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Stubentiger stubenrein - so klappt es

Wie muss ich meine Katze erziehen?

Allianz - Katze sieht herausfordernd in die Kamera

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Katzen erziehen im Überblick

Auch wenn Katzen selbständiger sind als Hunde, müssen sie die richtige Erziehung erhalten. Da sie sich in Ihrer Wohnung frei bewegen und nicht in einem Käfig gehalten werden, müssen den Tieren gewisse Regeln für das Zusammenleben beigebracht werden. Ab wann und wie Sie Katzen erziehen sollten, erklären wir Ihnen hier.

› Muss ich meine Katze erziehen?

› Alternativen zur Angst- so funktioniert Katzenerziehung

› Do's & Dont's

› Ab welchem Alter muss ich meine Katze erziehen?

› Wie kann man Katzen am besten erziehen?

Wenig Zeit? Das Wichtigste in 30 Sekunden

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Auch wenn Katzen sehr unabhängige Tiere sind, kann man ihnen gewisse Verhaltens-regeln beibringen.
  • Am besten sollte man Katzen gleich von klein auf konsequent an bestimmte Spielre-geln gewöhnen.
  • Wenn Sie Katzen erziehen, brauchen Sie viel Geduld, erreichen aber meistens sehr gute Ergebnisse. Gewalt, Anschreien und Bestrafungen sind absolut tabu.

Muss ich meine Katzen erziehen?

Katzen sind zumeist sehr verschmuste und anhängliche Haustiere. Vergessen Sie aber bitte nicht, dass Sie ein kleines Raubtier vor sich haben, das gerne jagt. Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen unabhängiger, wählerischer, selbständiger und ab und an auch etwas frech, wenn sie um die Aufmerksamkeit ihres Herrchens buhlen. Eigenschaften wie diese machen auch den Unterschied in der Katzenerziehung aus. Diese muss sehr vorsichtig, mit viel Geduld aber auch mit Konsequenz erfolgen.

  • Freigängerkatzen: Wenn Sie eine Freigängerkatze haben, vergnügt sie sich wahrscheinlich am liebsten draußen und kommt nur zum Schlafen, Schmusen und Fressen nach Hause. Wollen Sie Ihre Katze an die Katzenklappe gewöhnen, verwenden Sie am besten chipgesteuerte Lösungen. „Diese Klappen öffnen sich nur für die eigene Katze, die das Signal automatisch über den implantierten Chip abgibt. Darüber können die Katzen auch identifiziert werden und machen ein Halsband, das für sie lebensgefährlich werden kann, überflüssig. Denn das Band könnte sich irgendwo verfangen und sie könnten sich selbst strangulieren“, weiß Christine Hauschild, Katzenverhaltensberaterin der mobilen Katzenschule „Happy Miez“.
  • Wohnungskatzen: Halten Sie eine reine Wohnungskatze, ist die richtige Erziehung noch etwas wichtiger. Denn kaufen Sie Ihrem Tier keine Spielzeuge oder Kratz- und Kletterbäume, vergreift sich die Katze sicher bald an Ihren Möbeln oder Ihnen. Sie macht das nicht aus Boshaftigkeit oder um Sie zu ärgern, sondern weil sie Beschäftigung sucht und das Kratzen zum natürlichen Verhalten von Katzen gehört.

Eine Bestrafung in Form von Gewalt oder Anschreien ist in jeder Weise falsch. Ihre Katze meidet Sie in Zukunft, wenn sie Angst vor Ihnen bekommt. Das könnte die Beziehung zwischen Ihnen und dem Tier langfristig negativ belasten. Auch Händeklatschen oder Verscheuchen im Befehlston erschreckt die Katze. Das speichert sich im Gehirn Ihres Tieres ab und hinterlässt bei ihm ein ungutes Gefühl. „Ein lautes ,Nein’ oder Händeklatschen funktioniert meist nur, weil es schlimmere Strafen ankündigt und ein Angstgefühl bei Katzen auslöst“, warnt Hauschild. Deshalb ist von dieser brachialen Methode abzuraten.

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Alternativen zur Angst - so funktioniert Katzenerziehung

  • Ablenkung & Alternativen
  • Der richtige Schlafplatz
  • Esstisch & Betteln
  • Positives Bestärken
Ablenkung & Alternativen
Allianz - Katze sitzt vor Lerntafel

Eine Bestrafung sollte absolut keine Erziehungsmethode darstellen. Besser ist es, die Katze zu sich zu rufen oder mit etwas abzulenken, wenn sie etwas falsch gemacht hat. Die Verhaltensberaterin rät: „Schaffen Sie für Ihren Tiger Alternativen: Die Kratzmöglichkeiten sollten in der Nähe der gefährdeten Stellen und nicht völlig abseits hinter der Tür stehen.

Kratzbäume vor dem Fenster bieten einen spannenden Ausblick. Kratzbretter aus Wellpappe oder Kork sind bei Katzen sehr beliebt, da das Ergebnis des Kratzens – die Kratzmarkierungen – sichtbar sind. Die Spuren sind Teil des Vergnügens. Bei härteren Materialien braucht die Katze sehr lange, bis Spuren zu sehen sind.“

Der richtige Schlafplatz

Alternativen schaffen ist auch in Bezug auf den Schlafplatz die goldene Regel. Will Ihre Katze am liebsten bei Ihnen im Bett schlafen, aber Sie möchten das nicht, müssen Sie ihr eine gleichwertige Möglichkeit bieten. „Katzen mögen die Körperwärme der Menschen, deshalb suchen sie uns auch nachts zum Schlafen auf. Schaffen Sie ihr einen Schlafplatz in der Nähe der Heizung oder des Bettes als Körperwärmeersatz.

Wie der Schlafplatz gestaltet ist, hängt von der Katze ab. Ob höhlenartig oder offen, ob weicher oder harter Untergrund muss einfach ausprobiert werden.“ Vorsicht vor Heizdecken oder Wärmflaschen. Ersteres kann durchbrennen oder zu heiß werden und das Gluckern in den Wärmflaschen macht Katzen oft Angst.

Esstisch & Betteln

Wichtig ist bei der Katzenhaltung auch das Zusammenleben und das „Revier“ abzustecken. Dazu zählt zum Beispiel, dass Sie am Tisch essen und Ihre Katze an dem Platz, an dem ihr Fressnapf steht. Riechen Katzen Futter, gehen sie diesem Geruch oft nach und landen nicht selten auf dem Esstisch und betteln um einen Happen. Also geben Sie am besten erst Ihrem Tiger etwas zu fressen und essen dann selbst. Ihre Katze ist dann schon satt.

Eine zweite Möglichkeit zur Abgewöhnung erklärt Hauschild: „Wenn Ihre Katze tatsächlich immer wieder auf den Esstisch springt, schaffen Sie ihr einen Platz in der Nähe des Esstischs. Bringen Sie sie dazu, sich dorthin zu setzen. Wenn sie sitzen bleibt und nicht bettelt, dann belohnen Sie sie mit einem Leckerli.“ In der Regel sollte Katzennahrung in drei bis fünf Mahlzeiten am Tag aufgeteilt werden.

Positives Bestärken

Wenn Sie Katzen erziehen, ist der Belohn-Ansatz also die erste Wahl. Angst oder Zwang schreckt Ihr Tier ab und macht es noch unnahbarer. Für eine Prämie oder Belohnung sind Katzen in jedem Alter und von jeder Rasse empfänglich. Benutzt die Katze also statt Ihrer Möbel den Kratzbaum, geben Sie ihr ein Leckerli.

Oder noch besser: Belohnen Sie Ihre Katze damit, dass Sie mit ihr spielen oder ihr Aufmerksamkeit schenken. Das signalisiert ihr, dass ihr Verhalten richtig ist und sie dafür belohnt wird. Die Methode wird „positives Bestärken“ genannt und funktioniert sowohl bei Hunden als auch bei Katzen sehr gut.

Do's & Dont's

Vier Do’s...

  • Positives Bestärken: Bestrafen Sie Ihre Katze, wird sie ängstlich und zieht sich zurück. Erhält sie hingegen jedes Mal, wenn sie etwas richtigmacht, eine kleine Belohnung, wird sie sich das merken. So können Sie nicht nur die Beziehung zu Ihrem Tier stärken, sondern auch seine richtigen Verhaltensweisen positiv honorieren.
  • Versuchungen entfernen/Alternativen schaffen: Entfernen Sie potenzielle Klet-termöglichkeiten wie teure Skulpturen, Vasen oder Technik-Gadgets die auf Regalen stehen und umgeworfen werden können. Kleben Sie beliebte Kratzstellen ab und besorgen Sie ihrer Katze ausreichend Kratz- und Spielersatz.
  • Geduld: Werden Sie Ihrem Tier gegenüber nicht ausfallend. Es braucht Zeit, bis eine Katze verstanden hat, wie sie sich zu verhalten hat und was tabu ist.
  • Konsequenz: Wenn Sie Ihrer Katze Grenzen setzen wollen, tun Sie das von An-fang an. Hier ist es genauso wie mit Kleinkindern: Wenn Sie ihr immer wieder Ausnahmen genehmigen, lernt sie es nicht.
Allianz - Babykatzen Kitten lernen spielerisch

Und vier Dont’s:

    1. Züchtigung: Keinem Lebewesen sollte Gewalt in irgendeiner Form angetan werden.
    2. Laut werden: Katzen haben wie Hunde ein sehr viel feineres Gehör als wir Menschen. Schreien Sie Ihr Tier also nicht an oder klatschen Sie nicht laut in die Hände. Es tut ihm tatsächlich körperlich weh.
    3. Ungeduld: Eine Erziehung fordert bei Tieren wie auch bei Kleinkindern Geduld. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und geben Sie Ihrer Katze eine Chance, es das nächste Mal besser zu machen.
    4. Zwang: Versuchen Sie zum Beispiel nicht, Ihre Katze – etwa auf dem Weg zum Tierarzt – in einen Transportbehälter zu zerren, wenn sie sich wehrt. Überlisten Sie sie lieber mit einem Leckerli in der Box. Dafür hat Hauschild einen Tipp: „Es lohnt sich wirklich, in eine katzenfreundliche Tierarztpraxis zu gehen, in der die Tiere nett behandelt werden. So wird den Katzen die Angst vor dem Arztbesuch genommen.“

Ab welchem Alter muss ich meine Katzen erziehen?

Allianz - Drei Babykatzen liegen im Bett

Der Erziehungserfolg hängt auch vom Alter ab, in dem ein junges Kätzchen bei Ihnen zu Hause einzieht. „Es ist günstig, wenn Kitten bis zur zwölften Lebenswoche bei ihren Geschwistern und ihrer Mama bleiben“, sagt die Katzenexpertin. „So lernen die Tiere ganz viel über Sozialverhalten und Frustrationstoleranz, vor allem durch Entwöhnung.“ Junge Kätzchen beginnen mit etwa vier Wochen feste Nahrung zu sich zu nehmen und die Katzentoilette zu nutzen. Dabei hilft ihnen ihre Katzenmama. Die Kitten sehen ihrer Mutter zu und ahmen ihr Verhalten nach. Im Katzenklo ist das zum Beispiel das Scharren im Streu. Nehmen Sie also ein Katzenbaby auf, ist es meistens bereits stubenrein und benutzt die Katzentoilette automatisch.

Nehmen Sie allerdings ein mutterloses Kätzchen auf, müssen Sie in den ersten Lebenswochen die Mutterrolle übernehmen und das Katzenverhalten nachahmen. Zu Beginn gilt es, das Kitten sauber zu halten, also mit einem feuchtwarmen Tuch oder Waschlappen putzen. Nach etwa vier Wochen tragen Sie Ihr Kätzchen immer nach dem Fressen, Schlafen oder Spielen zum Katzenklo und scharren mit den Fingern im Streu, um ihm den Toilettengang zu signalisieren. Ein Tipp dazu von der Verhaltensberaterin: „Wenn Sie mehrere Katzentoiletten in der Wohnung aufstellen, lernen kleine Katzen viel schneller und leichter, diese zu benutzen. Weil Kitten immer viel spielen, haben sie oft einfach keine Zeit aufs Klo zu gehen. Bei vielen Toiletten ist somit immer eine Möglichkeit in der Nähe.“

Springt das Kitten auf einen Tisch oder läuft in einen Raum, der tabu ist, bestrafen Sie es nicht dafür. „Versuchen Sie lieber, es mit einem Spielzeug abzulenken oder rufen Sie es runter oder heraus“, so Hauschild. Junge Katzen sind noch aktiver und neugieriger als ausgewachsene. Sie jagen allem hinterher, was sich bewegt und sehen ihre ganze Umgebung als potentielles Spielzeug an. Wollen Sie Ihre Möbel und wertvollen Dinge vor den Krallen und Bissen bewahren, ist es wichtig ausreichend Spielzeug bereit zu stellen. Toll ist es auch, wenn Sie selbst mit Ihrer Katze spielen. Worüber sich Katzen aber am meisten freuen, ist einen Artgenossen als Spielkameraden zu haben. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, zwei Katzen zu halten, wird es Ihnen Ihr Tier danken.

Ganz wichtig bei der Katzenerziehung: Sie beginnt am ersten Tag, an dem die Katze bei Ihnen einzieht. Erlauben Sie ihr nämlich zu Beginn einige Nächte in Ihrem Bett oder Schlafzimmer zu schlafen, geht die Katze davon aus, dass ihr das auch in Zukunft gestattet sein wird. Die Expertin rät: „Zwar ist es nicht schön, der Katze die ganze Nacht lang den Kontakt zum Menschen zu verwehren, aber wenn Sie Ihr Schlafzimmer langfristig für sich haben wollen, bleiben Sie konsequent.“

Allianz - Infoutton: Wichtig bei der Katzenerziehung

Wie kann man am besten Katzen erziehen?

Katzen zu erziehen ist normalerweise nicht schwierig, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Natürlich gibt es aber immer wieder Kater und Katzen, die ihren ganz eigenen Willen haben und sich trotzig allen Vorgaben widersetzen. Es gibt zwar keine Katzenschulen, in dem Sinne wie es Hundeschulen gibt, allerdings bieten bestimmte Tierpsychologen und -verhaltenstrainer gute Beratungen an. Sie helfen dabei, Katzen zu erziehen oder ihnen Unsitten wieder abzugewöhnen.

Was Sie immer bedenken sollten: Ihr Haustiger ist schlau. Nutzen Sie das bei der Erziehung aus. So kann Clickertraining Katze oder Kater bestimmte Regeln und Verhaltensweisen sehr gut vermitteln. „Gerade bei Wohnungskatzen können kurze, nette Trainingseinheiten sogar eine Bereicherung sein. Sie freuen sich über die Abwechslung“, so Verhaltensexpertin Hauschild.

Ein Gedanke zum Schluss: Nicht alle Verhaltensweisen können Sie durch Erziehung verändern. Ändert eine Katze plötzlich ihre Gewohnheiten, also benutzt sie zum Beispiel plötzlich nicht mehr das Katzenklo, obwohl sie bereits stubenrein war, oder ist nicht mehr so verschmust wie früher, kann das auch gesundheitlich bedingt sein. Im Zweifelsfall sollten Sie daher immer einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

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