- Der Begriff der Mondblindheit stammt aus der Antike und bezeichnet eine periodisch wiederkehrende Augenentzündung beim Pferd. Der medizinische Fachbegriff für die periodische Augenentzündung ist Equine rezidivierende Uveitis, kurz ERU.
- Typische Anzeichen für die periodische Augenentzündung beim Pferd sind regelmäßig geschwollene, tränende, getrübte oder gerötete Augen.
- Die wiederholt auftretende Entzündung beschädigt dauerhaft das Auge des Pferdes und hat in vielen Fällen ein Erblinden zur Folge.
- Eine Vitrektomie, ein operativer Eingriff zur Entfernung des Glaskörpers, kann den Krankheitsverlauf bei Tieren mit ERU stoppen und die Sehfähigkeit wiederherstellen.
Periodische Augenentzündung Pferd
Periodische Augenentzündung Pferd: Symptome und Behandlung
Was ist Mondblindheit beim Pferd?
Aufgrund des periodisch wiederkehrenden Krankheitsbildes hat sich bereits vor Jahrhunderten der Begriff Mondblindheit etabliert. In der Antike ging man davon aus, dass die Periodische Augenentzündung mit dem abnehmenden Vollmond zusammenhängt und deshalb regelmäßig bei Pferden auftritt. Da die Vierbeiner infolge der Krankheit häufig ihre Sehkraft verlieren, wurde der Begriff Mondblindheit in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen.
Welche Ursachen gibt es für die periodische Augenentzündung beim Pferd?
Fressen Pferde kontaminiertes Heu oder Stroh, gelangen die Krankheitserreger in ihre Blutbahn. Leptospiren können sich jahrelang im Organismus eines Tieres befinden, bevor ERU ausbricht. Erst wenn die Bakterien sich im Glaskörper des Auges ansiedeln, kommt es zu einer Entzündung. Rund 80 Prozent aller Pferde in Deutschland gelten als seropositiv – das heißt, sie haben sich mit Leptospiren infiziert und bereits Antikörper gegen die Erreger gebildet.
Zu Krankheitsschüben kommt es aber nur bei acht bis zwölf Prozent der infizierten Tiere. Wissenschaftler:innen vermuten deshalb, dass nicht die Bakterien per se, sondern die Immunreaktion des Pferdes die Krankheit auslöst. Unterstützt wird die Theorie von der Tatsache, dass an ERU erkrankte Tiere nachweislich einen erhöhten Antikörperspiegel haben.
Ist die periodische Augenentzündung bei Pferden ansteckend?
Nein, Pferde können sich nicht gegenseitig mit Mondblindheit anstecken. Die Bakterien, die ERU auslösen, befinden sich im Harn von Mäusen sowie Ratten und gelangen über das Futter in die Blutbahn des Pferdes. Eine Übertragung durch Speichel, Kot oder Urin von Pferd zu Pferd ist nicht möglich. Sie können Ihr Tier also bedenkenlos in die Box neben einem Pferd stellen, das an der Periodischen Augenentzündung leidet.
Egal in welcher Lebenssituation: Wir finden die richtige Lösung für Sie. %agencyName%
Durchschnittlich ca. 30 Sekunden bis zum persönlichen Gespräch – das loben unsere Kunden und Kundinnen mit 4,7 von 5 Sternen.★★★★⭑ Jetzt Videoberatung für ein persönliches Gespräch starten
An diesen Symptomen erkennen Sie die periodische Augenentzündung bei Ihrem Pferd
Equine rezidivierende Uveitis kann bei Pferden sowohl im vorderen als auch im hinteren Bereich der Augen auftreten.
Im vorderen Teil des Auges ist die periodische Augenentzündung sehr schmerzhaft für das Tier und aufgrund einer Trübung der Hornhaut und Linse deutlich sichtbar. Einen Vorteil hat diese Form der Augenentzündung allerdings: Die Erkrankung lässt sich frühzeitig erkennen und entsprechend behandeln. Tritt ERU im hinteren Teil des Auges auf, gibt es keine äußerlichen Anzeichen. Da betroffene Pferde in der Regel kaum Schmerzen haben, wird das Augenleiden meist zufällig, beispielsweise im Rahmen einer AKU beim Pferd, erkannt. In vielen Fällen erfolgt die Diagnose erst, wenn bereits sichtbare Folgeschäden aufgetreten sind.
Diagnose: Diese Anzeichen deuten auf eine periodische Augenentzündung beim Pferd hin
Hat ein Pferd einen ERU-Schub, treten häufig folgende Symptome auf:
- Geschwollene und temperierte Lider
- Gerötete Bindehaut
- Lichtempfindlichkeit und Lichtscheue
- Zukneifen der Augen und häufiges Blinzeln
- Tränenfluss
- Verengte Pupille
- Eventuell Trübung der vorderen Augenkammer
- Eventuell Trübung der Hornhaut (Hornhautödem)
Nur eine Augenuntersuchung durch eine:n Veterinär:in ermöglicht eine sichere Diagnose, ob Ihr Pferd an Mondblindheit erkrankt ist. In der Regel entnimmt der behandelnde Tierarzt oder die behandelnde Tierärztin im Rahmen einer Vitrektomie Kammerwasser oder Gewebe aus dem Auge und untersucht die Probe im Labor auf Leptospiren.
Diese Folgen kann die periodische Augenentzündung beim Pferd haben
Bleibt eine Equine rezidivierende Uveitis bei Pferden unbehandelt, kann es zu unterschiedlich stark ausgeprägten Sichteinschränkungen bis hin zum völligen Erblinden kommen. Häufige Konsequenzen von Mondblindheit sind:
- Trübung der Hornhaut (kalkige Degeneration)
- Trübung der Linse (Katarakt)
- Verklebung Iris und Traubenkörner in der Iris (Synechien)
- Gelbe oder grüne Trübung des Glaskörpers
- Narben auf der Netzhaut und Aderhaut (Choroidea)
- Grüner Star (Glaukom)
- Augapfelschrumpfung (Phthisis bulbi)
- Erblinden
Ein vollständiger Verlust der Sehkraft kann je nach Krankheitsverlauf in einem Zeitraum von sechs Monaten bis neun Jahren eintreten, wenn das Augenleiden unbemerkt bleibt und nicht medizinisch behandelt wird. Ein erkranktes beziehungsweise erblindetes Pferd kann mit ERU noch lange ein zufriedenes Leben führen. Sofern das Tier mit der Sichteinschränkung oder Blindheit gut zurechtkommt und nicht leidet, muss der oder die Besitzer:in es auch nicht einschläfern lassen.
Welche Therapie ist bei Pferden mit periodischer Augenentzündung sinnvoll?
So läuft die Operation zur Behandlung von periodischer Augenentzündung beim Pferd ab
Mit einer minimalinvasive Operation also werden die Bakterien aus dem Körper des Tieres entfernt und können so keine weiteren Augenentzündungen auslösen.
Eine Vitrektomie ist ein chirurgisch anspruchsvoller Eingriff, bei dem es zu einer Schädigung der Linse und der Netzhaut des Pferdeauges kommen kann. Sind beide Augen des Tieres betroffen, sind normalerweise zwei OPs notwendig. Verläuft die Behandlung erfolgreich, hat das Pferd in der Regel keine weiteren Entzündungsschübe.
Die periodische Augenentzündung ist allerdings nur dann heilbar, wenn das betroffene Auge noch nicht gravierend geschädigt ist. Um eine Vitrektomie erfolgreich durchführen zu können, sollten Linse sowie Hornhaut des Pferdes klar sein und die Pupille auf das Verabreichen pupillenerweiternder Augentropfen (Mydriatikum) reagieren.
Lässt die periodische Augenentzündung beim Pferd sich mit Homöopathie behandeln?
Homöopathische Mittel können ergänzend zu einer schulmedizinischen Therapie zum Einsatz kommen, um an ERU erkrankte Pferde zu behandeln. Da eine periodische Augenentzündung eine Erkrankung mit schwerwiegenden Folgen ist, sollten Pferdehalter:innen ihrem Tier nie auf eigene Faust alternative Heilmittel verabreichen und eine homöopathische Therapie nur in Absprache mit dem Tierarzt oder der Tierärztin durchführen. Bei einer akuten Augenentzündung empfehlen Homöopathen und Homöopathinnen häufig die Heilmittel Acontium und Belladonna, bei chronischen Beschwerden Phosphorus.
Können einem an periodischer Augenentzündung erkrankten Pferd Schüßlersalze helfen?
Je nach Schwere der Erkrankung können Schüßlersalze die tierärztliche Behandlung bei periodischer Augenentzündung unterstützen. Als hilfreich bei ERU gelten Ferrum phosphoricum (Schüßlersalz Nr. 3), Kalium sulfuricum (Schüßlersalz Nr. 6) und Silicea (Schüßlersalz Nr. 11). Die alternativmedizinischen Präparate werden dem Pferd in Wasser aufgelöst verabreicht.
Periodische Augenentzündung Pferd: Das kostet Sie eine Operation
Wie teuer die OP-Kosten für Ihr Pferd ausfallen, hängen vom individuellen Krankheitsbild und dem gesundheitlichen Zustand des Tieres ab.
Für eine Vitrektomie sollten Pferdebesitzer:innen pro Auge mit etwa 2.000 Euro rechnen. Ist das Auge bereits irreversibel geschädigt und muss vollständig entfernt werden, kostet der Eingriff zwischen 1.000 und 1.200 Euro.
Das leistet die Allianz
Eine Vitrektomie ist in allen Tarifen der Pferdekrankenversicherung der Allianz mitversichert.
Übernommen werden zudem die Kosten für Diagnostik am letzten Untersuchungstag vor einer Operation, an dem die Notwendigkeit zur Durchführung einer Operation festgestellt wurde. Sowie die Nachbehandlungen je nach Tarif bis zu 15 Tage nach OP in Komfort & Premium Tarif. Zudem ist der Aufenthalt in der Tierklinik bis zu 15 Tage nach der OP abgedeckt. Bei der Tierklinik haben Sie selbstverständlich freie Auswahl.