Keine Chance der Pferdegrippe

Influenza Impfung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Was Pferdehalter wissen sollten
  • Es besteht keine generelle Pflicht in Deutschland, Pferde gegen Influenza impfen zu lassen.
  • Laut der Ständigen Impfkommission für Tiere (StIKo Vet.) ist die Impfung jedoch dringend empfehlenswert, weil die Krankheit im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann und hochansteckend ist.
  • Wirkliche Sicherheit bieten nur regelmäßige Wiederholungsimpfungen.
  • Die Pferdegrippe ist für Menschen nicht gefährlich. Menschen können das Influenza-Virus aber auf andere Tiere übertragen.
Medizinische Definition
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Influenza beim Pferd, auch unter den Namen „Pferdegrippe“, „Equine Influenza“ oder „Hoppegartener Husten“ bekannt, ist eine Infektionskrankheit der oberen und unteren Atemwege. Auslöser sind Influenzaviren der Familie der Orthomyxoviridae.
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Vorkommen, Übertragung, Symptome
Allianz - Pferd gegen Grippe impfen: Junges Pferd liegt auf grüner Wiese

Vorkommen der Pferdekrankheit

Die Pferdegrippe ist mehr oder weniger weltweit verbreitet. Man vermutet, dass die Influenza zunächst bei Pferden in Nordamerika auftrat und von dort aus durch Rennpferde in die übrige Welt verschleppt wurde. Insbesondere die Internationalisierung des Pferdesports und -handels haben dazu beigetragen, dass sich die Krankheit grenzüberschreitend ausbreiten konnte.

Übertragung von Influenzaviren

Die Influenzaviren werden über die Atemwege aufgenommen und ausgeschieden. Die Übertragung durch die Luft sorgt dafür, dass andere Tiere im Umkreis von 40 Metern um das erkrankte Pferd herum ansteckungsgefährdet sind. Die Viren vermehren sich in der Schleimhaut der Nüstern (so genannte lokale Infektion), greifen das Gewebe an und gelangen so in den gesamten Atemapparat. Über das Blut können sie auch in die Lungen gelangen, worauf das kranke Tier mit starkem Husten reagiert. Dies begünstigt eine Ausbreitung des Virus, bis hin zur seuchenhaften Ansteckung des gesamten Pferdebestands eines Stalles.

Symptome von Influenza beim Pferd

Nach einer Inkubationszeit von 12 bis 24 Stunden (bei einigen Subtypen des Virus bis zu 8 Tagen) treten erste Symptome auf. Typisch sind:

  • Schubweises Fieber bis 42°
  • Zunächst trockener Husten
  • Wässriger bis schleimiger Nasenausfluss
  • Schmerzhaft, wenn auch nur wenig vergrößerte Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit, Apathie, Muskelzittern
  • Bei starker Influenza sogar Herzschwäche und Gliedmaßenödeme
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Impfbefürworter und Impfgegner
 Allianz - Influenza beim Pferd: Pferd steht in der Pferdebox

Jeder Pferdehalter steht vor der Frage, ob und wogegen er sein Pferd impfen lassen sollte. Ebenso wie beim Menschen sind Impfungen beim Pferd umstritten. Während Befürworter mit der statistisch belegten Abnahme der Infektionsanfälligkeit argumentieren, führen Impfgegner die zum Teil heftig ausfallenden Impfreaktionen an. Wer nach einer allgemeingültigen Antwort auf die Frage, welche Impfungen er bei seinem Pferd vornehmen lassen sollte, sucht, wird enttäuscht. Die Notwendigkeit ist von mehreren Faktoren abhängig, die man als Pferdebesitzer kennen sollte.

Immer bewusst sein sollte man sich jedoch darüber, dass die Entscheidung nicht nur Auswirkungen auf das eigene Pferd hat: Impfungen dienen nicht nur der Gesunderhaltung eines Einzeltieres, sondern verhindern auch so genannte Infekt-Ketten. Denn im schlimmsten Fall kann ein erkranktes Tier den gesamten Bestand eines Stalls anstecken.

Core-Komponenten vs. Non-Core-Komponenten

Trotzdem gibt es in Deutschland keine Impfpflicht. Aber es existieren wissenschaftliche Empfehlungen, etwa von der Ständigen Impfkommission Vet. (StIKo Vet.) in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut, das für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist. Beide Institutionen haben eine Leitlinie herausgegeben, die über Pferdekrankheiten und Impfungen informiert und Empfehlungen zu Grundimmunisierung sowie Folgeimpfungen gibt. Da Grippeviren mutieren können, werden dieser Leitfaden und zulässige Impfstoffe regelmäßig aktualisiert. Als hilfreiche Strukturierung existiert eine Unterscheidung zwischen zu impfenden Core- und Non-Core-Komponenten.

Core-Komponenten sind Impfungen gegen Infektionen, die schwerwiegende oder tödliche Krankheiten verursachen können und zu denen die StIKo Vet. dringend rät. Non-Core-Komponenten sind nicht weniger wichtig, allerdings nicht für jedes Pferd zu jedem Zeitpunkt bedeutend. Die Influenza-Impfung zählt wie die Impfung gegen Tetanus und die Herpesvirus-Infektion der Typen 1 und 4 zu den Core-Komponenten.

Das Veterinäramt rät dringend zu Impfungen gegen Influenza. „Paragraf zwei des Tierschutzgesetzes verlangt vom Halter eine angemessene Gesundheitsfürsorge und -vorsorge. Impfungen sollten selbstverständlich sein. Es gibt sogar einige Gerichtsurteile, die besagen, dass ein verantwortungsvoller Halter diese Impfungen durchführen lassen sollte. Leider unterscheiden sich viele Veterinärämter in ihrer Haltung dazu“, so Swantje Schumacher, Tierärztin im Veterinäramt Aachen, und fügt hinzu: „Meine eigenen Pferde sind alle gegen diese Influenza geimpft.“

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Schnelle Genesung
 Allianz - Illustration: Frau streichelt Pferd in einer Box

Was den Krankheitsverlauf angeht, ist es bei Pferden ähnlich wie bei uns Menschen. Je besser die Umstände, desto schneller die Genesung. Ein Pferd, das in einem trockenen, warmen Stall steht und professionelle Pflege erfährt, bei dem sind Husten und Bronchitis in der Regel nach drei Wochen ausgeheilt.

Komplikationen bei der Pferdegrippe

Besonders gefährlich kann die Pferdegrippe für trächtige Stuten werden. Hier kann es zum Verlust des Fohlens oder zur Fehlgeburt kommen. Bei unhygienischen Bedingungen und einer in der akuten Phase unbehandelten Influenza können sogenannte Sekundärinfektionen auftreten, die wiederum Folgeerkrankungen auslösen können wie Hufrehe, Lungenödeme, Kehlkopfentzündungen oder Druse. Im schlimmsten Fall führt die Infektion sogar zu einer chronischen Schädigung der Lunge – was das Pferd sein Leben lang belastet und schwächt.

 Allianz - Illustration: Frau streichelt Pferd in einer Box
Allianz - Pferdehalter-Haftpflicht: Illustration Mann geht mit Pferd im Regen spazieren
Schonung nach der Grippe
Allianz - Pferdehalter-Haftpflicht: Illustration Mann geht mit Pferd im Regen spazieren

Nach ausgeheilter Krankheit sollten Sie mit dem Pferd mindestens sechs Wochen lang nur schonend arbeiten. Beim Sportpferd ist davon auszugehen, dass es erst nach drei Monaten seine alte Form wiedererlangt. Spätschäden sind möglich, wenn das Pferd nach Abklingen der Krankheitserscheinungen zu zeitig wieder belastet wird. Auch hier gibt es Parallelen zu uns Menschen: Schließlich kommt der Rat, dass Überbelastung bei oder direkt nach einer Grippe aufs Herz gehen kann, nicht von ungefähr.

Für den Menschen ist die Pferdegrippe übrigens ungefährlich. Trotzdem sollte man beim Kontakt mit dem vierbeinigen Patienten vorsichtig sein – denn man selbst kann den Virus auf andere Pferde übertragen.

Turnierpferde und Gemeinschaftsställe
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Geringe Nebenwirkungen
Wer sich Sorgen macht, dass die Impfung das Pferd schwächt oder beeinträchtigt, wird bei seinem Tierarzt Gehör und Auskunft erhalten. Die Anzahl der Pferde, bei denen ernsthafte Nebenwirkungen auftreten, ist verschwindend gering. Bei den meisten dokumentierten Fällen handelt es sich um Schwellungen an der Injektionsstelle oder eine Verhärtung der Muskeln – Nebenwirkungen, die wir auch von Impfungen bei uns selbst kennen. Daher sollten Sie Ihrem Pferd nach dem Impfen eine Ruhepause gönnen. Dennoch ist das Risiko, dass das Pferd ungeimpft an Influenza erkrankt und ernsthaften Schaden nimmt, viel größer, als die Gefahr, die von einer unerwünschten Nebenwirkung ausgeht.
Quellen: DQHA, Gebrauchsinformation ProteqFlu, Tierärztekammer Sachsen

Kosten einer Influenza Impfung

Einige Pferdebesitzer lassen ihr Pferd aus Kostengründen nicht impfen. Das allerdings ist kurzsichtig gedacht: Obwohl die meisten Impfungen nicht billig sind, sind sie noch immer weitaus kostengünstiger als die Behandlung eines erkrankten Pferdes. Tierarztkosten lassen sich durch kombinierte Impfungen einsparen, doch sind separate Impfungen nachhaltiger und minimieren das Risiko einer körperlichen Beeinträchtigung des Tieres.

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