- Auszahlungshöhe: Bei Abschluss eines Risikolebensversicherungsvertrages können Sie wählen: Entweder entspricht die Auszahlungssumme einfach der vereinbarten garantierten Versicherungssumme. Alternativ kann die Summe durch die nicht garantierte Überschussbeteiligung erhöht werden.
- Auszahlungsmodalitäten: Wenn alle notwendigen Unterlagen wie zum Beispiel Versicherungsschein, Sterbeurkunde und ärztliches Zeugnis mit Todesursache vorliegen, kommt es zur Auszahlung der Risikolebensversicherung. Erfahrungsgemäß dauert dies ab Eingang der Unterlagen etwa vierzehn Tage. Das gilt für ein natürliches Ableben des oder der Verstorbenen oder einen Unfalltod. Bei gewaltsamem Tod des oder der Versicherten kann die Auszahlung allerdings erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen erfolgen.
- Besteuerung der Auszahlung: Kommt die Risikolebensversicherung (RLV) zur Auszahlung, so ist sie immer einkommensteuerfrei. Bei Überkreuz-Verträgen, bei denen die Partner:innen nicht ihr eigenes, sondern das Leben des jeweils anderen versichern, auch erbschaftsteuerfrei. Je nach Erbschaftsteuer-Freibetrag müssen Sie aber bei den anderen Vertragsvarianten gegebenenfalls Erbschaftsteuer entrichten.
Risikolebensversicherung Auszahlung
Auszahlung Risikolebensversicherung kurz erklärt
Inhalt
- Risikolebensversicherung Auszahlung bei Todesfall
- Wie erhalte ich das Geld aus der Risikolebensversicherung?
- Gestaltungsmöglichkeiten: Was beeinflusst die Auszahlungshöhe einer RLV?
- Wie oft erfolgt die Auszahlung der RLV?
- Auszahlung nach Vertragsende
- Abtretung von Ansprüchen und Auszahlung zu Lebzeiten
- Muss der Auszahlungsbetrag einer Risikolebensversicherung versteuert werden?
Risikolebensversicherung Auszahlung bei Todesfall
Die Auszahlung einer Risikolebensversicherung erfolgt nur im Versicherungsfall, also normalerweise im Todesfall. Es gibt Risikolebensversicherungen, wie die der Allianz, die auch eine vorgezogene Todesfallleistung vorsehen, wenn eine fortschreitende, unheilbare Krankheit mit tödlichem Verlauf ärztlich diagnostiziert wurde – und das auch schon bei der RLV Basis. Über die Versicherungssumme können Sie dann frei verfügen.
Kündigen Sie vorher oder lassen den Vertrag auslaufen, besteht kein Anspruch auf eine Auszahlung. Dies ist der fundamentale Unterschied zu einer Altersvorsorge. Die RLV ist eine preisgünstige Hinterbliebenenabsicherung und keine Altersvorsorge. Deshalb erlaubt die Risikolebensversicherung keine Auszahlung nach Vertragsende.
Wie erhalte ich das Geld aus der Risikolebensversicherung?
Gestaltungsmöglichkeiten: Was beeinflusst die Auszahlungshöhe einer RLV?
Die letztendliche Auszahlungshöhe hängt auch von folgenden Aspekten ab:
Art der Überschussbeteiligung
- Es gibt Risikolebensversicherungen, bei denen die Auszahlung ganz einfach der vereinbarten garantierten Versicherungssumme entspricht (Standardfall). In diesem Fall reduziert sich der zu zahlende Beitrag. Dieser kann variieren. Er liegt in einem Korridor zwischen mindestens dem Nettobeitrag und maximal dem Bruttobeitrag. Unter dem Bruttobeitrag ist der vertraglich festgelegte Beitrag zu verstehen. Dieser wird um die vom Versicherer erwirtschafteten Überschüsse reduziert, sodass Ihr tatsächlich zu zahlender Beitrag (Nettobeitrag) geringer ausfällt. Der Nettobeitrag gilt allerdings nur, solange ein Versicherer die Überschüsse auch wirklich erzielt. Gelingt dies nicht, kann der zu zahlende Beitrag bis zum sogenannten Bruttobeitrag ansteigen.
- Bei einer anderen Variante kann sich die Risikolebensversicherungs-Auszahlung durch die Überschussbeteiligung erhöhen. In diesem Fall werden die vorhandenen Überschüsse für die Erhöhung der Auszahlungssumme genutzt und der zu zahlende Beitrag entspricht dem Bruttobeitrag.
Zusatzoptionen
- Dynamikoption: Um den Versicherungsschutz regelmäßig anzupassen, kann bei Vertragsabschluss vereinbart werden, den Beitrag um einen festgelegten Prozentsatz jährlich zu erhöhen. Dadurch erhöht sich Ihre garantierte Versicherungssumme beziehungsweise die Auszahlungshöhe, und Sie wirken der Inflation entgegen.
- Erhöhungsoption: Die garantierte Versicherungssumme kann gegen einen Mehrbeitrag ohne erneute Gesundheitsprüfung bei bestimmten Anlässen wie zum Beispiel Heirat oder Start in eine selbstständige Tätigkeit erhöht werden.
Wie oft erfolgt die Auszahlung der RLV?
Risikolebensversicherung Auszahlung nach Vertragsende
Eine Risikolebensversicherung ist eine sinnvolle und preiswerte Möglichkeit, die Hinterbliebenen für den Fall Ihres Todes finanziell abzusichern. Sie eignet sich auch für die Absicherung eines Immobilienkredits. Die RLV bietet steuerliche Vorteile und zwischenzeitlich ist eine RLV ohne Angabe von Gründen kündbar. Sie können den Vertrag auch flexibel an Ihre Bedürfnisse anpassen.
Bei all diesen Vorzügen ist eins aber auch klar: Im Unterschied zu einer Rentenversicherung oder einer herkömmlichen Kapitallebensversicherung ist eine Risikolebensversicherung keine Altersvorsorge. Sie bildet kein Kapital und es gibt keinen Rückkaufwert.
Kurz: Eine Auszahlung oder auch eine Erstattung geleisteter Beiträge nach Vertragsende gibt es nicht bei einer Risikolebensversicherung. Auch wenn Sie Ihre RLV während der Laufzeit kündigen, erhalten Sie kein Geld zurück. Dafür sind die Prämien einer Risikolebensversicherung selbst bei hohen Versicherungssummen vergleichsweise niedrig.
An wen wird die RLV ausgezahlt?
Abtretung von Ansprüchen und Auszahlung zu Lebzeiten
Abtretung von Ansprüchen aus einer Risikolebensversicherung
Auszahlung Risikolebensversicherung zu Lebzeiten oder bei unheilbarer Krankheit
Muss der Auszahlungsbetrag einer Risikolebensversicherung versteuert werden?
Wie hoch sollte die Versicherungssumme einer RLV sein?
Können sich Beiträge nachträglich anpassen?
Ja, es gibt hierbei verschiedene Möglichkeiten: Man kann die Risikolebensversicherung mit einer dynamischen Anpassung abschließen. Das ermöglicht dem oder der Versicherungsnehmer:in wechselnde Beiträge. Er oder sie kann sie regelmäßig verändern und so den Lebensbedingungen angleichen.
Es gibt auch Verträge mit Nachversicherungsgarantie. Dabei erlaubt der Versicherer, zum Beispiel im Falle einer Hochzeit, den Auszahlungsbetrag zu erhöhen.
Man kann auch einfach die Versicherung aus eigener Initative um eine Erhöhung des Auszahlungsbetrages bitten. In diesem Fall wird allerdings, anders als bei den beiden ersten Varianten, eine erneute Gesundheitsprüfung fällig.