Der Versorgungsausgleich bei Scheidung

Rente und Scheidung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Für Sie zusammengefasst
  • Die Rente wird bei einer Scheidung geteilt. Dafür gibt es den Versorgungsausgleich, der für eine gerechte Aufteilung der Rentenanwartschaft zwischen den Ehepartnern sorgt.
  • Der Versorgungsausgleich umfasst alle zukünftigen Versorgungsansprüche und mögliche Anwartschaften sowie die daraus resultierende künftige Versorgungsleistung.
  • Auf Wunsch der Beteiligten ist es möglich, auf einen Versorgungsausgleich zu verzichten. Beispielsweise kann bei groben Verletzungen zur Unterhaltspflicht oder geringem Wertunterschied das Familiengericht einen Ausgleich ablehnen.
  • Versorgungsausgleich gibt es auch für Lebensgemeinschaften, die nach dem 1. Januar 2005 eingetragen wurden. Nicht eingetragene Lebensgemeinschaften hingegen haben keinen Anspruch.
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Rente nach einer Scheidung

Im Falle einer Scheidung wird die Rente anteilig aufgeteilt. Es findet zwischen den geschiedenen Ehegatten ein sogenannter Versorgungsausgleich statt. Dabei werden grundsätzlich die in der Ehezeit erworbenen gesetzlichen und privaten Anrechte aus dem In- und Ausland jeweils zur Hälfte zwischen den geschiedenen Ehegatten aufgeteilt. Die Ehezeit beginnt am ersten Tag des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde und endet am letzten Tag des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrags. Über den Ausgleich entscheidet das Familiengericht und ist Teil des Scheidungsverfahrens.

Ein Antrag auf Versorgungsausgleich ist grundsätzlich nicht erforderlich. Das Familiengericht ermittelt bei den jeweiligen Versorgungsträgern die von den Ehepartnern während der Ehezeit erworbenen Versorgungsanrechte. Anhand dieser Auskünfte entscheidet das Familiengericht darüber, wie der Versorgungsausgleich durchzuführen ist. Grundsätzlich werden die Anrechte innerhalb eines Versorgungssystems ausgeglichen.

War das Einkommen der Ehepartner in den gemeinsamen Ehejahren auf gleichen Niveau und es gibt dadurch nur einen geringfügigen Wertunterschied, dann wird das Familiengericht von einem Versorgungsausgleich vermutlich absehen.

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Was wird mit einbezogen?
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Egal ob es sich um im In- oder Ausland erworbene Versorgungsansprüche handelt: Sie haben während der Ehe viele Jahre gemeinsam das Leben bestritten. Deshalb soll es auch im Falle einer Scheidung möglichst fair zwischen den beiden Partnern vonstattengehen. Das heißt: Es werden alle Versorgungen, die durch Arbeit oder Vermögen geschaffen oder aufrechterhalten worden sind, der Absicherung im Alter oder bei Invalidität dienen und in der Regel auf eine Rente gerichtet sind, in den Versorgungsausgleich einbezogen. Dazu gehören:

 

  • Renten oder Rentenanwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Versorgungen oder Versorgungsanwartschaften aus einem Beamtenverhältnis.
  • Renten oder Anwartschaften von berufsständischen Versorgungseinrichtungen sowie der Alterssicherung für Landwirte.
  • Sämtliche Versorgungsanrechte aus der betrieblichen Altersversorgung, unabhängig von ihrer Leistungsform, zum Beispiel gegenüber Lebensversicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Pensionskassen, Arbeitgebern (Direktzusagen), Unterstützungskassen und Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes.
  • Riester-Rürup- oder sonstigen Renten und Rentenanwartschaften aus privaten Versicherungsverträgen.
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Ausschlussgründe beim Versorgungsausgleich

Unter besonderen Voraussetzungen kann es vorkommen, dass kein Anspruch auf Rente vom geschiedenen Mann oder Frau besteht. Es kommt nicht zum Versorgungsausgleich.

Gesonderte Vereinbarung:
Es bleibt den geschiedenen Ehepartnern unbenommen, in einem notariellen Ehevertrag andere Entscheidungen zu treffen, als nach den gesetzlichen Regelungen vorgesehen wären. Auch während des Scheidungsverfahrens können Vereinbarungen über den Versorgungsausgleich entweder notariell beurkundet oder vor dem Familiengericht protokolliert werden.

Kurze Ehe:
Bei einer kurzen Ehezeit von bis zu 36 Monaten findet ein Versorgungsausgleich nur auf Antrag zumindest eines Ehegatten statt. Im Falle von kleinen Anrechten oder geringen Wertunterschieden sieht das Familiengericht von einem Versorgungsausgleich ab.

Härtefälle:
In bestimmten Härtefällen kann das Familiengericht von der Durchführung eines Versorgungsausgleiches absehen. Zum Beispiel wenn ein Ehegatte seine Pflicht, zum Familienunterhalt beizutragen, grob verletzt hat.

Geringfügigkeit:
Ein Versorgungsausgleich findet nur statt, wenn einer der Ehegatten mehr und der andere weniger bis gar nichts verdient hat. Sollte es sich nur um ein geringwertiges Anrecht handeln, wird das Familienrecht keinen Ausgleich vornehmen.

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Allianz - Rente - Versorgungsausgleich: Frau liest einem Kind vor
Allianz - Rente - Versorgungsausgleich: Frau liest einem Kind vor

Die Höhe der Rente ist abhängig von der Anzahl der gemeinsamen Ehejahre und dem vorangegangenen Verdienst.

Rechenbeispiel für einen Versorgungsausgleich nach 20 Jahren Ehe:

  • Ehepartner hatte ein Durchschnittsentgelt 3.156 Euro brutto
  • Das sind pro Jahr 1 Rentenpunkt - ergibt 20 Rentenpunkte
  • Wert für einen Rentenpunkt (Stand 2018) 31 Euro

Ergibt einen gesamten Rentenanspruch in den 20 Jahren von 620 Euro. Dem Ehepartner stehen davon 50 Prozent zu - d.h. 310 Euro im Monat.

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Gut zu wissen

Für eingetragene Lebenspartnerschaften , die ab 01.01.2005 begründet wurden, findet im Falle ihrer Aufhebung ein Versorgungsausgleich statt. Die Berechnung des Versorgungsausgleiches bezieht sich auf den Tag der Gründung bis zu dem Tag der Aufhebung. Wer vor dem 01. Januar 2005 die Lebensgemeinschaft begründet hat, hat keinen Anspruch auf den Ausgleich. Als Ausnahme würde gelten, wenn bis zum 31. Dezember 2005 vor dem Amtsgericht ein Antrag auf Versorgungsausgleich gestellt wurde. 

Haben Paare ihre Lebenspartnerschaften nicht eingetragen, besteht kein Anspruch auf Versorgungsausgleich nach § 20 LPartG – Versorgungsausgleich

Bei einer Trennung ohne Scheidung gelten die Ehepartner weiterhin als verheiratet. Alle Werte, die in der Trennungszeit erwirtschaftet werden, müssen am Ende aufgeteilt werden. Erst an dem Tag, an dem die Scheidung eingereicht wird, kommt es durch das Familiengericht zu einer Aufteilung der Rentenpunkte (Versorgungsausgleich).

Tod eines Ehepartners bzw. Ausgleichsverpflichteten

Mit dem Tod des geschiedenen Ehepartners und Ausgleichsverpflichteten bleibt der Anspruch auf Rente aus dem Versorgungsausgleich weiterhin bestehen.

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Allianz - Rente - Versorgungsausgleich: Frau sitzt am Strand mit Hund
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Wird eine Ehe im Ausland geschieden, kann der Versorgungsausgleich in Deutschland nachträglich noch beantragt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Antragsteller deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und in Deutschland wohnt. Zuständig ist das Familiengericht an Ihrem Wohnort. Die genaue Anschrift können Sie auf dem Justizportal des Bundes und der Länder finden.

Wohnen Sie oder der ehemalige Partner im Ausland, wird der Antrag beim Amtsgericht in Schöneberg in Berlin gestellt.

Adresse:
Amtsgericht Schöneberg
Familiengericht
Grunewaldstraße 66-67
10823 Berlin 

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Mit einer erneuten Ehe eines geschiedenen Partners erlischt der Anspruch grundsätzlich nicht, da es sich um Ansprüche aus den vergangenen Jahren handelt. Dazu gibt es nur wenige AusnahmenEin gesetzlicher Anspruch auf Versorgungsausgleich entsteht immer dann, wenn ein Ehegatte mehr und der andere weniger, bis gar nichts verdient hat. Eine Wiederheirat ändert daran nichts..
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