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FORL bei der Katze

Symptome, Behandlung & Kosten
FORL Katze: Person hält Katze mit zwei Fingern am Kopf fest, um Zähne zu untersuchen

Ab einem Alter von fünf Jahren ist jedes zweite Tier von dieser Autoimmunerkrankung betroffen. FORL beginnt im nicht sichtbaren Bereich der Zahnwurzel und des Zahnhalses. Ein sicherer Nachweis kann nur mithilfe von Röntgen­bildern erbracht werden. Die Heilung dieser Zahnerkrankung ist bislang nicht möglich. Um die Katze von ihren Schmerzen zu befreien, müssen die befallenen Zähne gezogen werden. Die Kosten der Behandlung sind schnell bei ca. 1.400 bis 2.000 Euro.

FORL ist eine häufig auftretende, äußerst schmerzhafte und sehr ernstzunehmende Zahnerkrankung bei Katzen. FORL ist nicht heilbar. Die Krankheit verursacht starke Schmerzen und kann nicht gestoppt werden. Weder klassische Medizin noch Homöopathie können helfen.

Die Symptome von FORL sind für selbst für eine fachkundige Person nur schwer und erst im Endstadium der Krankheit auszumachen. Denn im Gegensatz zu Karies, die früher oder später durch die angegriffene Zahnsubstanz deutlich erkennbar ist, beginnt FORL im Verborgenen.

Was bedeutet FORL?

Der Name FORL (oder RL= Resorptivläsionen) ist eine Abkürzung und setzt sich aus folgenden Worten zusammen:

  • Feline (Familie der Katzen)
  • Odontoklastische (Zellen, die die Zahnsubstanz angreifen)
  • Resorptive (lateinisch "absaugen")
  • Läsion (Schädigung von Strukturen).

Die Krankheit wird oft irrtümlich als „Katzenkaries“ bezeichnet. Doch FORL hat nichts mit Karies zu tun. Bei Karies greifen Bakterien die Zahnhartsubstanz oder im schlimmsten Fall das Dentin (Zahnbein) an. FORL hingegen wird durch körpereigene Zellen verursacht.

Wie verläuft FORL bei Katzen?

Auslöser von FORL ist eine Fehlinformation des Körpers, die die Odontoklasten aktiviert. Odontoklasten sind spezielle Zellen, die wie kleine "Zahnfresser" wirken – ihre eigentliche Aufgabe ist es, die Milchzahnwurzeln abzubauen. Doch aus noch nicht geklärter Ursache treten sie bei vielen erwachsenen Katzen erneut auf. Das Problem: Aktiviert eine fehlgeleitete Immunantwort die Zellen erneut, beginnen sie mit dem Abbau der Substanz gesunder Zähne. Oft resultiert daraus die Zerstörung des gesamten Zahnhalteapparats.

Der Abbau-Prozess startet scheinbar wahllos durch die Entstehung von Löchern im Wurzelbereich und innen an den Zahnhälsen. Erst wenn die Zähne soweit abgebaut sind, dass auch die Zahnkrone mit betroffen ist, werden die irreparablen Schäden sichtbar.

Bei spät diagnostizierter FORL ist zu befürchten, dass in unterschiedlicher Ausprägung bereits sämtliche Zähne der Katze und der Kieferknochen betroffen sind. Im schlimmsten Fall müssen Tierärztinnen und Tierärzte bei FORL einer Katze alle Zähne ziehen. 

Eine FORL-Behandlung ist für Katzen schmerzhaft und für Halter:innen eine finanzielle Belastung. 

Als verlässlicher Partner an Ihrer Seite sorgt die Allianz dafür, dass Sie sich voll und ganz auf die Genesung Ihrer Katze konzentrieren können – ohne finanzielle Sorgen.

Im OP-Schutz oder Vollschutz ab Tarifstufe Smart sind Zahnbehandlungen und chirurgische Eingriffe in der Maulhöhle enthalten – inklusive Kieferorthopädie, Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung unter Narkose. Dazu zählen Zahnextraktion, Zahnfüllung, Wurzelbehandlung, Behandlung oraler Tumore und die Spaltung eines Abszesses.

  • Smart: bis zu 1.000 Euro pro Versicherungsjahr
  • Komfort: bis zu 2.500 Euro pro Versicherungsjahr
  • Premium: bis zu 5.000 Euro pro Versicherungsjahr

Für Katzenhalter:innen ist FORL im Anfangsstadium kaum zu erkennen. Die Katze verspürt zwar bereits Zahnschmerzen, kann dies aber nicht zeigen. Katzen verbergen Krankheiten instinktiv, um nicht angreifbar zu wirken.

Wir verstehen, wie besorgt Sie sein müssen, wenn Ihre Katze Anzeichen von Schmerzen zeigt.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass irgendwann Symptome auftreten, die aufgrund der Häufigkeit der Krankheit stets mit FORL in Verbindung gebracht werden sollten:

  • Umschleichen des Napfes
  • Fressunlust oder hastiges Fressen
  • Vermehrtes Speicheln (die Katze sabbert auffällig) und Mundgeruch
  • Fallenlassen von Nahrung, einseitiges Kauen
  • Schmatzen, Zähneknirschen, Chattering (Kieferklappern beim Fressen oder bei Zahnberührung)
  • Kopfschiefhaltung oder Kopfschütteln beim Fressen
  • Plötzliches Wegspringen vom Futternapf
  • Hochwachsendes oder entzündetes Zahnfleisch, freiliegende Zahnhälse
  • Ghost Teeth (Zahnfleischwucherungen, die die Löcher im Zahn füllen)
  • Knurren, Fauchen, Aufschreien

Es gibt drei Formen von FORL bei Katzen:

Typ 1

Entzündliche Veränderungen beherrschen das Bild, die meist mit Zahnbelag, Zahnstein oder Zahnentzündungen wie Parodontitis einhergehen. Die Zahnwurzeln werden aufgelöst und in diese "Löcher" wächst entzündliches Gewebe ein. Der Zahn wird in seiner Struktur geschwächt und kann abbrechen.

Typ 2

Die gesamte Zahnsubstanz wird umgebaut, beginnend an der Zahnwurzel. Dies schwächt den lebenden Zahn, sodass er im Verlauf mit dem umgebenden Kieferknochen verwachsen kann.

Typ 3

Bei dieser Krankheitsform treten Typ 1 und 2 gemeinsam auf.

FORL lässt sich nicht gezielt vorbeugen, da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Regelmäßige Zahnkontrollen bei Tierärztinnen und Tierärzte sind jedoch entscheidend, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Folgende Maßnahmen unterstützen die Zahngesundheit:

  • Beobachten Sie das Verhalten Ihrer Katze gut; das Auftreten bestimmter Symptome kann eine frühe Diagnose gewährleisten.
  • Regelmäßige und gute Maulhygiene ist sinnvoll.
  • Achten Sie bei der Fütterung auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Dieses sollte ungefähr bei eins zu eins liegen, um die Zahn- und Knochensubstanz nicht zu schwächen.

Rund 80 % der Schäden liegen unter dem Zahnfleisch, daher genügt eine äußerliche Begutachtung der Zähne und Mundhöhle nicht, um FORL bei Katzen zu erkennen oder auszuschließen. Auch eine professionelle Zahnreinigung eignet sich nur zur Diagnostik, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Ohne Röntgen ist sie bei FORL-Verdacht fachlich unzureichend. Hinweise auf FORL können hochwachsendes Zahnfleisch, eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis), defekte Zähne oder offenliegende Zahnhälse sein.

Ein sicherer und umfassender Nachweis der Erkrankung ist ausschließlich mithilfe eines intraoralen Dentalröntgens möglich. Bei einem Standard-Röntgen überlagern sich die Kieferäste und machen die Diagnose fast unmöglich. Um Aufnahmen des Kieferknochens und des Zahnhalteapparats anzufertigen, muss die Katze in Narkose versetzt werden. Dann kann, sofern in einer Tierarztpraxis die technischen Voraussetzungen gegeben sind, das Gebiss vollständig geröntgt werden.

Zur detaillierten Darstellung des kompletten Gebisses werden in der Regel mindestens sechs Einzelaufnahmen angefertigt. Sobald FORL bei einem oder mehreren Zähnen diagnostiziert wurde, sollte der Status des gesamten Gebisses vollständig abgeklärt werden.

Egal ob Sie sich für die Katzen-OP-Versicherung oder die Katzenversicherung entscheiden, Operationen unter Voll- und Teilnarkose, Lokalanästhesie oder Sedierung sind in allen unseren Tarifen ab der Stufe Smart enthalten – inklusive Röntgenaufnahmen zur Diagnose. Medikamente und Arzneimittel zur Nachbehandlung, beispielsweise bei einer Zahnextraktion – sind im OP-Schutz bis zu 5.000 Euro pro Versicherungsjahr abgedeckt.

Die Katzenversicherung der Allianz deckt mit dem Vollschutz zusätzlich Heilbehandlungen beziehungsweise Behandlungen ohne Operation – zum Beispiel eine Zahnfleischentzündung – je nach Tarif bis zu 6.000 Euro je Versicherungsjahr ab.

Erstattet wird der zwei- bis vierfache (im Notfall) Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), im Notfall inklusive Notdienstgebühr.

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  • Ihre Katze liegt uns am Herzen – deshalb unterstützen wir Sie bei der bestmöglichen Versorgung.

Die einzige wirksame Therapie bei FORL ist, die Zähne vollständig zu entfernen (extrahieren). Um die betroffenen Zähne eindeutig zu identifizieren, sind Röntgenaufnahmen notwendig.

Nach dem Befund und vor dem Ziehen der befallenen Zähne führt die Tierärztin oder der Tierarzt üblicherweise eine Zahnreinigung durch. Die anschließende Zahn-OP kann sich als sehr zeitintensiv erweisen. Oft reicht es nicht, im Falle von FORL einer Katze alle Zähne zu ziehen, denn FORL führt häufig dazu, dass die Zahnwurzeln verwachsen sind und ebenfalls entfernt werden müssen. Zum Schluss werden die offenen Wunden vernäht. In den darauffolgenden Tagen ist eine Schmerztherapie durchzuführen.

Eine FORL-Behandlung kostet im Schnitt zwischen 1.400 und 2.000 Euro. Die genaue Summe hängt davon ab, wie viele Zähne entfernt werden müssen und wie aufwendig die Extraktion ist. Grundlage der Berechnung ist die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

Sowohl für die prophylaktische Vorsorgeuntersuchung als auch für die Befundaufnahme bei festgestellter FORL werden mehrere Röntgenbilder angefertigt. Hinzu kommen Kosten für Narkose und Zahnreinigung, die im Zuge dessen ebenfalls erforderlich sind. Anschließend folgt die Extraktion.

Die einzelnen Leistungen im Überblick (GOT-Richtwerte):

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          Leistung                   
Behand­lungs­kosten
(1-facher GOT-Satz)
Behand­lungs­kosten
(2-facher GOT-Satz)
Behand­lungs­kosten
(3-facher GOT-Satz)
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 € 47,24 € 70,86 €
Eingehende klinische Untersuchung einzelner Organe 17,25 € 34,50 € 51,75 €
Blutprobenentnahme 10,26 € 20,52 € 30,78 €
Injektionsnarkose intravenös 24,19 € 48,38 € 72,57 €
Inhalationsnarkose 61,57 €  123,14 € 184,71 €
Röntgen-Durchleuchtung (zzgl. Röntgenbilder) 36,57 € 73,14 € 109,71 €
Einfache Zahnextraktion (pro Zahn) 10,26 € 20,52 € 30,78 €
Komplizierte Zahnextraktion (pro Zahn) 41,04 € 82,08 €  123,12 €
Wundverschluss, einfach 20,54 € 41,08 € 61,62 €
Folgeuntersuchung 19,74 € 39,48 € 59,22 €
Medikamente und Schmerztherapie 40 bis 80 € 40 bis 80 € 40 bis 80 €

Je nachdem, wie viele Zähne betroffen sind und ob es sich um einfache oder komplizierte Extraktionen handelt, belaufen sich die Gesamtkosten einer Zahnsanierung auf ca. 1.400 bis 2.000 Euro. Bei beispielsweise 25 betroffenen Zähnen – einer Mischung aus einfachen und komplizierten Fällen – liegt die Rechnung schnell bei rund 1.800 Euro.

Solche unerwarteten Kosten zeigen, wie wichtig eine rechtzeitige Absicherung ist, um im Ernstfall finanziell geschützt zu sein. Das gilt besonders, weil FORL häufig ein "Wiederholungstäter" ist: Die Krankheit schreitet fort, und innerhalb weniger Jahre müssen oft weitere Zähne gezogen werden. Eine OP-Versicherung für Katzen fängt diese wiederkehrenden Kosten auf.

Sollte bei Ihrer Katze Zahnstein erkannt worden sein, ist meist eine Zahnreinigung notwendig. Häufig wird empfohlen, im Zuge der Narkose gleich auch einen Röntgenbefund anzufertigen. Sinnvoll ist dies spätestens ab einem Alter von fünf Jahren, selbst wenn äußerlich keine FORL erkennbar ist.

Das rechtzeitige Ziehen betroffener Zähne lindert nicht nur Schmerzen, sondern kann auch Folgeerkrankungen wie Gastritis, Darmentzündungen oder psychische Veränderungen verhindern.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Lebenserwartung?

Katzen mit FORL haben bei rechtzeitiger Behandlung eine normale Lebenserwartung. Werden die betroffenen Zähne entfernt, kann die Katze schmerzfrei weiterleben. Unbehandelt führen starke Schmerzen jedoch zu Fressunlust, Gewichtsverlust und sinkender Lebensqualität.

Sind bestimmte Katzen besonders betroffen?

FORL kann jede Katzenrasse betreffen. Am häufigsten erkranken Tiere mittleren Alters, also von ca. drei bis sechs Jahren. Perser- und Siamkatzen scheinen besonders anfällig zu sein.

Ist FORL ansteckend?

Nein. Wer mehrere Katzen hält oder einen Freigänger hat, die öfters auf Artgenossen treffen, muss sich bezüglich einer Ansteckung keine Sorgen machen.

Muss eine Katze mit FORL eingeschläfert werden?

Nein. Bei manchen Katzen müssen lediglich ein paar Zähne gezogen werden. Wird die Krankheit jedoch nicht rechtzeitig erkannt und bleibt FORL bei Katzen unbehandelt, kann ein Großteil der Zähne bereits geschädigt sein. Mitunter müssen beinahe sämtliche Zähne entfernt werden. Diese radikale Maßnahme ist durchaus im Sinne der Katze, denn jeder verbleibende Zahn mit FORL bereitet Schmerzen. Für die Katze ist es das Beste und führt normalerweise zu keiner größeren Beeinträchtigung. Sie benötigt ihre Zähne nicht zum Kauen, wie dies bei einem Pflanzenfresser der Fall ist.

In erster Linie braucht das Tier sein Gebiss zum Reißen von Fleisch und das ist weder bei Nass- noch bei Trockenfutter der Fall. Selbst rohes Fleisch (Barfen) kann weiterhin gefüttert werden, wenn es ausreichend zerkleinert wurde. Die Futteraufnahme ist beinahe uneingeschränkt möglich. Auch nach dem umfangreichen Ziehen der Zähne ist es daher grundsätzlich nicht notwendig, über das Einschläfern der Katze nachzudenken.

Was ist die Ursache von FORL?

In der Tiermedizin wird bis heute gerätselt, was der Grund für die Entstehung dieser Zahnkrankheit ist. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit der Kastration. Genauso gut kann es sich um einen natürlichen Alterungsprozess handeln. Denn auch bei Katzen in der freien Natur tritt FORL gelegentlich auf.

Diskutiert wird außerdem, ob eine erhöhte Vitamin-D3-Zufuhr, eine Unterversorgung mit Kalzium oder ein falsches Kalzium-Phosphor-Verhältnis in der Katzennahrung als Auslöser infrage kommen. Damit verbunden könnte ein Kalziumentzug aus Zähnen und Knochen sein. Auch ein Zahnausfall bei Katzen ohne erkennbare Ursache kann auf FORL hindeuten.

Die Schwierigkeit bei der Ursachenforschung ist, dass es sich bei FORL um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der der Körper der Katze gegen sich selbst vorgeht. Derzeit gibt es in der Tiermedizin noch keine Behandlungsmethode, um FORL zu stoppen.

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