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Unfallversicherung mit Progression: Mann im Rollstuhl spielt Basketball
Invali­ditäts­leistung be­rechnen

 Progression bei der Unfall­versicherung

Kern bei allen privaten Unfallversicherungen ist die Invaliditätsleistung. Sie hängt von der Höhe der vereinbarten Invaliditätssumme ab und wird im Fall einer dauerhaften Beeinträchtigung ausgezahlt. Weitere Faktoren wie das Progressionsmodell und die Gliedertaxe bestimmen dabei die Höhe der ausgezahlten Kapitalleistung, die dadurch auf ein Vielfaches der vereinbarten Versicherungssumme ansteigen kann. Bei einem Tarif mit Progression brauchen Sie zur Berechnung Ihrer Aus­zahlung die Progressions­staffel. Diese finden Sie in Ihrem Versicherungs­vertrag.
Definition

Bei der privaten Unfallversicherung ist die Pro­gression einer von drei Faktoren, die über die Höhe der Versicherungs­leistung entscheiden. Hier eine kurze Begriffsklärung:

  1. Invaliditätssumme (= Ver­si­che­rungs­summe): ist die Grund­summe, die Sie mit Ihrer Unfall­versicherung vereinbaren. Dieser Betrag wird Ihnen bei 100 Prozent Invalidität ohne Progression ausbezahlt.
  2. Gliedertaxe: ist eine Tabelle im Ver­trag Ihrer privaten Unfall­versicherung. Ihr Versicherer bestimmt damit den Grad Ihrer Invalidität nach einem Unfall – je nach betroffenem Körper­teil.
  3. Progression: bestimmt, um welchen Faktor Ihre Aus­zahlung sich im Leistungs­fall erhöht. Je nach Unfall­versicherer und gewähltem Tarif sind zum Beispiel 225, 350, 500 oder 1000 Prozent Progression wählbar.

Bei der Allianz schließen Sie jede private Unfallversicherung mit 500 Prozent Progression ab. Das heißt: Bei einem Invaliditäts­grad von 100 Prozent (= Voll­invalidität) bekommen Sie fünf Mal mehr ausbezahlt als bei einem Tarif ohne Progression.

Auswirkung auf Invaliditäts­leistung

Wenn Sie eine Unfallversicherung mit Progression abschließen, finden Sie in den Vertrags­bedingungen eine Progressions­staffel. Anhand dieser lesen Sie ab, um wie viel Prozent sich Ihre Auszahlungs­summe erhöht. Bei Tarifen mit Progression steigt die Leistung ab einem Invaliditäts­grad von 25 Prozent schrittweise an. Je steiler der Progressions­verlauf, desto höher die Aus­zahlung – bei gleicher Versicherungs­summe.

Progressionsstaffel bei 500 Prozent Progression mit dem Allianz Unfallschutz:

Progressionsstaffel bei 500 Prozent Progression mit Allianz Unfallschutz (Plus)
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Invaliditäts­leistung ermitteln
Welchen Betrag Sie ausbezahlt bekommen, hängt davon ab, welches Progressions­modell Sie gewählt haben. Die Tabelle, mit der Sie Ihre Invaliditäts­leistung bestimmen, finden Sie in den Versicherungsbedingungen Ihrer privaten Unfallversicherung. In der folgenden Tabelle finden Sie Beispiele, wie sich der prozentuale Anteil der Invaliditätssumme bei unterschiedlichen Progressionsstaffeln entwickelt:

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Progression
100 %
225 %
350 %
500 %
Invaliditätsgrad prozentualer Anteil der Invaliditätssumme
25 % 25 25 25 25
30 % 30 35 40 40
40 % 40 55 70 70
50 % 50  75 100 100
60 % 60 105 150 180

Ihre Invaliditätsleistung erhöht sich in den gängigen Progressionsmodellen erst ab einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent.

Angenommen, bei Ihnen wird ein Invaliditätsgrad von 50 Prozent festgestellt. Dann suchen Sie in der Tabelle die Zeile mit „50 %“. Rechts daneben können Sie den „prozentualen Anteil der Invaliditätssumme“ je Progressionsmodell ablesen. Beim Progressionsmodell 225 % entspräche ein Invaliditätsgrad von 50 % somit 75 % der vereinbarten Invaliditätssumme. Bei einer Progression von 350 % sind es bereits 100 % der Invaliditätssumme.

Bei einer Vollinvalidität (Invaliditätsgrad = 100 %) erhalten Sie je nach gewählten Modell die maximale Invaliditätsleistung, dies entspräche bei der 500 % Progression den vollen 500 % der vereinbarten Invaliditätsleistung.

Diese zwei Beispielrechnungen zeigen, welchen Unterschied die Progression nach einem Unfall für die Höhe der Invaliditätsleistung machen kann:
  • Invaliditätssumme: 100.000 Euro
  • Invaliditätsgrad: 60 Prozent
  • Progression: 500 Prozent

Laut Progressionsstaffel bekommen Sie eine Invaliditätsleistung von 180 Prozent.

Beispielrechnung:

100.000 Euro × 1,8 = 180.000 Euro

[Invaliditätssumme × prozentualer Anteil der Leistung aus der Versicherungssumme je Invaliditätsgrad = Invaliditätsleistung]

  • Invaliditätssumme: 100.000 Euro
  • Invaliditätsgrad: 60 Prozent
  • keine Progression

Beispielrechnung:

100.000 Euro × 0,6 = 60.000 Euro

[Invaliditätssumme × Invaliditätsgrad = Invaliditätsleistung]

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Einstufung nach Körperteil
Die Höhe des Faktors Invaliditätsgrad wird über die Gliedertaxe ermittelt. Das ist eine Tabelle, mit der Unfallversicherer verschiedenen Körperteilen oder Sinnesorganen für deren Verlust oder Funktionsunfähigkeit bestimmte Invaliditätsgrade zuordnen. Hier ein Auszug aus der Tabelle der Allianz:

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Körperteil (vollständig verloren oder funktionsunfähig)
Invaliditätsgrad der Allianz (entspricht Empfehlung des GDV)
Arm 70 %
Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 %
Arm unterhalb des Ellenbogengelenks 60 %
Hand 55 %
Daumen 20 %
Zeigefinger 10 %
Anderer Finger 5 %
Progression & Invaliditäts­summe
Welche Progression sinnvoll ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Wichtiger als die Progressions­staffel ist die Höhe der Versicherungssumme.

Es gibt keine pauschale Empfehlung, wie hoch die Progression bei der privaten Unfall­versicherung sein sollte. Sinnvoll ist in der Regel eine Progression von mindestens 350 Prozent. Die Progression greift aber erst ab einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent. Wichtiger ist deshalb die Invaliditäts­summe. Denn eine hohe Grund­summe wirkt sich immer positiv auf die Invaliditäts­leistung aus.

Vereinbaren Sie aus diesem Grund besser eine höhere Versicherungs­summe, die Sie mit niedrigem Invaliditäts­grad finanziell absichert. Grober Richtwert: Die Invaliditäts­summe sollte ungefähr zwei bis drei Brutto­jahres­gehältern entsprechen. Stiftung Warentest empfiehlt sogar mindestenst 100.000 Euro.

Umfassend abgesichert
Die private Unfallversicherung
Häufige Fragen
Es sind noch Fragen offen? Hier finden Sie weitere Antworten und Wissenswertes rund um das Thema Progression und private Unfallversicherung.
  • Wie wirkt sich eine frühere Invalidität auf die Leistung aus?

    Waren Sie bereits vor dem Unfall eingeschränkt, wirkt sich das auf Ihre Invaliditätsleistung aus. Zur Berechnung müssen Sie den alten Invaliditätsgrad vom neuen Invaliditätsgrad abziehen. Sie bekommen für den aktuellen Unfall also weniger Geld von der privaten Unfallversicherung.

    Beispiel:

    Ihr Arm ist nach einem Unfall vollständig funktionsunfähig. Laut Gliedertaxe haben Sie somit einen Invaliditätsgrad von 70 Prozent. Bereits vor dem Unfall wurde Ihnen wegen Ihres Armes ein Invaliditätsgrad von sieben Prozent bescheinigt. Ihre Invaliditätssumme beträgt 100.000 Euro.

    100.000 Euro × (0,7 – 0,07) = 63.000 Euro

    0,63

    [Invaliditätssumme × (alter Invaliditätsgrad – neuer Invaliditätsgrad) = Invaliditätsleistung]

  • Wie hoch ist die Invaliditätsleistung im Todesfall?

    Bei der Allianz können auch Hinterbliebene eine Invaliditäts­leistung erhalten. Und zwar, wenn die Invaliditäts­bemessung vor einem nicht unfall­bedingten Todes­fall nicht mehr festgestellt werden konnte. Die Versicherung zahlt dann nach dem Invaliditäts­grad, den der Arzt oder die Ärztin laut Befund vermutlich festgestellt hätte.

    Stirbt der Versicherte dagegen unfallbedingt im ersten Jahr nach dem Unfall, bekommen die Hinter­bliebenen keine Invaliditäts­leistung, sondern die vereinbarte Todes­fall­leistung.

    Für weitere Informationen können Sie sich gerne jederzeit an unsere Mitarbeiter wenden. Die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse finden Sie unter Kontakt.

  • Wie hoch ist die maximale Invaliditätsleistung mit Progression?

    Ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent bekommen Sie mit dem Allianz Baustein TopSchutz die maximale Invaliditätsleistung für die festgelegte Progression. Bei einer Progression 500 sind das zum Beispiel 500 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme.

    Beispiel:

    Sie haben bei der Allianz eine private Unfallversicherung mit einer Invaliditätssumme von 100.000 Euro, dem Zusatzbaustein TopSchutz und einer Progression von 500 Prozent abgeschlossen. Nach einem Unfall beträgt der Grad Ihrer Invalidität 55 Prozent. Weil Sie ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent bereits die volle Invaliditätsleistung bekommen, erhalten Sie sie auch hier.

    100.000 Euro × 5 = 500.000 Euro

    [Invaliditätssumme × 500 Prozent Progression = Invaliditätsleistung]

  • Was bedeutet Invalidität mit Progression 500?

    Angenommen, Sie haben eine Unfallversicherung mit 500 Prozent Progression und einer Versicherungssumme von 100.000 Euro abgeschlossen. Dann bekommen Sie bei einer Invalidität von 100 Prozent (= Vollinvalidität) 500.000 Euro ausbezahlt. Bei 40 Prozent Invalidität würden Sie zum Beispiel 70.000 Euro erhalten, bei 60 Prozent Invalidität 180.000 Euro. Die Progression legt also fest, wie stark sich die Auszahlung mit zunehmender Invalidität erhöht.
  • Invalidität beantragen – wie geht das?

    Für die Meldung einer Invalidität gibt es Meldefristen, die je nach Versicherer unterschiedlich festgelegt sind. Wichtig ist daher, dass Sie nach einem Unfall umgehend Ihren Unfallversicherer informieren, wenn voraussichtlich eine Invalidität zurückbleibt. Daraufhin muss die Invalidität festgestellt werden.

    Haben bei einem Unfall zum Beispiel einen Daumen verloren, wird die Invalidität mithilfe der Gliedertaxe festgestellt. Den ermittelten Invaliditätsgrad muss Ihnen ein ärztliches Gutachten bescheinigen. Erst dann können Sie bei Ihrer privaten Unfallversicherung Ihre Invalidität beantragen. Oder besser gesagt: den Antrag auf Leistungen Ihrer Unfallversicherung stellen.

    Sie sind bei der Allianz versichert? Dann können Sie sich bei Fragen jederzeit an unser Service-Center wenden. Und dort auch die entsprechenden Unterlagen einreichen.

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