Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Mehrer Rennfahrer in Formel 1 Rennwagen fahren hintereinander
Berufsunfähigkeitsrisiko: Risikofaktoren verstehen

Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung

1 von 7
Kurz erklärt in 30 Sekunden
Risiko für Berufsunfähigkeit
  • Sie lesen einen allgemeinen Ratgeber zum Thema Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Die Beitragshöhe einer Berufsunfähigkeitsversicherung richtet sich nach dem zu versichernden Risiko. Ob bzw. zu welchen Konditionen jemand eine BU abschließen kann, hängt davon ab, wie hoch das eigene Risiko für Berufsunfähigkeit ist. Bei Antragstellern nehmen Versicherer daher fast immer eine Risikoprüfung vor. 
  • Innerhalb der Risikoprüfung müssen Antragsteller Fragen zu Vorerkrankungen sowie zu möglichen Risikofaktoren wie risikoreichen Berufen und gefährlichen Hobbys beantworten. Auch Rauchen gilt als Risikofaktor. Raucher zahlen häufig höhere Beiträge für eine BU als Nichtraucher.
  • Stellt der Versicherer ein besonders hohes Berufsunfähigkeitsrisiko fest, so kann er einen Risikozuschlag in Form eines höheren Beitrags verlangen oder den Antrag ablehnen. Alternativ gibt es manchmal die Möglichkeit, die Leistung für bestimmte Ursachen von Berufsunfähigkeit aus dem Vertrag auszuschließen.
2 von 7
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden?
Statistisch betrachtet wird jeder Vierte im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Wie hoch das individuelle Risiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Beruf, Gesundheitszustand und Hobbys ab. Personen in Berufen mit starker körperlicher oder psychischer Belastung haben ein erhöhtes Risiko für Berufsunfähigkeit. Arbeiter werden überdurchschnittlich oft berufsunfähig, während Akademiker es seltener werden. Rauchen und häufiger Alkoholkonsum erhöhen das Berufsunfähigkeitsrisiko. 2018 wurden die durch Tabakkonsum bedingten Krebsneuerkrankungen auf 19 Prozent geschätzt; die durch Alkoholkonsum hervorgerufenen Fälle wurden auf 2 Prozent geschätzt.
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Illustration Frau sitzt am Tisch und zählt Kleingeld
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Illustration Frau sitzt am Tisch und zählt Kleingeld

Bei Antragstellern mit einem höheren Risiko für Berufsunfähigkeit können Versicherer zusätzlich zum BU-Beitrag einen Mehrbetrag für das finanzielle Risiko – einen so genannten Risikozuschlag – verlangen. Leidet der Antragsteller beispielsweise an Bluthochdruck oder hat eine Schilddrüsenunterfunktion, dann kann eine höhere Wahrscheinlichkeit bestehen, dass die Person berufsunfähig wird. Weitere Gründe für einen Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeitsversicherung können risikoreiche Berufe oder Extremsportarten sein. Doch nicht alle Anbieter bewerten das Risiko für Berufsunfähigkeit gleich. Es lohnt sich daher, verschiedene Versicherer zu vergleichen. Dafür können Sie anonym eine Risikovoranfrage stellen.

Risikozuschlag nachträglich prüfen

Ein bei Vertragsabschluss vereinbarter Risikozuschlag lässt sich in einigen Fällen nachträglich reduzieren oder aufheben, wenn der Risikofaktor wegfällt. Ein Beispiel dafür ist ein Wechsel von einem Beruf mit erhöhtem BU-Risiko zu einem risikoärmeren Beruf. Es kann außerdem vorkommen, dass die Erkrankung, für die ein höherer Beitrag verlangt wurde, nach einigen Jahren ausgeheilt ist. In solchen Fällen können Sie prüfen lassen, ob der Zuschlag noch gerechtfertigt ist. Allerdings müssen Sie die dafür notwendigen Voraussetzungen Ihres Versicherers erfüllen. Bei ausgeheilten Erkrankungen kann dies zum Beispiel ein ärztliches Attest sein.

Prüfoption bei Ausschlussklausel

Bei bestimmten Krankheiten ist der Abschluss einer BU nur dann möglich, wenn diese als Grund für die Leistung ausgeschlossen werden. Wenn Ihre BU solch eine Ausschlussklausel für eine Krankheit beinhaltet, können Sie diese nachträglich ebenfalls prüfen lassen. Voraussetzung dafür ist oft, dass für diese Ausschlussklausel eine Prüfoption vereinbart wurde.

3 von 7
Bewertung von Risikofaktoren in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Bevor Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, prüft der Versicherer abhängig von Ihrem Beruf, welcher Risikogruppe Sie angehören. Dazu zählen vor allem Berufe, die schwere körperliche Arbeit erfordern wie Maurer oder Gerüstbauer. Auch Personen in Ihrem Beruf einseitiger körperlicher Belastung ausgesetzt sind, gehören einer Risikogruppe an z.B. Berufskraftfahrer. Die Entscheidung darüber, wie ein Beruf in die Risikogruppen der Berufsunfähigkeitsversicherung eingestuft wird, trifft jeder Versicherer selbst. Deshalb lohnt es sich verschiedene Anbieter zu vergleichen. Darüber hinaus spielen Vorerkrankungen sowie der Raucherstatus bei der Einteilung in Risikogruppen der BU eine Rolle.

In der Regel ordnen Versicherer Berufe einer Risikogruppe zu – je höher das Risiko für Berufsunfähigkeit in dieser Gruppe ist, desto höher fällt der zu zahlende Beitrag aus. Je nach Versicherer erfolgt eine Einordnung der Risikoberufe in der Berufsunfähigkeitsversicherung in meist vier bis sechs Risikogruppen für Berufsunfähigkeit – angefangen bei Berufen mit eher geringem Risiko bis hin zu sehr schwer oder gar nicht versicherbaren Berufen. Die Benennung der Risikogruppen erfolgt aufsteigend mit dem zugeordneten BU-Risiko je nach Versicherer entweder mit Buchstaben (z.B. Risikogruppe A bis F) oder mit Zahlen (z.B. Risikogruppe 1 bis 5).

So sind z.B. Akademiker bei Berufsunfähigkeitsversicherern gern gesehen: Ärzte, Apotheker und Architekten werden oft in die Berufsgruppe mit dem geringsten BU-Risiko eingestuft. Ein etwas höheres BU-Risiko sehen viele Versicherer bei Bürokaufleuten, Verwaltungsangestellten, Lehrern und Arzthelfern. Als noch stärker gefährdet gelten Personen mit Berufen, die schwere körperliche Arbeit erfordern wie Gerüstbauer, Maurer und Berufskraftfahrer. Personen mit Risikoberufen wie Sprengmeister oder Rennfahrer haben in oftmals keine guten Aussichten auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

4 von 7
Erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko durch Krankheiten oder Medikamente
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Arzt füllt Formular für einen Patienten aus

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, müssen Sie im Rahmen einer Risikoprüfung Fragen zu möglichen Vorerkrankungen beantworten. Auf diese Weise kann der Versicherer Ihr Risiko für Berufsunfähigkeit einschätzen. Die Fragen der Gesundheitsprüfung müssen Sie ehrlich und vollständig beantworten. Wer beim Antrag falsche oder unvollständige Angaben macht, riskiert im Ernstfall geringere beziehungsweise gar keine Leistungen zu erhalten. Bei der Risikoeinschätzung einer Berufsunfähigkeit können darüber hinaus Unfälle aus der Vergangenheit sowie die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente eine Rolle spielen. Auch zu diesen Themen stellen Versicherer bei der Gesundheitsprüfung meist Fragen.

Kritische und unkritische Vorerkrankungen

Einige Krankheiten können ein erhöhtes Risiko für Berufsunfähigkeit mit sich bringen. Sie werden im Fragebogen der Versicherer vor dem Abschluss einer BU deshalb gezielt abgefragt. Dazu zählen zum Beispiel psychische Vorerkrankungen wie Depression, Bandscheibenvorfälle oder Hautkrankheiten wie Schuppenflechte. Andere Krankheiten sind unkritisch und führen nicht zu höheren Beiträgen oder gar zur Ablehnung eines BU-Antrags. Bei der Allianz können Sie mit dem anonymen Gesundheits-QuickCheck anhand weniger Angaben – und ganz ohne Arztanfrage – erfahren, ob Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Allianz abschließen können.

Tipp: Lassen Sie sich nicht gleich entmutigen, wenn das Ergebnis der anonymen Risikoprüfung online zunächst negativ ausfällt, sondern suchen Sie das Gespräch mit dem Versicherer. In der persönlichen Beratung können manchmal zusätzliche Vereinbarungen (z.B. Risikozuschläge) getroffen werden, die es Ihnen ermöglichen, eine BU abzuschließen.

Raucher müssen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung meist einen höheren Beitrag zahlen, weil sie ein erhöhtes Risiko haben zu erkranken und in der Folge davon berufsunfähig zu werden. Wieviel das im Einzelfall ist, ist von Versicherer zur Versicherer unterschiedlich. Es gibt auch Versicherer, die keinen Risikozuschlag für Raucher verlangen. Sie bilden jedoch die große Ausnahme. Das gilt in der Regel auch für Gelegenheitsraucher: Für viele Versicherer gelten Sie als Raucher, sobald Sie in den letzten zwölf Monaten geraucht haben. Um sicherzugehen, können Sie beim Versicherer nachfragen, wie er Rauchen definiert. Oftmals ist es unerheblich, ob Sie den Rauch von Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, E-Zigaretten oder Shisha-Pfeifen inhalieren, entscheidend ist das enthaltene Nikotin.

Einfluss des Raucherstatus auf die Beitragshöhe

Falls Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Raucher abgeschlossen haben und später aufgehört haben, sollten Sie dies Ihrem Versicherer melden. Je nach BU-Tarif kann es die Möglichkeit geben, den Beitrag senken zu lassen. Sollten Sie – andersherum – erst nach Abschluss einer BU-Versicherung angefangen haben zu rauchen, sollten Sie das Ihrem Versicherer ebenfalls melden. Ob Sie dann einen höheren Beitrag zahlen müssen, wird von den Versicherern unterschiedlich gehandhabt.

5 von 7
Erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko durch Sport und Freizeitaktivitäten
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Motorradfahrer fährt über eine Straße mit Herbstlaub

Viele Versicherer stufen Freizeitaktivitäten wie Motorradsport, Kampfsport, Tauchen und teilweise Bergsport in der Berufsunfähigkeitsversicherung als gefährliche Hobbys ein, da sie ein höheres Risiko für Verletzungen mitbringen können. Je nach Art der Freizeitbeschäftigung und abhängig vom Versicherer können gefährliche Hobbys in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu höheren Beiträgen, einem Ausschluss des Hobbys vom Versicherungsschutz oder zu der Ablehnung des Versicherungsantrags führen. In jedem Fall sind gefährliche Hobbys in der Risikoprüfung der Berufsunfähigkeitsversicherung anzugeben. Denn werden Sie aufgrund des Hobbys berufsunfähig, kann der Versicherer Leistungen kürzen oder ganz verweigern.

Im Folgenden haben wir eine unvollständige Liste mit Freizeitaktivitäten zusammengestellt, die als gefährlich gelten können. Im Einzelfall spielen mehrere Faktoren für die Bewertung des Risikos eine Rolle, denn es gibt unterschiedliche Arten, einen Sport zu betreiben: Bergsport kann zum Beispiel leichtes Wandern oder gefährliches Eisklettern bedeuten. Bei Sportarten, die als Wettbewerb betrieben werde, steigt das BU-Risiko.

  • Bergsport (v.a. Alpines Klettern)
  • Kampfsport
  • Tauchsport (z.B. Tauchen über 60 Meter)
  • Motorradsport
  • Autorennsport
  • Flugsport (z.B. Fallschirmspringen)
  • Reiten (z.B. Galopprennen, Jagdreiten)
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Motorradfahrer fährt über eine Straße mit Herbstlaub
6 von 7
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Illustration Kundengespräch mit Berater
Die anonyme Risikovoranfrage vor dem Abschluss einer BU
Risiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Illustration Kundengespräch mit Berater
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie aufgrund Ihres Berufes einer Vorerkrankung, der Einnahme von Medikamenten oder gefährlicher Hobbys eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, können Sie eine anonyme Risikovoranfrage für die Berufsunfähigkeitsversicherung stellen. So können Sie anonym prüfen, unter welchen Konditionen Sie eine BU abschließen könnten oder die Angebote verschiedener Versicherungsunternehmen miteinander vergleichen. Stellen Sie hingegen gleich einen BU-Antrag und dieser wird abgelehnt, wird dies in einer Datenbank der Versicherer (Hinweis- und Informationssystem, HIS) vermerkt. Wenn Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut bei einem anderen Versicherungsunternehmen versuchen, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Ablehnung noch höher als beim ersten Mal. Wenn Sie eine Risikovoranfrage stellen möchten, wenden Sie sich an einen Versicherungsberater. Viele Versicherer bieten die Möglichkeit, unabhängig von einem Berater online eine Voranfrage zu stellen, oder direkt online eine Voreinschätzung zu Ihren persönlichen Konditionen zu bekommen. 
7 von 7
Service und Kontakt
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Kontaktieren Sie die Allianz Service-Hotline
Service-Hotline
0800 4 720 115
Mo bis Fr 7-22 Uhr, Sa 8-18 Uhr.
Allianz Service jetzt kontaktieren
Service
Jetzt kontaktieren
Schreiben Sie uns Ihr Anliegen.
Sie benötigen Hilfe?

Hier finden Sie:

  • wichtige Kontakt-Angebote
  • nützliche Service-Links
  • auf Sie persönlich zugeschnitten
Jetzt ausprobieren
+
  • Ansprechpartner vor Ort
  • Hotline