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Pferdekrankheiten: Ursachen und Behandlungen

Die häufigsten Leiden bei Pferden

Kurz erklärt in 30 Sekunden

Die wichtigsten Fakten zu Pferdekrankheiten

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Ausreichend Bewegung und die richtige Ernährung sind das Wichtigste, damit Ihr Pferd ein gesundes und langes Leben hat.
  • Misten Sie den Stall täglich aus und kratzen Sie die Hufe zweimal am Tag aus, um vermehrter Feuchtigkeit und Infektionsgefahr vorzubeugen.
  • Der wichtigste Rat, sollte Ihr Pferd kränkeln: Rufen Sie den Tierarzt lieber einmal zu oft als einmal zu wenig.

Erkrankungen bei Pferden

Die zehn häufigsten Pferdekrankheiten

1. Pferdekrankheit Kolik

Allianz - Pferdekrankheiten: Ein krankes Pferd liegt auf dem Scheunenboden

Die Magen-Darm-Erkrankung erkennen Sie in der Regel daran, dass das unruhige Pferd mit den Beinen scharrt, sich gegen den Bauch schlägt und versucht, sich hinzulegen. Rufen Sie in diesem Fall sofort den Tierarzt. Halten Sie das Pferd mit einer Decke warm, lassen sie es nichts fressen oder sich hinlegen bis der Veterinär eintrifft. Wie Sie Koliken erkennen und vermeiden, erfahren Sie hier.

Die hier und im Folgenden genannten Hausmittel sind kein Ersatz für einen Tierarzt. Viele Krankheiten kann nur ein Veterinär kurieren – sonst enden sie chronisch oder gar tödlich. Verstehen Sie die Hausmittel-Tipps daher bitte als ergänzende Therapie, die Sie nur in Absprache mit Ihrem Arzt einsetzen sollten.

Unsere Hausmittel-Tipps: Kamille, Melisse, Baldrian, Anis, Leinsamen, Holunder und Tausendgüldenkraut können helfen und Symptome mildern.

2. Pferdekrankheit Hufrehe

Allianz - Pferdekrankheiten: wegen Hufrehe verbundener Pferdehuf

Bei dieser Hufkrankheit ist der innere Teil des Hufes entzündet, oft aufgrund von falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Weil meistens die Vorderbeine betroffen sind, verlagert das Pferd im Stehen seinen Schwerpunkt in der Regel nach hinten, um die schmerzenden Läufe zu entlasten. Dabei nimmt es die typische „Hufrehe“-Haltung ein. Eine Hufrehe kann tödlich enden, daher sollten Sie unbedingt einen Tierarzt rufen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt es sich, die betroffenen Stellen zu kühlen, um die Entzündung zu hemmen.

Unser Hausmittel-Tipp: Kochen Sie Ginkgo, Löwenzahn und Brennnesseln aus oder legen Sie die Zutaten in Öl ein und tragen die Tinktur anschließend auf die Hufe auf.

3. Pferdekrankheit Mauke

Allianz - Pferdekrankheiten: Beine und Hufe eines Pferdes

In der Medizin auch als „Fesselekzem“ bekannt, handelt es sich bei der Mauke um eine bakterielle Entzündung in der Fesselbeuge des Pferdes. Die Fessel ist der Teil des Pferdebeins, der als Bindeglied zwischen Mittelfußknochen und Huf fungiert. Auslöser für die Krankheit sind oft nasse und unsaubere Boxen, Insektenbisse, matschige Ausläufe oder zu häufiges Abspritzen der Beine. Die ständige Feuchtigkeit in der Fesselbeuge führt dazu, dass die Haut dort aufquillt und kleine Risse entstehen. Pusteln, Hautrötungen und Schwellungen an dieser Stelle können erste Mauke-Symptome sein. Ziehen Sie unbedingt einen Tierarzt zu Rate, um das Pferd mit den richtigen Mitteln und Salben zu behandeln und es so vor langfristiger Lahmheit zu schützen.

4. Pferdekrankheit Lahmen

Ein Pferd lahmt, wenn es Schmerzen in den Beinen hat. Dabei wirkt sein Gang unregelmäßig, während sein Kopf stark nach oben und unten schwankt. Sitzt die Erkrankung in der so genannten Vorderhand (den vorderen Hufen), hebt das Pferd den Kopf, wenn es mit dem Bein auftritt. Liegt die Lahmheit in der Hinterhand, senkt das Tier den Kopf, wenn es einen Schritt mit diesem Fuß tut. Sobald Sie die Lahmheit lokalisiert haben, sollten Sie die Hufe untersuchen, um kleine Steine oder ein loses Hufeisen als Ursache für die Schmerzen auszuschließen. Finden Sie nichts Auffälliges, ist es an der Zeit, den Tierarzt hinzuzuziehen. Denn dann könnten schwerere Leiden wie eine Hufrehe die Ursache sein. Halten Sie das Pferd ruhig, bis dieser eintrifft!

5. Pferdekrankheit Strahlfäule

Allianz - Pferdekrankheiten: Ein von Bakterien befallener Pferdehuf

Bei dieser Pferdekrankheit greifen Fäulnisbakterien das so genannte Strahlhorn des Pferdes an. Dieses erstreckt sich in Form eines Dreiecks vom Hufballen bis ins vordere Drittel des Hufes. Das weiche und empfindliche Gewebe setzt sich aus seitlicher und mittlerer Strahlfurche zusammen. Lassen Sie den Huf nicht rechtzeitig behandeln, können sich die Bakterien bis in den Blutkreislauf ausbreiten. Allerdings fällt eine beginnende Strahlfäule dem Pfleger oder Reiter in der Regel beim täglichen Säubern der Hufe auf. Der faule Geruch verrät die Bakterien. Zudem sind die betroffenen Stellen weich, schmierig und dunkler als bei einem gesunden Huf. Im Zweifelsfall sollten Sie immer einen Tierarzt rufen.

6. Pferdekrankheit Hufrollen-Syndrom

Läuft das Pferd mit stolpernden Schritten, in erkennbarer Schonhaltung oder lahmt es sogar, kann das an einer geschädigten oder entzündeten Hufrolle liegen. Bei dieser handelt es sich um eine Struktur rund um die Beugesehne im unteren Pferdebein. Die Hufrolle ist für das Tier sehr schmerzhaft – so sehr, dass manche „Patienten“ sich hinlegen und freiwillig gar nicht mehr aufstehen, geschweige denn gehen wollen.

Zu den Ursachen gehören unter anderem Vererbung, Bewegungsmangel und schlechte Pflege. Bemerken Sie Beschwerden bei Ihrem Pferd in diesem Bereich, sollten Sie sofort den Tierarzt rufen. Denn professionell therapiert, ist das Hufrollen-Syndrom gut heilbar.

7. Pferdekrankheit Arthrose

Allianz - Pferdekrankheiten: Ein Pferd kniet und beugt seinen Kopf auf den Boden.

Von der degenerativen Erkrankung der Gelenke sind beim Pferd meistens die Beine betroffen. Weil die erkrankten Partien schmerzen, versucht das Tier, Belastung zu vermeiden, was oft Hinken und Lahmen nach sich zieht. Bewegung und artgerechte Haltung sind die beste Prophylaxe vor Gelenkerkrankungen. Wie genau Sie es vermeiden, dass eine schmerzhafte Arthrose dem Pferd (und damit auch Halter) das Leben verleidet, lesen Sie hier.

Unser Hausmittel-Tipp: Geben Sie Ihrem Tier zur Linderung der Symptome Brennnesseltee mit Ackerschachtelhalm zu trinken.

8. Pferdekrankheit Sommerekzem

Allianz - Pferdekrankheiten: Ein Pferd kratzt sich mit Bissen am Rücken.

Als allergische Reaktion auf den Speichel bestimmter Stechmücken ist das Sommerekzem ein sehr unangenehm juckender Ausschlag. Zu den am häufigsten betroffenen Stellen gehören Schweifrübe, Mähnenkamm und Bauchnaht. Während die ersten kleinen Pusteln meist nicht auffallen, lässt ein hoher Drang zum Scheuern schnell auf ein Sommerekzem schließen. Da das Pferd sich wund scheuern kann und Sie sich der Ursache dafür sicher sein sollten, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Unser Hausmittel-Tipp: Einige Halter schwören auf das Füttern von Knoblauch und das Einreiben mit Essigwasser, um die Mücken vom Pferd abzuhalten.

9. Pferdekrankheit Augenausfluss

Allianz - Pferdekrankheiten: Tränendes Auge eines Pferdes.

Bilden sich Sekrete am Auge, kann dies verschiedene Ursachen haben. Als Laie können Sie daher in der Regel nur rätseln. Es kann sich um eine Infektion der Bindehäute handeln, eine Reizung durch Insekten oder Fremdkörper oder um Parasiten. Auch eine Überproduktion von Tränenflüssigkeit oder sogar Tumore am Auge können die Beschwerden verursachen. Aufgrund der möglichen schweren Ursachen, konsultieren Sie daher Ihren Arzt, um Ihrem Pferd schnell und bestmöglich zu helfen.

10. Pferdekrankheit Wobbler-Syndrom

Allianz - Pferdekrankheiten: Zwei Pferde stehen nebeneinander.

Auch als „Spinale Ataxie“ bekannt, zeigt sich das Wobbler-Syndrom durch einen schwankenden Gang, da die betroffenen Pferde ihre Beinbewegungen nicht mehr koordinieren können. Schuld ist eine Druckbelastung auf dem Rückenmark im Halsbereich des Pferdes. Fallen Ihnen solche Bewegungsstörungen auf, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Tierarzt zu Rate ziehen. Auf eigene Faust ist das Syndrom nicht zu kurieren.

Video

Omas Hausmittel gegen Pferdekrankheiten

Video zu Pferdekrankheiten

In diesem Video werden Ihnen verschiedene Hausmittel vorgestellt, die bei Pferdekrankheiten hilfreich sein können.

Seuchen verhindern

Meldepflichtige Pferdekrankheiten

Leider gibt es einige Krankheiten unter Pferden, die sich so rasant und drastisch ausbreiten, dass Sie als Halter verpflichtet sind, diese sofort zu melden. Halten Sie sich nicht an dieses Gesetz, drohen hohe Strafgelder. Wir haben eine Liste einiger dieser meldepflichtigen Pferdekrankheiten für Sie zusammengestellt:

  1. Ansteckende Metritis (CEM): Die bakterielle Genitalerkrankung ist hochgradig ansteckend und auch als „Deckseuche“ bekannt.
  2. Chlamydiose: Diese bakterielle Infektion kann unter anderem Atemwege, Genitalien und Gelenke beim Pferd befallen. Sie ist auch auf den Menschen übertragbar.
  3. Echinokokkose: ein parasitärer Bandwurm, der sich vor allem in der Leber ansiedelt.
  4. Equine Virus Arteritis: Durch Sperma und Atemwegssekrete verbreitet, zeigt sich das Virus zunächst mit grippeähnlichen Symptomen.
  5. Leptospirose: Die bakterielle Infektionskrankheit gelangt in der Regel über die Schleimhäute oder durch Zeckenbisse in den Pferdekörper. Die Bakterien sind auch auf den Menschen übertragbar.
  6. Salmonellose: Die Infektionskrankheit, die sowohl Tiere als auch Menschen betrifft, zeigt sich in der Regel nach zwei bis drei Tagen mit Fieber und Durchfall.

Eine vollständige Auflistung meldepflichtiger Tierkrankheiten finden Sie zudem auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Infografik: Die häufigsten Pferdekrankheiten

Allianz - Ein Icon von einem Pferd beschriftet mit den häufigsten Pferdekrankheiten.

Lesen Sie hier, welche Behandlungen häufiger Pferdekrankheiten die Allianz übernimmt.

Pferdekrankheiten vorbeugen

Tipps für die richtige Prophylaxe

Allianz - Pferdekrankheiten vorbeugen: Pferdehuf wird mit speziellem Werkzeug ausgekratzt

Kein Halter sieht sein Pferd gerne leiden. Einigen Krankheiten können Sie ganz leicht vorbeugen:

  • Entmisten Sie täglich die Pferdebox, sodass sich keine Exkremente ansammeln und zu erhöhter Feuchtigkeit führen.
  • Kratzen Sie zweimal täglich alle vier Hufe Ihres Pferdes aus, damit sich dort weder Dreck noch Feuchtigkeit staut.
  • Wichtig ist außerdem, dass das Pferd mit ausreichend Zink versorgt ist. Die Ernährung spielt eine maßgebliche Rolle für ein intaktes Immunsystem. Die Heufütterung alleine kann den Zinkbedarf eines Pferdes in der Regel nicht decken, daher füttern viele Halter Mineralstoffpräparate hinzu.

Wie ein Mensch kann aber auch ein Pferd manchmal unerwartet krank werden. Stellen Sie auffällige Symptome, Unruhe oder Unwohlsein bei Ihrem Tier fest, sollten Sie den Tierarzt lieber einmal zu viel als zu wenig rufen. Um Sie vor den möglicherweise hohen Kosten einer Behandlung zu schützen, ist eine Pferdekrankenversicherung sinnvoll.

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