Geld­anlage

Geld­anlage lernen & verstehen für Anfänger­ und Anfängerinnen.
Allianz Geldanlage: Zwei Männer sitzen vor ihren Computern und schauen sich die Entwicklungen auf dem Markt an.
Geldanlage bedeutet, Geld gezielt einzusetzen, damit es Ertrag bringen kann. Über die Zeit kann Ihr Vermögen durch Wertsteigerungen, Zinsen und Zinseszinseffekte wachsen. Statt heute Geld auszugeben, investieren Sie einen kleinen Teil davon, um Ihr Geld in der Zukunft durch mögliche Erträge zu vermehren. So machen Sie sich und Ihre Familie unabhängiger von Arbeit und fremder Hilfe.
Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie viel Geld Sie anlegen sollten. Wichtig ist, dass Sie sich mit Ihrer Geldanlage nicht übernehmen. Prüfen Sie Ihre finanzielle Situation, um zu erkennen, wie viel Geld Sie investieren können, ohne sich in Ihrer Lebensführung einzuschränken. Legen Sie nur das Geld langfristig an, das Sie auf absehbare Zeit nicht brauchen, und halten Sie sich einen Puffer von mindestens 3 Monatsgehältern für Notfälle vor.
Seit 2005 ist die 50-30-20-Regel sehr bekannt geworden. Diese Faustregel ist ein Vorschlag, wie man sein Einkommen verwenden kann: 50 % für Lebenshaltung, 30 % für Wünsche und 20 % für Geldanlage, Sparen oder Schuldenabbau. Tatsächlich investieren Anlegerinnen und Anleger in Europa und Deutschland aber deutlich weniger als 20 % ihres Geldes. Im Euroraum liegt die "Financial Investment Rate" für das Jahr 2024 bei 9,2 %. Diese Kennzahl misst den Nettoerwerb finanzieller Vermögenswerte als Prozent des verfügbaren Einkommens ( Quelle: Europäische Zentralbank, Q4 2024).
Um zu wissen, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben, um es anzulegen, müssen Sie zuerst verstehen, wie viel Geld Sie durchschnittlich im Monat zum Leben brauchen. Dafür sollten Sie über mehrere Monate Ihre Ausgaben Ihren Einnahmen gegenüberstellen. Früher hat man das mit einem Haushaltsbuch gemacht, heute gibt es dafür Programme und Apps. Es geht auch gar nicht darum, bis ins Detail alle Ausgaben zu kennen, sondern darum, ein grobes Verständnis für Ihren monatlichen Geldfluss zu bekommen und zu verstehen, wie viel Geld Sie im Monat anlegen oder sparen können, ohne sich einzuschränken.
Legen Sie sich für Krankheit, Reparaturen, ungeplante Ausgaben oder zur Überbrückung eines Jobwechsels einen Puffer in Höhe von drei Monatsgehältern oder mindestens 500 Euro an. Ihre Rücklage sollte so hoch sein, dass Sie damit Ihre Lebenshaltungskosten für mindestens drei Monate decken können. So ein Notgroschen soll verhindern, dass Sie bei kurzfristigen Engpässen Ihre Anlagen unter Zeitdruck verkaufen müssen. Damit das klappt, sollte Ihre finanzielle Reserve so angelegt sein, dass sie sicher ist, Sie aber leicht darauf zugreifen können, also idealerweise auf einem Tagesgeldkonto oder einfach auf dem Girokonto. Sie können Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld nutzen, um Ihr Finanzpolster mit der Zeit auf sechs Monatsgehälter auszubauen. Es ist sinnvoll, Ihre Rücklage mindestens einmal im Jahr zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern.
In vielen Anlageformen ist Ihr Geld für fünf Jahren oder länger gebunden. Wenn sie in den nächsten drei bis fünf Jahren größere Ausgaben wie zum Beispiel Reisen, eine Ausbildung oder Autokauf planen, sollten Sie sie auch das Geld dafür besser als Reserve auf dem Tagesgeldkonto oder Girokonto behalten und nicht fest anlegen. Um zum richtigen Zeitpunkt genügend Geld verfügbar zu haben ist es wichtig Ihre Anlageziele zu kennen.
Wenn Sie wissen, wie viel Geld Sie anlegen können, sollten Sie überlegen, welche Ziele Sie mit Ihrer Kapitalanlage kurzfristig und langfristig erreichen wollen. Kurzfristige Anlageziele liegen ungefähr in einem Zeithorizont von fünf Jahren und sind zum Beispiel Reisen, eine Ausbildung oder ein neues Auto. Langfristige Anlageziele liegen zeitlich weiter weg als fünf Jahre oder sind grundsätzliche Strategien, wie Altersvorsorge, Geld für die eigene Immobilie oder eine gute finanzielle Absicherung der Kinder.
Versuchen Sie bei der Planung Ihrer Anlageziele, die Veränderungen Ihrer Lebenssituation vorauszudenken: Ausbildung, erstes Auto, Umzug, Hochzeit, Kinder, Hausbau, Jobwechsel, Selbständigkeit, Tod der Eltern, Erbe, Ruhestand und Rente, möglicherweise Pflege. Mehrere Jahrzehnte oder sogar Generationen voraus zu denken, ist natürlich nicht einfach, hilft Ihnen aber, Ihr Geld gezielter anzulegen und in der Familie zu halten. So können Sie zum Beispiel Steuerfreibeträge besser nutzen, wenn Sie schon früh damit beginnen, Teile Ihres Vermögens durch Schenkungen an Ihre Kinder oder Enkel zu übertragen.
Wenn Sie wissen, wie viel Geld Sie investieren können und welche Ziele Sie verfolgen, geht es darum, eine Geldanlage zu wählen. Eine gute Anlage passt zu Ihrem Zeithorizont, Ihrem Sicherheitsbedürfnis und Ihrer Lebenssituation. Es geht nicht darum, möglichst hohe Gewinne zu machen, sondern eine Entscheidung zu treffen, mit der Sie langfristig zufrieden sind. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Anlageformen, prüfen Sie Angebote kritisch und lassen Sie sich Zeit, bevor Sie entscheiden. Vergleichen Sie die historische Wertentwicklungen, aber bedenken Sie dabei, dass vergangene Renditen keine Garantie für die Zukunft sind.
Je länger Sie Ihr Geld anlegen können, desto mehr Risiko können Sie sich in der Regel leisten. Wenn Sie das Geld in wenigen Jahren brauchen, zum Beispiel für eine größere Anschaffung oder Ausbildung, sollten Sie auf sichere und jederzeit verfügbare Anlageformen setzen, zum Beispiel ein Tagesgeldkonto. Für mittel- bis langfristige Ziele wie Vermögensaufbau eignen sich auch schwankungsanfälligere Anlagen wie Aktien oder ETFs. Wenn es aber um Ihre Altersvorsorge geht, sind sehr sichere Anlageformen wie Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen wieder die bessere Wahl.
Natürlich ist der Kauf einer Immobilie ohne ein Darlehen dafür aufzunehmen oft nicht möglich. Und natürlich ist es manchmal nötig oder sinnvoll, einen Kredit aufzunehmen oder zum Beispiel ein Auto auf Raten zu kaufen. Aber Zinsen auf Schulden können die beste Rendite auffressen. Beginnen Sie mit Geldanlage erst dann, wenn Sie sicher sind, Ihr Girokonto mittelfristig nicht zu überziehen und genügend Rücklagen gebildet zu haben. Auch rein rechnerisch bringt es Ihnen oft eine höhere "Rendite", Schulden zu tilgen, als neu zu investieren. Wenn Sie zum Beispiel die durchschnittlichen Zinsen für Verbraucherkredite (6 bis 15 Prozent, Stand 06.2024) mit den langfristigen Marktrenditen zum Beispiel für Aktien vergleichen (5 bis 12 Prozent, Stand 06.2024). Es ist sinnvoll Sonderzahlungen wie zum Beispiel Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Boni dafür zu nützen, Schulden schneller zu zurückzuzahlen.
Eine der wichtigsten Empfehlungen, um Geld sicher anzulegen, ist die sogenannte "Diversifikation". Statt Ihr gesamtes Geld in nur ein Anlageprodukt zu investieren, sollten Sie es auf mehrere möglichst unterschiedliche Anlageformen und Produkte verteilen. Diversifikation kommt vom lateinischen Wort "diversificare", was so vieul bedeutet wie "abwechslungsreich machen" oder "vielfältig gestalten". Genau diese Abwechslung und Vielfalt reduziert das Risiko, weil Verluste aus einer Investition durch Gewinne aus anderen wieder ausgeglichen werden können. Haben Sie mehrere sehr unterschiedliche Anlageprodukte ist das Risiko, dass alle auf einmal an Wert verlieren, geringer.
Nehmen Sie sich einmal im Jahr Zeit, um Ihr Portfolio, die Aufstellung und Gesamtheit Ihrer Kapitalanlage zu prüfen. Stimmen Ihre Anlageformen noch mit Ihren langfristigen Zielen überein? Passt das Risiko Ihrer Anlagen noch zu Ihrer Lebenssituation? Ein guter Zeitpunkt dafür ist zum Beispiel, wenn Sie Ihre Steuererklärung machen, weil Sie dann sowieso gezwungen sind, sich mit den Erträgen aus dem vergangenen Jahr zu beschäftigen.
Zeit ist ein starker Partner bei der Geldanlage. Jedes zusätzliche Jahr verstärkt den Zinseszinseffekt, also die Zinsen, die Sie wieder auf Ihre Zinsen bekommen. Wer früh beginnt, kann mit kleineren Beträgen ein vergleichbares Ergebnis erzielen wie jemand, der deutlich später mit höheren Summen einsteigt. Das gilt auch für Ihre Kinder und Enkel, denen Sie mit einem Fonds- oder ETF-Sparplan (Kinder-Depot) früh einen wertvollen finanziellen Vorsprung verschaffen können.
Gemeinsam finden wir eine geeignete Anlagestrategie für Ihre individuelle Lebenssituation und Risikobereitschaft.
Wir sind gerne für Sie da!
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