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Eine Hand hält eine Spritze in die Höhe, im Hintergrund ist ein Pferd zu sehen
Keine Chance der Pferdegrippe

Influenza Impfung beim Pferd: Sinnvoll oder nicht?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Es besteht keine generelle Pflicht in Deutschland, Pferde gegen Influenza impfen zu lassen.
  • Laut der Ständigen Impf­kommission für Tiere (StIKo Vet.) ist die Impfung jedoch dringend empfehlenswert, weil die Krankheit im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann und hochansteckend ist.
  • Nach der Grundimmunisierung sind regelmäßige Wiederholungs­impfungen nötig, damit Ihr Pferd sicher vor der Krankheit geschützt ist . 
  • Die Pferdegrippe ist für Menschen nicht gefährlich. Menschen können das Influenza-Virus aber auf andere Tiere übertragen.
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Medizinische Definition
Influenza beim Pferd, auch unter den Namen "Pferdegrippe", "Equine Influenza" oder "Hoppegartener Husten" bekannt, ist eine Infektionskrankheit der oberen und unteren Atemwege. Auslöser sind Influenzaviren der Familie der Orthomyxoviridae.
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Zum Schutz vor Pferdegrippe
Jeder Pferdehalter steht vor der Frage, ob und wogegen er sein Pferd impfen lassen sollte. Wer nach einer allgemeingültigen Antwort auf die Frage, welche Impfungen für das eigene Pferd sinnvoll sind, sucht, wird enttäuscht. Die Notwendigkeit ist von mehreren Faktoren abhängig, die man als Pferdebesitzer kennen sollte.
  

Immer bewusst sein sollte man sich jedoch darüber, dass die Ent­scheidung nicht nur Aus­wirkungen auf das eigene Pferd hat: Impfungen dienen nicht nur der Gesund­erhaltung eines Einzel­tieres, sondern verhindern auch so genannte Infekt-Ketten. Denn im schlimmsten Fall kann ein erkranktes Tier den gesamten Bestand eines Stalls anstecken.

Influenza Impfung für Pferde wird dringend empfohlen

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, es gibt aber wissen­schaftl­iche Empfehlungen, etwa von der Ständigen Impfkommission Vet. (StIKo Vet.) in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut, das für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist. Beide Institutionen haben eine Leitlinie heraus­gegeben, die über Pferdekrankheiten und Impfungen informiert und Empfehlungen zu Grundimmunisierung sowie Folgeimpfungen gibt. Da Grippeviren mutieren können, werden dieser Leitfaden und zulässige Impfstoffe regelmäßig aktualisiert. Als hilfreiche Strukturierung existiert eine Unterscheidung zwischen zu impfenden Core- und Non-Core-Komponenten.

Core-Komponenten sind Impfungen gegen Infektionen, die schwerwiegende oder tödliche Krankheiten verursachen können und zu denen die StIKo Vet. dringend rät. Non-Core-Komponenten sind nicht weniger wichtig, allerdings nicht für jedes Pferd zu jedem Zeitpunkt notwendig. Die Influenza-Impfung zählt wie die Impfung gegen Tetanus und die Herpesvirus-Infektion der Typen 1 und 4 zu den Core-Komponenten.

Das Veterinäramt rät dringend zu Impfungen gegen Influenza. „Paragraf zwei des Tierschutz­gesetzes verlangt vom Halter eine angemessene Gesundheits­fürsorge und -vorsorge. Impfungen sollten selbstverständlich sein. Es gibt sogar einige Gerichtsurteile, die besagen, dass ein ver­antwortungs­voller Halter diese Impfungen durchführen lassen sollte. Leider unterscheiden sich viele Veterinärämter in ihrer Haltung dazu“, so Swantje Schumacher, Tierärztin im Veterinäramt Aachen.

    
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Turnierpferde und Gemeinschaftsställe
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht für Pferde. Wer sein Tier allerdings in Gemeinschaftsställen oder -koppeln unterbringen möchte kann es ohne aktuelle Impfung schwer haben. Das gleiche gilt für Pferde die an Sportereignissen teilnehmen.
Gut zu wissen

Die Influenza-Impfung für das Pferd besteht aus drei Einzel-Impfungen. Die erste Impfung erhalten Fohlen im Alter von etwa sechs Monaten. Die zweite Impfung erhalten die Pferde dann etwa vier bis sechs Wochen später. Die dritte und letzte Impfung erfolgt dann ein halbes Jahr später. Danach ist die Grund­immuni­sierung abgeschlossen.

Um die Immunität gegen die Pferde­grippe aufrecht zu erhalten, sollte Sie die Impfung in einem regelmäßigen Impfintervall mindestens einmal jährlich auffrischen. Für Turnierpferde ist die Wiederholungsimpfung alle sechs Monate vorgeschrieben.

Wichtig: Damit der Körper des Pferdes die Impfung optimal aufnehmen kann, ist es wichtig, dass nur gesunde Tiere geimpft werden!

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Kosten

Wie hoch die Kosten für eine Influenza-Impfung für Ihr Pferd sind, hängt von Präparat und Tierarzt ab. In der Regel müssen Sie pro Impfung mit einem Betrag zwischen 30 und 100 Euro rechnen. 

Einige Pferdebesitzer lassen ihr Pferd aus Kostengründen nicht impfen. Das allerdings ist kurzsichtig gedacht: Obwohl die meisten Impfungen nicht billig sind, sind sie noch immer weitaus kostengünstiger als die Behandlung eines erkrankten Pferdes. Tierarztkosten lassen sich durch kombinierte Impfungen einsparen, allerdings sind separate Impfungen nachhaltiger und minimieren das Risiko einer körperlichen Beeinträchtigung des Tieres.

 
Pferdekrankenversicherung

Die Allianz Pferdekrankenversicherung übernimmt mit der Vorsorgeleistung auch die Kosten für eine Influenza Impfung. Die Vorsorge ist im Rahmen des Heil­be­hand­lungs- und Vorsorgeschutzes bis zu 100 Euro jährlich versichert und kann für Impfungen verwendet werden.

Des Weiteren erstattet die Pferde­kranken­versicherung die Kosten für eine Heil­­be­handlung bis zu 5.000 Euro pro Jahr, wenn der Baustein Heil­behandlungs- und Vorsorge­schutz gewählt wurde. Die Kosten einer Operation erstatten wir je nach Tarif ohne jährliche Höchst­grenze und bis zu 100 Prozent der Rechnungs­summe.

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Geringe Nebenwirkungen
Die Anzahl der Pferde, bei denen ernsthafte Nebenwirkungen auftreten, ist verschwindend gering. Bei den meisten dokumentierten Fällen handelt es sich um Schwellungen an der Injektionsstelle oder eine Verhärtung der Muskeln. Daher sollten Sie Ihrem Pferd nach dem Impfen eine Ruhepause gönnen. Das Risiko, dass das Pferd ungeimpft an Influenza erkrankt und ernsthaften Schaden nimmt, ist viel größer, als die Gefahr, die von einer unerwünschten Nebenwirkung ausgeht.
Quellen: DQHA, Gebrauchsinformation ProteqFlu, Tierärztekammer Sachsen
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Vorkommen, Übertragung, Symptome
Die Pferdegrippe ist weltweit verbreitet. Man vermutet, dass die Influenza zunächst bei Pferden in Nordamerika auftrat und von dort aus durch Rennpferde in die übrige Welt verschleppt wurde. Insbesondere die Inter­national­isierung des Pferde­sports und -handels haben dazu beigetragen, dass sich die Krankheit grenzüberschreitend ausbreiten konnte.
  

Übertragung von Influenza­viren

Die Influenzaviren werden über die Atemwege aufgenommen und ausgeschieden. Die Übertragung durch die Luft sorgt dafür, dass andere Tiere im Umkreis von 40 Metern um das erkrankte Pferd herum ansteckungs­gefährdet sind. Die Viren vermehren sich in der Schleim­haut der Nüstern (so genannte lokale Infektion), greifen das Gewebe an und gelangen so in den gesamten Atemapparat. Über das Blut können sie auch in die Lungen gelangen, worauf das kranke Tier mit starkem Husten reagiert. Dies begünstigt eine Ausbreitung des Virus, bis hin zur seuchen­haften Ansteckung des gesamten Pferdebestands eines Stalles.

Symptome von Influenza beim Pferd

Nach einer Inkubationszeit von 12 bis 24 Stunden (bei einigen Subtypen des Virus bis zu 8 Tagen) treten erste Symptome auf. Typisch sind:

  • Schubweises Fieber bis 42°C
  • Zunächst trockener Husten
  • Wässriger bis schleimiger Nasenausfluss
  • Schmerzhafte, wenn auch nur wenig vergrößerte Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit, Apathie, Muskelzittern
  • Bei starker Influenza sogar Herzschwäche und Gliedmaßenödeme

Diagnose der Pferde­influenza

Die Diagnose erfolgt bei Pferdegrippe entweder durch einen indirekten Nachweis mittels Serologie oder durch einen Erregernachweis. Für die Serologie werden zwei Blutproben genommen, so kann ein Antikörper-Anstieg nachgewiesen werden. Für den direkten Erregernachweis nimmt der Tierarzt einen Nasentupfer, durch den das Virus festgestellt werden kann.
   
 
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Krankheitsverlauf

Was den Krankheitsverlauf angeht, ist es bei Pferden ähnlich wie bei uns Menschen. Je besser die Umstände, desto schneller die Genesung. Ein Pferd, das in einem trockenen, warmen Stall steht und professionelle Pflege erfährt, bei dem sind Husten und Bronchitis in der Regel nach drei Wochen ausgeheilt.

Komplikationen bei der Pferdegrippe

Besonders gefährlich kann die Pferdegrippe für trächtige Stuten werden. Hier kann es zum Verlust des Fohlens oder zur Fehlgeburt kommen. Bei unhygienischen Bedingungen und einer in der akuten Phase unbehandelten Influenza können sogenannte Sekundär­infektionen auftreten, die wiederum Folgeerkrankungen auslösen können wie Hufrehe, Lungenödeme, Kehl­kopf­entzündungen oder Druse. Im schlimmsten Fall führt die Infektion sogar zu einer chronischen Schädigung der Lunge – was das Pferd sein Leben lang belastet und schwächt.

Zurück in den Alltag

Nach ausgeheilter Krankheit sollten Sie mit dem Pferd mindestens sechs Wochen lang nur schonend arbeiten. Beim Sportpferd ist davon auszugehen, dass es erst nach drei Monaten seine alte Form wieder­erlangt. Spätschäden sind möglich, wenn das Pferd nach Abklingen der Krankheitserscheinungen zu früh wieder belastet wird. Auch hier gibt es Parallelen zu uns Menschen: Schließlich kommt der Rat, dass Über­belastung bei oder direkt nach einer Grippe aufs Herz gehen kann, nicht von ungefähr.

Für den Menschen ist die Pferdegrippe übrigens ungefährlich. Trotzdem sollte man beim Kontakt mit dem vierbeinigen Patienten vorsichtig sein – denn man selbst kann den Virus auf andere Pferde übertragen.

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