an Ihrem Wohnort ab, was Sie bei der Haltung eines Listen­hundes beachten müssen. 

Es können beispiels­weise folgende Nach­weise und Auflagen für die Haltung von Listen­hunden gelten:

  • Nachweis eines Wesens­tests
  • Polizeiliches Führungs­zeugnis des Hunde­halters
  • Nachweis eines Hundeführerscheins
  • Sachkundenachweis
  • Hunde­haft­pflicht­ver­si­che­rung
  • Höhere Besteuerung
  • Maul­korb- oder Leinen­pflicht im öffentlichen Raum
  • Kastrations- oder Sterilisations­pflicht

Für Halter von (American) Stafford­shire Terriern, (American) Pitbulls und Bull­terriern gelten in Deutsch­land besonders strenge Regeln. Diese Hunde­rassen und Mischlinge aus diesen Rassen dürfen seit 2001 nicht mehr nach Deutschland eingeführt werden. Auch die Zucht ist eingeschränkt.

Ausnahmen sind nur möglich, wenn der Hund als "Gebrauchs­hund", etwa für berufliche Zwecke, genutzt wird. Hier sind die Papiere des Hundes, Ab­stam­mungs­nach­weis und ein Wesens­test nötig, um die Erlaubnis der Behörden für die Einfuhr des Hundes zu bekommen. 

Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe oder einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. 

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Absicherung
Ja. In immer mehr Bundes­ländern ist zudem generell eine Hunde­haft­pflicht­ver­si­che­rung für Hunde­halter vorgeschrieben. Dabei ist egal, ob es sich um einen Listen­hund handelt oder nicht. 

In Berlin, Hamburg, Nieder­sachen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ist eine Hunde­haft­pflicht für alle Hunde­besitzer verpflichtend.

In Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen ist der Haft­pflicht­schutz nur für Besitzer eines Listen­hundes vorgeschrieben. 

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundes­land, in dem eine Hunde­halter­haft­pflicht für Listen­hunde nicht gesetzlich vorgegeben ist.

Für den Gesetz­geber spielt es keine Rolle, ob Ihr Hund wirklich "gefährlich" ist. Für die Einordnung ist nur die Rasse­liste entscheidend. Halten Sie beispielsweise einen Dobermann, der in Ihrem Bundes­land als gefährlich eingestuft ist, müssen Sie für ihn eine Hunde­haft­pflicht abschließen. Meist ist der Ver­si­che­rungs­schutz ab einem Alter von drei bis sechs Monaten vorgeschrieben.

Auch wenn eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung in Deutsch­land nicht in allen Bundesländern vorgeschrieben ist: Der Schutz ist für alle Hunde­halter sinnvoll. Denn: Als Hundehalter haften Sie für alle Schäden, die Ihr Vierbeiner herbeiführt.

Rennt Ihr Hund auf die Straße und verursacht einen Autounfall, haften Sie dafür. Das heißt: Sie zahlen für alle entstandenen Schäden, wenn Ihr Hund einen Unfall verursacht. Je nach Schwere des Unfalls können schnell viele tausend Euro an Kosten auf Sie zukommen. Eine Hunde­haft­pflicht übernimmt den Schadens­ersatz für Sie. Ergänzend können Sie eine Hundekrankenversicherung abschließen. Damit sind Sie finanziell abgesichert, wenn Ihr Hund sich zum Beispiel bei einem Unfall verletzt und eine teure Operation braucht.

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Häufige Fragen
  • Ab welchen Alter müssen Hunde zum Wesenstest?

    Hunde müssen frühestens ab dem 15. Monat zum Wesenstest. Fordert die Veterinärbehörde den Nachweis, ist er schon ab dem zwölften Monat möglich. 

    Bei einem Wesens­test untersucht ein Experte Verhalten und Charakter des Hundes in verschiedenen Situationen. Mit dem Test soll ein mögliches Gefahrenpotenzial des Vierbeiners erkannt werden. Bei einem erfolgreichen Test bekommt der Hundehalter ein Negativ­gutachten (Un­be­denk­lich­keits­gut­achten). Der Test ist von Bundes­land zu Bundes­land unterschiedlich. Daher sind die Gutachten oft nur in dem Bundes­land gültig, in dem Sie die Wesens­prüfung durchführen lassen.

  • Darf ich mit meinem Hund in ein Bundesland reisen, in dem er als Listenhund geführt ist?

    Ja, es gibt innerhalb Deutschland kein Reise­verbot für Listen­hunde. Sie sind aber verpflichtet, sich an die örtlichen Gesetze zu halten. Dazu zählen Leinen- und Maulkorbpflicht. Nehmen Sie sicher­heits­halber das Negativ­gut­achten des Wesens­tests mit, damit Sie das Dokument auf Verlangen vorzeigen können.
  • Wie teuer darf die Hundesteuer für einen Kampfhund sein?

    Jede Gemeinde entscheidet selbst, wie hoch die Hunde­steuer ist. Daher gibt es Deutschland­weit große Unterschiede. Für Kampf­hunde kann die Steuer in Großstädten bis zu 900 Euro pro Jahr betragen. Auf dem Land sind die Gebühren meist deutlich niedriger.
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