Wie berechne ich meine Rente?

Gesetzliche Rentenberechnung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
So berechnen Sie die gesetzliche Rente
  • Wie viel Rente bekomme ich? Ob Sie sich frühzeitig mit Ihrer Altersvorsorge auseinandersetzen oder bereits auf Ihr Rentenalter zusteuern – irgendwann kommt die Frage nach der Rentenhöhe auf.
  • Zur gesetzlichen Rentenberechnung müssen Sie Ihre gesammelten Entgeltpunkte (EP), den Zugangsfaktor (ZF), den aktuellen Rentenwert (aRW) und Ihren Rentenartfaktor (RaF) kennen. Um die Rente zu berechnen, müssen Sie diese Werte anschließend richtig kombinieren.
  • Wer versteht, wie sich diese Punkte zusammensetzen und wo sie zu finden sind, kann sie in die Rentenformel übertragen und die eigene Rente berechnen. Nach wenigen Schritten haben Sie eine Hochrechnung und damit Klarheit über Ihre finanzielle Situation im Alter vorliegen.
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Was Sie benötigen, um die Rente zu berechnen

Wie wird die Rente berechnet? Für die gesetzliche Rentenberechnung gibt es eine Formel, in die Sie Ihre individuellen Werte eintragen können: 

Monatliche Rentenhöhe (brutto) = Entgeltpunkte (EP) x Zugangsfaktor (ZF) x aktueller Rentenwert (aRW) x Rentenartfaktor (RaF)

In der Kurzform lautet die Rentenformel also: Monatliche Rentenhöhe (brutto) = EP x ZF x aRW x RaF 

Was Sie zur Rentenberechnung benötigen – auf einen Blick:

  • Entgeltpunkte: die Anzahl der Rentenpunkte, die Sie bisher gesammelt haben
  • Zugangsfaktor: der Faktor, der durch Ihr Renteneintrittsalter bestimmt wird
  • Aktueller Rentenwert: der Betrag, der im aktuellen Kalenderjahr 2020 einem Entgeltpunkt entspricht 
  • Rentenartfaktor: der Faktor, der durch Ihre Rentenart bestimmt wird

Haben Sie erst einmal alle Werte vorliegen, ist die Rentenberechnung einfacher als gedacht. Um die gesetzliche Rente zu berechnen, lohnt sich zunächst ein Blick in die Renteninformation, welche die Deutsche Rentenversicherung Ihnen seit Ihrem 27. Lebensjahr jährlich zukommen lässt. Der Renteninformation können Sie Ihre bisher gesammelten Entgeltpunkte, welche die Grundlage zur Rentenberechnung bilden, entnehmen.

Der erste Wert in der Rentenformel steht damit also – von dem Ergebnis Ihrer Rentenberechnung sind Sie sozusagen nur noch drei Werte entfernt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Zugangsfaktor und Ihren Rentenartfaktor ermitteln und wie hoch der Rentenwert aktuell in Deutschland ist. Damit die Berechnung der Rente keine abstrakte Formel für Sie bleibt, rechnen wir Ihnen außerdem eine exemplarische Rentenhöhe vor. 

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Rentenpunkte als Basis für die Rentenberechnung

Die Entgeltpunkte (EP), auch Rentenpunkte genannt, sind so wichtig für die Berechnung der gesetzlichen Rente, da sie die individuelle Leistung des Versicherungsnehmers mit der durchschnittlichen Einkommenssituation in Deutschland (40.551 Euro im Jahr 2020) ins Verhältnis setzen. Die Rentenpunkte errechnen sich also aus dem versicherten Arbeitsentgelt. 

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, erhält für jedes Kalenderjahr, in dem er Beiträge entsprechend des Durchschnittsverdienstes aller Arbeitnehmer zahlt, einen vollen Entgeltpunkt. Personen, deren Verdienst höher oder niedriger ausfällt, erhalten entsprechend einen höheren oder niedrigeren Entgeltpunkt-Wert, z. B.:

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Arbeitsentgelt
Entgeltpunkte
Entgelt entsprechend des Durchschnittsentgelts 1,0 Entgeltpunkte
Entgelt entsprechend der Hälfte des Durchschnittsentgelts 0,5 Entgeltpunkte
Entgelt entsprechend dem 1,5-fachen des Durchschnittsentgelts 1,5 Entgeltpunkte
 
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Illustration - Eine Mann steht vor drei, immer größer werdenden Geldstapeln.
Rentenerhöhung oder Rentenkürzung?
Illustration - Eine Mann steht vor drei, immer größer werdenden Geldstapeln.

Ein weiterer Wert, der zur Berechnung der gesetzlichen Rente in die Rentenformel eingesetzt werden muss, ist der Zugangsfaktor (ZF). Abhängig von Ihrem Renteneintrittsalter können Zu- oder Abschläge geltend gemacht werden, die sich auf den Zugangsfaktor auswirken. 

Wurde das gesetzlich festgelegte Rentenalter bei Rentenbeginn erreicht, beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Wer später in Rente geht, kann mit Zuschlägen rechnen. Auf Rentner, die ihren Ruhestand vor Erreichen der Altersgrenze antreten, kommen für die Frührente entsprechend Abschläge zu.

Versicherungsnehmer, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, können mit 65 Jahren in Altersrente gehen. Für alle, die zwischen 1947 und 1963 geboren sind, liegt die Regelaltersgrenze zwischen 65 und 67 Jahren. Alle Jahrgänge ab 1964 können mit 67 Jahren in Rente gehen.

Gesetzlich Versicherte, die ihre Rente vor der Rentenaltersgrenze in Anspruch nehmen, müssen aufgrund der kürzeren Beitragszeit mit einem Abschlag von 0,3 Prozent für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme rechnen. Wer den Rentenbeginn trotz Erreichen der Regelaltersgrenze hinauszögert, hat einen Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat zu erwarten. Entsprechend verändert sich der Zugangsfaktor und ist entweder kleiner oder größer als 1,0. 

Je nachdem, wann Sie planen, in Rente zu gehen, können Sie den entsprechenden Faktor in die Rentenformel einsetzen und mit der Berechnung fortfahren. Geht die Rechnung am Ende für Sie nicht auf, kann es sich lohnen, sich mit dem Thema Rentenpunkte kaufen auseinanderzusetzen, um eventuelle Rentenlücken zu schließen.

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So steht es aktuell in Deutschland um die Rente
Illustration - Ein Mann sieht sich verschiedene Auswertungen wie ein Balkendiagramm, Kuchendiagramm und eine aufsteigende Kurve an.

Unter dem aktuellen Rentenwert (aRW) versteht man den Betrag, der einem Entgeltpunkt entspricht. Der Rentenwert wird stetig an die wirtschaftliche Situation in Deutschland angepasst – immer zum 1. Juli eines jeden Jahres.

Im Jahr 2020 ist die Rente in Westdeutschland um 3,45 Prozent, in den neuen Bundesländern um 4,20 Prozent gestiegen. Der aktuelle Rentenwert beträgt damit aktuell 34,19 Euro für Westdeutschland und 33,23 Euro für Ostdeutschland. Ab der Rentenanpassung zum 1. Juli 2024 soll es nur noch einen einheitlichen Rentenwert geben.

Den Rentenwert von 34,19 Euro (West) bzw. 33,23 (Ost) können Sie bei der Rentenberechnung einfach in die Formel übertragen.

Dass die Rente jedes Jahr angepasst wird, klingt zunächst einmal vielversprechend. In der Regel kann die Rentenanpassung den Kaufkraftverlust aus der Inflationsrate jedoch nicht decken. Mit einer privaten Rentenversicherung können Versicherungsnehmer zusätzlich vorsorgen.

Illustration - Ein Mann sieht sich verschiedene Auswertungen wie ein Balkendiagramm, Kuchendiagramm und eine aufsteigende Kurve an.
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Welche Rente möchten Sie in Anspruch nehmen?

Der Rentenartfaktor (RaF) wird nach dem Sicherungsziel der Rentenart festgelegt. Jede Rentenart hat dabei ihren eigenen Faktor. Altersrenten, Erziehungsrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit dienen der vollständigen Absicherung der Rentner und haben daher den höchsten Rentenartfaktor von 1,0. Auch Witwen und Witwern steht bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Todesmonat (auch „Sterbevierteljahr“ genannt) der Rentenartfaktor von 1,0 zu.

Andere Rentenarten, wie z. B. die Rente wegen Berufsunfähigkeit oder teilweiser Erwerbsminderung, werden entsprechend ihrem geringeren Sicherungsziel mit einem niedrigeren Rentenartfaktor berechnet.

Rentenarten und zugehörige Rentenartfaktoren im Überblick:

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Rentenart
Rentenartfaktor
Rente wegen Alters (Altersrente) 1,0
Rente wegen voller Erwerbsminderung 1,0
Rente wegen Erwerbsunfähigkeit 1,0
Erziehungsrente 1,0
kleine Witwen-/Witwerrente

1,0 bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Todesmonat 

0,25 ab dem vierten Monat

große Witwen-/Witwerrente

1,0 bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Todesmonat 

0,6 bzw. 0,55 ab dem vierten Monat

Rente wegen Berufsunfähigkeit 0,6667
Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung  0,5
Halbwaisenrente  0,1
Vollwaisenrente  0,2

Kennen Sie Ihren Rentenartfaktor, haben Sie auch den letzten Wert identifiziert, um Ihre gesetzliche Rente zu berechnen. Die Rentenformel ist damit komplett.
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Die Formel ins echte Leben übertragen

Haben Sie schon einmal vom Standardrentner oder Eckrentner gehört? Diesen Rentner gibt es nicht wirklich, er hilft jedoch dabei, ein Verständnis für die gesetzliche Rentenberechnung zu bekommen. Nennen wir ihn hier Norbert.

Norbert ist im Jahr 1955 geboren und 20 Jahre später in die Arbeitswelt eingetreten. Er hat 45 Jahre lang gearbeitet und dabei jährlich so viel verdient wie der Durchschnitt in Deutschland. Im Jahr 2020 hat er mit 65 Jahren also sein gesetzliches Renteneintrittsalter erreicht und entscheidet sich, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Für seine 45 Arbeitsjahre und damit 45 Jahre Beitragszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung erhält Norbert also genau 45 Entgeltpunkte (EP). Als Zugangsfaktor (ZF) gilt der Wert 1,0, da er die Regelaltersrente in Anspruch nimmt. 

Weil Norbert ausschließlich in den alten Bundesländern gearbeitet hat, kann er den aktuellen Rentenwert (aRW) von 34,19 Euro (West) in die Formel für seine Rentenberechnung eintragen. Hätte er in den neuen Bundesländern gearbeitet, würde der Wert entsprechend bei 33,23 Euro (Ost) liegen.

Genau wie sein Zugangsfaktor (ZF), liegt auch Norberts Rentenartfaktor (RaF) bei 1,0. Denn er nimmt eine Altersrente mit vollständiger Absicherung in Anspruch.

Und wie hoch ist Norberts Rente nun? Übertragt man die Werte, die sich aus seinem Berufsleben ergeben, in die Rentenformel, ergibt sich eine monatliche Altersrente in Höhe von 1.538,55 Euro (West) bzw. 1.495,35 Euro (Ost).

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EP x ZF x aRW x RaF = monatliche Rentenhöhe

45 x 1,0 x 34,19 x 1,0

= 1.538,55 Euro (West)

45 x 1,0 x 33,23 x 1,0 = 1.495,35 Euro (Ost)
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Klarheit von Anfang bis Rente
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