Kleinkind spielt mit Medikamentenen
Anzeichen & Erste Hilfe

Vergiftung: Symptome erkennen und richtig behandeln

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Kinder sind besonders gefährdet 
  • Unter einer Vergiftung – auch Intoxikation genannt – versteht man die Schädigung des Körpers durch eine fremde, manchmal auch giftige Substanz. Der Kontakt kann durch Verschlucken, Einatmen oder über die Haut sowie Schleimhäute (Augen und Nase) zustande kommen.
  • Schädliche Substanzen sind beispielsweise Medikamente, Drogen, Chemikalien, Pilze oder Pflanzen. Je nach Art und Dosis des Giftes treten die Symptome der Vergiftung unterschiedlich stark auf.
  • Aufgrund ihres Entdeckungsdrangs sind kleine Kinder besonders anfällig für Vergiftungen, zum Beispiel durch versehentliches Trinken von Reinigungsmitteln. Daher sollten Sie Medikamente, Putzmittel und andere Chemikalien immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Während manche Vergiftungen harmlos verlaufen, können andere tödlich enden. Besteht ein Verdacht auf Vergiftung, sollten Sie sofort den Notruf wählen und nach Möglichkeit selbst Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen.
Illustration Information Gut zu wissen
Gut zu wissen
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Ungewollte Vergiftungen zählen zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Kleine Kinder sind besonders anfällig dafür. Ein klassisches Beispiel ist, dass sie aus einer vermeintlichen Wasserflasche trinken, in der die Eltern Haushaltsreiniger oder chemische Politur aufbewahren.

Im Gegensatz zu einem Unfall mit offensichtlichen Verletzungen ist eine Vergiftung oft nicht als solche zu erkennen. Tückisch sind vor allem Substanzen, die normalerweise unschädlich sind und nur Probleme verursachen, wenn Sie sie über einen längeren Zeitraum oder in großen Mengen einnehmen. Andere wiederum sind so toxisch, dass bereits eine kleine Dosis ernsthafte Schäden verursacht. In folgenden Fällen sollten Sie eine Vergiftung in Betracht ziehen:

  • Wenn junge, vitale Menschen ohne Vorerkrankungen unerwartet sterben
  • Wenn Kinder plötzlich schwer erkranken
  • Wenn mehrere Personen aus demselben Umfeld gleichzeitig erkranken
  • Wenn Menschen mit Zugang zu chemischen Stoffen sich unwohl fühlen
  • Bei Abhängigkeit von Rauschgift, Medikamenten oder Alkohol
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Anzeichen
Blonder Junge hält sich Hand an die Stirn

Sobald eine toxische Substanz in den menschlichen Organismus gelangt, stört oder behindert sie dessen natürliche Reaktionsabläufe. Je nach Art und Menge des Giftes können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Typische Symptome, an der Sie eine Vergiftung erkennen können, sind:

  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Erregungszustände, Verwirrtheit, Halluzinationen
  • Schneller oder sehr langsamer Puls
  • Blässe, gerötete Haut
  • Hitzegefühl, Schweißausbrüche
  • Schock
  • Bewusstseinstrübung bis Bewusstlosigkeit
  • Atemnot bis Atemstillstand
  • Herz-Kreislauf-Versagen bis hin zu Herzstillstand

Gelangt der Giftstoff in die Nervenbahnen, kann es zu Lähmungen im Körper oder spastischen Zuckungen kommen. Erfolgt der Giftkontakt über die Haut, sind Rötungen, Ausschlag und Pustelbildung typische Vergiftungserscheinungen. Bei chronischem Kontakt kann eine Entzündung der Haut (Dermatitis) die Folge sein. Augenkontakt mit toxischen Substanzen löst meist Juckreiz, Schmerzen und Rötung der Augen aus. Im schlimmsten Fall kann es zur Erblindung kommen.

Blonder Junge hält sich Hand an die Stirn
Gut zu wissen

Wie schnell die Vergiftungssymptome auftreten und mit welchen Beschwerden sie einhergehen, hängt von Art und Menge der schädlichen Substanz ab. Häufig äußern sich die Symptome schon kurz nach Kontakt mit dem Schadstoff – etwa bei Verätzungen mit Säure oder Rauchvergiftungen.

Bei anderen Substanzen zeigen sich erste Vergiftungserscheinungen wiederum erst nach mehreren Stunden oder sogar Tagen. Das liegt meist daran, dass erst ein Stoffwechselprodukt der betreffenden Substanz im Körper Beschwerden auslöst.

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Was zu tun ist
Besteht Verdacht auf eine Vergiftung, sollten Sie sofort einen Arzt konsultieren oder den Notruf wählen. Lassen Sie die Finger von vermeintlichen Hausmitteln wie ein Glas Milch trinken – das Gift könnte so noch schneller ins Blut gelangen. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie ergreifen können, um dem Betroffenen zu helfen, hängt von der Ursache der Vergiftung ab, welche Symptome auftreten und wie stark die Vergiftung ist.

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Vergiftungsart Erste-Hilfe-Maßnahme
Einnahme oder Überdosierung giftiger Substanzen Die Mundhöhle von Giftresten säubern und eventuell vorhandene Rückstände des Eingenommenen mit dem Finger (mit Einmalhandschuhen) oder einem Waschlappen aus dem Mund wischen. Betroffenen nichts zu trinken geben. Flüssigkeiten wie Milch beschleunigen die Giftaufnahme im Darm und ermöglichen die Verbreitung des Gifts über die Blutbahn. Erbrechen vermeiden, da eine Verätzung der Speiseröhre die Folge sein kann.
Einatmen von Gasen (z.B. Kohlenmonoxid) Betroffene aus der Gefahrenzone und sofort an die frische Luft bringen. Erst dort die Atmung kontrollieren, bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage bringen und ggf. wiederbeleben.
Augenkontakt mit Chemikalien (z.B. Säuren) Augen umgehend mindestens zehn Minuten lang mit kaltem Wasser ausspülen. Dabei immer von der Nase weg nach außen zu den Schläfen säubern.
Hautkontakt mit giftigen Substanzen Betroffene Stellen gründlich mit kaltem Wasser spülen. Wichtig: Keine Kleidungsstücke entfernen, die mit der Chemikalie getränkt sind – sie könnten die darunterliegende Haut abreißen und tiefere Hautschichten verletzen.

Vergiftung: Wann zum Arzt?

Nicht jede Vergiftung erfordert eine ärztliche Behandlung. Ob eine Intoxikation harmlos oder tödlich ist, kann ein Laie aber meist nicht abschätzen. Deshalb sollten Sie auch bei einer vermuteten Vergiftung einen Fachmann konsultieren: Bringen Sie das Vergiftungsopfer zum Arzt oder alarmieren Sie den Notarzt. Wenn (noch) keine Anzeichen einer Vergiftung auftreten, obwohl Sie eine solche vermuten, sollten Sie die für Ihren Wohnort zuständige Giftnotrufzentrale anrufen. Entsprechend geschulte Mitarbeiter beraten Sie, was im Einzelfall zu tun ist.

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Prävention

Verschiedene Vorsichtsmaßnahmen sorgen dafür, dass es erst gar nicht zu einer Vergiftung kommt. Vor allem in Haushalten mit Kindern können folgende Tipps Leben retten:

  • Füllen Sie giftige Substanzen nie in Lebensmittelbehälter wie Schüsseln, Saftflaschen oder Tupperware ab. Falls es nicht anders geht, sollten Sie den Behälter groß und deutlich beschriften (z.B. „Vorsicht, giftig!“).
  • Kennzeichnen Sie Gefäße und Verpackungen mit toxischen Substanzen immer ausreichend und achten Sie auf kindersichere Verschlüsse.
  • Lagern Sie gefährliche Substanzen stets außer Reichweite von Kindern, zum Beispiel auf hohen Schränken oder Regalen, die im besten Fall verschließbar sind.
  • Bewahren Sie Medikamente an einem Ort auf, der für Kinder nicht zugänglich ist, etwa in einem abschließbaren Arzneischrank.
  • Schließen Sie Arzneimittel nach jedem Gebrauch weg, selbst wenn Sie sie mehrmals täglich benötigen.
  • Lassen Sie Medikamente nie offen herumliegen. Vor allem bunte Pillen, die leckeren Bonbons ähneln, landen schnell in den Händen und Mündern von Kindern.
  • Bewahren Sie Giftstoffe und Haushaltschemikalien wie Putz-, Spül- und Waschmittel nicht neben Nahrungsmitteln auf, sondern in einem separaten verschließbaren Schrank.
  • Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt in die Nähe von Einkaufs- oder Handtaschen spielen. Auch Parfüm oder Putzmittel können Vergiftungen herbeiführen.
  • Bewahren Sie Alkohol an für Kinder unerreichbaren Orten auf. Für Babys und Kleinkinder sind bereits geringe Mengen sehr gefährlich.
  • Lassen Sie Zigarettenstummel und losen Tabak auf keinen Fall offen herumliegen. Kinder sind neugierig, imitieren Erwachsene und stecken sich schnell etwas in den Mund.
  • Klären Sie Ihren Nachwuchs frühzeitig über die Gefahren von Medikamenten, Alkohol, Haushaltschemikalien, giftigen Pflanzen, Pilzen und Co. auf.
Gut zu wissen
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Gesundheitsschäden, die durch die freiwillige Einnahme fester oder flüssiger Stoffe (= Essen und Trinken) entstehen, gelten nicht als Unfall. Vom Versicherungsschutz der privaten Unfallversicherung sind sie daher ausgeschlossen. Damit sind nicht nur Vergiftungen durch verdorbene Lebensmittel gemeint, sondern auch alle anderen toxischen Substanzen, die über den Mund in den Körper gelangen – zum Beispiel falsch eingenommene Medikamente oder das versehentliche Trinken von Reinigungsmittel oder Spiritus. Bei Blutvergiftungen, die nicht unmittelbar aus einer Unfallverletzung resultieren, besteht ebenfalls kein Unfallversicherungsschutz.

Einige Kinder-Unfallversicherungen machen hier eine Ausnahme und greifen bis zu einem festgelegten Alter (z. B. zehn Jahre) bei Vergiftungen durch Verschlucken giftiger fester oder flüssiger Stoffe. Lebensmittelvergiftungen sind auch bei Kindern in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

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Die passende Versicherung 
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