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Vitrektomie beim Pferd: Was Sie über die Augen­operation wissen sollten

Periodische Augenentzündung heilen
Vitrektomie Pferd: Ein Mädchen und ein Pony Kopf an Kopf
  • Ein Pferd kann infolge einer Periodischen Augenentzündung, medizinisch equine rezidivierende Uveitis (ERU) oder Mondblindheit genannt, erblinden.
  • Um die Zerstörung des Auges zu verhindern, wird beim Pferd eine Glaskörperoperation, eine sogenannte Vitrektomie, durchgeführt.
  • Ziel des chirurgischen Eingriffs ist es, die Sehfähigkeit des Tieres zu erhalten und die für ERU typischen Entzündungsschübe zu stoppen.
  • Sind Linse und Netzhaut noch nicht geschädigt, kann eine Vitrektomie das Auge des Pferdes in den meisten Fällen heilen und die Sehkraft erhalten.
Leidet ein Pferd an einer Periodischen Augenentzündung, schädigt diese die Strukturen im Inneren des Auges. Die Folgen können Trübungen der Hornhaut und der Linse, Verklebung der Iris mit der Linse, eine grünliche Trübung des Glaskörpers und Narben an der Netzhaut oder sogar Netzhautlöcher sein. Wird die Entzündung nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass sich die Verbindung der Netzhaut zum Augenhintergrund lockert und die Sehschärfe nachlässt. Schlimmstenfalls löst sich die Netzhaut ab und das Tier erblindet.

Rechtzeitig erkannt, kann die Krankheit mithilfe einer Vitrektomie (lateinisch: "vitreus" = gläsern, griechisch: "ek" = heraus, "tomein" = schneiden) behandelt werden. Bei dieser Operation werden Teile des Glaskörpers im Auge des betroffenen Patienten entfernt. Ziel der Vitrektomie ist es, die Sehkraft des Tieres soweit wie möglich zu erhalten und erneute Entzündungsschübe zu verhindern. Sind Teile des Auges bereits zerstört, können sie nicht wiederhergestellt werden. In diesem Fall stoppt die Vitrektomie lediglich die weitere Verschlechterung der Sehschärfe.
Die equine rezidivierende Uveitis (ERU), auch Mondblindheit genannt, wird in über 95 Prozent der Fälle durch eine Leptospiren-Infektion im Auge verursacht.

Leptospiren sind Bakterien, die in Mäusen und Ratten leben und von diesen mit dem Harn ausgeschieden werden. Dabei können sich die Bakterien auf Pferde übertragen.

Über kleine Hautverletzungen oder die Schleimhäute gelangen die Erreger in den Organismus des Pferdes. Durch Blutübertragung könnten sie in sämtliche Organe gelangen und sich in den Augen des Tieres verbreiten.

Fast jedes Pferd kommt irgendwann mit Leptospiren in Kontakt. Die Bakterien können Monate bis Jahre überleben, bevor eine Augenentzündung ausbricht. ERU kann – unabhängig von der Rasse – jedes Pferd betreffen und sowohl in einem als auch beiden Augen auftreten. Entscheidende Faktoren, um die Krankheit zu vermeiden, sind beispielsweise gute Hygiene im Stall und sauberes Futter.

Equine rezidivierende Uveitis ist der Auslöser für etwa zwölf Prozent aller Augenerkrankungen bei Pferden. Die Periodische Augenentzündung sollte frühzeitig behandelt werden, um Folgeschäden wie die Ablösung der Netzhaut und damit das Erblinden des Tieres zu verhindern.

Eine Entzündung kann im vorderen Augenabschnitt (vordere Uveitis) oder im hinteren Augenabschnitt (hintere Uveitis) auftreten. Je nach Ausprägung treten bei erkrankten Tieren unterschiedliche Symptome auf.

Die vordere Uveitis ist meist sehr schmerzhaft für das Pferd und fällt dem Halter an Symptomen wie Tränenfluss, Lichtscheue, Fieber oder das Zusammenkneifen der Lider auf.

Die hintere Uveitis ist für das Tier in der Regel weniger schmerzhaft und wird deshalb oft spät erkannt. Nach mehreren Entzündungsschüben kann das ganze Auge in Mitleidenschaft gezogen werden und immer weiter an Sehkraft verlieren.

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Bei der Pars-plana-Vitrektomie handelt es sich um eine Operation im Inneren des Auges, die unter Vollnarkose erfolgt. Zentraler Schritt ist dabei das Absaugen des Glaskörpers.

Bei dem Eingriff wird der Augapfel zunächst nach unten gedreht, um über die weiße Augenhaut im Bereich der Pars plana, dem Abschnitt zwischen dem äußeren Rand der Netzhaut und dem Strahlenkörper, Zugang zum Glaskörperraum zu erhalten. Danach werden per Endoskopie zwei Öffnungen in die Lederhaut geschnitten, über die der Zugang für die Infusionsleitung und das Operationsinstrument (Vitrektum) gelegt wird. Mithilfe des Vitrektums wird der entzündete Glaskörper klein geschnitten und zusammen mit den entzündungsauslösenden Leptospiren abgesaugt. Der Glaskörperraum wird durch antibiotikahaltige Flüssigkeit ersetzt. Nach der Glaskörperentfernung werden die beiden Öffnungen mit einem dünnen, sich selbst auflösenden Faden verschlossen.

Sind beide Augen des Pferdes von periodischen Entzündungsschüben betroffen, empfiehlt es sich, sie nacheinander zu operieren. Ansonsten würde ein Auge bei dem Eingriff unter dem schweren Pferdekopf liegen. Außerdem sollten zwischen den beiden Operationen mindestens fünf Tage liegen.

Als Pferdebesitzer:in ist zudem wichtig zu wissen, wie lange der Vierbeiner nach einer Vitrektomie noch krank bzw. außer Gefecht gesetzt ist. Die beruhigende Antwort: nicht lange! Nach dem Eingriff ist das operierte Auge meist schon am Folgetag wieder geöffnet und schmerzfrei. In der Regel bleibt das Pferd nach einer Pars-plana-Vitrektomie etwa sieben bis zehn Tage in der Pferdeklinik. Bei der Entlassung erhält der oder Besitzer:in einen individuellen Therapieplan für sein Tier sowie antibiotische Augensalbe zur Nachbehandlung.

Vor dem Eingriff sollte das Auge des Tieres mindestens drei Wochen entzündungsfrei sein. Je weniger das Sehorgan geschädigt ist, desto besser ist die Prognose, dass das Pferd seine Sehfähigkeit nicht verliert.

Die Sehkraft lässt sich allerdings nur dann erhalten, wenn die Linse noch nicht geschädigt und die Netzhaut noch nicht abgelöst ist. Ist zum Beispiel aufgrund einer Trübung das gegenständliche Sehen nicht mehr möglich, lässt sich das Sehvermögen des Pferdes durch eine Vitrektomie nicht wiederherstellen.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent ist die Periodische Augenentzündung nach der Operation geheilt. Das Risiko, dass eine erneute Augenentzündung auftritt, liegt bei unter fünf Prozent. Der Eingriff verläuft bei ansonsten gesunden Pferden meist ohne Komplikationen.

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen bestehen außerdem durch die Narkose bedingte Risiken wie Atem- oder Herzstillstand, Lungen- oder Brustfellentzündung. Nicht geimpfte Tiere haben zudem ein erhöhtes Risiko für eine Virusinfektion. In seltenen Fällen kann es infolge einer Vitrektomie zu Glaskörperblutungen, einer Linsentrübung (Grauer Star/Katarakt), einem Glaukom (Grüner Star) oder einer Netzhautablösung kommen, die zur Erblindung führt.

Die OP-Kosten hängen unter anderem vom individuellen Gesundheitszustand des Pferdes, dem behandelnden Tierarzt oder der behandelnden Tierärztin und der Dauer des Aufenthalts in der Pferdeklinik ab. 

Pferdebesitzer:innen erhalten in der Regel einen Kostenvoranschlag, bevor ihr Tier operiert wird. Der Preis für eine Vitrektomie liegt etwa bei 2.000 Euro pro Auge.

Eine Vitrektomie ist in allen Tarifen der Allianz Pferdekrankenversicherung mit­versichert:

  • Kostenübernahme für Diagnostik am letzten Untersuchungstag vor einer Operation, an dem die Notwendigkeit zur Durchführung einer Operation festgestellt wurde. Zur Diagnostik zählen z. B. auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT, CT.
  • Nachbehandlung: je nach Tarif bis zu 15 Tage nach der OP
  • Aufenthalt in der Tierklinik je nach Tarif bis zu 15 Tage nach der OP
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