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Tierarztkosten: Katze auf Behandlungstisch bei Veterinär
Damit müssen Tierbesitzer rechnen

Tierarztkosten für Katzen

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Es gibt für Tierarztkosten keine pauschalen Preise – die Gebühren­ordnung „GOT“ legt aber genau fest, wie viel der Veterinär für welchen Teil der Leistung abrechnen kann.
  • Die Kosten variieren je nach Schwierigkeit, Zeit­aufwand, Wert der Katze und anderen Faktoren. Manche regelmäßigen Tier­arzt­besuche sind notwendig, andere hingegen wie für die Wurmkur können Sie sich sparen, wenn Sie selbst Hand anlegen.
  •  Eine gute Katzen­kranken­ver­si­che­rung übernimmt Vorsorge­unter­suchungen, Impfungen und Kosten bei Operationen. Damit schützen Sie sich als Katzen­besitzer vor unerwarteten Tierarztkosten.
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Gut zu wissen: Tierarztkosten
Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) entscheidet über die Be­handlungs­kosten beim Tier­arzt­besuch. An ihr orientiert sich der Arzt, wenn er seine Rechnung stellt. Diese bundes­einheitliche Rechts­verordnung gibt dem Veterinär beispielsweise vor, wie viel er für eine schwierige Abszess­spaltung (z. B. nach einer Biss­verletzung) verlangen darf. Dafür rechnet der Tier­arzt dann mindestens 19,24 Euro ab. Wenn die Behandlung besonders lang dauert, kann der Tierarzt zusätzlich Geld verlangen – für 15 Minuten sind das momentan 16,00 Euro
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Gebührensätze im Überblick
Die GOT gibt dem behandelnden Tierarzt keine pauschalen Preise vor – sondern die Gebühr für die einzelnen Schritte der Behandlung. Diese kann er mit dem Ein- bis Dreifachen des jeweiligen Gebühren­satzes berechnen – abhängig von Schwierig­keit, Zeit­aufwand, Wert des Tieres und örtlichen Verhältnissen des ArztesWichtig zu wissen: Auf die Summe werden dann noch 19% Mehr­wert­steuer aufgeschlagen.

„Die GOT kann keine Endpreise enthalten, da die unter­schied­lichen einzelnen Positionen wie die Untersuchung, das Legen des Katheters, Blut­entnahme, Infusion oder verbrauchte Arzneimittel variieren“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Ehren­präsident der Bundes­tier­ärzte­kammer, wie sich eine Tier­arzt­rechnung zusammensetzt.

Bei einem Eingriff wie einer Magen­operation sind bei einer Katze zum Beispiel je nach Berechnungs­satz 224,47 Euro, 448,94 Euro oder 673,41 Euro fällig. Dazu kämen aber noch weitere Kosten, wie die allgemeine Untersuchung der Katze, die Injektions­narkose oder Medikamente und Verbrauchs­materialien.

Tierärzte bestimmen die Gebühr individuell

Über unterschiedliche Preise dürfen sich die Katzen­halter nicht wundern. Bei einer jüngeren Katze wird eine Zahnbehandlung unter Narkose kosten­günstiger sein als bei einem alten Tier. Denn es hat ein höheres Narkose­risiko und braucht eine intensivere Betreuung. Auch deswegen erlaubt die GOT dem Tierarzt, den Gebühren­satz bis zum Dreifachen zu erhöhen. 

Das gilt übrigens auch bei Katzendie sich aus Angst vor dem Tierarzt aggressiv zeigen. Der Tierärzte darf für die erschwerte Bedingungen einen Aufschlag erheben. Daher lohnt es sich Kitten bereits früh an den Veterinärs­besuch zu gewöhnen. Hat Ihre Katze Angst, können Sie die Untersuchungs­situation regelmäßig zuhause nachzustellen oder Ihren Stubentiger, nach Absprache mit dem Tierarzt, vor dem Besuch mit Ihre Katze mit Bachblüten oder homöo­pathischen Mitteln beruhigen.

Die Bundes­tier­ärzte­kammer empfiehlt, vor der Untersuchung mit dem Veterinär über die vor­aus­sicht­lichen Kosten zu besprechen. Allerdings sollten Sie dabei immer beachten, dass Ihre Katze ein Lebewesen ist: Der Tierarzt wird Ihnen in der Regel keinen genauen Kosten­vor­anschlag geben können, wie es vielleicht ein Installateur bei einer Heizungs­reparatur macht. 

Wischen um mehr anzuzeigen

Tierärztliche Leistung 1-fache Gebühr
Beratung mit Untersuchung 8,98 €
Schutzimpfungen 4,49 €
Gynäkologische Untersuchung und Behandlung 16,03 €
Trächtigkeitsuntersuchung
12,84 €
Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall 38,48 €
Kaiserschnitt  121,87 €
Sterilisation Katze 57,72 €
Kastration Kater 19,24 €
Manuelle Entfernung von Zahnstein 12,84 €
Tätowieren / Implantation eines Mikrochips 6,41 €
Ablesen eines Mikrochips 3,21 €
Euthanasie durch Injektion (Tötung / Einschläfern) 19,24 €
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Kostenbeispiel
Ein Veterinär kann entscheiden, ob der die Gebühren der GOT einfach, doppelt oder dreifach abrechnet. Das Rechen­beispiel zeigt, wie unterschiedlich zwei Erkrankungen kosten können und wie hoch die jeweilige Behandlung inklusive Mehr­wert­steuer ist.
Infografik Tierarztkosten Katze: Abrechnung nach GOT
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Häufige Behandlungen
Die ungefähren Ausgaben für Impfungen oder Vorsorge­unter­suchungen – oder, um Stubentiger kastrieren zu lassen, können Tier­besitzer einplanen, indem Sie diese einer Kostentabelle der GOT-Leistungen entnehmen. Allerdings können auch ungeplante Kosten bei einer langjährigen Krank­heit oder einem Unfall entstehen, deren Behandlungskosten sich im Vorfeld kaum einschätzen lassen.  

„Unsere Ständige Impf­kommission Vet. (StIKo Vet.) empfiehlt, dass Katzen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft werden sollen“, sagt Astrid Behr vom Bundes­verband Praktizierender Tierärzte, „außerdem sollten Freigänger zusätzlich einen Toll­wut­schutz haben.“ Ist Ihr Tier eine reine Wohnungs­katze, können Sie hingegen auf die Toll­wut­impfung verzichten und so Kosten sparen.

Nach der Grund­immun­isierung der jungen Katze müssen Sie die notwendigen Katzen-Impfungen jährlich auffrischen lassen. Die Kosten für die Grund­immun­isierung liegen bei 120 bis 160 Euro, dazu kommen jährlichen Impf­kosten von circa 30 bis 40 Euro

Eine Kastration und die verbundenen Kosten sollte sich kein Tierhalter sparen. Sie wird sowohl bei der Katze als auch beim Kater empfohlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Tier Freigang hat oder nur in der Wohnung lebt. „Nicht kastrierte Kater markieren ihr Revier, nicht kastrierte Katzen werden rollig. Beide Zustände will man nicht in den eigenen vier Wänden erleben“, beschreibt Tierärztin Behr das Verhalten von Tieren, die nicht kastriert wurden. Auf den Gestank des Urins eines Katers oder auf das ständige Gejaule einer Katze verzichten die meisten von uns doch gerne. Die Kosten Kater zu kastrieren liegen zwischen 19,24 und 57,72 Euro, die Kosten weibliche Katzen zu sterilisieren zwischen 57,72 und 173,16 Euro

Falls Sie Ihr Tier nicht kastrieren wollen, sollten Sie auf jeden Fall sehr diszipliniert sein, was ihren Ausgang in der Paarungs­zeit angeht: Wenn die Katze nicht trächtig werden soll, darf sie auf gar keinen Fall unkastriert Freigang erhalten. Das Gleiche gilt für Kater, „denn die haben unkastriert ein hohes Unfallrisiko und sind ständig in Katze­nkämpfe verwickelt“, sagt Astrid Behr und fügt noch hinzu: „Außerdem sollte sich jeder Halter Gedanken um die unkontrollierte Vermehrung machen.“

Dass eine Wurmkur regelmäßige Pflicht­termine beim Tierarzt einbringt, wissen die meisten Halter. Auch hier ist ein Tier mit Auslauf kosten­intensiver als die Wohnungs­katze. Während der Haustiger nur ein- bis zweimal im Jahr eine Wurmkur erhalten muss, ist sie beim Freigänger jeden Monat fällig. Allerdings muss man dafür nicht mehr die Katze zum Tierarzt bringen: Per „Spot-on“ befreien Sie Ihr Tier problemlos selbst von den inneren Parasiten. Dazu tropfen Sie Ihrer Katze lediglich ein paar Tropfen der flüssigen Lösung auf den Nacken. Die Kosten für eine Anwendung liegen zwischen 3 und 5 Euro

Vorsorge­unter­suchungen kann Er­krank­ungen vorbeugen

Wie bei uns Menschen sind auch bei Katzen regelmäßige Gesundheitschecks sinnvoll. Junge Tiere sollten bis zum Alter von acht Jahren zweimal jährlich zur Vorsorge, danach reicht es einmal im Jahr. Dabei werden auch die Zähne kontrolliert. Denn – noch eine Parallele zu uns Menschen – kämpfen auch Katzen mit Zahnsteinbildung und Entzündungen des Zahnfleischs.

Eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt kann hier meist schwerere Krankheitsverläufe (und damit schlussendlich höhere Tierarztkosten) vorbeugen. Denn auch hier gilt wieder „Katzen zeigen keine Schmerzen“ – Katzenkrankheiten werden deswegen oft erst sehr spät entdeckt. Ein regelmäßiger Untersuchung ohne Behandlung startet preislich bei circa 10 Euro

Der Deutsche Tier­schutz­bund empfiehlt bei der Kastration gleich einen weiteren vornehmen zu lassen: das Kenn­zeichnen der Katze durch Tätowierung oder MikrochipDieser Sender ist kaum größer als ein Reiskorn. Der Tierarzt injiziert ihn unter die Haut. Mit dieser unverwechselbaren Kenn­zeichn­ung kann das Tier nach dem Entlaufen zum Besitzer zurück­vermittelt werden. Die Kosten die Katze zu chippen oder zu tätowieren liegen zwischen 6,41 und 19,23 Euro. Anschließend muss es zudem noch im Deutschen Haus­tier­register angemeldet werden. Dieser Service des Deutschen Tier­schutz­bundes ist kostenlos.
Neben den planbaren Tierarztkosten können auch Kosten für Notfall­behandl­ungen auf Sie zukommen, wie für das Versorgen einer Bisswunde, Röntgen oder Behandeln eines gebrochenen Beins. Bei manchen Krankheiten kann auch eine Operation oder ein Klinik­aufenthalt über Nacht mit Infusionen notwendig sein. Für Tierbesitzer empfiehlt sich in jedem Fall eine Katzen­kranken­versicherung. Sie schützt Sie vor finanziellen Risiken, denn die Kosten Operationen und Aufenthalte in der Tierklinik sind schnell im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich
So belastend es ist, wenn Ihre Katze aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit gar eingeschläfert werden muss: Auch mit Kosten eine Katze einschläfern und entsorgen zu lassen, müssen Tierbesitzer leider rechnen. Das medikamentöse Einschläfern liegt zwischen 19,24 und 57,72 Euro, hinzukommt die Überführung in die Tier­beseitigungs­anlage liegen mit etwa 20 Euro
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Gut zu wissen: Arztrechnung
Ja, zahlen Sie nach der Behandlung die Rechnung nicht , darf ein Tierarzt Ihre Katze solange einbehalten, bis Sie die ausstehenden Schulden beglichen haben. Klären Sie daher vor jeder Behandlung die ungefähren Kosten und wie Sie diese bezahlen möchten. Haben Sie keine Versicherung für die Tier­arzt­kosten Ihrer Katze abgeschlossen und Sie sind gerade etwas knapp bei Kasse, sprechen Sie dies aktiv im Vorfeld an. Viele Tier­ärzte bieten bei hohen Rechnungen eine Raten­zahlung an. 
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