Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungsverträgen und ist genauso wichtig wie eine Haftpflichtversicherung. Laut einer DAK Studie aus dem Jahr 2019 sind in Deutschland insgesamt 238.000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren jährlich von Depression und Angststörungen betroffen. Früh einzusteigen ist entscheidend, denn das Berufsleben ist lang. Leistungsdruck, Wandel und Unsicherheiten nehmen zu. Psychische Erkrankungen können früh auftreten und chronisch werden. Daher ist eine rechtzeitige Vorsorge der Berufsunfähigkeitsabsicherung unverzichtbar. Oftmals kann eine BU für Kinder ab einem Alter von 10 Jahren abgeschlossen werden. Wer in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, zahlt meist günstige Beiträge. Bei Krankheiten oder Unfallfolgen kann es passieren, dass eine BU gar nicht oder sehr schwer abschließbar ist. Daher lohnt sich ein Abschluss, solange keine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen.
Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen
Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen kurz erklärt
Berufsunfähigkeit kann jeden treffen
Immer mehr Schüler:innen leiden an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Burnout und Angststörungen. Einer der Hauptgründe dafür ist offenbar Stress, der unterschiedliche Ursachen haben kann: Hoher Leistungsdruck durch Schule beziehungsweise Eltern, digitale Reizüberflutung und Mobbing in sozialen Netzwerken sind einige der Beispiele.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gesellschaftlicher Druck durch Medien und Influencer:innen. So nahm zum Beispiel die Anzahl der 13- bis 18-Jährigen mit einer Depression zwischen 2007 und 2017 um 119 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum stieg zudem die Anzahl der Schüler:innen mit Burnout bei den 6- bis 12-Jährigen etwa auf das Doppelte und bei den 13- bis 18-Jährigen um 114 Prozent.
Auch der Anstieg von Angststörungen wie Panikattacken war in der älteren Gruppe deutlich stärker ausgeprägt. Dies kann darauf hindeuten, dass die Anforderungen an die Schüler:innen mit steigenden Schuljahren zunehmen.
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen und Kinder sinnvoll?
Ja, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch für Kinder sinnvoll, denn durch Stress, Krankheit oder Unfall können Schüler:innen bereits in jungen Jahren berufsunfähig werden. Eine BU-Versicherung sorgt in einem solchen Fall ein Berufsleben lang für finanzielle Absicherung. Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer schon im Schulalter eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, zahlt in der Regel günstige Beiträge. Der Grund: Die Faktoren, die den BU-Beitrag erhöhen können, fallen bei Schüler:innen noch nicht so stark ins Gewicht.
- Keine Vorerkrankungen: Schüler:innen sind häufig gesund. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, zahlen in der Regel mehr. Oder sie müssen mit Ausschlussklauseln beziehungsweise mit einer Ablehnung ihres Antrags rechnen. Schüler und Schülerinnen haben hier daher meist einen Vorteil gegenüber älteren Personen.
- Keine gefährlichen Hobbies: Die wenigsten jungen Menschen betreiben extreme Freizeitaktivitäten wie Fallschirmspringen oder Bergklettern. Die Ausübung gefährlicher Hobbies kann für den BU-Versicherungsschutz ähnliche Folgen haben wie eine Vorerkrankung.
- Nichtraucher:innen: Die Raucherquote bei Jugendlichen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Im Jahr 2023 lag sie bei den 12- bis 17-Jährigen bei 6,8 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, ist stark gestiegen. Er lag zuletzt bei rund 83 Prozent. Der Konsum von E-Zigaretten hat in den letzten Jahren zugenommen. Besonders betroffen sind die 18- bis 25-Jährigen (Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Stand 02/2025).
Mit einem Abschluss als Schüler:in zahlt man zwar länger Beiträge, dafür kann man sich im Vertrag schon früh einen guten Gesundheitszustand sichern und profitiert zudem von einem sofortigen finanziellen Schutz bei Berufsunfähigkeit.
Wann gelten Schüler:innen als berufsunfähig?
Auch Kinder können krank werden oder einen Unfall haben. Wann Versicherer Schüler:innen als berufsunfähig ansehen, hängt von den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Unternehmens ab. Häufig gelten Schüler und Schülerinnen als berufsunfähig im Sinne der Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn sie mindestens sechs Monate zu weniger als 50 Prozent am Schulunterricht teilnehmen können. Im Leistungsfall erhalten Schüler:innen die vereinbarte vertragliche Leistung. Zwar haben Schüler:innen keinen unmittelbaren Einkommensausfall, aber durch die monatliche BU-Rente ist es für die Eltern leichter, mögliche Kosten zu decken, die durch eine Berufsunfähigkeit entstehen können.
Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ihr Kind, Ihren Enkel oder Ihre Enkelin sorgt für eine monatliche Rente, wenn zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung oder durch einen Unfall ein normaler Schulbesuch oder der Start in eine Ausbildung beziehungsweise in einen Beruf nicht möglich sind. Die staatliche Absicherung kann in solchen Fällen ungenügend sein. Deswegen zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt und wird auch von der Verbraucherzentrale empfohlen.
Die gesetzliche Schülerunfallversicherung deckt im Wesentlichen nur den organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule ab. Hiervon können insbesondere Unfälle erfasst werden, die auf dem direkten Schulweg, während des Unterrichts, in den dazwischenliegenden Pausen oder bei schulischen Veranstaltungen geschehen.
Ist Ihr Kind hingegen auf Grund einer schweren Erkrankung schulunfähig, kann das Ihre gesamte Familie vor finanzielle Schwierigkeiten stellen, insbesondere wenn der Schutzbereich der gesetzliche Schülerunfallversicherung nicht eröffnet ist und zum Beispiel zur Pflege des Kindes ein Elternteil die Arbeitszeit reduzieren muss. Die monatliche BU-Rente Ihres Kindes kann hier für eine finanzielle Entlastung sorgen.
Einige Versicherer bieten deswegen eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits für Schüler:innen ab einem Alter von 10 Jahren an. Im Idealfall begleitet die BU-Versicherung die versicherte Person anschließend ein Berufsleben lang und stellt so eine finanzielle Absicherung bis zur Rente dar.
Welche Faktoren beeinflussen die Beitragshöhe für Schüler:innen?
Wieviel eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen kostet, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel spielt die Höhe der angestrebten BU-Rente und die Laufzeit des Vertrages eine Rolle. Je höher die Rente im Leistungsfall sein soll, desto höher ist in der Regel auch der Beitrag. Allerdings ist die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente für junge Menschen bei den meisten Versicherern gedeckelt, zum Beispiel auf 1.000 Euro monatlich. Beim Start ins Berufsleben kann die BU-Rente in der Regel erhöht werden. Zudem kann das Rauchverhalten oder Vorerkrankungen einen negativen Einfluss auf die Höhe des Beitrags haben. Auch bei Schüler:innen gilt daher: Wer gesund ist und nicht raucht, profitiert in der Regel langfristig von günstigen Beiträgen.
Worauf sollten Sie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Ihr Kind achten?
Auf einige wichtige Aspekte sollten Sie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder beziehungsweise Schüler:innen in jedem Fall achten:
Nachversicherungsgarantie
Eine Nachversicherungsgarantie oder auch Erhöhungsoption genannt, sollte in einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Fall enthalten sein. Sie erlaubt die nachträgliche Erhöhung der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung. Die Höhe der BU-Rente ist bei Schülern und Schülerinnen häufig bis 1.000 Euro oder 1.500 Euro abschließbar. Wichtig ist, dass beim Start ins Berufsleben die Rentenhöhe gegebenenfalls überprüft wird, denn sie könnte mit 1.000 Euro oder 1.500 Euro zu niedrig sein.
Beitragsüberprüfungsoption
Ihre BU-Versicherung sollte eine Beitragsüberprüfungsoption beinhalten. Mit der Möglichkeit einer Beitragsüberprüfungsoption können Sie abhängig vom Anlass, Ihre Berufsgruppe überprüfen lassen und möglichweise den Beitrag dadurch reduzieren. Anlässe dazu wären beispielsweise der Wechsel von der Realschule aufs Gymnasium, der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, der Start ins Berufsleben oder auch ein Berufswechsel.
Beitragsdynamik
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder und Schüler:innen sollte eine Dynamikoption beinhalten. Wenn Sie diese bei Vertragsabschluss einschließen, erhöht sich Ihr Beitrag jährlich um einen bestimmten Prozentsatz. Dies kann dabei helfen, die Inflation auszugleichen.
Vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung
Bei manchen Tarifen handelt es sich um reine Schulunfähigkeitsversicherungen. Zwar können solche Produkte teilweise noch früher abgeschlossen werden, doch wird der Beitrag beim Übergang in die Berufsunfähigkeitsversicherung neu berechnet. Schließen Sie am besten gleich eine vollwertige BU-Versicherung für Ihr Kind ab.
Keine Verweisung
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte dem Versicherer keine Möglichkeit zur abstrakten Verweisung geben.
Allgemein wichtige Aspekte bei einer BU-Versicherung
Allgemein wichtige Aspekte, die beim Abschluss einer BU-Versicherung zu beachten sind: Der BU-Vertrag sollte Sie lückenlos bis zur Altersrente absichern. Nur so sind Sie beziehungsweise Ihr Kind bei Berufsunfähigkeit optimal und ein Berufsleben lang finanziell abgesichert. Zudem sollten Sie die Möglichkeit haben, individuelle Zahlpausen einzulegen. Es kann immer zu finanziellen Engpässen kommen. In solchen Fällen sollten Sie die Beitragszahlungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung Ihres Kindes pausieren und später wieder aufnehmen können.
Häufige Fragen zur BU für Schüler:innen
Wie unterscheidet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler:innen von einer Schulunfähigkeitsversicherung?
Bei einer Schulunfähigkeitsversicherung muss die versicherte Person in der Regel zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt eine Umwandlung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung vornehmen. Die Allianz Berufsunfähigkeitsvorsorge für Schüler:innen bietet von Beginn an eine lebensbegleitende Absicherung, bei der keine Umwandlung erfolgt.
Bei einem Schulwechsel, zum Beispiel ins Gymnasium, kann dann mein Kind besser eingestuft werden?
Ja, das ist möglich und macht sogar Sinn. Denn bei Abschluss einer Versicherung werden die Schüler:innen abhängig von der besuchten Schulform (Mittelschule, Realschule oder Gymnasium) in eine Berufsgruppe eingeordnet. Verändern sie sich in eine höhere Schulform wie beispielsweise durch einen Übertritt ins Gymnasium, können sie in eine günstigere Berufsgruppe wechseln. Dadurch kann sich der zu zahlende Beitrag sogar verringern. Dies gilt allerdings nur dann, wenn der Versicherer eine Beitragsüberprüfungsoption anbietet.
Macht ein BU-Abschluss Sinn, wenn mein Kind nach der Schule einen Bundesfreiwilligendienst/Jugendfreiwilligendienst absolviert?
Ja, denn je früher Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Der Gesundheitszustand ist in jungen Jahren meist besser, da weniger Vorerkrankungen bestehen, was für die Risikoprüfung vorteilhafter ist.
Die Einstufung in die Berufsgruppe erfolgt bei der Allianz gemäß dem zuvor erreichten Abschluss. Unabhängig von Ihrem späteren Berufswunsch sind Sie so frühzeitig finanziell gegen Berufsunfähigkeit für das ganze Berufsleben abgesichert.
Wer muss den Vertrag für die BU für Kinder unterschreiben?
Solange die versicherte Person noch nicht volljährig ist, muss ein gesetzlicher Vertreter oder Vertreterin, üblicherweise ein Elternteil, den Vertrag unterschreiben.
Gibt es auch weitere Vorsorgeprodukte für Schüler:innen?
Ja, es ist sinnvoll auch früh an eine private Altersvorsorge für Ihr Kind zu denken. Mit einer frühzeitigen Investition in die Zukunft Ihres Kindes oder Enkelkindes legen Sie den Grundstein für finanzielle Sicherheit in allen Lebensphasen – vom ersten Lebenstag bis ins Erwachsenenalter. Ihre Kindervorsorge ist eine sehr wichtige und persönliche Entscheidung.